Influencer

INFLUENCER UND UNFLUENZA – DIE STILLE MACHT

Dicht nebeneinander, aber doch so grundverschieden, haben beide Begriffe Eroberung im Sinn, um menschliche Zielobjekte flach zu legen, willenlos oder gar krank zu machen, ob nur lokal anästhetisch oben in der Denkfabrik, oder im gesamten Immunsystem, damit Entscheidungswege oder eben Krankheitsverläufe fortan von aussen zu kontrollieren sind, wobei der Delinquent – ggf. im Unterhemd, weil schon fiebrig und verschwitzt, endlich auf die Strasse seiner Erlösung flitzt, der so kühl und kalt kalkulierten. Die Generalfrage von Marketing: wie bringt man Menschen dazu, sich wie ein Vieh der Herde zu verhalten, sich wohlig grunzend in sozialer Wärme mit – vermeintlich – Gleichgesinnten zu umgeben, um sodann als elitäres Individuum, Entscheidungen zu generieren, die man am Ende dann vehement als selbst-entschieden zu definieren pflegt. Marketings Meisterstück!

DAS MARKETING TOMTOM
Unser Leben steht im Fokus der Marketing Tricks einer Industrie, deren Tricks jeder zu kennen glaubt, weil er sich zumeist als Meister der eigenen Einzigartigkeit empfindet. Spätestens wenn die süssen Cookies uns überschwemmen, dämmert es dem Letzten, dass Orwell hier seine Tricks für Beutezüge generiert, um uns Waren und Dienstleistungen Online zu injizieren, sie vorgeblich nur servil zu offerieren, dabei in Lee unsere Rechner still und heimlich zu okkupieren, damit am Ende der Upsmann klingelt – mindestens!

Musik, Videos, Klamotten, Must haves, Düfte, Schuhe, wie könnte man sich hier entziehen, wo doch der Tag bereits mit strahlendem Zahnweiss Lächeln startet und uns zur Nacht qua Tinder Zielpersonen in der Nachbarschaft anempfohlen – oder untergeschoben? – werden, falls das häusliche Wohlbefinden mal wieder geringfügig durchgeschüttelt, das Gesponst – oder Gespenst? – an der Seite, sich vermeintlich als unzureichend oder unzufrieden zeigt, und das Gras auf der anderen Gelände Seite schon immer so enorm verlockend ist … nur Klingeln muss man noch höchstselbst, den Rest regeln die Testosterone und Dopamine im Auto-Modus. Mann kann so gaanix dagegen machen, Mann will meist auch nicht, weil Mann sich einer Übermacht gegenüber sieht, die ihn in die Enge getrieben hat, manchmal unter Mithilfe der eigenen Partnerin. Habe ich den Bogen zu weit gespannt? Macht nix, man muss überspitzen, die Fakten überhitzen, um Erkenntnisse auszuschwitzen, notfalls mit bösen Witzen, um am Ende auch anderen zu helfen – oder sich gegenseitig die Augen aufzureissen?

Aber hier steht nur der Segler im Zentrum der Betrachtung, womit ich mich ran geschlichen habe, an die hier einzig interessante Frage: wie kommen Verkäufer in die Köpfe von Seglern rein, einer komplexen, so komplizierten, so besonderen Zielgruppe, bei der Fussballwerbung eben nicht funktioniert? Ist es nicht eigenartig, dass in unserem Land das Segeln nur eine Randnotiz der Wirtschaftsgeschichte ist? Kann man hier was optimieren, ohne sich sogleich komplett zu blamieren, oder als im Regen stehend sich zu befinden? Mir scheint manchmal, dass der Gedanke, Segler – wie das liebe Vieh! -zum Kassenschrank zu treiben, manch vernünftige Überlegungen überstrahlt, eine der Triebfedern, für diesen meinen Blog.

EHRLICHKEIT DER INFORMATION
Die Spielregeln sind bekannt, ob als Ahnung oder Besserwisserei: Die Pirsch in unsere Entscheidungszentrale ist voller Hindernisse, weil es darum geht, möglichst wenig Verdacht zu erwecken, bei der Pirsch. Kluge Segler sind sensible Rehe, die bei plumper Werbung – mit gewagtem Sprung! – im Unterholz entschwinden, auf Nimmerwiedersehen. In meinem Aufsatz über Monetarisierung habe ich versucht, die Zusammenhänge ein wenig zu illuminieren. Es gilt die Regel: Je weniger finanzielle Interessen im Spiel sind, desto ehrlicher die Informationen – logisch allerdings, funzt das auch umgekehrt.

Monetarisierung

Ich versuche, meine Rolle als Influencer Ziel gerichtet zu spielen, insbesondere weil ich die Interessen und Wichtigkeiten jener Segler im Fokus habe, die ihre Schiffe fernab sicherer Küsten zu bewegen planen. Ich versuche, Synapsen zum Fliegen zu bringen, indem ich auch unkonventionelle Kreise um ein Thema drehe. Ein Unterfangen mit manchmal erfrischenden Resonanzen, zum Beispiel, wenn mein Gegenüber zu erkennen hat, dass er mit den gewonnenen Erkenntnissen seine bisherige Denk Einbahnstrasse zu verlassen hätte – was er versucht ist, zu verhindern, um keinen häuslichen Ärger zu bekommen, wo der Friede ja so überaus wichtig ist, solange man auf sicherem Boden ist und sich nicht selbst eine Kugel in die Schuhe katapultieren will. Nicht wahr: Nicht in jeder Beziehung ist Respekt vor der eigenen Frau zum Grundgesetz avanciert, weil manchmal das Gefälle in der Entscheidungsfindung höchst ungleich verteilt ist. Weil Segeln zumeist eine männliche Domäne ist.

GOSSIP AM LAGERFEUER
Vor kurzem erhielt ich diese Mail:

Moin Peter
die Menschen brauchen immer irgendwie einen Ort, wo sie sich austauschen können. Vor nicht so langer Zeit war es das Lagerfeuer, wo wir uns nach getaner Arbeit (Jagd und Sammeln) trafen, um uns vor allem mit Gossip zu versorgen. Heute gibt’s diesen Ort immer noch. Es ist zwar, wie man so schön sagt, ein virtueller Ort, dennoch ist das Internet mit seinen Portalen und Blogs etc. das Lagerfeuer der Neuzeit. Ich bin eher der Typ, der sich zwar gerne ans Lagerfeuer setzt, dies aber in den hinteren Sitzreihen (wo es nicht so heiss ist (-; ) und lauscht den Dingen, die dort so erzählt werden. Am schönsten ist, wenn gelacht wird und man selber mitlachen darf. Das ist eigentlich immer das schönste von allem, wenn man eine tolle, humorvolle Zeit miteinander verbringen darf, ganz ohne wenn und aber !
Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt wie Dich, denn ohne sie wäre das Lagerfeuer schon längst erloschen.

So jedenfalls könnte man den Austausch von Informationen im Zwiegespräch, in der Kneipe oder in einem virtuellen Raum vergleichen, wenn es um den Austausch von Gossip geht.

In meinem Fall allerdings, bin ich schon gern konkreter:

ICH BIN EIN INFLUENCER
Ich tausche mich weltweit mit Seglern aus, wobei es eben nicht nur um Heckverzierungen geht, hingegen um das grosse ganze schwimmende Zuhause, an das man ggf. meine Heckverzierungen verbolzen kann. Diese Dialoge sind das Salz in meiner Lebenssuppe, weil ich dabei auf Menschen treffe, deren Synapsen auch Quantensprünge machen können, mit denen ein Austausch auf Augenhöhe funzt und nicht von oben nach unten stattzufinden hat, einer in Deutschland so beliebten Variante.

So habe ich vor wenigen Tagen einen erfrischenden Dialog mit einem Schweizer Segler führen können, an dessen Ende es offenbar zu einigen Erkenntnissen gekommen sein muss, die Synapsen jedenfalls gerieten ins Fliegen, so mein Eindruck, es hagelte Komplimente, was natürlich eine schöne Anerkennung ist. Auf meine unmittelbare Frage, ob ich den Dialog hier im Blog, einmal vollständig wiedergeben dürfe, hat es dann allerdings eine Vollbremsung gegeben, was Rückschlüsse nahe legt, die zwischen den Zeilen nachzulesen sind.

Es ging im Einzelnen um eine Kaufentscheidung, ob ich an einem modernen Schiff mit Badeplattform meine Systeme montieren könne.

Meine Antwort:

Guten Morgen in die Berge,
eine Frage, die keine einfache Antwort erlaubt, weil wir uns hier schnell in einer Generaldebatte über Schiffe wieder finden.

Meine kurze Replik: Schiffe sowohl mit verschliessbarer als auch offener Badeplattform können gleichermassen einfach mit meinen Systemen ausgerüstet werden. Dies gilt insbesondere für die Montage der Pacific Systeme.

Bei der Pacific Plus hingegen werden auch andere Kriterien wichtig, wie Solidität der Bauweise des jeweiligen Schiffes, weil dies System erheblich schwerer ist und vor allem enorm andere / höhere Lasten auf den Spiegel überträgt, weil diese Systemart eben auch aktiv am Spiegel zerrt, wohingegen die Pacific lediglich Servokräfte generiert, die dann auf das Hauptruder übertragen werden.

Und genau da würde mein Ansatz zur Diskussion beginnen:

– Bei Schiffen mit beweglicher Plattform ist die PP Anlage nicht zu montieren, weil sie eben nicht schnell zu demontieren ist, wenn man die Plattform nutzen möchte. Die Pacific ist hier besser und einfacher einzusetzen, siehe Fotos.

– Bei Schiffen mit offener Plattform wird die PP Anlage die gesamte Plattform verschliessen und die Nutzung zum Baden unmöglich machen, es sei denn, man nimmt das komplette System ab … was schwer und schwierig ist. Beides ist mit der P Anlage einfach und problemlos machbar.

Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass die heute verwendeten „achtern offenen“ Schiffe überwiegend mit der Pacific Anlage ausgerüstet werden … aus eben diesen Gründen. Das Thema Notruder für den Fall XXX, ist ein anderes Thema, weshalb ich das SOS Ruder konstruiert habe und bestens verkaufe …

Aber, Du erkennst nun schnell, dass wir uns in der General Debatte befinden über die Wahl des Schiffes … und ich würde Dich bitten, einfach mal folgende Links zu lesen … dann wirst Du schnell erkennen, wie mein Herz tickt und wo mein Gehirn zwickt…

mit freundlichem Gruss
Peter Foerthmann

Quo vadis Bootsbau

Es folgte eine Diskussion über Marken und über die Höhe der Investition für ein Schiff, sowie einem Kompliment für „ wertvolle Infos, welche man halt in Zeitschriften wie z.B. der Yacht oder sonst wo, nicht einfach so findet“

Darauf meine Antwort:

Guten Morgen,
nun sitzt Du also in der Klemme, oder Falle?

Zweifel, sind angebracht und ergeben einen Sinn, was die Situation insgesamt am Ende nur verbessern kann. Ich streue hier also noch schnell ein bisschen Salz in Deine Wunden:

Vielleicht ein Irrtum, wenn Du glaubst, mit dem Kauf eines neuen Schiffes sämtliche denkbaren Probleme zu umschiffen, selbst wenn dabei dein Konto Schluckauf bekäme … Ich kenne zu viele Segler, die eben genau dies haben erleben müssen. Sie haben vielfach – manchmal erst später auf See – bemerkt, dass ein fehlerfrei funktionierendes Neuschiff … in der Praxis auf See nicht unbedingt die Regel ist.

Ohne hier nun traurige Beispiele zu benennen und mich ggf. in den Fokus von Argus Augen zu rücken, mein Rat:
Erstens: Verabschiede dich von dem märchenhaften Traum eines fehlerfreien Schiffes … dann bist du der Realität vermutlich schon ein bisschen näher gerückt.
Zweitens: moderne Serienyachten sind nicht immer die perfekte Wahl für ein Blauwasser Abenteuer … auch wenn es Hoheiten gibt, die durchaus proklamieren, dass man auch mit Serienschiffen eine Weltumsegelung erfolgreich absolvieren kann. Mein Kommentar dazu: jawoll, aber einen Schutzengel sollte man dann manchmal schon in erreichbarer Nähe haben!

Lektüre als Anregung:

SV Lop to – Kerstin Neermann + Helmut Siebrecht GER

Saildrive

Wenn Du unseren Dialog mit der Bemerkung startest, dass dir ein Notruder wichtig sei … könnte ich die Abkürzung nehmen und gehorsam sein, dir einfach eine Pacific Plus ans Herz legen und ggf. verkaufen … Du bietest mir allerdings eine Steilvorlage, die ich nutze … um in deinem Kopf die Synapsen ein wenig anders zu sortieren … oder deinen Horizont nolens volens zu erweitern?

Es gibt wundervolle, bestens ausgerüstete und perfekte Blauwasser Yachten, bewährt und besonders ausgerüstet, die Du für moderates Geld kaufen kannst … nach deren Erwerb Du am Ende sogar noch Geld auf dem Konto behältst … von einem für die Imponderabilien der Blauwassersegelei u.U. besser geeignetem Schiff nicht zu schweigen.

Nur um Missverständnisse auszuschliessen: wir unterhalten uns hier nicht über die Produktions Beschleunigungsmassnahmen, wie z.B die Vorteile von Infusionsverfahren. Wir reden über Strukturen, Formen, Aussteifungen, Anhänge und Achillesfersen. Bei geplanten grossen Reisen über offenes Wasser sind 2 Spatenruder, die ausserhalb der Mittschiffs Linie montiert und somit gegen Treibgut empfindlich sind, sowie Saildrive Antriebe mit besonderen Befindlichkeiten … für mich gewichtige Argumente. Wer einmal einen Sturm in einem soliden Langkieler abgewettert hat, wer das angenehme Seeverhalten, die Ruhe unter Deck hautnah hat erleben dürfen, dagegen dann „singende knarzende“ Schiffe im Sturm erlebt, dessen Herz und Sinne werden lautlos okkupiert, von Schiffen, die Sicherheit ausstrahlen … die man fühlen kann.

Ob ein Schiff mit strukturellen Aussteifungen, die im Rumpf selbst eingebracht sind, einer Kosten sparenden Verwendung / Montage einer Innenschale vorzuziehen sind oder nicht, magst Du Dir selbst beantworten, denn, nicht wahr, im Falle einer Leckage / Grundberührung wird es natürlich hinderlich sein, wenn man an die Zwischenräume von innen nicht heran gelangen kann.

Wenn wir uns dann noch darüber unterhalten wollen, ob ein Schiff infolge gewollter grosser Breite, bei zeitgleich geringem Tiefgang, zwangsweise dann eine nur flache Bilge haben wird … rücken wir dem Ernst des Dialogs schon ziemlich nahe … wenn „unartiges Wasser“ – von wo auch immer – seinen Weg unter die Bodenbretter findet und in der Folge dann die gesamte Möbeleinrichtung durchtränkt, durchnässt, weil ein Schiff im Gegensatz zu Wohnwagen … auch schon mal schräge durch die „Landschaft“ fährt.

Ebenfalls interessant, wie gross der vertikale Abstand zwischen beiden Lagern eines Hauptruder ist … dann bekommst Du Eindrücke über die Dinge, die mir wichtig sind. Lies mal hier:

Ruder

Und wenn Du mal Schadens Fotos zu Gesicht bekommst, nachdem Stürme ihre Wucht hinterlassen haben… dann wirst Du ein wenig mehr meinen Denkansätzen folgen wollen … der ich mir einen recht kompromisslosen Blick auf die Gemengelage über strukturelle Notwendigkeiten einer Yacht angeeignet habe. Wohlgemerkt; all dies gilt für seriöses Blauwassersegeln, fernab einer durch Helikopter erreichbaren Hilfe, falls auf See mal was Dummes dazwischen kommt.
einen schnieken Abend wünscht
Peter

Die Replik hat mein Herz erfreut, weil sie erkennen liess, das die Synapsen aufgestanden sind:

Ich spüre Deine Kompetenz förmlich und bin Dir natürlich sehr dankbar für Deine wertvollen Tipps! Ich komme nicht aus dem Staunen raus, dass es heute tatsächlich noch Homo Sapiens auf unserer Mutter Erde gibt, die noch so denken bzw. handeln!!! In der Schweiz würdest Du selbst neben unserem Nationalidol „Arnold Winkelried“ keine schlechte Figur machen!!!

Ein Diskurs, der erst 7 Tage alt ist, in dessen Kielwasser eine bemerkenswerte Entwicklung stattgefunden hat. Ich habe unzählige ähnlicher Diskussionen, teils über viele Jahre, teils mit 50 Mailwechseln durchlebt … um Synapsen in Segler Köpfen aus den Betten zu bekommen – was mich selbst lebendig hält.

In einer Zeit, in der Geschwindigkeits Rekorde auf See zum Pulsschlag medialer Berichterstattung geworden sind, wo Fachleute und Journalisten ernsthaft darüber phantasieren, dass vermutlich auch Cruising Yachten sich demnächst auf Kufen aus dem Wasser heben werden, sollte man die Realitäten nicht aus den Augen verlieren, dass nämlich bei grossen Divergenzen von Geschwindigkeiten, eine Ankunft zu einem plötzlichen Ereignis wird: hart, brutal, Schlaf störend, Material vernichtend – ein Crash, der es in sich hat, weil Wasser in toto eine harte Angelegenheit geblieben ist.

Weshalb ich als Influencer für besseres und sicheres Segelwandern meine ruhigen Kreise ziehe …

Peter Foerthmann

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