System-Überprüfung

EINLEITUNG
Die Funkanlage an Bord einer Segeljacht – bestehend aus Antenne, Tuner sowie Sende und Empfangsanlage – kann als harmonisches Ganzes nur dann gute Leistung bringen, wenn die verwendeten Bauteile von guter Qualität und die Installation fehlerfrei ist. Kabel und Stecker sollten hochwertig, Kabelquerschnitte richtig dimensioniert sein.

Eine Überprüfung der Anlage ist mit Bordmitteln in 5 Minuten vom Segler selbst durchzuführen, man sollte dies nicht anderen überlassen. Insbesondere gilt es zu prüfen, ob die Anlage dem Zusammenspiel von Antenne, Tuner und Radio standhält.

Die Prüfung wird schnell zeigen, ob eine vielleicht vom Fachmann vorgenommene Installation tatsächlich fehlerfrei arbeitet. Die Praxis zeigt immer wieder, dass hier nicht immer sorgfältig gearbeitet wird.

Eine Aussage; „ich höre dich laut und deutlich“, hat keinen Prüfwert!

Eine Prüfung sollte vor jeder Sendung erfolgen, um optimale Sende- und Empfangsbereitschaft zu garantieren.

Die Prüfung ist schnell gemacht und beinhaltet:
– die Überprüfung des Tuners
– die durch Tuner angepasste Antenne
– die Prüfung der optimalen Sendeleistung zwischen Radio und Antenne
– den einwandfreien Zustand aller Zuleitungen

Immer wieder hat sich herausgestellt, dass Achterstag Antennen in Bezug auf Qualität der gesamten Funkanlage einer Stab Antenne unterlegen sind. Siehe auch hier….

Wenn ein Achterstag der VW ist, kann eine Stabanntenne als Porsche gelten – auch wenn man mit beiden fahren kann – aber nicht rasen…

WICHTIG: dies gilt gleichermassen für den Modus PACTOR als auch KOMMUNIKATION mit den Funknetzen.

PRÜFUNG
Die Überprüfung sollte vor und während einer Reise erfolgen, idealerweise vor jeder Nutzung der Funkanlage.

Die Vorgehensweise
– Anlage mindestens 5 Minuten vor jeder Aussendung einschalten um eine gute Betriebstemperatur von Radio und Tuner zu gewährleisten.
– gewünschte Frequenz einstellen. z.B. 14.200.00 Khz USB
– durch Tastendruck am Radio den Tuner aktivieren = Tunen
– Radio auf den Modus CW – RTTY – SSK einstellen. ( verschieden an jedem Radio ). In diesem Modus wird ein permanenter Träger des Radios erzeugt und damit sichergestellt, dass Messwerte in aller Ruhe abgelesen werden können.

– SWR-Modus wählen
– Sende Power auf 100 Watt einrichten
– PTT-Taste am Mikrofon max ca 10 Sek gedrückt halten und prüfen, ob die SWR Anzeige am Kreuzzeiger Gerät / Display ruhig und konstant stehen bleibt.
– Sollwert max. 1:1.0 bis 1:1.2

– Power-Modus wählen
– PTT Taste am Mikrofon erneut gedrückt halten und prüfen, ob die Poweranzeige am Kreuzzeiger Gerät / Display die vorgewählte Sendeleistung / Watt erreicht

KRITERIEN
– wurde die Aussendung mit 100 Watt vorgewählt, erscheint hingegen im Display 60 Watt, dann ist schon davon auszugehen, dass die Anlage einen Verlust von 40 % der Sendeleistung hat.

Ursache sind meist unsaubere Kabel- Anschlüsse oder schlechte Lötstellen.
Der Verlustwert sollte max. 5 % nicht übersteigen!

Prüfung einer Sendeanlage durch Pfeifen oder Aussendung von Sprache ist zu vermeiden, weil eine Genauigkeit der Prüfung nicht gewährleistet ist,

Prüfungen stets mit einem Signalträger vornehmen, der ihnen genügend Zeit lässt, die Werte bequem ablesen zu können = 10 Sek

Die Werte sind Frequenz abhängig! Empfehlenswert ist eine Abstimmung und Überprüfung auf 14.100.00 bis 14.350.00. also das 24 Stunden offene 20 Meterband der Funknetze.

Bei Sendewerten
– SWR > als 1:1.2
– Verringerung der Sendeleistung um > als 20 %
besteht Handlungsbedarf!

Eine Anleitung zur Verbesserung der Leistung oder Behebung von Schwachstellen an ihrer Anlage folgt demnächst an dieser Stelle

versprechen Günter S.Hamacher und Peter Förthmann

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