Historie

PACIFIC PLUS – NEWS
Die Entwicklungsgeschichte von Windpilot weist im Verlauf von 45 Jahren wegweisende Innovationen auf: Gegründet im Jahre 1968 wurden die Systeme NORDSEE, ATLANTIK und PACIFIC bis zum Jahre 1985 in Edelstahl handwerklich hergestellt.
Im Jahre 1985 erfolgte die Produktionsumstellung auf Aluminium in Sandgiesverfahren sowie die Markeinführung der Systemschwestern PACIFIC und PACIFIC PLUS.
Im Jahre 1998 dann Markteinführung der modularen Systemschwestern PACIFIC LIGHT, PACIFIC, PACIFIC PLUS sowie die Umstellung auf Kokillengiesverfahren mit durchgängig industrieller CNC Fertigungweise. Die Systemfamilie wurde im Jahre 2007 vervollständigt mit der Einführung der SOS Ruder als SOS PACIFIC oder SOS SOLO.

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ZEITRECHNUNG DER RUDERPROFILE
Die Entwicklung der System Ruder folgte einer anderen Zeitrechnung. Wurden anfänglich alle Hilfsruder für frühere ATLANTIK Serien sowie der PACIFIC PLUS Serien von 1985 bis 1998 stets in GFK mit eingelegtem Edelstahlschaft laminiert / hergestellt, so wurden die Ruder für Pendelrudersysteme PACIFIC und PACIFIC LIGHT anfänglich in GFK, ab 1986 in Holz ( Epoxy verleimt ) und ab 1998 bis heute in Aluminium (Strangpressprofil ) hergestellt. Den Anforderungen an ein Pendelrudersystem – maximaler Wirkungsgrad bei minimalem Anstellwinkel – ist ein schlankes Strangpressprofil in Aluminium erheblich besser gewachsen, als ein Holz-Epoxy Ruderblatt, das materialbedingt erheblich weniger tragfähig als Aluminium ist.

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PROBLEM VERPACKUNGSMASSE
Die Verpackungsmasse aller Hilfs- und Doppelrudersysteme von bis zu 300 cm in der Länge waren beim Versand innerhalb Europas mit LKW und auch im internationalen Luftfrachtversand bis zur Jahrtausendwende zunächst unproblematisch. Mit der Jahrtausendwende allerdings ergab sich eine radikale Veränderung, weil nahezu sämtliche überseeische Destinationen der Segelkarawanen abseits der grossen internationalen Luftfracht Drehkreuze gelegen sind und damit für den Versand überlanger Packstücke quasi über Nacht nicht mehr erreichbar waren. Die sich daraus ergebenden Probleme und Notwendigkeiten waren einschneidend für einen Betrieb, der weltweites Marketing betreibt. Die Entwicklung eines geteilten Ruderschaftes mit abnehmbarem Ruder erforderte eine Neukonstruktion aller Hilfsruder Komponenten.


In Kooperation mit dem HAKO Technologie Zentrum in Trappenkamp wurden neue Ruder mit Edelstahlschaft ( für die PACIFIC PLUS I ) und Aluminiumschaft ( PACIFIC PLUS II sowie SOS Ruder ) entwickelt und die Ruder fortan in ROTATIONAL MOULDING in PE produziert.

Hako lowVorteile: die Ruder besassen Auftrieb, der das Gesamtgewicht des Systems am Heck verringerte ( ca 10 kg ).
Nachteil: die Ruderblatt Oberfläche waren gegenüber mechanischen Belastungen – verglichen mit GFK – weniger robust, was durch den Werkstoff ( PE ) sowie die Füllung mit PE Schaum bedingt gewesen ist.

Allen Hilfsrudern und SOS Rudern gemeinsam: sie basierten auf konstruktiven Erkenntnissen in Bezug auf Strömungsverhalten und erforderliche Anstellwinkel, die Jahrzehnte in immer gleicher Weise Anwendung gefunden hatten. Die enormen Veränderungen heute verwendeter moderner Schiffskonstruktionen, insbesondere die heutigen Erkenntnisse in Bezug auf bessere Wirkungsweise bei größerem Speedpotential und geringerem Widerstand machten eine Neukonstruktion der Hilfsruder speziell für den Einsatz an einer Windsteueranlage reizvoll und sinnvoll.

NEUES RUDER DESIGN
Die Aufgabenstellung lautete, ein Profil zu finden, das
– für den Einsatz bei geringem Ruderlagewinkel maximale Kraft produziert
– dessen Strömungsverlauf geringst möglichen Widerstand erzeugt
– dessen Profilierung den besonderen Anforderungen einer Windsteueranlage angepasst ist
– bei dem der Strömungsabriss bei möglichen Querbewegungen des Schiffshecks vorzugsweise erst spät erfolgt.

TRimage10In enger Kooperation mit dem erfahrenen Kieler Yachtkonstrukteur THOMAS ROEPER wurden die Möglichkeiten zur Ruderblattkonstruktion in verschiedenen Materialien untersucht ( Epoxy-Schaum-Konstruktion, Aluminium Strangpressprofil, Nylon Niederdruckgiesverfahren ), ebenso wurden die besonderen Anforderungen an die Schaftkonstruktion sowie Abnehmbarkeit zum Zwecke des Transports untersucht. Zudem sollte die Kompatibilität mit vorhandenen Systemen sowie Vormodellen Berücksichtigung finden, da Windpilot Systeme am Heck stets besonders exponiert positioniert und gegen Kollision oder Grundberührung überaus verletzlich sind.

Eine komplexe Arbeit, die erheblich mehr Zeit erforderte, als zunächst gedacht.

Die Produktion der Ruder in Einzelbauweise schied schon früh aus Kostengründen aus, weil dieses Produktionsverfahren den Kaufpreis der PACIFIC PLUS sowie SOS Ruder schnell vierstellig verändert / erhöht hätte, ohne das Grundproblem – die Abnehmbarkeit zum Transport – sinnvoll und praxisgerecht lösen zu können.

Röper ProfilEin Strangpressprofil für ein Aluminiumprofil wurde bis zur Produktionsreife entwickelt, jedoch am Ende verworfen, weil nur ein Schaft aus Edelstahl in einem schlanken Alu Profil hätte zum Einsatz kommen können, wobei erfahrungsgemäß Korrosionsprobleme im kritischen Medium Seewasser zu lösen gewesen wären, die nur schwer zu beherrschen gewesen wären, wenn überhaupt.

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ENTSCHEIDUNG NYRIM
So fiel am Ende die Entscheidung zugunsten eines hochfesten, gleichwohl schlagfesten NYRIM, das im Niederdruckgiesverfahren von einem der weltweit führenden Hersteller QUADRANT produziert wird. Dies Verfahren erfolgt in einer Spezialform, die aus dem Vollen gefräst, in jedem Bereich des Profils die gewünschten Anforderungen zeitgleich den Anforderungen eines vollautomatischen Produktionszyklus zu erfüllen in der Lage ist.

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Im Ergebnis weist das Ruder eine geringfügig geringere benetzte Fläche auf, als das vorherigen PACIFIC PLUS II Ruder, besitzt gleichwohl durch seine optimierte Form erheblich mehr Lift, insbesondere im Grenzbereich.
Mit Produktionsstart im Frühjahr 2014 wird die PACIFIC PLUS ausschließlich mit dem neuen Ruder in nur einer Größe – aber verschiedenen Schaftlängen – ausgerüstet / lieferbar sein. Das Ruderblatt wird an einem soliden DUPLEX EDELSTAHL SCHAFT durch Verschraubung befestigt – und ist somit zum Zwecke des Transports – wie zuvor – abnehmbar ausgeführt. Alle vorherigen Modelljahrgänge der PACIFIC PLUS werden mit gewissen Modifikationen (Tausch der Lagerbuchsen) auf die neuen Ruder umrüstbar sein.

Peter Foerthmann