Fashion Victims

UNIMOG DER ZEITMESSUNG
Ohhhppps, das ist meinem Oberindianer auch passiert! Es war an einem schönen Tag im Mai des Jahres 2015. Mein Chef blätterte entspannt im SPIEGEL rum, als ihm ein Bericht über den UNIMOG DER ZEITMESSUNG ins Auge sprang.

Halt Stop: zum besseren Verständnis hier zunächst die Chronologie der Geschichte eines Handgelenk Chronografen von meinem Cheffe:

Morphy Blitz

Nach jahrelanger Abrichtung durch seine weibliche Regierungszentrale, also als Resultat nervigen Trietzen´s, trug mein Cheffe – endlich! – eine respektable Schweizer Uhr an seinem bis dato jungfräulichen Handgelenk – jedenfalls zumindest, wenn er mit seinem weiblichen Wachhund, ausserhalb der Werkstatt, zum Beispiel auf dem Wochenmarkt, in der Öffentlichkeit zu baden hatte. Und es ist ihm dort fortan natürlich aufgefallen, dass viele Blicke, anstatt in seine Augen, auf das Handgelenk gerichtet wurden. Okay, damit konnte der Mann leben – die Investition hatte sich also irgendwie final gelohnt, denn billig ist das Teil ja nicht gewesen. Sein Weib jedenfalls war stolz wie Oskar, hatte sie doch final gesiegt und ihren Kerl angehübscht, was eben auch den anderen aufgefallen ist, dem finalen Zweck. Schuhe hier, Handgelenk dort, ein kleines Krododilchen auf dem Herzchen – schon ist er fertig, der Mann von Welt, den Jede haben will. Wie einfach man doch Unterschiede herstellen kann, ein paar Attribut´chen und schon wird aus einem Buttje ein respektabler seriöser Kerl. Wie leicht man doch Menschen verblenden kann!

Herbert>Harley

Soweit die Geschichte vom Männerschmuck, den mein Cheffe allerdings wenig später, zunächst nur in der Werkstatt, später dann im ganzen Leben, abgelegt, weil ihm das Getütel am Handgelenk lästig wurde, beim Autofahren Schweiss erzeugte, sodann juckte, und er feststellte, dass sich der Aufwand für wenige Neid Sekunden bei lapidaren Zeitgenossen, irgendwie nicht gelohnt. Seitdem liegt die Uhr im Schrank, wird dann und wann feminin geputzt, und waaaatet auf ihr Handgelenk, sowie passende Gelegenheiten zur Neidverstärkung und Distanzierung. Nicht zu vergessen, in der Schublade wächst ihr Wert natürlich ungemein, wenn man Presseberichten – schlau lanciert – wirklich glauben soll.

Wie gesagt: im Mai dann der Schock, mein Cheffe las:

Breitling setzt im Wesentlichen das Standarduhrwerk ETA 7750 der Swatch Group ein, einen millionenfach produzierten Unimog der Zeitmesstechnik, der gerade wegen seiner überschaubaren und robusten Bauweise geschätzt wird.

Der ganze Artikel

Peter Cessna

Seither hat das Selbstwertgefühl von meinem Cheffe einen Knacks. Hat ihn hier – also uns – vielleicht jemand verarscht? Er dachte nämlich doch immer, dass ihm nun für den endgültigen Durchbruch zur Elite nur doch der Retro-Jet fehlte, an den sich JOHN TRAVOLTA in der BREITLING Reklame so lässig lehnte. Immerhin tragen die Beiden doch nun schon die gleichen Chronometer an den muskulös sehnigen Handgelenken. Nee, also wirklich, was für ein Eklat! Woran sollte man denn sonst sein Ego aufrichten? Nicht einmal auf Reklame ist noch Verlass.

Da muss mein Cheffe wirklich mal ernsthaft mit seiner Frau schnacken – denn die ist nämlich Schuld an diesem Desaster.

Immerhin ist mein Cheffe seit heute nicht mehr alleine: Soeben erreicht ihn eine Mail von UWE KLIMMER aus München, mit dem er beruflich – einmal raten genügt ! – seit einigen Jahren im Gespräch. Hier der Erfahrungs Bericht mit einem WEMPE NAVIGATOR II

Wie kommt es nur, dass ich glaube, dass mein Cheffe sich heute so viel besser fühlt? Er plötzlich nicht mehr so ganz allein auf diesem Planeten, der uns allen so wundervolle tolle Produkte bietet, die man nur noch kaufen braucht, um sich fortan subito so viel besser zu fühlen. Wollen wir uns nicht alle ein wenig von unseren Mit-Hamstern im Rad distanzieren?

fragt sich und Dich
MORPHY BLITZ – alias Mini Cheffe