Vergleiche – Kritik

LANGZEITERFAHRUNGEN MIT DREI WINDSTEUERSYSTEMEN

Mit Joan Bassols verbinden mich 10 Jahre, in deren Verlauf wir ungefähr 60 Mails gewechselt haben. Worum es ging, ist eine sinnlose Frage, weil hier jeder weiss, dass mein Name Rumpelstilzchen ist, der bei Schiffen am Achtersteven sitzt, um von dort das geruhsame Geschehen und Leben auf Schiffen auf See zu garantieren, derweil die Mannschaft ggf. auf allen Vieren oder gar flach in der Koje wegen Würfelhustens, nur darauf zu warten hat, bis der Anker endlich wieder fällt, und der windige Pilot in den Tiefschlaf fällt, weil er fortan nix mehr zu tun haben wird.

Im Jahre 2008 bekam ich diese Mail:

Hallo Peter,
Ich habe eine Amphitrite 43, an die mein Vater in 1986 eine SAILOMAT 3040 montierte, die nie richtig funktioniert hat, weil sie das Schiff nur unter Kontrolle hatte, wenn das Wetter gut war und wenig Wellen.


In 2 Jahren plane ich eine Atlantiküberquerung und will bis dann eine neue Windsteueranlage eingebaut haben, was schlägst du mir vor?

Im Juli 2011 folgte dann diese Nachricht:

Lieber Peter,
Vor einiger Zeit hast du mir eine Pacific Plus für meine Amphitrite 43 angeboten. Ich habe mich damals für ein SOUTH ATLANTIC S600 entschieden, die billiger war.


Die ersten 300 Meilen hat die Anlage gut gesteuert, die Fahrt war zwischen 4 – 5 Knoten im Raumwind, dann stieg der Wind und die Fahrt, und bei 8 Knoten fing die ganze Anlage sich hin und her zu biegen, als ob sie herausbrechen wollte. Ich habe sie so schnell wie möglich abgestellt.


Bei weiterer Inspektion im Hafen stellte sich heraus, dass die Ruderachse verbogen war und alle Schrauben die die unteren zwei Halterungen befestigen auch verbogen waren. Die Anlage hat ein zu großes Ruder und bei 8 Knoten halten die Verankerungen nicht. Dazu ist die Achse zu lang und unterdimensioniert und die Halterungen sind schräg eingebaut, arbeiten also auf Biegung.

Ich habe die Anlage zweimal wegen verschiedener Mängel von Barcelona nach Deutschland schicken müssen, schon bevor ich sie richtig testen konnte. Damit ist mein Vertrauen in die Anlage erloschen und ich habe sie dem Hersteller zurückgeschickt. Über die dann folgenden Erfahrungen mit Herrn Whittall will ich hier nicht berichten.

Jetzt bin ich auf gute Ratschläge angewiesen, denn die nächste Testfahrt wird über den Atlantik gehen, mit Frau und Kind, da soll uns nun ein Windpilot steuern.
Grüße aus Südspanien,
Joan Bassols

Nach Installation einer PACIFIC PLUS auf der SV TROTAMAR III erhielt ich einige Zeit später aus Grenada folgenden Bericht:

Hallo Peter,
Schon seid Wochen will ich mich bei dir melden. Wir sind am 7 Februar in Grenada angekommen.


Nach dem ersten Schrecken mit den verlorenen Bolzen vor Cabo Verde hat der Windpilot hervorragend gearbeitet, ich habe ihn kurz nach der Abfahrt aus Mindelo eingestellt und erst vor Grenada wieder ausser Betrieb genommen. Endlich eine gute Windsteueranlage auf der Trotamar!

Ich wollte mich nur bei dir bedanken und dir schreiben, dass ich ueber den Windpilot begeistert bin. Im Mai segele ich zurueck zu den Azoren.
Viele Gruesse dir!
Joan

Kürzlich erreichte mich dann die Kopie einer Mail, die an einen anderen Wauquiez Segler gerichtet war:

I send you a few fotos, this gives more information than a long description.
The Windpilot ist the third windvane I have installed on the Trotamar. The first was Sailomat 3040 installed in 1986, it only worked well with soft winds. The next was a South Atlantic, it worked but could not hold strong winds, sailing at 8 knots it broke. I had to return it and the following service was an disaster. Now I am an enthusiastic of the Windpilot. I have been in Hamburg visiting the factory and it is really good. Sailing from Azores to Tenerife I had a collision with an floating object and the main ruder broke, Peter send me directly a new one to Tenerife. I already crossed the Atlantic 3 times with the Windpilot and in three weeks I will cross again.
regards and tell me if you need more information
Joan

Nun hat Joan vor wenigen Wochen in 2018 den Neubau einer Trotamar IV in Auftrag gegeben, einer CORDOVA 40, die bei NORMANDY YACHT SERVICE in Caen in Aluminium entsteht. Und nun befinden wir uns in einem weiteren Dialog zum Thema Windpilot, weil bei diesem Schiff gänzlich andere Arbeitsbedingungen vorzufinden sind.

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