6. Bodenhaftung

Dies ist uns allen wohlvertraut – ein wenig Macht – ein wenig Geltung – die Aufmerksamkeit des Publikums – oder eines weiblichen Gegenpols – Männer sind manchmal so banale Pflanzen, daß sie nur wenig Wasser brauchen, um sich an ihrem Spiegelbild schon zu berauschen.

Kommt Geld und Macht ins Spiel, gehen die Sensoren für Sitte und Anstand schnell verloren. Was dann folgt, ist allseits bekannt – es begleitet uns im ganzen Land. Der Wettlauf gefühlter Wichtigkeiten geht oft im Stechschritt mit Realtätsverlust, bis hin zur Klitterung von Fakten, die oft als Zwillingsschwestern unterwegs. Spielregeln gelten dabei im Zweifelsfall stets und immer nur für die andere Seite, derweil man sie für sich selbst bereits aus gehebelt hat.

In den deutschen Sport Vereinen herrscht gemeinhin eine harmonische Gemengelage, weil die Interessen zwischen Vorstand und Turnschuhen, also dem gemeinen Volk, zumindest durch einen den Sport stundenweise zusammengehalten werden kann.

Sie ahnen sicher, wohin diese Reise geht!

Der Segelsport ist, anders als Fußball, in der Lage, Menschen in ganz anderer Form zusammen zu bringen, schlicht, weil Segeln nicht nur stundenweise ausgeübt, hingegen weite Lebensbereiche flächendeckend in Anspruch nimmt.

Die Entscheidung zum Blauwassersegeln ist anspruchsvoll – und lebensergreifend, weil sie einen Grundtenor erfordert, dem man sich ergibt – oder eben nicht! Für Partnerschaften starker Tobak – Glückskinder, die hier gemeinsam ticken!

Gleichwohl ist die Entscheidung zum Blauwassersegeln einschneidend, weil sie z.B. das Lebenskonzept eines Landlebens ins Gegenteil verkehren kann.

Der Trans Ocean wurde einst als Vereinigung zur Förderung des Hochseesegeln gegründet – zu einer Zeit, als Segeln in Deutschland alles andere als ein Volkssport gewesen ist! Es hatten sich Männer zusammengefunden, die im Wortsinne durch die Faszination des Segelns einander verbunden waren, sie waren sämtlich segelaffin.

Blauwassersegeln kann zur Glaubensfrage geraten, zum Lebenselixier – aber auch eine Flucht aus der Enge des derzeitigen Lebens sein.

Und es sind früher – wie heute – viele Segler aus ihrem deutschen Alltag geflüchtet! Viele sind zurückgekommen, mit vollen Lebens Akkus, und sind freudig ins Berufsleben wieder eingestiegen. Aber etliche sind unterwegs gern hängen geblieben, haben ihrem Leben ein neues Kapitel hinzugefügt – sich an den schönsten Plätzen unseres Planeten niedergelassen und sind sesshaft geworden – mit Begeisterung.

Die Idee des Trans Ocean war stringent und so verlockend – zudem auch logisch! Denn, was lag näher, als auf einfache Weise hier Menschen zueinander zu bringen – beide Seiten hatten – und haben – eine Menge davon.

Snailmail ist heute ein Stigma – damals hatte die Post hingegen noch die volle Macht. Post aus der Heimat war Lebenselixier – der TO also eine wirklich schicke Erfindung – bei deutschen Auswanderern fanden die Segler ein Stück zuhause – eine kleine Heimatinsel, wenn auch manchmal nur in Form eines Briefes oder eines Pakets, das wochenlang auf den Empfänger auf dem Küchenschrank verstaubte.

Der Bürokraten Terminus „Stützpunktleiter“ schüttelt mich lebenslang, angesichts des menschlichen Umgangs unter Seglern, die einander gegenüber ohnehin offen, hilfsbereit und zugewandt sind. Der Begriff versinnbildlicht einen gewollten Eingriff – wie er vielen Deutschen so lieb und wichtig ist.

Aber dieser Terminus versinnbildlicht auch die Entfremdung zwischen Vorstand und Verein in eklatanter Weise, weil er die menschliche Komponente bereits im Ansatz sträflich beiseite schiebt. Die gelebte Realität heutigen Umgangs zwischen Vorstand und den Menschen draussen, erzeugt Gänsehaut weil so deutlich wird, wie unterschiedlich die Lebensansätze hier und dort geworden sind.

Im Zeitalter des Internet hat das alte Geschäftsmodell seit langem ausgedient – es ist jedoch bis heute nie durch ein moderneres Konzept ersetzt worden! Dafür hatte man in Cuxhaven keinen Kopf – was im Wortsinne den Nagel trifft, denn Computer sind dort im alltäglichen Leben bei einigen Herrschaften wohl noch nicht angekommen, sie werden wahrscheinlich mit dem Hammer ausgeschaltet – das Internet ist ein Flaschengeist – den man nicht aus der Flasche lassen mag. Die TO Strukturen treten seit Jahrzehnten auf der Stelle, anders jedenfalls, sind die horrenden Kostenstellen nicht erklärlich. Wahrscheinlich gibt es in Cuxhaven heute noch den Posteingangsstempel, Erledigungsvermerke und endlose Warteschleifen, bis gnädige Herrschaften sich einmal bequemen, Schriftstücke mündlich zu beantworten, was dann von eifrigen Damen in Typo umgesetzt – denn Email ist Teufelszeug – eine unbekannte Macht, bei der man Unterstützung braucht, um sie zu aktivieren.

Kurz: eine komplett andere Welt – so ganz anders, als die Welt der Segler, mit der man fraternisiert, die zu ehren man vorgibt, hingegen wohl eher ohne Herz! Paradox, dass Segler von solchen Leuten sich ehren lassen – die von der Praxis derart weit entfernt, mit denen Verständigung ansonsten nicht denkbar ist – wie der praktischen Vereinsbetrieb es immer wieder bewiesen hat!

Sicherlich provokativ und überspitzt, wenn ich hier behaupte, dass es vielleicht der Plaketten Deal gewesen ist, auf dem sich Vorstand und Mitglieder haben vereinbaren und treffen können – denn ausnahmsweise hier konnte Einigkeit erzielt werden: die Herren geben Plaketten – nehmen unser Jahresgeld – und machen sich aus dem Staub – für den Rest des Jahres!

Der Vorstand hat seit Jahrzehnten die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen. Er ist bequem geworden, angesichts der Zuwachsraten neuer Träumer, die die Kasse füllten, hat er sich auf seinen Thron zurückgezogen und zog es vor, nur noch mit sich selbst zu kommunizieren.

Denn „draußen“ lauerte das Volk, das man mit Hilfe einer bequemen Satzung recht kommod auf Abstand halten konnte. Wir hier draußen haben jahrelang an den Gitterstäben der Macht gerüttelt – es hat uns nix genützt – die Geschichten füllen Bände!

Wir Segler waren seit Jahrzehnten der Feind des Vorstands – obwohl UNSER Geld den Laden am Leben gehalten hat!

Unser Feind in Cuxhaven war unter sich – abgeschottet und bestens aufeinander abgestimmt – und Lichtjahre von uns Seglern entfernt!

Alles Jammern nützte nix, die Zahl der Mitläufer, Schleimer oder bequemen Sesselsitzer ist dauerhaft enorm viel größer gewesen, als das Häuflein der unbequemen Segler, die sich getraut, hier die Fakten zu benennen – und dafür mit Tritten und Rausschmiß bedroht worden sind – so die stete Regel.

Der rote Faden zieht ich bis zum Horizont – hingegen hat es viel zu viele Jahre gedauert – sowie eine ungezählte Anzahl von Austritten frustrierter Segler, die es am Ende aufgegeben haben, hier weiterhin einen Vorstand zu stützen, der das nicht verdient.

Es ist schon verwunderlich, daß recht offenbar ein enormer Bodensatz langjähriger Mitglieder, die mit den Verhältnissen bis ins Detail aller bestens vertraut gewesen sind – hier bis heute sprachlos still und ihren Mund gehalten haben! Unbequeme Worte? Wahrheiten sind sind immer schmerzlich – weil man ihnen am liebsten aus dem Wege geht.

Sicherlich, bei der relativen Größe der Wichtigkeit von nur EUR 30.– p.a. mag dies Nichtstun verständlich erscheinen – denn natürlich gibt es wichtigere Dinge im Leben als ein Käfig voller Barlach Affen in Cuxhaven mit denen Kommunikation schlechterdings unmöglich ist!

Was mich erschreckt, ist die Tatsache, dass trotz Offenlegung fehlerhafter Vorstandsarbeit – man die Herren ungehindert hat immer weiter machen lassen!

Die Chuzpe allerdings des gemeinschaftlichen Vorgehens des Vorstandes auf der vergangenen HV, ist erstaunlich – wenngleich die anwesenden Mitglieder sich dennoch nicht haben wecken lassen. Es soll Mitglieder gegeben haben, die ihre Versprechungen, sich zu Wort zu melden, geräuschlos vergessen haben und andere, die ihren Widerspruch später schriftlich artikulierten, kaum einer hatte den Mumm, sich offen zu bekennen. Was für ein Verein!

Denn recht offenbar ist die Versammlung wahrscheinlich handfest belogen worden!

Ebenso offenbar ist, dass bisherige Rücklagen – z.B. für die jahrelang verlautete geplante Anschaffung eines Jugendboots – nun urplötzlich zum NOTFALL FONDS mutiert und umbenannt wurde. Wie es scheint, ist keiner dabei wach geworden oder hat dies gar hinterfragt!

Kann es denn sein, dass der Vorstand hier bei Nacht und Nebel und in konzertierter Aktion den Plan gefaßt hat, einem TO Mitglied aus diesem neu erfundenen NOTFALL FONDS Mittel für sein Schiff zur Verfügung zu stellen? Hat man sich nicht getraut, dies der Versammlung offen zu bekunden? Wollte man zunächst die Absolution im Amt, um nun weiter unbehelligt und unerschrocken im Verborgenen seine Schritte zu vollziehen – ganz in Lee der Aufmerksamkeit der Mitgliederversammlung, die man vorsätzlich im Unwissenden lassen wollte? Welche Kollaboration war hier geplant?

Ist das ein Klüngel, von dem wir Mitglieder wieder einmal nichts wissen sollen oder dürfen? Sind dies die gleichen Verhaltensmuster, nach denen wir keine Fragen zu stellen haben auf die es ohnehin keine Antworten gegeben hat – seit Jahrzehnten?

Für mich wäre damit wieder einmal der Beweis erbracht, dass eine Satzungsänderung dringend erforderlich ist, die es auch erlaubt, Stimmen zu übertragen, um der Vereinsarbeit mehr Demokratie zwangsweise zu verordnen.

Das dies dringend notwendig ist, zeigt der Verlauf von vielen vielen Jahren des Stillstands und Rückschritts.

Die derzeitige Ära sollte beendet werden, um einen weiteren Schaden zu Lasten des TO zu verhindern. Es ist höchste Zeit.

Vielleicht kommt dann eine neue Ära – vielleicht gar eine Ära ohne ZENSUR und Schiss – denn meine Kommentare auf der Trans Ocean Website wurden bereits zweimal innerhalb von Minuten zensiert und wegradiert.

Es ist der Umgang mit Wahrheiten, der den Trans Ocean hat stetig niedergehen lassen!

Ich denke es ist an der Zeit, dass Barlach Affen nichts mehr zu lachen haben – man sollte sie vorsichtig zur Tür heraus tragen und sie dort ihrem Schicksal überlassen – dann werden sie bald nichts mehr zu lachen haben – meint Mitglied #738

das ist

Peter Foerthmann

2 Kommentare zu 6. Bodenhaftung

  1. Peter Foerthmann sollte in seiner Eigenschaft als Mitglied von Trans Ocean einen Termin mit dem Büro in Cuxhaven vereinbaren, hin fahren und mit seinem iPHONE in Bild und Ton festhalten, was er dort erlebte. Ich weiß nicht, ob man sich ein OK für Veröffentlichung verschaffen muss, will man das Fotografierte/Gefilmte hier einstellen. Wenn die verbliebenen Herrschaften von Trans Ocean nichts zu verbergen haben, werden sie seinen Auftritt begrüßen. Vielleicht sind ihm die Büro-Angestellten so gewogen, dass er mit ihnen Interviews führen kann; Fragen stellen und Antworten erhalten, von denen ein investigativer Journalist nur träumen kann.

    Der vom Chef-Redakteur von YACHT in die Nähe von islamischen Hasspredigern Gerückte könnte seinen Ruf polieren, indem er Mutmaßungen verifiziert; und er käme, neben seinem Ruf als bester Windsteueranlagen-Bauer der Welt auch in den, einen Welt-umspannden deutschen Verein aus der Agonie ins Dasein zurück geholt zu haben.

    Auf nach Cuxhaven, Peter !

  2. Es war nicht Cuxhaven, es war Düsseldorf. Und wie man bei YACHT lesen konnte:

    „Gewittrige Stimmung lag in der Luft, als die 16 Segler aufeinandertrafen, um zusammen an einem Lösungsweg zur Rettung des Vereins zu arbeiten. Das Ergebnis der sehr konstruktiven, vierstündigen Sitzung lässt jedoch auf eine sehr positive Ausrichtung und Modernisierung des mittlerweile 44-jährigen Vereins hoffen. Am Ende des Treffens war die Gewitterluft spürbar einer Aufbruchstimmung gewichen.“,

    hat die die Reise zu Etwas geführt. Kein öffentlich zugänglicher Bericht darüber ?
    Alles Interna ?

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