Das Interview

AND THE WINNER IS…… Globales Interview zweier Protagonisten

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PETER: Detlev, ich hätte gerne mal Deine Position

DETLEV: Meine Position ist 09°00.955 Süd und 160°07.380 Ost, Roderick Bay, Florida Islands, Solomonen.

PETER: Nein Detlev ich möchte wissen, was Du von folgenden Überlegungen hältst:

Februar 2012, das Vorstandsteam stellt sich vor, mehr Transparenz und Mitbestimmung werden versprochen. Nichts dergleichen, bis hin zum Gegenteil ist bisher passiert.

September 2012, den ersten Seglern platzt der Kragen, Mennewisch und Röttgering verlassen den Vorstand und den Verein.

November 2012, die erste Mv unter der Regie des neuen Vorstands geht gründlich daneben, Abbruch oder Vertagung, ungültige Wahl eines Beiratsvorsitzenden, die Satzungssache ist inzwischen Gegenstand eines Gerichtsverfahrens.

August 2013, das Gutachten i.S. Drifter ist gar keines, der Beschluss der Mv wird damit missachtet. Oder hat Martin Birkhoff hier doppelt falsch gespielt und uns verschwiegen, dass auch dieser Beschluss nicht gültig ist und er somit gar kein Gutachten hätte beauftragen dürfen? Zwei Abstimmungen auf dergleichen Mv – eine davon nach BGH und eine dagegen, das ist wohl keinem aufgefallen? Oder liegt hier der Grund, warum ihm bereits ein „Meinungsschreiben“ von Orgelmann ausgereicht hat, um am 5. September in der Sache Drifter freihändig zu entscheiden? Beim Lesen der neuesten TO Nachrichten entsteht der Eindruck, dass er die Meinung von RA Reymann nur als Alibi verwendet, obgleich er dessen dezidierten Kommentar den Mitgliedern vorenthält.

September 2013, das Schreiben des Vorstands an DRIFTER ist eine schwere Missachtung der Rechte der Mitgliederversammlung.

September 2013, eine breite Bewegung unter den Mitgliedern stellt den Antrag auf Neuwahl des Vorstands auf der nächsten Mv im November. Der Antrag ist aus dem Monat 9 und trägt die laufende Nummer 11.

In nur 20 Monaten hat es dieser Vorstand geschafft, sich derart in Misskredit zu bringen, dass aus dem vermuteten Dream Team ein Vorstand geworden ist, dessen Abwahl heute als das einzige Mittel erscheint, den TO, oder was davon noch übrig ist, zu retten.

Man kann getrost behaupten, dass der Vorstand in den letzten 20 Monate nur verloren hat.

DETLEV: Halt Stopp! Die Mitglieder sind ebenfalls Verlierer. Diejenigen, die die Entwicklung in ihrem Verein nicht zur Kenntnis nehmen ( können oder wollen ) sind Verlierer, weil der Verein auf der Stelle tritt, wenn ein Vorstand, anstatt die freie Willensbildung im Verein zu hintertreiben, seine Kräfte in zukunftsorientierte Projekte hätte fließen lassen können.

Die engagierten Mitglieder sind ebenso Verlierer, weil sie einen Teil ihrer Freizeit – und Geld – investieren, um dem Verein zu einer soliden zeitgemäßen Satzung zu verhelfen oder sich mit klugen Beiträgen zu den vielen anderen Problemfeldern äußern, die der Vorstand durch Missachtung des Vereinsrechts oder in Kompetenzüberschreitung in den vergangenen 20 Monaten hervorgerufen hat.

PETER: Die ausgetretenen Mitglieder sind auch Verlierer, viele beschäftigen sich im Hintergrund weiter mit den Problemen des Vereins, die anderen haben zumindest diese Gemeinschaft verloren.

Es gibt also nur Verlierer!

DETLEV: So sieht es aus, aber es gibt eine Ausnahme.

PETER: Was meinst Du damit?

DETLEV: Einen wirklichen Gewinner mag es wohl nicht geben, aber es gibt einen Mann, dem die Entwicklung des TO vielleicht gar nicht ganz ungelegen kommt. Bei näherem Nachdenken könnte der Mann dabei sogar zum Gewinner werden. Vielleicht grinst er schon.

PETER: Meinst Du wirklich, dass….

DETLEV: Im November soll der Strafprozess gegen Bernd Luetgebrune stattfinden. Wir wissen nicht, was der Staatsanwalt zur Anklage bringen wird, die Auswahl ist umfangreich: Die EUR 18 000,– , die der Vorsitzende Luetgebrune dem Notar Luetgebrune überwiesen hat ( ein Faktum, dass man sorglos behauptet darf ), die überhöhten Mietzahlungen, die unerlaubt berechnete Mehrwertsteuer und der gesamte Komplex Krankenkasse mitsamt dem ( finanziellen ) Verhältnis zwischen dem TO und Cux Enterprises, einer undurchschaubaren Firmenkonstruktion im steuerpräferierten Ausland, über die der Vorstand hier Geschäfte abgewickelt hat, deren Inhalte wir wahrscheinlich niemals in Gänze erfahren werden. Ein paar Wahrheiten wären sicherlich dienlich, zumindest würde dies den Mitgliedern helfen, die hier unverschuldet in Mitleidenschaft gezogen worden sind, oder die jahrelang für eine KV bezahlt ohne dagegen eine Versicherung erhalten zu haben.

Für einen Rechtsanwalt und Notar mit Vorstrafe gäbe es keineswegs eine gute Prognose für eine weitere Tätigkeit im gleichen Beruf und so geht es für BL, den ehemaligen Dritten Bürgermeister von Cuxhaven und ehemaligen Kandidaten der FDP für die Niedersächsische Landtagswahl, langsam um seine Existenz. Da wäre es sicherlich angenehm, einer Zivilklage im Vorfeld aus dem Wege gehen zu können. So gesehen, ist es dann natürlich erfreulich, wenn im TO eine Diskussion über die BL-Vergangenheit möglichst vollständig unterbunden, die Zivilprozesse verzögert oder sogar halbherzig geführt und das „Driftergutachten“ zu einem Ergebnis gelangt, dass weder dem Verein noch seinen Vorständen eine Schuld vorgeworfen werden kann. Dies wäre dann gleichbedeutend, dass auch ein vormaliger Vorsitzender keinerlei Verantwortung zu tragen hätte.

Das Leben ist schön, wenn man es nur richtig betrachtet – und seine Schritte sorgfältig wählt.

PETER: Das kann natürlich auch alles nur ein Zufall sein, ein Glücksfall sozusagen, das berühmte Glück des Tüchtigen?

DETLEV: Ganz richtig. Es hätte auch ganz anders kommen können. Ein Verein ist eine juristische Person, vertreten von natürlichen Personen, die den Auftrag haben, im Sinne der juristischen Person zu handeln. Ganz ähnlich wie in einer Vormundschaft, in der ein Mündel geschäftsunfähig ist und der Vormund die Aufgabe, besser: die Verpflichtung besitzt, für sein Mündel verantwortlich zu sorgen und zu handeln. Käme dem Mündel nämlich ein gewisser Geldbetrag abhanden – und wäre dabei eine Straftat zu vermuten, wäre der Vormund gesetzlich zur Einleitung zivil – und strafrechtlicher Schritte verpflichtet.

PETER: Der Vorstand unter Martin Birkhoff hat nach Bekanntwerden der Anzeigeerstattung umgehend klargestellt, das er selbst – um Gottes willen – keinesfalls der Bösewicht gewesen sei, der die Anzeige erstattet habe. Zudem hat er nicht versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Mitglieder – bitte schön – die Unschuldsvermutung des Angeschuldigten zu beachten hätten. Auf die Idee, dass es längst die Verpflichtung des Vorstand gewesen wäre, für sein Mündel im Sinne einer Rückführung der Schadenssumme verantworlich zu handeln, und dazu zwingend auch die strafrechtliche Seite hätte vortragen müssen, ist er – zufällig? – nicht gekommen. Seine Gründe können wir nur erahnen, vielleicht erschien ihm dies womöglich nicht zwingend, da er ja schliesslich die Vergangenheit des TO als irrelevant bezeichnet hatte, wie wir aus dem Interview in der im Gleichschritt mit den TO verlautenden „Goldenen Yacht“ haben erfahren können.

DETLEV: Die Unschuldsvermutung gilt aber auch für die Ankläger. Staatsanwälte sind schließlich keine wild gewordenen Jura Gansta, die Rechtsanwälte und Notare nach Belieben vor ein Strafgericht zerren.

PETER: Ist Herr Orgelmann dann auch ein Gewinner? Er hat doch die TO Beratung und das Gutachten gemacht und damit Einkommen erzielt, wo ein anderer Vorstand auf seine Dienste wohl eher gern verzichtet hätte?

DETLEV: Nein, Orgelmann ist eher auf der Verliererseite. Der Mann hat seine Verdienste, ist im DSV in einem Beirat honorig aktiv. Nun muss er erleben, das sein „sogenanntes“ Gutachten mit besten Argumenten von einer Persönlichkeit des eigenes Berufsstandes auseinander genommen wird. Zudem einem Mann, der als Anwalt beruflich und schwerpunktmäßig mit Gutachten zu tun hat.
So was ist peinlicher als jede Kostennote.

PETER: Warum setzt er sich solchen Peinlichkeiten aus?

DETLEV: Das wissen wir natürlich nicht, es kann ja auch alles ein Zufall sein. Glaube ich allerdings nicht. Auf jeden Fall wäre das Gutachten wahrscheinlich nicht anders ausgefallen, hätte man Bernd Luetgebrune den Auftrag dazu gegeben. Herr Orgelmann hätte das sog. Gutachten im Interesse seines Notarkollegen Luetgebrune jedenfalls nicht besser schreiben können. Soviel ist sicher.

Unschuldiger Verein = unschuldiger Vorsitzender. Die Welt kann so wunderbar sein.

PETER: Vielleicht hat Bernd Luetgebrune das Gutachten es ja selbst verfaßt?

DETLEV: Nichts erscheint mir im TO heute mehr unmöglich, denn die Erfahrungen vieler Jahre in diesem Verein haben meine heutige Position verfestigt. Die Vorstände haben gestern und heute dem Verein geschadet.

Das Interview wurde elektronisch geführt am 23.10.2013

Detlev Schmandt, SY Kira von Celle, Roderick Bay, Florida Islands, Solomonen.
Peter Foerthmann, Hamburg

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