Print versus Internet

WER LIEST HEUTE NOCH YACHT?
Busch Gelb
die kurze Antwort: ich habe am 31.12.2012 mein ABO nach 40 Jahren gekündigt!

Hier die längere Kurzgeschichte:
mit 65 Jahren ein begnadeter Knochen und seit 40 Jahren Mitspieler im Wasser Zirkus, war für mich der Umgang mit der Yacht Redaktion lebenslanges Spassvergnügen auf Augenhöhe, mit Faschingsfesten in der Blumenstrasse, Jazz in Harald „Gaggi“ Schwarzloses Keller in Finkenwerder, YACHT Tests mit Peter Schweer in La Rochelle – und mancher Weltreise, von der ich Mitbringsel in Form von Berichten oder Fotos – brav wie ein Hund – an Harald´s Schreibtisch, apportierte. Wir hatten alle was davon, zumal in der Redaktion lauter alte Hasen residierten, die ihr Handwerkszeug souverän beherrschten. Oberhase Harald Schwarzlose hat die Truppe zusammengehalten und ein Vierteljahrhundert in einer Form dirigiert, dass die Symphonie guter Stimmung aus allen Ritzen kroch – eine schicke Zeit – gone with the wind…

Warum sollte das nicht auch mit dem Nachfolger gelingen können? Bei einem Lunch mit Jochen Rieker auf der Binnenalster dachte ich damals: das könnte möglich sein! Ich wurde im Verlauf der Jahre eines besseren belehrt! Heute weiß ich: Es ist die Chemie, die Menschen miteinander ver-, oder unterbindet!

birdsCageGewohnt, die Jungs auch fortan bei der Arbeit zu beobachten und gerne zu unterstützen, ist mir der Werbe Slogan „Es stand in der Yacht“, zunehmend sauer aufgestossen, denn, was dort zu lesen war, geriet zunehmend fehlerhaft. Nun, Charly Denkner, früherer Chef vom Dienst und strenger Hüter finaler Texte, war zum Rentner Segeln mit seiner Baltic aufgebrochen … Hatte man vergessen, den Mann durch einen Nachfolger zu ersetzen? Nee, hatte man nicht – der Job wurde wohl mit der Kostenschere abgeschnitten.

Es entspann sich im Laufe der Jahre ein denkwürdig, gleichwohl freundlicher Dialog mit Jochen Rieker, der ihm, vornehmlich Montags Morgens, wohl immer mal wieder Schluckauf verursacht hat! Meine Datenbank vermerkt 118 Schriftwechsel seit Beginn von Jochen Riekers Regierungs Periode!

Meist ging es um inhaltliche Fehler oder sprachliche Ungenauigkeiten:
– eine Deckenverkleidung war zur Wegerung mutiert
– eine Kammer im Vorschiff zur Vorpiek geraten
– Namen von Werfteigner wurden falsch zitiert
– Erfindungen gefeiert, die jahrzehntelang bekannt
– Fotos gezeigt von den falschen Schiffen
Allesamt Fehler, die man durch Schlußredaktion und / oder erfahrene / wohl zu teure Mitarbeiter, hätte verhindern können – aber diese Leute waren durch neue Besen aus dem Fenster gekehrt! So hatte man den Salat! Gleichwohl: man bedanke sich artig und bat, im „Interesse der QualitätsVerbesserung (!)“, weiterhin um kritische Mitarbeit! Gedanken sind bekanntlich frei wie der Wind – und ein jeder hat für das eigene Tun die Verantwortung am Ende selbst zu tragen! Das Leben ist keineswegs schwör, auch wenn man Redaktör!

FishKindsDie LuftSchiffsKapitäne jedenfalls entwickelten zunehmend ein besonderes Selbstverständnis und verloren die Bodenhaftung – Kommunikation mutierte zur Einbahnstrasse, bei der Infos / aktive Unterstützung und Berichte gern „hingenommen“ – die Balance hingegen aus dergleichen geriet! Kritik geriet zum Fauxpas, den die Herren bald gaaaanich mehr mochten! Entsprechend kühler geriet die Raumtemperatur!

Zum Schicksalsfrage der Qualitäts-Bericht-Erstattung geriet der Buchstabe Doppel – L = Lüchtenborg  – Luetgebrune! Hier zeigte sich das wahre Gesicht der Journalisten, die trotz besserer Informationen, sich für die Darstellung einer schlechteren Variante entschieden haben.

Man hat im Leben immer eine Wahl! Ich habe mich für den geraden Rücken entschieden! Wiederholtes Löschen meiner Beiträge in diesem Forum gaben den Ausschlag, am Ende die Leinen zu kappen – denn der Tümpel, in dem wir sämtlich schwimmen – uns wohl fühlen wollen und zudem unsere Brötchen verdienen – verträgt es auf Dauer nicht, wenn Respekt und Fairness im gegenseitigen Umgang, nicht mehr möglich ist, weil diese Regeln einseitig verschoben werden…. könnte ich härter formulieren! Tu ich aber nicht, weil hier ansonsten die Maus als Guillotine umfunktioniert – sich vielleicht ein Zensor blamiert – und ein Kritiker mit Dunkelhaft bestraft und im Forum Kellerverlies, bitterlich weinend, weggesperrt wird. Bitte bitte: das möchte ich nicht!!!

Ohne den Hauch von Ironie – das Leben ist viel zu schön – und mein Boot zittert vor Erwartung – weil es wieder ins Wasser will…

Bestevaer52 KopieDIE LUFT FÜR PRINT WIRD DÜNNER
Die Luft für PRINT gerät stetig dünner, allerdings keineswegs nur wegen der ONLINE Auftritte der Verleger. Der Mix gerät zur Schicksalsfrage und es ist zu beobachten, dass die Online Auftritte der Marine Magazine allesamt als FEEDER für Print ( miss – )verstanden werden! Yacht Online belegt dies fabelhaft, die Registrierkasse steht in jeder Ecke! Dazu ein paar Werbe Banner ( bis die Besucher protestieren! ), Abo-Sonderangebote, die versehentlich angeklickt – und schon klingelt es hier wie dort ein wenig in der Kasse! Gleichwohl sind die Besucher aufmerksam geworden, dass sie hier nur begrenzte Infos finden.

Berichte über Regatten von Gross Sponsoren geraten dagegen zum Leckerbissen, denn in den Redaktionen werden Einladungen zu Start und Ziel mit Gutscheinen für Hotel und Flug – oder gar Bares? – gegen entsprechende Berichterstattung versüßt. Vendee Globe / Volvo / Maserati, allesamt Beispiele für eingeölte PR Aktionen, die von den Lesern brav geklickt und gelesen werden – derweil der Kauf eines Maserati als kommendes Familienauto schon mal in die Planung einbezogen wird… naja idealerweise!

Dagegen gerät der Betrieb eines Forums kostenintensiv, sodass festzustellen bleibt, dass mit den derzeitigen Online Auftritten, das Geld verdienen, nur drüben im PRINT funktionieren kann.

DER RICHTIGE MIX
Der richtige Mix von PRINT Content gerät zur Schicksalsfrage für Chefredaktionen, weil hier Kosten und Nutzen abzuwägen sind. Finanzielles Rückgrad der Magazine sind die Inserenten, deren finanzielles Input durch Advertorial Berichte von zum Segeln eingeladenen Test Journalisten – redaktionell verfeinert / aufgepeppt wird. Keine Ausgabe vergeht ohne die Ankündigung neuer weisser „Schwäne“, die logisch immer besser als die alten Enten sind. Der Markt hingegen erzählt eine andere Wahrheit, weil jeder weiss, dass er am Boden liegt! Hier gegen den Trend an zu schreiben, gerät zum Hochseil Akt, bei dem Seiten vollgeschrieben werden, ohne ein einziges Schiff zu verkaufen!

Die Quoten Proportion von Textinhalten zu Inseraten folgt den Regeln einer Selbstverpflichtung – gut, wenn man einen Verlag im Hause hat, der mit Werbung für neue Bücher aushelfen kann – damit die Hefte nicht zu dünn geraten! Der Anzeigenfriedhof seitenweiser Kleinanzeigen verdient wahrscheinlich das meiste Geld.

Charter Berichte sind eher kostenneutral, weil hier die Inserenten die Journalisten in die Traumreviere der Welt stets einzuladen pflegen, damit sie dann darüber berichten. Eine eingeölte Maschinerie.

Dagegen geraten redaktionelle Berichte oder gar Tests zur Kostenfalle, da hier „Arbeit“ zu erledigen ist, denn die Berichte kommen ja nicht von selbst zur Tür herein.

Wasserhose 1DAS AUGE DES HURRIKANS
Wir nähern uns hier also langsam dem Auge des Hurrikans:
Wie viel Journalismus der seriösen Art will / kann / darf / muss man investieren, um die Leserschaft zu halten und zu befrieden? Investigation verursacht Kosten, die man ja angetreten ist, gering zu halten – oder weiter zu verringern? Controller sind Teufel, die alles zu kontrollieren scheinen!

Erfahrene Journalisten sind teuer, darum gibt es nur wenige davon. Unerfahrene, rasende Reporter, oder Freelancer, machen Fehler, die der sachkundige Leser gnadenlos bemerkt. Unsachgemäße Recherche, Zeitdruck, alles Feinde für ein gutes Ergebnis! Also doch lieber weniger Recherche? Die Fallen lauern überall!

Klar, mit schönen Bildern kann man Augen füttern und Sättigung erreichen – aber es bedeutet einen Ritt auf der Rasierklinge – einen Mittelweg zu finden, der Auflage erhält, Knete verdient, Gehälter bezahlt… und Gewinne für den Verleger übrig läßt!

Der Schlüssel wäre für mich, dass ein Magazin einem klaren Credo folgen sollte, einer Linie folgt, die für die Leser nachvollziehbar gerät, mit der sie sich identifizieren können! Beispiele:
PALSTEK: DIY – Do-It-Yourself
YACHTING BLUE: Blauwassersegeln
SEGELN: Fahrtensegeln
Dagegen gerät der Kurs einer YACHT zu einem Schlangentanz – der ( zu )viele Leser unzufrieden macht!

Es ist wohl anzunehmen, dass der weitaus größte Teil der Leser
– langjährige YACHT Leser
– langjährige Bootsbesitzer
– langjährige Realisten und in ihrem Leben geerdet
– Segler im eher traditionellem Sinne, also keine extrem Segler
– dem Fahrtensegeln zuzurechnen sind!
Nahezu sämtlich sind sie wahrscheinlich dem lebenslangen Traum vom Blauwasser Segeln verfallen, denn damit läßt sich ein Leben auch im grauen Alltag bestens erledigen, selbst wenn man immer vom Sessel unterwegs! Von diesem Traum lebt auch die YACHT!

Für diese Segler wird ein trauriger Blumenstrauss gebunden, denn, wer derartige Inhalte sucht, muss das Blatt durchsuchen wie eine Maus den Küchenschrank, auf der Suche nach den Happen, nach denen sein Auge und die Seele dürstet! Dauernde Debuts neuer Yachten, Reportagen endloser Races nach immer neuen Rekorden – wir nehmen nur am Rande wahr, dass dies nur unter hohem Sponsoren Geldeinsatz oder zu geringer Materialdimensionierung – Bruch in kauf nehmend – möglich ist! Aber: DAS suchen viele Leser nicht, sie werden gleichwohl zum Lesen derartiger Kost „verdonnert“ – und geraten unzufrieden – gehen als Leser vielleicht verloren.

EH Schäuble Kopie

PRINT VERGIßT SEINE WURZELN
Für mich ist die YACHT den Bedürfnissen ihrer Leser davon geschwebt, hat vergessen, dass Segeln in der breiten Masse ein bodenständiger Sport geblieben ist: Fortbewegung mit kleinen Booten, die sich auch Normal Verdiener leisten können. Harald Schwarzlose hat sich als Lobbyist kleiner Boote verdient gemacht, seine Bücher werden heute noch gelesen! Er wurde mit einer YACHT Auflage von 100.000 belohnt! Sie ist heute deutlich geringer als die Hälfte bei ungleich mehr Seglern, die diesen Sport ausüben.

Wenn heutige Schiffe im Bereich von 30-33 Fuss mit Preisen um EUR 100.000 nahezu beiläufig als „Sonderangebot“, gar preiswert im Sinne von „preislich billig“ beschrieben werden, fliegt in meinem Kopf schon mal die FI-Sicherung raus – denn, nicht wahr, das ist durchaus der Gegenwert von nahezu einem halben Haus! Logisch, sitzen die Journalisten in der Klemme, ihren Lesern die von Herstellern und Inserenten der besagten Schiffe inserierten Preise als „günstig“ empfehlen zu „müssen“. Werften mit kleineren Schiffen sitzen in der Kostenfalle – weil nicht jeder in der Lage ist, sich ggf. mit EU-Hilfe einen neuen Werft Standort leisten zu können, um Kosten zu sozialisieren. Die Folge ist ein geringes Angebot – und polnische Werften haben ihre Preis-Lektion ebenfalls gelernt, zumal sie unser Preisniveau kennen – und lieb gewonnen haben.

DER SPAGAT
Ein schwieriger Spagat: Inserenten fordern Fahrberichte für grosse teure Yachten, für die sie Inserate schalten – und die YACHT publiziert diese Berichte, die nur wenige Leser interessieren! Unbefriedigend ringsrum.

Noch ein Spagat: die Blauwassersegelei gebiert unzählige Geschichten und Autoren – gleichwohl hat die YACHT und der dahinter stehende Verlag – lediglich begrenzte Möglichkeiten, Autoren erfolgreich zu vermarkten, schlicht, weil die Bücher am Markt zu einem Preis gehandelt werden, der zur Auflagen Bremse führt. Fast alle Verlage haben den Weg künstlicher Verknappung gewählt, um für wenige Autoren bessere Preise zu erzielen. Zudem wird vom Verlag bei nicht genügendem Abverkauf gnadenlos verramscht, was keinen Autor freuen kann, da er dann umsonst gearbeitet hat.

Die Seglerschaft hat klar erkannt, dass der Markt fertiler ist und es heute ein nahezu unüberschaubares Angebot von SEGLER BLOGS, E.Books und Autoren gibt, die sich selbst vermarkten. Hier können Segler schwelgen und von den Erfahrungen unzähliger Segler profitieren – sogar direkten Kontakt aufnehmen und Verbindungen pflegen – ohne einen Pfennig zu bezahlen! Hier liegt der Grund, warum sämtliche Verlage nur spärlich Blog Links zur Verfügung stellen!

Durch zunehmende Verlinkung zu Blogs verschwinden viele Yacht Leser still durch die Hintertür, weil sie bemerken, dass sie dort alle Infos erhalten können, denn Special Interest Plattformen sind enorm fertil:
Attainable Adventure Cruising
Bateaux autour du monde
Seven Seas Cruising Association
Zilt Magazin
Windpilot Blog
Hier sind tausende von Seglern direkt zu erreichen!

Dies sind die Herausforderungen für heutige Magazine – denen die Chefredaktionen sich zu stellen haben!
Sicher keine einfache Aufgabe für Chefredakteure – aber dafür bekomme sie ihr Gehalt!

Nur mit Bodenständigkeit und der Wahrnehmung der Interessen einer großen Mehrheit der eigenen Leserschaft – die man ggf. zu erforschen hätte – hielte ich die YACHT für die Zukunft für weiterhin lebensfähig, wenn sie nicht an ihrem enormen Kostenapparate ersticken wollte.

Art und Umfang der Berichterstattung in Bezug auf den Trans-Ocean und die gescheiterte Doppel Weltumsegelung von Herrn Lüchtenborg sind für mich bezeichnend, dass man in der Chefredaktion bis heute unterschätzt, wie wichtig der Leserschaft eine investigative Berichterstattung und klare Stellungnahme zu wichtigen Themen im Wassersport ist! Yacht Leser sind gemeinhin klug – und ich hielte es für töricht – dies durch unangemessene und die Tatsachen verkennende Berichterstattung – zu missachten. Der Flurschaden könnte beträchtlich geraten, zumal die Gründe derartiger Verhaltensweisen leicht zu durchschauen sind.

So gesehen, halte ich diese beiden Ereignisse für exemplarisch, den Herren von der YACHT aufzuzeigen, welche Auswirkungen eine fehlerhafte oder ungenügende Berichterstattung auf die breite Leserschaft haben kann. Deutlich, es macht wenig Sinn, einen dereinst renommierten Vorzeige Verein namens Trans Ocean rosarot zu schreiben, dessen Vorstand gerade im Begriff ist, den Verein „gegen die Wand zu fahren“.

So jedenfalls – kann´s nicht weitergehen – denn mit dem Kopf durch die Wand verursacht Kopfschmerzen…. die nicht notwendig sind…

Steuerfräulein low Kopie

DIE SPITZE DES EISBERGS
Der Traum vom Blauwassersegeln findet in allen Lebensbereichen sein Equivalent.

Was für den Familienvater der Traum vom Porsche, in dem er Kids, Weib und Hund nicht mitnehmen könnte, weshalb er brav den Passat Variant weiterfährt,

Was für aller hungrige Augen der Ausblick auf fotoshop optimierte – gar operierte – weibliche Konturen, bevor wir uns wieder den ganz eigenen Realitäten mit geschlossenen Augen zuwenden, das ist für Segler der Traum von der einsamen Palme am Südsee Strand, die wir allesamt lebenslang begiessen – zu der wir streben – die uns das Hamsterrad erträglicher macht – um uns hernach des Samstags brav ins bekannte Getümmel zu stürzen:
– und zu vermeiden, dass uns eine zuklappende Brücke auf der Schlei den Verklicker knickt
– uns beim Kreuzen von gesetzlich geschützten Schilf Rohr am Steinhuder Meer, das Schwert im Schlick zu verbiegen,
– uns bei Regatten um Millimeter zu bekämpfen und zu bekriegen,
– uns die Sklavenarbeit im Winter ertragen läßt…

Die Südsee Palme ist nur mit dem Boot zu erreichen! Darum schleifen und sparen wir geduldig – erzählen unseren weiblichen Regierungs Zentralen Märchen, um sie zu erweichen – lassen uns von Vorträgen mit Bilder Fluten träumend korrumpieren – und lesen brav, was die YACHT draus macht…… stellen am Ende, je nach Zustimmungs- oder Abneigungs- Gemengelage fest, dass die Interessenlage dieser Zeitung ein wenig – ziemlich heftig -anders gerichtet ist! Der Zwang zum Geld verdienen grinst aus jeder Ritze!

Der Traum vom Blauwasser Segeln bleibt stets die SPITZE DES EISBERG – dessen Unterwasser Gebirge unser aller Seglerleben ist.

Von diesem Traum lebt auch die Presse – die Tatsachen however sehen trostloser aus:

Wir finden einen Streusel Kuchen kommerzieller Werbebotschaften mit dazwischen gestreuselten redaktionellen Inhalten – auf die sich der FOKUS dieser Postings hier nun im Besonderen richtet.

Aktuelle News vom Ticker internationaler Agenturen oder Publikationen sind kostenlos zu haben, entsprechende Fotos werden gleich mitgeliefert.
Uns werden Persönlichkeiten aus der Branche, Weltumsegler während / nach der Rückkehr, Schiffs Raritäten im Bau oder Re-animation vorgestellt – dies sind Berichte, die geringe Kosten verursachen, Fotos werden meist von den „Delinquenten“ zur Verfügung gestellt, der Tenor gerät menschlich versöhnlich. Hier geraten Berichte z.B. über Thies Matzen und Kicki Ericson zum Highlight, die eine große Strahlkraft entfalten. Der Aufwand: moderat!

Die YACHT z.B. gerät hier zum Multiplikator, ohne die Leserschaft mit einer „eigenen Meinung“ zu bedrängen, denn das erwartet keiner! Was „in der Yacht gestanden hat“ hebt ungemein – wird als pdf. aufgewertet – unter copyright multipliziert – und fortan in Legenden und Rahmen weiterverwendet oder getragen. All dies gerät zu einer Art Dienstleistung – einem Liebesdienst an die betreffenden Personen oder Schiffe – die zweiwöchentlich als Lektüre ersehnt. Anfragen für derartige Berichte stapeln sich in allen Redaktionen bis zur Decke – die Wahl wird durch Roulette oder durch persönlich nette Menschen entschieden – wie bei Facebook im richtigen Leben! Immer gut, wenn man einen guten Draht zu den „Willi Wichtigs“ in der Szene hat – Ironie Modus aus!

Ich bin überzeugt, dass der Durst der Leserschaft in andere Richtung geht, wie hier mehrfach verdeutlich wurde:

White HouseMEINUNG IST GEFRAGT
Leserschaft von PRINT erwartet eine Meinung, für die sie vorab bezahlt.

Hier ist Schluss mit dem Eiertanz – hier wird recherchiert, abgewogen, diskutiert und – vielleicht mehrheitlich – abgewogen! Klar, dass hier Kosten entstehen, aber dafür bezahlt der hoch-verehrte Leser! Bekommt er hier auf Dauer nicht genügend Futter – ist er wech….

Auch ein Chef kann irren – macht nix – solange seine Truppe in der Lage ist – den Mann wieder einzunorden! Wird hier nur hoheitlich entschieden, gerät Sand ins Getriebe, der am Ende hörbar, lesbar knirscht Auch beim SPIEGEL werden Entscheidungen abgewogen, bevor man sich entscheidet. Ich vermute, dass die YACHT demokratie unerfahren verfährt – aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren! Denn, nicht wahr, ansonsten wäre die Revision einer einmal falsch getroffenen Entscheidung doch wohl möglich, oder? Auch wenn´s weh´tut: Art, Form und Inhalt der Berichterstattung über Lüchtie und Luetgie zeigen stringent in eine Richtung, die an Blindheit grenzt, derweil die Tatsachen ganz andere Geschichten zu erzählen scheinen! Für mich der Beweis hierarchischer Vorgehensweise – die man eigentlich bei einem Blatt dieser Art, nicht vermuten würde…..

Wenn Journalisten nicht zur Meinungs Umkehr fähig – sitzen sie am falschen Platz – denn persönliche Präferenzen oder Tendenzen – gehörten ausgefiltert – ein Lehransatz aus der Journalisten Schule – auch wenn die Praxis allerorten Kapriolen schlägtt – was die These nicht verschlechtert!

Ich vermute, dass bei der YACHT Handlungs Bedarf besteht! Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Verleger mit stetig schlechteren Zahlen auf Dauer einverstanden ist! Oder täusche ich mich? Ist der Verleger immer noch einverstanden? Steht er hinter seinem Team? Hat er andere Sorgen? Hält er sich aus allem raus? Will er hier nicht intervenieren? Verläuft die Befehls Gemengelage eher anders herum? Wedelt der Schwanz vielleicht mit dem Hund? Ich bin verwirrt – wer kann helfen?

ShipWreckedIST PRINT NOCH ZU RETTEN?
Um die Eingangsfrage einmal anders zu beantworten: die treuesten YACHT Leser sind sicher die älteren Semester, die ihre YACHT Jahrzehnte sammeln, bündeln und zum Stauben beiseite legen – im steten Bewußtsein, jederzeit nachblättern zu können, was man dereinst gelesen hat. Die Praxis sieht anders aus, sie verstaubt zum Ärger der weiblichen Mitbewohner und wird am Ende als räsonables Gesamtwerk der Altpapier Entsorgung anvertraut, oder ggf. im Forum angeboten und verschenkt. Denn: Suchen und Finden in Eigenregie oder durch freundliche Leserdienst Damen sind mega-out und wurde durch die GOOGLE Fritzen ungleich effektiver abgelöst.

Abonnenten sind wie Stammwähler, sie sind „Ihrer“ Partei – Entschuldigung Zeitung! – vornehmlich positiv gegenüber eingestellt – sie konsumieren den „Eintopf“, ärgern sich manchmal, zucken mit Augenbraue oder Schulter – vergessen und verdrängen, dass man ein ABO ja auch kündigen könnte. Kurz, der Ärger verfliegt im Zwei-Wochen-Takt, zumal die Alternativen wie SEGELN oder PALSTEK nur im 30 / 60 Tage Zyklus neues Futter bringen – für hungrige Segler sind das manchmal zu lange Fastenzeiten.

Den Stammwählern / Abonnenten stehen die Wechselwähler / Käufer am Kiosk gegenüber, die je nach Angebot eine Lektüre / oder eine Partei kaufen / wählen – oder eben nicht. Gelegenheitskäufer sind kritischer, weil sie nicht pauschal bezahlen, sondern nur manchmal ihren Obulus erbringen – wenn der Inhalt interessant und adäquat. Kaufmännisch für Verleger ein Eiertanz, weil man nie weiss, wie viele Remittenden in den Regalen liegen bleiben werden, weshalb man versucht, mit List und Tücke, ggf. unter Beigabe eines Klappmessers, eines Liegestuhls oder zum Sonderpreis, den Leser im Abo Zwinger anzuketten, damit er nur noch einmal im Jahr das Weite suchen kann.

Denkbar auch, dass einige Abonnenten das Internet noch nicht als täglichen Begleiter in ihr Leben eingebunden haben! Wer nämlich auf den WWW-ICE aufgesprungen ist – für den öffnet sich eine neue Welt – bei der PRINT zunehmend achtern runter fällt! Hier liegt der Hund begraben, warum bei allen „Papier-Tigern“ die Einbahnstrasse von ONLINE zu PRINT so hübsch asphaltiert!

Wenn PRINT als EINTOPF bezeichnet wird, der weltweit ähnlich gekocht wird, bezeichnet dies trefflich die Zwänge, denen Verleger unterworfen sind, weil sie Geld verdienen wollen oder müssen – sie sind sämtlich auf der Suche nach dem idealen Mix, der ihnen Geld verdienen hilft, ohne zeitgleich die Kontrolle über die Leserschaft zu verlieren. Seriöse Zeitungen haben den Beweis erbracht, dass über gut recherchierte Inhalte sehr wohl auch Online Leser gebunden werden können, die am Ende sogar bereit sind, für Online zu bezahlen. DAS allerdings erfordert erhebliche Investitionen, die getätigt werden müssen, bevor das PayPal klickt. Investitionen vor allem in hoch bezahlte Redakteure, denn anner´s geiht´ dat nich!

Ansteuerung PassDER IDEALE WEG IST NICHT GEFUNDEN
Mir scheint, dass die YACHT hier den idealen Weg noch nicht gefunden hat! Zu deutlich wird an jeder Ecke, dass Online nur als Feeder für bedrucktes Papier eingesetzt wird, ein Spagat, den nahezu sämtliche Marine Magazine weltweit nicht gewillt sind, zugunsten einer Qualitätsverbesserung der ONLINE Ausgaben zu verändern / zu verbessern – gar nicht zu reden von einem ONLINE MAGAZIN, das man sogar verkaufen könnte.

Ein Blick auf das Tandem des Verlags DELIUS KLASING und YACHT als Vermarktungs Plattform liefert die Erklärung, denn ein Wechsel von PRINT zu ONLINE würde ggf. schwere Verluste im klassischen Papier Geschäft nach sich ziehen können, dem Kassenschrank des Gesamtgeschäfts. Eine Zwangsjacke für Verleger und Chefredakteure, denen das Papier Hemd immer noch näher als die Online Hose sitzt!

DER SPAGAT
Ein Verleger bindet seine Autoren nach kaufmännischen Überlegungen, promoted deren Werke und puscht Verkäufe – ein Magazin als Plattform gerät zum besten Multiplikator, weil dort redaktioneller Rückenwind erzeugt, ganz ähnlich, wie die Schiffe grosser Werften / Inserenten die durch advertorial writing nachhaltig beworben werden können / müssen.

Print wird zur Marketing Plattform, auf der im ausgeklügelten Wechsel von Inseraten und beworbenen Produkten / Büchern, Umsätze erzielt werden, garniert von Berichten der Heroen, die wiederum den Umsatz verbessern helfen! Einigen wenigen Autoren wird sogar ONLINE ein Platz eingeräumt – es sind dies treue Autoren, denen das BLOGGEN erlaubt wird, obwohl man BLOGS ansonsten als Konkurrenz erkannt und nach Kräften aus den Köpfen zu negieren scheint!

Der Verkaufspreis von Büchern gerät zur Eintrittskarte, um die Werke der geschätzten beworbenen Autoren fortan zu konsumieren, zu verinnerlichen – oder ins Regal zu stellen. Der deutschsprachige Markt verkraftet jährliche Neu Erscheinungen in einer Auflagenhöhe, die durchaus eine Relevanz zur Anzahl von Ereignissen besitzt, wie z.B. der Notwendigkeit, Seglern ein Geschenk zum Geburtstag, Jubiläum oder zu Weihnachten zu machen – ein jahrelang recht zuverlässiger Indikator.

Der Spagat besteht in der künstlichen Verknappung, also der Entscheidung für einen dezidierten Blumenstrauss von Autoren, den der Markt verkraften kann, oder eben nicht. Es macht ja wenig Sinn, den Markt mit neuen Büchern / Autoren zu überschwemmen, wenn Druckauflagen nicht mehr verkauft werden könnten – oder nur zu geringerem Preis – denn der regelt den Markt am besten – wobei Ramschen wenig hilfreich für Verleger oder Autoren ist.

Es bedeutete eine Marktstörung, wenn zu viele neue Autoren das Angebot unübersichtlich machten, ungeachtet der Tatsache, dass ein Wettkampf der Inhalte dann von den Kunden entschieden werden würde, mit wiederum gleichen Konsequenzen für das Preisgefüge. Eine dead end road!

Es bleibt festzustellen, dass es im besonderen Interesse eines Verlags Tandems liegt, den Kreis der Autoren, die Weite des Horizonts unter Kontrolle zu behalten – die eigenen Heroen ein wenig zu erhöhen, ihnen Zucker in Form besserer Honorare zu gewähren und als zuverlässige Umsatzbringer zum Schreiben weiterer Werke anzuhalten. Eine Mikrokosmos vergleichsweise weniger Verlage, die hier bislang einen sicheren Markt haben untereinander aufteilen können. Eine schöne kleine Welt! Irgendwann gone with the wind… denn auch E-books beginnen, bei PRINT zu räubern, zu ungleich geringeren Preisen! Ein Klick – und das Lesen kann beginnen! Print kann diesen Wettlauf kaum gewinnen!

ONLINE gerät zu einer Bedrohung der besonderen Art auf die keines der bekannten PRINT Magazine bisher ein griffiges Gegen Konzept hat finden können. Der tägliche Jammer aller Print Redaktionen dieser Welt!

Schnuff BanaaneWILLKOMMEN IM BLOGGER LAND
BLOGS sind die wahren RIVALEN von PRINT. Untersuchen wir die Unterschiede:

AKTUALITÄT TRENNT SPREU VOM WEIZEN
PRINT im Marine Business ist stets Schnee von gestern, denn eine Tageszeitung gibt es nicht! NEWS und GESCHICHTEN im 14 / 30 / 60 Tages Rythmus sind in einem Zeitalter des Internet, vergleichsweise alte Hüte – und Bücher hinken dem aktuellen Marktgeschehen manches Mal um Jahre hinterher – Neuauflagen werden, der Kosten wegen, manchmal nur behutsam redigiert!

BLOGS geraten hier zur Gefahr, weil sie unvergleichlich aktuell und Infos sogar im Tages Rythmus publizieren können. Bestes Beispiel http://segelreporter.com/ – übrigens von ehemaligen YACHT Mitarbeitern kreiert, die bei sportiven seglerischen Ereignissen stets die Nase vorne zu haben scheinen. Nicht nur der personellen Vorgeschichte wegen, gibt es Journalisten in den Chefredaktionen einiger Verlage, die BLOGGER gar nicht leiden mögen, oder gar verächtlich versuchen, diese aus der eigenen Wahrnehmung zu verdrängen! Dumm gelaufen, denn BLOGS sind die wahren Verursacher von Auflagen Schwund bei PRINT, weil sie Spezialwissen in enormer Vielfalt und Menge publizieren, wie es bei Print durch den Zwang zum Dukaten Esel niemals möglich wäre. Dies gilt explizit angesichts der Tatsache, dass Online Magazine, aus besagten Gründen, stets nur ein knappes Angebot enthalten.

AUTHENTIZITÄT
PRINT Zeitungen verkaufen Inserate – Journalisten haben sich dem Mainstream Diktat der Inserenten unterzuordnen – Meinungen geraten schwierig und sind daher nur verhalten anzutreffen. Print muss von allem etwas vermitteln, bietet also für Segler mit Spezial Interessen stets zu wenig Fachinformationen. Authentizität vermag Print kaum zu bieten, weil sie einen bunten Blumenstrauss binden müssen, um zum Konsum der Inserate zu verführen! Print als Futterstelle bietet Inserate garniert mit einem Strauss redaktioneller Angebote für eine weit gefächerte Leserschaft. Sie sind nur begrenzt ergiebig, weil es nur ein geringes Angebot gibt, das im 14 / 30 / 60 Tage Rythmus angeboten wird.

BLOGS spiegeln die Meinung des Verfassers, ermöglichen einen Blick durchs Schlüsselloch oder über die Schulter in ein anderes Leben, Facebook läßt grüßen! Blogs ermöglichen dauerhafte Einblicke und vermitteln Infos über die Lebenshaltung, Lebensgestaltung, Fachinteressen und Absichten. Blogs geraten in der Regel authentisch, zudem sind sie als Futterstelle ausserordentlich ergiebig, schlicht, weil es tausende davon gibt, die Millionen Inhalte auf Klick verfügbar halten. Ein schier unermessliches Angebot, jederzeit auf Klick verfügbar – und KOSTENLOS! Für Print durchaus ein Todesstoss!

BLOG Links in Magazinen sind ungeliebt, weil das Interesse der Leser von der Botschaft, den Hunger möglichst beim Verlag zu stillen, allzu schnell abgelenkt wird. Leser, die auf Dauer feststellen, wie viele Infos sie anderswo erhalten können – geraten kritisch – und gehen als Leser von Print am Ende ggf. verloren. Online macht süchtig, was ganze Print Imperien ins Wanken bringt.

QUALTITÄT
Die Generalfrage: welche Qualität ist im Print mit Journalisten oder Freelancern zu erreichen? Welcher Kostenaufwand ist notwendig, um ein gutes Blatt zu machen? Die Kostenapparate von YACHT, SEGELN und PALSTEK unterscheiden sich erheblich.
Macht es Sinn, einer kritischen, sachkundigen Leserschaft Dünnsinn vorzusetzen?
Ich glaube das nicht, denn Segler sind gemeinhin Besserwisser, die mit zunehmender Erfahrung auch zunehmend Bereitschaft zeigen, ein Magazin kritisch zu bewerten. Fehler werden nicht mehr hingenommen, die Leserschaft bemerkt dies und zieht Konsequenzen – langjährige Markentreue scheint einer Bereitschaft zum Wechsel gewichen. Der Grund, warum nahezu sämtliche Magazine in Europa, den USA und Australien / New Zealand sinkende Auflagen zu beklagen haben. Online gerät zum Gewinner von schnellen Mäusen, die weltweit angeklickt!

DIE REGISTRIERKASSE
Der Schlüssel zum Leser Kopf befindet sich in Seglers Hosentasche: muss er für Infos bezahlen oder nicht!
Bei PRINT steht die Registrierkasse vor jeder Lektüre und wird manches mal vom verehrten Leser weniger deutlich wahrgenommen. In diesem Fall haben die Redakteure dann ganze Arbeit geleistet!

ONLINE als Feeder zu PRINT gerät leicht zur Mogelpackung, weil auch hier die Registrierkasse der Vater aller Hintergedanken ist.

BLOGS sind die Helden in einem Jahrhundert, dass durchs WEB ganze Lebensbereiche erschlossen hat, bei denen die Registrierkasse nur selten vorhanden ist.

Im Blauwasser Portal sind über 3.500 Yachten verlinkt, sortiert nach Schiffsname, Nation, Cat / Monohull, Autoren, Weltumsegler – zusammen eine Linksammlung von nahezu 10.000 links – eine Fundgrube von Informationen jeder Art.

Nur eines können Blogs überhaupt nicht zu leisten: das sinnliche Knistern von Papier! Obwohl es sicher auch irgendwo ein App fürs Knistern gibt, das man beim Online Lesen von Blogs vorher aktivieren kann!

vermutet
Peter Foerthmann

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