Wert eines Schiffes

DIE MENSCHLICHE KOMPONENTE
Der Kauf einer Yacht prägt und krönt das Segler Leben, nicht nur, weil schwimmender Familienzuwachs als EgoSpiegel auch nach aussen seine Wirkung hat. Hier wird ohne Worte ausgedrückt, was man hat und wer man ist … zumindest zeigt man sich als veritabler Nonkonformist. Wiederholungstäter lernen hingegen über Nacht, dass der Traum vom Schwan auch seine Schattenseiten hat.

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Bevor das Altgefieder nämlich nicht verkauft, hat neuer Besitzerstolz keinen wirklich guten Lauf, weil vergangene Gefühle als Hypothek, enorme Schatten auf die neue Liebe projiziert, insbesondere, wenn sie bereits im Garten steht. Der Tag des Wiederverkaufs könnte dann zur Zäsur geraten, weil die Diskrepanz eigener Blindheit – zu den Fakten – offenkundig zeigt, wie weit man vom Fahrwasser der Vernunft abgezweigt. Hier heisst es dann tapfer sein, weil man all zu leicht das Gesicht verliert, wenn die Kreisch Möven im sozialen Kampfgetümmel ringsum krähen: „Sieh´ste, das hab´ ich Dir doch gleich gesagt“.

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Im engsten Familienkreis könnte das Problem gar eskalieren, weil dann erbarmungslos offenkundig wird, wie viel Einkommen das Loch im Wasser aufgefressen hat. Höchste Gefahr im Beziehungsland, wenn zu viel Schmalz – und zu wenig Tacheles geredet wird. All zu leicht mutiert dann ein Schiff zum Brennglas im eigenen Bett, wobei der familiäre Mikrokosmos in Fetzen oder aus den Fugen fliegt, weil vormals niedliche Problemchen, urplötzlich Lebens gross, und sodann eheliche Toleranzen sich verfranzen oder gar vom Acker tanzen können.

DISKREPANZEN ZUM TANZEN
Das Wunschdenken über den Wert der Ware besitzt zwei Gegen Pole, wie sie weiter nicht auseinander liegen könnten, auch wenn beide zur gleichen Medaille gehören: VERKÄUFER und KÄUFER, was dazwischen liegt, nennen wir frech: DEN MARKT.

DIE STUNDE DER WAHRHEIT – DER ROSAROTE PREIS

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Wir kennen die Dauerbrenner Inserate, die jahrelang Spalten füllen, deren Kosten Konten und Köpfe verzweifelter Schiffsbesitzer zum Glühen bringen, derweil die schwimmenden Seelenlasten eben auch rückwärts ihre Wirkung entfalten können, und am Ende jeder erkennen kann, dass „der Schwan“ erkennbar niemanden vom Sessel reisst.

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Jahrelanges Siechtum in öligen – weil billigen – Hafenecken, mangelnde Liebe – also keine Pflege – können für jedes Schiff zum Todesurteil wachsen, weshalb man es ja irgendwie – angeblich um jeden Preis – vorher noch verkaufen möchte. Genau an dieser Stelle fällt der Hammer auf den Tisch: EBEN NICHT, weil der gefühlte Wert im Kopf des Eigners wie eine hundert jährige Eiche quer vor der Nase liegt, und Lichtjahre von den Realitäten entfernt erscheint, was das Problem vehement eskalieren lässt, wie eine Mine, auf der man steht – solange man nicht den Fuss anhebt.

Die SV MARANATHA, vor ca 25 Jahren Holz gewordener GrossTraum eines norddeutschen Familienvaters, der mit seinem Familien Clan – und dem Piano – die Weltmeere zu bereisen plante, hat nach wechselvollen – immer traurigen – Ereignissen und Jahren, ihren Logenplatz in der BOOTSBÖRSE eingenommen, wo sie seither stetig – sollte ich es trotzig nennen? – zu einem bemerkenswert irrealen Preis ausgeschrieben steht, in der offenbaren Hoffnung dereinstiger Erlösung durch einen frisch geborenen Nachwuchs Träumer. Siehe

Die globalen Low Budget Liegeplätze sind gerammelt und gestopft voll von dem Verfall zum Frasse überlassenen geplatzten Träumen, derweil den Eignern die Hinterlassenschaften teils Jahre lang die Laune verhageln, weil Schiffe im Wettlauf zwischen Wertverfall und laufenden Kosten schleichend gleichwohl regelmässig zu Verlierern werden. Siehe oder hier oder hier

Die mutige Geschichte einer taffen Deern aus Lüneburg, die ihr Herz an eine durchlöcherte geknickte Schiffsdame in Panama verschenkte und mit geballter Energie sowie Einsatz entzückend femininer Offensive, ihrem KARL wieder zum Schwimmen zu verhelfen … ist ebenso bemerkenswert, wie die schlichte Tatsache, dass hier nur eines von vielen tausenden, dem Tode geweihten Schiffen wieder ihrer natürlichen Bestimmung hat zugeführt werden können. Es ist die Geschichte von NIKE STEIGER und Ihrem Schiffskerl SV KARL, einer eigentlich so wenig charmanten rustikalen REINKE DAME. Link

ENTSORGUNGSTATION FÜR SCHIFFE

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Dies Schild an der Schlei hatte ich vor einigen Jahren als clevere Geschäftsidee Mist verstanden … bis ich erkannte, dass hier anstelle kompletter Schiffe, eben nur deren Toiletten Inhalte der Entsorgung anempfohlen wurden. Dumm gedacht, gleichwohl tut sich hier eine gähnende Marktlücke auf, weil der seglerische Gemeinplatz, dass sich für jede Schiffs Leiche die Re-animation am Ende lohne, weil eine Kosten-Nutzen Rechnung unanständig, man den Schwarzen Peter lieber still und leise auf andere Schultern verschieben müsse, ganz wie bei der Reise nach Jerusalem, bei der der Letzte sich mit langem Gesicht auf einem Schiff mit Reparatur Stau Liste wieder findet, das, als schwimmender Untersatz, zukünftigen Eigner Träumern eigentlich nur für ein Selfie zur Verfügung stünde – ein Selfie, bei dem der Hinter- und Untergrund sanft im Hafenschlick entschwindet, wobei Schlick fortan langjährig prächtig konserviert.

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Während wir im urbanen Landleben still erdulden, dass der Lebenszyklus rollender Selbstbestätigung auf unseren Strassen stets im finalen Happ einer übergrossen Presse – viel zu früh – abrupt endet, wohnt den schwimmenden Spiegeln eigenen Selbstverständnisses ganz offenbar ein Zauber inne, der wirkungsvoll verhindert, dass weiter oben die Birne noch rational funktionieren kann, erkennbar an diesen eigenartig schwiemeligen Gesichtern, die vermuten lassen, dass hier ein Traumtänzer auf Droge unterwegs – oder Freigänger, der die tägliche Pille vergessen zu haben scheint.

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WAS AN UNS ZERRT UND ZEHRT?
Reflexion, Resilienz, Lebenserfahrung sowie eine Prise Humor, können helfen, dass man bei diesem Prozess nicht auf der Chaiselonge der Püscho Fritzen landet, denn immerhin geht es hier um einen brutalen Schnitt in meist männliches Selbstverständnis: die Akzeptanz eines finanziellen Verlustes sowie der paradierenden – vor allem schleichenden – Erkenntnis, auf das falsche Pferd – verkleidet als Schwan – gesetzt zu haben: ein Schiff, das nach uns keiner mehr haben will, also einen Ladenhüter mit freifallender Wertigkeit, nur gebremst von der Verzweiflung eines Eigners, der sich dies nicht einzugestehen bereit und in der Lage ist – sowie in Folge dann der Peitsche seiner Frau, die dies umgehend als Steilvorlage für eigene Profilierung nutzt: „Siehst´ Du, hab´ich Dir doch gleich gesagt“.

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Das Schiff als Keil in der Beziehungskiste, je ernster der Segelsport betrieben wird, desto schwieriger die Gemengelage. So kann z.B. der Abreisetag für eine geplante Blauwasserreise zu einem ganz besonderen Moment geraten: der Stunde der Wahrheit. Dann haben Ausreden ausgedient, die Nerven blitzen blank im Sonnenlicht, die Knete ist alle ….und die Beziehung am Ende der Fahnenstange angelangt. Segeln als Beziehungs Katalysator kann eine Menge Investment sparen, wenn man die rosarote Brille vorsichtig zur Seite legt. Alles eine Frage des Blickwinkels … und der Bereitschaft zur Ehrlichkeit … den Rest regelt der Tidenstrom, die Nordsee oder der englische Kanal mit seinen herben Küsten, derben Spundwänden oder virulentem gegnerischen Schiffs Verkehr. Amen!

ZWISCHEN KOPF UND FEIND
Die Amerikaner haben uns – manchmal – einiges voraus, insbesondere, wenn es darum geht, Fragen zum Wert einer Sache entspannt und direkt zu formulieren. Eine typische Frage auf meinem Messe Stand:

why should I buy a Windpilot rather than a Monitor?

wäre auf einer deutschen Boat Show fast undenkbar, weil derartige Fragen in deutschen Köpfen fast schon ein Sakrileg bedeuteten, bei der der Datenschutz zum Sprung ansetzt, weil man sich – um Himmels Willen – nicht gern in die Karten – oder Köpfe – schauen lassen mag. Entscheidungen in deutschen Köpfen werden einsam und allein getroffen – Beratung zwar still hingenommen, hingegen durch das Bollwerk eigenen Besserwissens, als Firewall, zur Denkfabrik nur Tröpfchen weise durchgelassen.

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Ich erinnere mich allzu gern an jenen Tag in Ft.Lauderdale auf einem Schiff an verträumtem Steg im Wohnrevier, als nebenan ein Wagen vorfuhr und unser Nebenlieger lautstark vom Fahrer gefragt wurde:

I want to buy your boat, how much do you want for it?

Schluck! Der Deal wurde in wenigen Minuten per Handschlag besiegelt, die Formalitäten in den folgenden Tagen professionell abgewickelt.

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Übrigens werden in den USA auch Grundstücke und Häuser auf diese Art „verkauft“. Bei uns wird gern ein Makler oder Broker zur Anonymisierung teuer zwischen geschaltet, um die Sache dann „diskret“ zu erledigen, wobei eigentlich jeder weiss, dass Diskretion im Internet – und am heimischen Steg – ohnehin kaum möglich ist. Klatsch ist schliesslich an Land und auf See zu Hause, der Rest wird über Fratzenbock und Yellow Press rum-verbreitet.

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Der deutsche Kopf funzt eben erkennbar anders, nicht nur, weil sich der Markt verändert und das Flotten Angebot heute gewaltig gewachsen ist. Es ist die Birne obendrauf, die anders strukturiert, vor allem, weil dort teils abenteuerliche Vorstellungen zum Wert des eigenen Schiffes viril und munter ihr Eigenleben führen, so völlig losgelöst vom Marktgeschehen. Wer hier etwa wagt, anzuklopfen, bekommt erst mal eins aufs Dach, weil er ja ein Heiligtum berührt und die Denkstrukturen stört. Nichts ist vielen Landsleuten so heilig, wie die eigene Voreingenommenheit. Wer klopft – ist Feind.

TRAUM- GEGEN SCHAUMSCHIFFE, MARKEN- GEGEN SALONSCHIFFE
Wir näheren uns behende dem Kern der Ware: Qualität oder serielle Massenware, wobei beides natürlich auch über Kreuz funktioniert, alles eine Frage des Marktsegmentes.

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In meiner eigenen Birne ist der Grundsatz betoniert, dass solide Schiffe von innen nach aussen erstellt gehören, z.B. Planken oder Aussenhaut über Spanten, Mallen oder tragende Bauteile, die dem fertigen Schiff Struktur und Festigkeit verleihen, damit beides als Einheit den tobenden Elementen strotzen kann. Die Umkehr, der Bau von aussen nach innen, hat gigantische Wertschöpfungs Ketten entstehen lassen, weil Innenschalen, Möbel- und Bodensegment Bauteile das Fertigungs Verfahren Atem beraubend beschleunigt haben – in der steten Hoffnung, dass am Ende auch alles hält. Hurrikane – und Versicherungs Tatbestände – zeigen dann erbarmungslos, wieweit die Theorie in der Praxis Off Road fährt.

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Und wir wollen hier nicht eruieren, ob untergebolzte Kiele funktionieren … oder sich ggf. mal auf See verlieren, wobei Schiffe mit Rigg nach unten fortan gnadenlos ruhig und sicher im Seegang liegen. Nicht die Bohne wollen wir den Gedanken denken, wie High Performance Ruder in schwerer See sich schwenken und verwinden, zumal deren Lagerung im Bereich weniger Zentimeter, des Skipper´s Nerven in der Hose ihre Heimat finden, zumindest abseits der Reichweiten lokaler Helikopter. Derart frivole und wenig konforme Gedanken wurden hingegen anderweitig ausgebreitet, darum wird der Diskurs an dieser Stelle nicht weiter ausgeweitet. Link

VERTRAUEN ODER ABHAUEN
Die Grundsatzfrage nach dem Material füllt ganze Bücherbände, in denen nachzulesen ist, wie weit der menschliche Kopf zu Kompromissen fähig – und willig – ist, wie er von Fachbüchern bestimmter Autoren, sowie Werbe- und Marketing Aussagen einschlägiger Print Organe, eingelullt, korrumpiert und dirigiert, und welchen Denkfehlern er sich willig als Opfer fügt.

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Die Stunde der Wahrheit kommt zuverlässig, wie eine Schweizer Uhr, sie zeigt sich auf See im Unwetter, nach Ramming mit einem unvorschriftsmäßig treibendem Container – oder – sic – bei Aufgabe eines Verkaufs Inserat. Dann spätestens wird offenbar, wie gut man sich anfangs entschieden hat. Es gibt kein Entrinnen mehr vor dem Entdecken eigener Fehlerquellen – man könnte dies auch einen Rache Akt der Sache nennen. Die Generalfrage: wer will mein Schiff haben – ausser mir?

MATERIALIEN GEGEN MARGINALIEN

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Wenn ein GFK Schiff durch Osmose – dem Rost der Kunststoff Schiffe – angefressen ist, hilft eine Oberflächen Sanierung. Wird Laminat zerstört, ist die Reparatur heftiger, weil der innere Zugang hinter Innenschalen, schwierig oder gar nicht gegeben ist. Der Totalschaden lauert – oder grinst – dann hinter der nächsten Hafenecke. Wohl dem, der einen guten Versicherer hinter sich weiss und sich zwischen den Vertragsbestimmungen nicht verliert – eine ganz andere Reise nach Jerusalem.

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Bei soliden Schiffen aus Holz, Stahl oder Aluminium kann fast unendlich repariert werden, weil durch Ersatz von Planken, Stahl- oder Alu Platten jeder Schaden zu beheben ist, notfalls das Schiff sogar mit der Beule weiter segeln kann, wenngleich weniger schiffich elegant, oder nicht so hoch am tobenden Wind.

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Die Situation am Markt belegt, dass gute Schiffe länger leben und zudem auch besser zu verkaufen sind, wenngleich auch sie natürlich dem allgemeinen Trend zur Schwerverkäuflichkeit unterliegen. Unter den Blinden ist der Einäugige immerhin auch heute noch der König.

Auch wenn es immer wieder Besserwisser gibt, die den Einsatz von GFK Schiffen auch für Blauwasser Reisen für unproblematisch halten, sogar empfehlen – was durch die blosse Zahl erfolgreich absolvierter Langtörns scheinbar bestätigt wird, so zeigt der nähere Blick auf die Flotten ernsthafter Blauwassersegler, dass hier die Vernunft in den Köpfen siegt: es werden vielfach eben keine GFK Schiffe eingesetzt. Wer die Geschichte der SV RANCHO RELAXO kennt, grinst in sich hinein … und lernt die Lektion quasi von allein. Link

VERMITTLER, UNTERSTÜTZER, KAPITALVERNICHTER

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Wir nähern uns auf Samtpfoten der zentralen Frage: Wie werde ich mein überaus geliebtes, plötzlich von meinem Herzen distanziertes, Loch im Wasser …. los? Hier scheiden sich Geister und Besserwisser. Wir kennen folgende Instrumente:

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PRIVATINSERAT über Online Plattform: Hier findet sich unser Schiff – zeitbegrenzt – mitten unter Brüdern und Schwesterschiffen, an deren Preishöhen man sich zumeist gern orientiert … und sich damit bereits den ersten Stein auf die Füsse legt. Das Problem, es gibt zu wenige Interessenten, hingegen Schiffe, die weit verzweigt ihre Liegeplätze haben, womit für potentielle Interessenten teils erhebliche Reisekosten den Erwerbskosten hinzuzurechnen sind – Frust über den tatsächlichen Zustand der Ware eingeschlossen, sowie ggf. Ernüchterung über mangelnde Kompromissfähigkeit bei der finalen Preisverhandlung, runden ein Bild, dass beidseitig Verzweiflung verursachen kann. VORTEIL: nur Inserat Kosten, keine Broker Gebühren, NACHTEIL: nur zeitlich begrenzt sichtbar, zudem selten an prominenter Stelle im Netz zu finden.

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BROKER, MAKLER, VERMITTLER mit Online Zugang: bei dezidierter Schiffs Suche landen potentielle Interessenten nahezu stets auf einer Broker Seite, auf der sie sodann ihr Schiff – manchmal mühsam – suchen müssen. Unter der Fülle anderer Schiffe, geht der eigene Schwan zu schnell unter, zumal der Wettbewerb die Sache nicht gerade einfacher macht.
VORTEIL: ggf. Promotion durch den Broker, was servil so gern versprochen wird – dass er sich nämlich für das eigene Schiff besonders ins Zeug zu legen verspricht.
NACHTEIL: Broker Gebühren und ggf. Kosten für Waschen, Föhnen, Streicheln und Aufbereiten, in den Niederlanden z.B. ein beliebtes Szenario, weil es manchmal bessere Erträge bringt, die angebotenen Schiffe eben nicht zu verkaufen. Eine besondere Spezies sind Broker, die ihr Angebot mit Schiffen anreichern, für die sie gar keinen Verkaufsauftrag erhalten haben, die den jeweiligen Eigner zum ersten Mal kontaktieren, wenn sie eine dezidierte Nachfrage zu dessen Schiff erhalten, in der Hoffnung auf Eigners Zahlungsbereitschaft einer Vermittlungsgebühr, falls aus der Besichtigung dann ein Deal werden sollte. Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und: wer glaubt heute noch das Märchen von Brokers Floskel, dass er für vorgemerkte Kunden ein dezidiertes Schiff suche? Ein Trick aus alten Zeiten, als es noch keine Glasfaserkabel und www Knotenpunkte gegeben hat.

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SCHWARZE BRETTER in Yachthäfen sind heute ein Relikt und nur noch selten effektiv, weil das WWW eben wirkungsvoller ist. Für lokale Matador Schiffe allerdings sinnvoll, wenn z.B. Jollenkreuzer im Elb-Revier oder Kielschwerter in Tiden Gewässern angeboten werden, und der potentielle Käufer im die Ecke wohnen könnte.

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KAPITALE FEHLER

Ein Schiff über mehrere Broker anzubieten kann sich zum Ärgernis ausweiten, weil hier das Signal gegeben wird, das der Eigner besonders verzweifelt ist, zumal die Ergebnislisten der Internet Suche dies sowieso blamieren.
Schlimmer noch: Wenn zudem zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird, dann erstirbt jedes Interesse der Nachfrageseite, weil sich der Verkäufer unglaubwürdig macht. Noch verheerender die Offerte, deren Preis langsam und stetig in den Keller fällt, auf der verzweifelten Suche nach dem beissbereiten Käufer, der bei solchen Angeboten die Beine unter die Arme nimmt – und wegrennt.
Der GENERAL FEHLER heisst VHB, er signalisiert, dass der Verkäufer an seine Preisidee selbst nicht glaubt, zwar verhalten oder verzweifelt auf einen Dummen hofft, dabei aber im Inneren selbst schon ahnt, dass er nach einem Alien sucht, von dem er bereits ahnt, dass es nicht existiert.

Peter Bahama Magoni

PETER´S RAT UND TAT

Ein fairer Preis, der es in sich hat, der keine Fragen mehr erlaubt, der Atemlosigkeit erzeugt, der potentielle Interessenten zwingend dazu bringt, sich mit fliegenden Hosen ins Auto zu setzen, ein Flug Ticket zu erwerben … um als Erster am Tische zu sitzen und solange zu schwitzen, bis er das Schiff endlich sein Eigen nennen, und sich selbst den Helden nennen kann, der das Rennen gewonnen hat.

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Auf diese Art habe ich im Jahre 1973 eine tolle Yawl ungesehen am Hamburger Flughafen erworben, einen gekritzelten Zettel als Vertrag gegenseitig auf dem Rücken von Verkäufer und Käufer unterschrieben und den Kaufpreis im zerknitterten Umschlag entrichtet … bin hernach des Nachts mit fliegendem Blech und quietschenden Reifen, so schnell es meine Ente mit damals 16 PS erlaubte, nach Fehmarn gesaust, um den Traum einer durchschwitzten Nacht, final zu besetzen, zu begrüssen, im Mondlicht bei der BEELIZ WERFT aus dem Hafen zu entführen, für den Fall, dass der Schwan anderweitig nochmals verkauft worden wäre. Auf See habe ich dann in aller Ruhe die Schapps von Gerümpel befreit, meiner Neuerwerbung neugierig unters Hemd und in die Hose geschaut, dabei des Voreigners Unterhosen mit Schleifspur über Bord entsorgt, und dem jungen Morgen meine Besitzer Freude entgegen geschrien, da war ich bereits mitten im Schiessgebiet unterwegs.

1973 MaxFoerthmann

Mein einziger Zeuge: mein Hund Max Foerthmann, damals mein Schatten und ständiger Begleiter. Meine damals qua Ring mit mir Verbundene befand mich zu jenem Zeitpunkt vermutlich bereits als völlig durch geknallt. Der Name der Yacht LILOFEE hat nichts mehr kitten können, die Dinge und Entwicklungen wurden durch den Schiffs Kauf erstaunlichere Weise beschleunigt … siehe weiter oben: Beziehungskatalysator. Alles – mehrfach! – selbst erlebt. Zudem wissen wir alle: Ein Verbot macht alles erst wertvoll.

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Vollends zum Bruch geriet die Geschichte, als ich Jahre später eben dieses Schiff im Rahmen eines Segeltörns dann gegen die Firma Windpilot ver- oder eintauschte. Ein MAGIC MOMMENT aus der Sonderlebenszone Segeln, der bis heute wirkt.

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Meine Töhle Max Förthmann wurde damit zum Scheidungs Wauwi, hat aber stets zu seinem Herrn gehalten und erkennbar nie gelitten …

MUT ZUR ENTSCHEIDUNG

Ein Rat, der Deutsche zur Verzweiflung bringen kann, weil der Deutsche sich so kolossal langsam entscheidet, weil ihm seine vermeintliche Vernunft häufig so schwer wie ein Stein im Magen und vor den Füssen liegt. Entscheidungen kann man jedoch lernen – hat man sich erst an dieses Spiel gewöhnt – will man es nicht mehr missen – weil das Leben fortan im Overdrive Sauseschritt vorwärts flitzt … wenn der Fuss im Kopf erst Mal von der Bremse genommen ist. Ich weiss, wovon ich rede: die meisten wichtigen Lebensentscheidungen habe ich – wie ein Schlafwandler – in Sekunden getroffen. Nur beim gegnerischen Geschlecht hat mich die Treffsicherheit immer mal wieder kolossal im Stich gelassen. Quod erat demonstrandum. Egal Karl, das Leben ist ein Aal, der sich auch durch Imponderabilien windet, bis man findet, wonach man garnicht sucht. Bei mir hat´s am Ende geklappt. Oder:

PROMINENZ MIT VEHEMENZ

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Mit Prominenz bei der Internet Suche verdienen GOOGLE und Co goldene Nasen und Hinterteile, weil eine gute Platzierung für Geschäftsverlauf und Umsatz so entscheidend ist. Prominenz wird dabei versteigert, was den Profit erhöht. Zum besseren Verständnis: Wer heute nach Windpilot googelt, dem werden die Links zu einem treuen Markt Begleiter angedient, dem diese Suche rückwärts am Konto zwackt. Dies Geschäftsprinzip funzt global ganz kollosal und lässt die Kasse klingeln, weil jeder Klick vom Beifahrer zu bezahlen ist. Schlau gemacht!

PETER´S ZUFÄLLIGE ERFINDUNG

Peter Gockel quer

Die Prominenz dieses Blogs hat – ein Zufalls Fund ! – in Lee folgende Erkenntnis offenkundig werden lassen: wann immer ich z.B. eine Mail oder direkte Adresse an eine dezidierte Person als BLOG gepostet hatte, wurde dies innerhalb weniger Stunden an prominente Stelle bei der GOOGLE SUCHE transportiert. So sind offene Briefe an KONRAD DELIUS oder andere Herrschaften im maritimen Haifischbecken dauerhaft ganz oben in der Ergebnisliste bei GOOGLE aufzufinden. Ein Sprach Rohr der besonderen Art? Sicherlich, aber für mich insbesondere ein guter Weg, meiner Meinung Öffentlichkeit zu verschaffen. Peter´s Meinung halt! Unzensiert, unbeirrt, unbezahlt, von einigen „Organen“ ungeliebt, weil nicht gesiebt oder einschlägig voreingestellt – eine unabhängige Meinung zu den Themen der segelnden Welt, von einer unabhängigen Seele verfasst und niedergeschrieben. Ein weisses Einhorn eben, in einer Welt unterwegs, in der ansonsten nur die bare Münze – und Ellenbogen – zählen.

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Der WINDPILOT BLOG beinhaltet viele tausende aktiver Links, die allesamt im Netz gut sichtbar werden, weil die Zahl individueller Besucher so sehr aussergewöhnlich ist, die zudem gern länger verweilen um sich durch diesen Blog hindurch zu klicken. Eine Binse? Sicherlich! Aber in Bezug auf die Besonderheiten eines trägen Schiffs Marktes hat sich hier ein Kollateral Effekt ergeben, den ich zunächst gar nicht im Fokus hatte. Wann immer ich ein Schiff zum Verkauf ins Blog gestellt hatte, wurde dies ebenso rasant in die Such Ergebnisse nach vorne katapultiert. Fast sämtliche angebotenen Schiffe wurden vergleichsweise schnell verkauft. Die vor wenigen Wochen angebotene HR 35 wurde innerhalb von wenigen Stunden verkauft, das Inserat Link hatte innerhalb von 3 Std auf die 1.Seite der Google Ergebnisliste seinen Platz gefunden. Flitz … war es verkauft, ein Sahnestück besonderer Art, wie mir der neue Eigner Wolfgang – gestern bestätigt hat. Darüber bald die besondere Geschichte.

So wurde ein Schiff in Vanuatu an einen Iren verkauft, ein Schiff in Papeete wurde nach Japan und eine HR nach Österreich verkauft. Das Internet hat die Chose möglich gemacht, ohne weitere Kosten, weil ich mein BLOG hierfür gern kostenlos zur Verfügung gestellt habe, zudem fast immer persönliche und menschliche Zusammenhänge gegeben waren: Windpilot Segler in grosser Not, Krankheiten, die eine Plan Änderung erzwungen haben oder der traurige Todesfall meines Freundes MANFRED MARKTEL, dessen SV MAUS ich an den heutigen Eigner, einem Wein Bauern, vermitteln konnte, dessen Sohn bereits wieder zur grossen Reise aufgebrochen ist.

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Vom Wein trinke ich heute noch, weil ich sparsam trinke und keine Schnaps Nase bin. In einem anderen Fall allerdings, habe ich mich korrumpieren lassen: Als Uwe Berger mich dereinst fragte, ob ich sein Schiff über mein BLOG anbieten und verkaufen könne, bot er im Gegenzug an, mir meine Handbücher kostenlos in eBooks umzuwandeln. Ein Deal auf Gegenseitigkeit, bei dem wir beide Spass und Freude hatten, zumal Uwe von Berufs wegen ein Fachmann in der Drucklegung gewesen ist, und hier sein Fachwissen aus dem Ärmel schütteln konnte.

Ich habe sämtliche Inserats Anfragen direkt zu den Verkäufern verlinkt, mir hingegen vorbehalten, in Bezug auf einen realistischen Preis, dezidiert zu beraten oder sogar verbal zu drängen LINK

In Bezug auf das Titel Thema ist für mich der Beweis erbracht, dass nahezu jedes Schiff zu verkaufen ist, wenn:
– Schiffs Bauart, Typ und Solidität für Käufer interessant
– Preis und Ausrüstung sowie Nachfrage in ausgewogenem und realistischem Verhältnis stehen
– Verkäufer sich nicht selbst im Wege stehen

Dies ist kein Aufruf zu weiteren Inseraten, hingegen nur PETER´S MEINUNG zum WERT EINES SCHIFFES, wenn
– es denn aus dem Herzen seines Eigner geplumpst ist,
– es verzweifelt auf einen neuen Liebhaber hofft,
– es langsam Patina im öligen Hafenecken ansetzt,
– dauernde Inserate die Hoffnungen auf finalen Verkauf haben sinken lassen,
– die eigene Frau bereits abgehauen ist, weil die Lebenslasten übergross, den Partner am Ende haben kleiner werden lassen.

Ein Schiff, dass im Herzen seines Eigners keinen warmen Platz mehr hat, sollte weitergegeben werden …. wobei der Preis dann in den Fokus rückt. Ist er richtig – ist das Problem gelöst,

und der Sinn dieser Zeilen erfüllt

Peter Foerthmann

3 Kommentare zu Wert eines Schiffes

  1. Zitat:
    „Auch wenn es immer wieder Besserwisser gibt, die den Einsatz von GFK Schiffen auch für Blauwasser Reisen für unproblematisch halten, sogar empfehlen – was durch die bloße Zahl erfolgreich absolvierter Langtörns scheinbar bestätigt wird, so zeigt der nähere Blick auf die Flotten ernsthafter Blauwassersegler, dass hier die Vernunft in den Köpfen siegt: es werden vielfach eben keine GFK Schiffe eingesetzt.“
    Du meinst wohl, hier irrt sich die Realität bar jeder Vernunft? Und was ist ein ernsthafter Blauwassersegler?
    Trotzdem herzliche Grüße aus Büdelsdorf
    Christian Uehr
    SV Subeki (GFK) Weltumsegelung 1999-2011

  2. peter sagt:

    Moin Ihr Zwei,

    klar, dass so eine Bemerkung den Stachel in Eurem Fleisch SENKRECHT stellt … stellen musste …seid Ihr doch der segelnde Beweis, dass es eben mit GFK – na logisch – auch funzt. So gesehen, ist Euer Kommentar für mich ein freundliches Lebenszeichen aus Büdelsdorf, bei dem die Finger auf der Tastatur von alleine los geflitzt sind, weil sie dem Widerspruchs Blitz in der Denkzentrale brav haben folgen müssen.

    Im grösseren Kontext folgt die Herde stets den Impulsen von Werbung und Presse und wir wissen um die teils unbeabsichtigte Wirkung von Werbung an deren Ende dann High Performance Yachten mit Gleiteigenschaften und sensiblen Spatenrudern auf die grausame See entlassen werden. Wenn dann Glück oder die Würfel über das glückliche Ende einer Reise entscheiden, wäre mir das zu wenig. Es ist exakt diese Überlegungen, durch kluge Entscheidungen die Risiken von Problemen bereits im Vorfeld zu verringern.

    Das alte Argument, dass z.B. Aluminium bereits aus Preisgründen verworfen wurde, hat heute seine Gültigkeit verloren, weil der Preisverfall auch bei diesen Schiffen stattgefunden hat. So gesehen hat sich hier eine Menge verschoben … für mich ein Grund mehr, derartige Splitter im Fleisch aufrecht zu stellen … um potentielle Käufer hier zu sensibilisieren, dass der Markt in toto in Bewegung ist und heute die tollsten Schiffe plötzlich in erreichbare Nähe gerückt sind.

    schnieke Grüsse
    Peter

  3. Perter’s Argumente kann ich nur bestätigen. Ich habe erst kürzlich den ganzen Entscheidungsdschungel durch gemacht. Hin- und her geschlingert zwischen Einfluss der sog. „Yacht-Test’s“, den Glanz prospekten aller Ausstellungen und den eigenen Träumen. – Schlussendlich aber eine Punktlandung erreicht (mit mehr oder kräftigem Nachdruck dieses Bloggbetreiber’s). Ein 1996 gebaute Noordkaper 34, (Ketsch), perfekt unterhalten und in bestem Zustand, vollständig augerüstet und besser als Neu, für 70 TEUR’s vom Ersteigner erworben. Dieses Schiff erfüllt weitgehend alle Kriterien, die Peter hier als für eine seegängie Yacht empfiehlt. Rost? kein Thema, nirgend’s auch nicht in den verstecktesten Ecken, weil die ganze Schale innen wie aussen zuerst mit Epoxi isoliert wurde. Regelmässig mit Owatrol die kritischen Ecken und Ritzen prophylaktisch behandelt wurden. Somit auch keine Osmose, keine elektrolytische Korrosion und daher wird dieses Schiff noch mein Ableben im Wasser und tadellosem Zustand mitbekommen. So ist es!

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