Ovni

FRANKREICHS ERFINDUNG – INTEGRALKIEL MIT INNENBALLAST

Als vor 40 Jahren in Frankreich die ersten Schiffe in Seewasser beständiger Legierung AlMg5 bei ALUBAT in Serie gingen, wurden bei uns allzu schnell wenig vorteilhafte Meinungen vom Stapel gelassen: rottet, reagiert in Seewasser, ist in Punkto elektrischer Verkabelung nicht ganz geheuer. Ballast Kielschwert, Innenballast, teilweise aufholbare Ruder machten das Vorurteil nicht leichter. Nach deutschen Vorstellungen wurden zu viele Tabus gebrochen, um hier grossflächig in den Markt einzubrechen.

Frankreich war damals wie heute Vorreiter in der Entwicklung neuer Ideen für Wasserfahrzeuge jeder Art, was der unendlich langen Küstenlinie einerseits, andererseits der Affinität einer ganzen Nation für das Segeln ist. Denn, nicht wahr, die Sieger der Vendée wurden damals wie heute über den Champs Elyséé getragen und bringen dort den Verkehr zum Erliegen. Bei uns ist das nur mit dem runden Volksleder zu schaffen, unter Dauernarkose staatlichen Zwangsfernsehens.

Die Vorteile von Aluminium jedoch lagen und liegen auf der Hand, denn örtliche Festigkeit, Robustheit und Seewasser Beständigkeit des Materials haben in der Cruising Community die Herzen im Sturm erobert.

Dazu kommen dann die besonderen Eigenschaften von Integral Kiel Schiffen, die ein Grossteil der Formstabilität durch enorme Breite bekommen. Hoch am Wind Eigenschaften? Klar, segelnde Sägen sind Ovni´s nicht, aber dafür sind sie weder gedacht noch gemacht. Denn Blauwassersegeln findet vornehmlich mit Wind von achtern statt, weil gegen den Wind nur hartgesottene Segler ihre Reise machen, wenn – oder weil – sie sich selbst auf die Probe stellen, oder der Allgemeinheit etwas beweisen wollen – oder den Segelolymp eben „rückwärts“ ersegeln möchten.

Chaqun à son gout, passt alles unter den gleichen Hut!
Denn, nicht wahr: Ein Jeder macht seine eigene Reise auf eine ihm ganz persönlich genehme Weise.

Die Produktion von Multi Knickspant Yachten als Mittelweg zwischen Rundspant und Einfach Knickspant erwies sich als der goldene Weg, um für das Auge gefällige Schiffe, kostengünstig zu produzieren. Wenn vor 30 Jahren Luvgierigkeit ein Problem gewesen sein mag, segeln moderne OVNI´s ausgewogen und fressen ihren Skippern feinfühlig „aus der Hand“.

Die Vor- und Nachteile von Integralschwert Schiffen sind hier beschrieben

SV Pèlerin – Colin Speedie UK

Wer einmal in der Werft in Les Sables d´Olonnes erlebt hat, in welch atemberaubendem Takt dort professionell Aluschiffe entstehen und zur Auslieferung kommen, in dessen Kopf kommen Synapsen in Bewegung, die Pro und Contra GFK – Aluminium komplett neu vermischen und sortieren, zumal unbestreitbare Vorteile eines pflegeleichten Materials miterworben werden, die die Nerven zukünftiger Eigner vom Tage Null kaum noch strapazieren. Fender in Wollstrumpf werden überflüssig, weil Alu Natur Oberflächen dies nicht erfordern. Kein Wunder, dass Schiffe in extremen Breiten so sehr häufig aus Aluminium sind.

Es war das besondere – richtungsweisende – Design dieser Schiffe, das mich befruchtet hatte, meine in 1997 getroffene Entscheidung zur Neu-Konstruktion meiner PACIFIC Systeme um die Flansch Serie MF0 – MF5 zu ergänzen, um fortan mit dem MF3 diese, damals revolutionären, Schiffe mit meinen Systemen enorm einfach auszurüsten. Ich empfinde diese Entscheidung bis heute als besonders glücklich, weil weltweit Schiffe mit einer Sugar Scoop bald zum Standart avancieren sollten. Manchmal muss man einfach die richtige Nase haben, vielleicht der Grund, warum die meine so gross und lang geraten ist. Man muss sich einfach die Dinge selbst so lange hin relativieren, bis es passt – ohne gleich den Professor Mang an die eigene Schnüffelnase mit Werkzeugen ranzulassen.

Der Ovni Boom begann – und Jimmy Cornell stand ganz vorn im Boot, indem er im Jahre 1998 das Heck einer OVNI 430 mit den Namen AVENTURA III dekorierte. Für die Werft ein schlauer Marketing Coup, weil fortan Jimmy als Markenbotschafter die Fahne schwang. Der Marketing Sprach benennt das eine WIN WIN Geschichte. Beim Launch der AVENTURA III in Le Havre bin ich nach LE HAVRE hingesaust und habe mich dort in ein Landschloss eingenistet, habe dann im Hafen meine PACIFIC rangeschraubt und danach auf See meine Fotos abgeschossen.

EINE NEUE ÄRA WURDE EINGELÄUTET
Im Bereich robuster Yachten für den harten Seebetrieb, haben französische Werften eine Trendwende eingeleitet – ohne an dieser Stelle die Schiffe von DÜBBEL + JESSE in Norderney abzuwerten.

Neben HR gehören OVNI Yachten heute zu den von mir am häufigsten ausgerüsteten Yachten, wobei besonders viele weltweit im Einsatz sind, vermutlich ist dies fast zu einem Alleinstellungsmerkmal dieser Schiffe geworden.

Wenn ALUBAT bis heute mehr als 1.500 Schiffe bis 70 Fuss gebaut hat, kann ich mit verhaltenem Stolz – wenngleich selbst verwundert – berichten, dass ich 350 – 400 davon mit meinen Systemen ausgerüstet habe.

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