TO-YACHT–DK

SÜNDENFALL BLAUWASSER KARTELL?
Die Würfel zum Drama einer – wie ich es empfinde – verpfuschten Wende des Trans-Ocean Vereins sind vor fünf Jahren gefallen. Die Fülle toxischer Ereignisse ist niedergeschrieben, die Dramaturgie unzähliger Gerichtsverfahren erscheint unglaublich, weil sie sich – selbst bei ruhigster Betrachtung – so ungehemmt ins Gedächtnis drängt.

Die Blauwassersegler Deutschlands, organisiert in einem bis dato am Küstenrand einsam seine ganz eigene Kreise ziehenden Vereinsgebildes, waren mit der Neuwahl des heutigen Vorstands offenbar über Nacht in den Fokus eines Verlags geraten, zu dessen besonderen Interessen der Verkauf von Träumen in gedruckter Form gehört. Eine Symbiose hätte Synergien bringen können. Vielleicht hätte man dies sogar stillschweigend hingenommen, wenn es diese verheerenden Skandale nicht gegeben hätte, und vor allem, wenn diese angemessen aufgearbeitet und in respektvollem Umgang mit dem Vereins Souverän kommuniziert worden wären. Dies hingegen wurde – und wird! – so absichtsvoll wie vehement, umgangen. Es muss vermutet werden, dass im kleinsten Kreis Vereinbarungen getroffen wurden, deren Inhalte man sich erkennbar scheute, sowohl Vereinsmitgliedern als auch Lesern – offen zu unterbreiten.

Es müssen schwerwiegende Gründe gewesen sein, warum man sich, statt dessen, für die Holzhammer Methode entschieden hat: Zensieren, Löschen, Beleidigen, Verleugnen, Verlautbaren, Verklagen! Vermutlich wurde der Amtsantritt von Martin Birkhoff zur Stunde Null für eine heute so offenkundig verquere Situation, die so ungut vor unser aller Augen liegt: einem zerstrittenen Verein mit toxischer Legende, der als lahmendes Kuratel eines Verlages nun bereits im fünften Jahr Wiederbelebungs Versuche erfährt.

Kluge Segler haben jedenfalls zuhauf ihre Schlüsse gezogen, der Exodus insbesondere langjähriger Mitglieder, findet bis heute statt, letzte Kritiker haben entnervt den Kampf aufgegeben und den Verein verlassen, die vergangene MV im November 2016 fand – wie in alten Zeiten – im „Frieden“ statt, ganz wie im Kleingarten Verein „meine liebe Scholle“? Sollte ich das als Morgenluft umschreiben?

IM PLAN

Fast könnte man meinen, dass nun der Augenblick gekommen scheint, den Schritt der Schritte voran zu gehen? Ob es hier wohl eine Dramaturgie für die Inszenierung gibt? Ist es nicht verwunderlich, dass dieser Verein, allen Skandalen zum Trotz, bis heute die unbeirrte Unterstützung des Verlags besitzt? Ob es das Ziel und den Preis Wert gewesen sein wird, warum man hier wie dort derart mit dem Kopf durch die Wand gegangen und seinen Lesern und Mitgliedern gegenüber seinen Ruf leichtsinnig auf´s Spiel zu setzen bereit ist?

DER SÜNDENFALL

Ich empfinde die Kooperation zwischen Vereinsvorstand und Verlag als Sündenfall, dessen schleichendes Gift in der Leserschaft Raum für Vermutungen entstehen lässt, zumal journalistische Aufarbeitung erkennbar nicht erwünscht, hingegen sogar aktiv bei der Verdrängung und Vertuschung der skandalösen Vergangenheit geholfen wird. Ich wage zu bezweifeln, ob es einer seriösen und klugen Leserschaft gefallen kann, wenn die Fragezeichen in den Köpfen stetig grösser werden! Kann sich ein Blatt wirklich dauerhaft – und ohne Konsequenzen ! – seiner Verantwortung gegenüber dem kritischen Teil seiner Leserschaft entziehen? Entsteht hier gar ein Ungleichgewicht, bei der mit zunehmender Affinität zur Blauwassersegelei zeitgleich das Unverständnis über diese merkwürdigen Vorgehensweisen immer grösser wird? Oder befinden wir uns hier in einem journalistischen Kindergarten, in dem der Zweck wirklich jedes Mittel vorab sanktioniert, weil man zu glauben scheint, dass man mit Verlautbarungen kluge Leser überzeugen kann? Eine Frage, der die Antwort innewohnt.

DENN SIE WISSEN, WAS SIE TUN

Es geht hier um die Kernkompetenz der wichtigsten Klientel eines Magazins und Verlags, der kleinen Gruppe von Seglern, die lebenslang einen Plan verfolgen, den sie dereinst in die Wirklichkeit umzusetzen planen – der sichtbaren Spitze eines Eisbergs gewissermassen, die dem ganzen System der Traumerzeugung die Sauerstoff Zufuhr garantiert. Nach meinem Empfinden wird hier ein Vereinsgebilde, das sich desaströs selbst desavouiert hat, durch einen Verlag künstlich am Leben erhalten. Denn, nicht wahr, es hätte mannigfaltige Gründe gegeben, diesen Verein aufzulösen.

NUR WEIL JEMAND APPETIT AUF EINE VEREINSZEITUNG HAT?

Ich halte es für einen fatalen Fehler, einer klugen Leserschaft vorzugaukeln, dass hier alles in bester Ordnung sei, derweil im Verein bereits das Licht erloschen scheint und die leere Hülle als Nachtgespenst in Cuxentown über der Hafenmole hängt. Oder wollte man die Intelligenz der Segler unter Vorsatz beleidigen? Warum wird hier Mehltau verbreitet, wo doch die unguten Fakten in fast allen Köpfen präsent bzw. zuhause sind? Denkt man gar naiv: Was nicht in der Yacht steht, das gibt es nicht? Bei genauerem Hinsehen werden Handlungsmuster sichtbar, die genau dies vermuten lassen:

MAREIKE GUHR

Wenn ein WILFRIED ERDMANN, dessen Lebensleistung ausser Frage steht, nach Jahren der Abstinenz von TO Versammlungen, plötzlich in Cuxhaven im November 2016 den „höchsten TO Preis“ pressewirksam an eine fotogene Seglerin verleiht, mag man dies als freundliche honorige Geste verstehen. Man könnte allerdings auch vermuten, dass der Verlag hier seinen prominentesten Autoren gebeten hat, doch bitte einmal nach Cuxhaven zu fahren, um seine Strahlkraft für Verein und Verlag einzusetzen. Wenn sich dann allerdings, ob zufällig oder fahrlässig, herausstellt, dass die Preisträgerin gar kein TO Mitglied gewesen ist, weil sie erst in der Vereinszeitung Januar 2017 als Neumitglied vorgestellt wurde, zeigt sich eine Blamage, die auf die Akteure strahlt und beweist, dass hier vermutlich eine Inszenierung stattgefunden hat.

SOLVEIG IV alias KIRA VON CELLE

Wenn der TO auf der Suche nach Teilnehmer Schiffen zur Repräsentation des Vereins in Warnemünde das ehemalige Schiff von ROLLO GEBHARD zum Besuch anwirbt, das in der YACHT als SY SOLVEIG IV den Lesern vorstellt wird, und dabei in gekonntem Zeitsprung 20 Jahre überschlagen werden, gerät interessant, dass dies Schiff vom Wrack unter jahrelanger Arbeit als KIRA VON CELLE wieder auferstanden ist und ihren Eignern BEATE und DETLEV SCHMANDT 10 Jahre auf weltweiten Reisen als schwimmendes Zuhause diente.

Vermutlich wollte man durch verbales Ablenkungsmanöver umschiffen, dass hier die unguten Geister der Vergangenheit erwachen, weil Beate und Detlev zu den härtesten Kritikern im TO gehörten, die der Vorstand sogar aus dem Verein hatte werfen wollen. Der Vollständigkeit halber, oder um das besonderes Handlungsmuster noch einmal zu strapazieren, sei noch hinzugefügt: Das Schiff wurde von EDGAR SCHRADER wohl kaum „in Asien entdeckt“, wie die YACHT es darzustellen sucht, es wurde hier zum Verkauf angeboten.

DAS MENETEKEL

Dieses Schiff hält wie kein zweites, die Skandale im TO lebendig, weil seine Eigner sich jahrelang mit Herzblut und Hingabe für eine Wende in „ihrem“ Verein eingesetzt hatten. Selbst wenn man in Warnemünde den Namen „Solveig IV“ nun in weissen Lettern auf den blauen Rumpf malte, bliebe in der verschworenen Blauwasser Gemeinde unvergessen, dass an Bord der KIRA VON CELLE jenes dramatische Interview mit COBY UND ARNOLD LELYFELD geführt wurde, das als DRIFTER SKANDAL und Menetekel des TO unvergesslich bleiben wird. Schon verständlich, wenn man durch artistische Berichterstattung den Unterwasserfelsen der Vergangenheit zu umschiffen versucht.

MONEY FIRST

Im Kräftemessen PRINT gegen ONLINE scheinen nun alle Grenzen – und Hemmungen? – zu fallen. Im Blauwasser Beratungsbusiness wird auf die Pauke geschlagen wie noch niemals zuvor, wobei bemerkenswert ist, dass die Veranstaltung erkennbar nun den Spielregeln der Monetarisierung folgt, mit den allseits bekannten Risiken und Nebenwirkungen, SIEHE

EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFAIRE

Bei allem Verständnis für die Sorgen und Nöte eines Print Verlages, dem die dezidierte – und nimmermüde! – Kritik eines Bloggers natürlich auf die Nerven geht, aber wenn in einem sensiblen Menschengefüge von klugen Seglern, wie ein Elefant im Porzellanladen vorgegangen wird, nur um ihnen Druckerzeugnisse zu verkaufen, sollte man kluge Partner wählen von untadeligem Ruf. Der TO hingegen hat sich als Partner mit schlechtem Karma erwiesen, weil er jahrzehntelang – bis heute! – gegen die Interessen der eigenen Mitglieder verstossen hat. Ich könnte das erheblich drastischer sagen – und es juckt mich enorm! – ich schneide den Faden hier kurz ab, um mich nicht weiter zu verlieren.

Der Flurschaden in der Segler- und Leserschaft jedenfalls, ist angerichtet, und selbst der letzte Segler und Leser wird begriffen haben, dass es hier stets und immer nur um die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit – und Reichweite? – eines Verlages geht – dem ein Vereinsvorstand seine Mitglieder hier gehorsam apportiert und als Knochen zumindest gnädige Berichterstattung erfährt. Mit dem Wesen eines gemeinnützigen Vereins allerdings, ist dies m.E. unvereinbar, es scheint die Akteure hier gleichwohl nicht zu kümmern. Money First!

UNVERSTÄNDLICHER KREISVERKEHR

Nach 25 Jahren Mitgliedschaft im TO, hatte mich purer Idealismus verleitet, „meinem“ Verein zu einer besseren Zukunft zu verhelfen, ihn zu schubsen, ihn durch offene Kritik – und durch Triezen und Sarkasmen – aus den alten Furchen in einen NEW TRANS OCEAN zu verwandeln, habe gerichtliche Scharmützel mit Martin Birkhoff und YACHT durchstanden und am Ende erkennen müssen, dass ich Beton nicht bewegen kann, ich meine: den Beton in Köpfen. Ich bin im Jahre 2012 ausgetreten.

Als Beobachter im blauen Marktsegment ist mein Unglaube dem Entsetzen gewichen. Mir ist unverständlich, warum ein Vereins Vorstand erkennbar ohne Konsequenzen, dauerhaft gegen den Willen seiner Mitglieder agieren, den Ruf des Vereins nach aussen beschädigen, den Exodus langjähriger Mitglieder zulassen kann, um hernach in einer Liaison mit einem Verlag darauf zu hoffen, dass ihm nun neue Mitglieder zugeführt werden werden. Ich finde hierfür nur zwei mögliche Erklärungen:
– Anfängern und Neulingen kann man besser Döntjes erzählen, sie auf Abstand halten, ihnen die Welt aus Cuxendorfer Sicht erklären!
– Anfängern und Neulingen kann man besser Druckerzeugnisse verkaufen, weil sie hungrig sind … und im Verein zudem kaum noch menschliche Ressourcen vorhanden sind … weil die erfahrensten von ihnen auf eigenen Beinen bereits weggelaufen sind – Sarkasmus Modus aus!

Für einen Verleger, der sich auf offener Bühne derart blamiert, fehlen mir die Worte, weil ihm ganz offenbar das Tiefolot zur Unterwasser Felsen Früh Erkennung den Dienst versagt hat – wenn das denn nicht vom Kapitän unter Vorsatz ausgeschaltet worden ist – vielleicht, weil ihn die Bodenhaftung nicht interessiert oder er den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht?

Das Tor zum Ohr, der Schlüssel zum Herzen kluger Segler hingegen, sieht anders aus, weil beide nur über den Verstand zu erreichen sind. Ich halte die Liaison für eine unglückselige Verbindung, weil die Skandale des einen für immer in den Segler Köpfen weiterleben und dabei stets negativ auf den anderen abstrahlen werden. Eine Zäsur mit Langzeitwirkung, die unvergessen bleiben wird. Ob es das Wert gewesen ist, vermag ein jeder für sich selbst zu entscheiden.

Ich jedenfalls, glaube das nicht!
Peter Foerthmann

3 Kommentare zu TO-YACHT–DK

  1. Dr. Thomas Dorn sagt:

    Hiermit haben Sie den Goldenen Aluhut in der Kategorie Verschwörung zwischen Zeitschriften und Vereinen verdient. Selten so ein Schwachsinn gelesen (außer auf Facebook).

  2. Nun ist es doch meistens so, dass die Angegriffenen und mit ziemlich harten Fakten blossgestellten, allermeistens nur noch in den Gegenangriff übergehen können. Das Glanzmagazin mit dem monopolisierendem Namen ist schon längstens nicht mehr Lektüre, obwohl gerade kürzlich die Blauwassersegler dort wieder etwas in den Vordergrund gerückt werden. – Über allem gilt aber das Sprichwort: „Wenn es genügend lange regent, werden alle nass!“ Warten wir’s einfach ab.

  3. Mensch Peter

    Tu Dir das nicht an. Der Laden ist es einfach nicht wert sich für ihn langzumachen.

    Den ganzen Krempel dieses Karnevalvereins haben wir doch schon zur Genüge durchgekaut.

    Segler mit Schneid und Mut werden ohnehin Deine Anlage kaufen da sie zu den Besten der Welt gehören.

    Dein Seglerblog ist super und bietet allen, mit mehr, als nur Vereinsmeier-Charakter, eine gute Plattform.

    Habe im letzten Jahr, hier im südwestlichen Pazifik, nur eine einzige „Yacht“ mit dem (T)ravel (O)pportunisten-Stander gesehen!

    Sie war auch die einzige, die einen an Backbord liegenden Havaristen, mit dem vereinskorrekten „Augen-rechts“ passiert hat.

    Nein Danke. Wenn ich jemals den Wimpel wieder an einer Saling flattern sehen werde, mache ich eine Wende und suche mir einen anderen Ankerplatz.

    Lächerlicher geht’s nimmer.

    Schade um die guten Stützpunktleiter (es gibt sie wirklich man muss nur etwas Glück haben)

    Diese paar Wenigen investieren, Zeit, Geduld und auch eigenes Geld um Seglern zu helfen.
    Ihnen gilt meine Hochachtung nicht den Büttenrednern an der Unterelbe und diese Stützpunktleiter pfeifen darauf ob einer den Schande-Stander führt oder nicht, sie helfen wo es geht.

    Mögen die Cuxhavener ihre Schokoladentaler weiter als Preise verleihen und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen. Wer’s braucht….

    Den Dr-Thomas-Dorn‘schen-Alu-Hut würde ich recyceln. Rohstoffe sind begehrt heutzutage 😉
    Mit dieser Art Propagandisten wird man immer wieder im Leben konfrontiert.
    Mach Dir nichts draus.

    Und nun, halte die Ohren steif.

    Schöne Grüße aus dem SW-Pazifik
    Ernst

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