Hohlspiegel

TO Retrospektive

Der Beiratsvorsitzende des TO hat im Juli 2013 wie folgt Stellung bezogen:

Um es klar zu sagen:
Alle Vorstandsmitglieder wollen eine neue Satzung.
Alle Vorstandsmitglieder wollen mehr Mitgliedereinbindung für wichtige Entscheidungen.
Alle Vorstandsmitglieder wollen den Lelijvelds helfen.

Die neue Satzung wurde mit großer Mehrheit beschlossen. Sie ist unverzüglich, und gemeinsam mit dem Protokoll der Mitgliederversammlung, dem Vereinsregister zur Eintragung vorzulegen. Protokoll? Entweder ist die Satzung unverzüglich vorgelegt worden, dann müsste es auch ein Protokoll geben, das den Mitgliedern, vielleicht aus guten Gründen, weiterhin vorenthalten wird. Oder die Satzung ist nicht unverzüglich vorgelegt worden, weil, ja warum nur? Weil vielleicht das Protokoll noch nicht fertig ist? Oder weil vielleicht die mehrheitlich abgestimmte Satzung nicht den gesetzlichen Anforderungen genügt – und vielleicht stillschweigend nachgebessert wird?

Dass alle Vorstandsmitglieder mehr Einbindung der Vereinsmitglieder bei wichtigen Entscheidungen wünschen, scheint in Bezug auf die neue Satzung irgendwie vergessen worden zu sein, denn die Satzung ist weder in der TO Zeitung, noch im Protokoll nachzulesen – wohlgemerkt: drei Monate nach der Mv.

Alle Vorstandsmitglieder wollen Lelijvelds helfen?
Es gab mal einen gelben Hinweis auf der Homepage, da wurde auf eine großzügige Spende eines TO Mitglieds hingewiesen, alle sollten es lesen, alle sollten an der Party teilhaben. Jedenfalls stand der gelbe Hinweis auf der Homepage, bis deutlich wurde, dass es für offenbare Lügen wohl doch keine Spenden gibt.

Heute vermissen wir den gelben Hinweis, der Aufmerksamkeit hätte erregen können, um den Lelijvelds zu helfen. Yachten von unterwegs schreiben, dass sie den Hinweis auf die Spendenaktion auf der TO Website nicht finden können. Der Aufruf zur Spendenaktion ist offenbar nur im TO Helft #143 zu finden, für Yachten unterwegs mit schwachem Internet, ist das zu wenig, viel zu wenig, vor allem, wenn man als Vorstand einen Spendenaufruf als Wiedergutmachungs Geste mit Nachdruck unterstützt.

Und was die Segler unterwegs angeht, wie der Beiratsvorsitzende bemerkte, es geht ja nur um eine Minderheit ( nannte er nicht ca 85 Schiffe unterwegs? ) kaum messbar, genauso wenig messbar, wie die geringe Anzahl der Reiseberichte in TO-Heft #143. Ein Spiegelbild des Interesses der Mitglieder an ihrem Verein, von dem sie sich so weit entfernt. Aber darin liegen auch neue Möglichkeiten, so könnte ein vierteljährlicher Spree-Report die Lücke schließen, oder eine Reise des Schriftwartes nach Helgoland mit der Cat Fähre..

Weiter aus dem Brief des Herrn Beiratsvorsitzenden:

Wir haben totale Transparenz geschaffen, den Newsflash eingeführt. Seit der ao Mitgliederversammlung haben wir mit 8 Newslettern, 4 Magazinen und regelmäßigen Mitteilungen des Vorstandes auf der Website zeitnah unterrichtet.

Totale Transparenz. Das hört sich gut an. Total passt gut. Bleibt allerdings festzustellen, dass es den Newsflash schon lange nicht mehr gibt. Transparenz ist auch in der Zeitung kaum zu finden, weil die wichtigen Themen sich dort nie wiederspiegeln. Aber vielleicht bekommt dieses Wort im Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden demnächst eine andere Bedeutung.

und weiter:

Gerne hätten wir auch schon eine Umfrage per Magazin ( Mitgliederbefragung, die Redaktion ) gemacht, aber derzeit müssen andere Aktivitäten im Vordergrund stehen. Sie kommt in jedem Fall.

Sie kommt in jeden Fall. Zur Mitgliederversammlung 2013 jedenfalls ist sie nicht gekommen, trotz der Zusicherung des Beiratsvorsitzenden.

Zum Thema Stützpunkte:

Sie erhalten kaum Unterstützung, das mag ein einzelner so sehen, aber die Masse sieht das nicht so. Unser Büro in Cuxhaven und auch ich haben täglich Kontakt mit unseren Stützpunkten.

Vielleicht sollten die Yachten unterwegs einmal nachfragen, wann TO Stützpunkte den letzten telefonischen Kontakt mit Cuxhaven hatten? Es existieren Äußerungen von TO Stützpunkten: Im Leben noch nie, seit über zehn Jahren!
Immerhin, bei 200 Stützpunkten müsste bei „täglich“ statistisch ein anderes Ergebnis zu Tage treten.

Zur Veröffentlichung des sog. Gutachtens im Fall Lelijveld:

Wir bedauern auch, dass der Anwalt nun einige Tage länger braucht, als erhofft, was wohl daran gelegen hat, dass neue Informationen zur Verfügung standen, die noch geprüft werden sollten.

Diese Aussage wurde am 26.6.2013 gemacht. Einige Tage länger, war dann im Oktober 2013 aber neue Erkenntnisse wurden den Mitgliedern wahrscheinlich vorenthalten. Familie Lelijveld wurde übrigens bis heute von dem Ergebnis der Mv, sowie dem Spendenaufruf des Vorstands nicht informiert, wie Arnold Lelijveld mir am 24.2.2014 mitteilte.

Ein Verein im Zustand der Lähmung, ohne Protokoll, ohne neue Satzung, ohne Stellungnahmen von Vorstandsseite, wie es weitergeht,
dass empfindet

Peter Foerthmann

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Aus einem FACEBOOK posting von Frank Schumacher
9.Februar 2014

TO – durchs WURMLOCH gesehen

Ein Reisebericht von Stephen H.
Cuxhaven den 1.April 2028

Im TO Forum ist die Lage kurz nach dem Morgen Appell noch relativ ruhig.

Das MOD Team ist von Schichtbetrieb auf Bereitschaftsdienst umgestellt worden.

Mitgliedsnummer 1001, wie immer früh unterwegs, postet gegen sieben:
„Liebes MOD Team: Jetzt reicht es aber wirklich“

Mitglied 4711 ist zum 18ten Mal für einen Monat gesperrt und droht mit Klage.

Mitglied 549 bringt wöchentlich längere Zitate aus Kants „Kritik der reinen Vernunft“

Aktuell diskutiert wird das Für und Wider einer Onlineabstimmung und die Frage nach einem alternativen Austragungsort der Mv. Für Letzteres liegt jetzt ein Antrag des Vorstands zur nächsten Mv vor, die Frage von Experten des TO Kuratoriums, Unterabteilung Geographie, prüfen zu lassen.

Die Beiträge werden nach gründlicher Durchsicht einer Spezialeinheit des MOD nicht mehr wie früher verschoben sondern es gilt ein Allgemeines Rotationsprinzip zwischen den Threads.

Im Unterausschuss „Allgemeine Rechtsfragen“ ist eine Stabsstelle „Mitgliederführung“ eingerichtet, zu den Seminaren besteht Teilnahmepflicht.

Die Mitgliedsnummer 911 ist bereits seit 2015 1.Vorsitzender, der Vorgänger darf aber immer noch die Preise überreichen.

Eine elektronische Ladenkasse in der Geschäftsstelle ersetzt den Kassenwart.

Wegen Arbeitsmangel bleibt der Vorstandsposten Protokollführer unbesetzt.

Der Aktenordner mit den Vorratsbeschlüssen, auch in blanko Form, ersetzt die Vorstandssitzungen.

Das TO Heft kann von den Mitgliedern in der Geschäftsstelle abgeholt werden, da Papierzeitungen seit 2024 international aus Umweltschutzgründen verboten sind.

Die Messekosten konnten erheblich gesenkt werden, nachdem die Boot ihre Ausstellungsräume in einen leer stehenden Lidl Laden nach Cuxhaven verlegt hat.

Heute findet in der Geschäftsstelle eine kleine Feier zu Ehren des Ehrausschuss statt, Anlass ist der 300ste Mitgliedersausschluß, womit der Plan übererfüllt worden ist.

Außerdem findet eine Sitzung des Satzungsauschuß statt, der direkt dem Büro des ersten Vorsitzenden unterstellt ist. Man beabsichtigt, die Satzung von 1968 völlig neu zu formulieren.

Der Preisverabeausschuß hat sich erst neulich mit der Frage beschäftigt, wie man dem Trend bei e-bay zu immer höheren Preisen für alte TO Auszeichnungen entgegentreten könnte. Diskutiert wurde die Frage, ob man nicht mal die Sachen aus dem Keller auf den Markt bringen sollte.

Die Mitgliederzahlen konnten in den letzten Jahren wieder stabil gehalten werden, dank eines genialen Einfalls des Vorsitzenden wurde der Verein nun auch für Modellbausegler geöffnet.

Im letzten Editorial würdigte der Vorsitzende diese Entwicklung mit den Worten: Das sportliche Modellbausegeln wird einen immer breiteren Raum einnehmen und eröffnet viele neue Fördermöglichkeiten vor allem in der Regattaszene. Es fehlen aber noch spezielle Stützpunkleiter.

Für den TO – Preis 2028 ist Mitglied 7777 vorgeschlagen, für seine Erstbezwingung des Nord-Ostsee Kanals mit einer 27 cm langen selbstgebauten Holzketsch.

Auch im weiteren Umfeld des TO hat sich einiges ereignet. Cuxhaven ist jetzt mit dem TO ganz alleine, nachdem ein italienisches Kreuzfahrtschiff versehentlich die „Alte Liebe“ gerammt hat.

Das Finanzamt ist wegen zu geringer Effektivität geschlossen worden.

Ich bleibe noch bis heute Abend um der Zeremonie der Vereidigung der neuen Mitglieder beizuwohnen. Die Eidesformel kann ich schon auswendig:

Ich schwöre, solange die Wasser mich tragen, meinem Verein zu dienen. Die Dogmen des Kompass werde ich zur Maxime meiner Lebensführung erheben ( Meistbegünstigungsklausel).

Euer Stephen

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BARBARA´s VISION von TO

Am Tag X wird eine Mitgliederversammlung zentral in Deutschland abgehalten werden. Vorne am Eingang des Tagungsraumes begrüsst der Vorstand die Mitglieder, die per Bahn, Bus, Auto oder Flugzeug angereist sind. Vorne rechts, gleich neben dem Moderatorentisch, steht eine Leinwand. Dort werden wir mit grossem Hallo empfangen:

Mensch, Dich hab´ ich schon lange nicht mehr gesehen. Schön, dass Du da bist. Ja, ist es denn die Möglichkeit. Ihr auch hier.

Und mit einem Sundowner in der Hand:

Ihr habt´s gut. Wir frieren hier und ihr geniesst die Sonne. Ach, ihr müsst euch noch kurz registrieren, ja dann, bis später.

ABC, haben sich zur Verfügung gestellt, um die notwendige Registrierung aufzunehmen, fragen bei den Onlineteilnehmern die Stimmberechtigung ab, plaudern noch das eine oder andere Wort und tragen die Onlineteilnehmer in die Anwesenheitsliste ein.

Der Vorsitzende begrüsst seine Mitglieder in ZENTRAL – Deutschland und in aller Welt.

Herzlich Willkommen. Ich freue mich, dass ihr so ZAHLREICH erschienen seid

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Nun gibt es irgendwie immer Probleme zwischen der Realität und dieser oder jeder anderen in diese Richtung gehenden Vision.
Am besten erkennt man das Problem, wenn man die Online Ausgabe der Cuxhavener Nachrichten anschaut. Welche Seite? Jede Seite! Bitte mal nach ganz unten scrollen.

Der TO gehört ( zu ) Cuxhaven. Die Stadt, in der der wichtigste Deutsche Hochseeseglerpreis vergeben wird. Der große Verein in der kleinen Stadt, der gemeinnützige Förderverein zu Ehren der Region ( Fördersumme 2013 keine 6.000,– Euro, weniger als die Kosten des „Drifter Gutachtens“ ). Hamburg hat den Michel und den HSV, Köln den Dom und den 1.FCK, Cuxhaven die Alte Liebe und……den TO. Die Cuxhavener identifizieren sich mit dem Verein, ohne sich für ihn zu interessieren – genauso wie die meisten TO Mitglieder.

Zitat aus der Mail eines Cuxhavener Insiders:

Sicherlich ist Trans Ocean für die Cuxhavener ein wichtiger Verein. Dennoch ist es für uns, denke ich, nur bedingt von Interesse, was im Laufe der Jahre intern alles schief gelaufen ist.

Na klar, vor der Haustür ist das Interesse immer eingeschränkt. Was gerade so eben diskutabel ist ( besser: sein muss ), ist der BL Prozess, aber auch nicht überall.

Solange die Mitglieder keinen Vorstand aus ihrer Mitte wählen, solange wird die Lokalpolitik weiter mitbestimmend sein. Die 200 Stützpunkte hören sich doch schön an. Drifter dagegen nicht. Verkauft wird nur das, was nützt.

Zurück zu der Vision. An ihr lassen sich die Probleme ebenfalls sofort ablesen, sie sind im Text hervorgehoben:

1. D.

2. zahlreich erschienen.

Beides kann nicht im Interesse der heutigen Vereinsführung sein. Dass die Mitgliederversammlung in Cuxhaven stattzufinden hat, ist in der vom Vorstand eingebrachten Satzung zementiert. Würde sie in D. oder M. stattfinden, könnte das in Jahrzehnten gewachsene Zusammenspiel von TO und Cuxhaven gefährdet werden. Was sollen die Cuxhavener nur von ihrem Verein denken, von ihrer Stadt, wenn der TO fremd geht? Wer heute eine MV in D. durchsetzt, der wird morgen einen Festabend in HH. vorschlagen – der Super Gau.

Um das zu verhindern ist „zahlreich erschienen“ nicht unbedingt erwünscht. Nun könnten, mit dem Mittel der Online Wahl, TO Mitglieder aus aller Herren ( Bundes ) Länder völlig unkontrolliert an der Entscheidungsfindung, vor allem aber, an den Beschlüssen mitwirken. Jetzt ist z.B. Bayern, ja auch die Karibik plötzlich in Cuxhaven mit dabei. Neue Mehrheiten würden möglich, und das geht eben nicht, weil einem Vorstand, der streng auf Cuxhaven und eigenen Machterhalt fixiert, die Kontrolle zu entgleiten drohen würde.

Darum ist dies die falsche Vision – so schön sie auch sein könnte.

Detlev Schmandt

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SATIRE GRAF LUCKNER
3.Februar 2014

Danke! Danke! Danke!
Allen, die hier schreiben und allen, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen. Ihr seid mir unerschöpflicher Quell der Inspiration für mein neues Filmdrehbuch (Arbeitstitel: „Szenen aus C., einer deutschen Kleinstadt“).

Da es bis zum Filmstart (die Produktion läuft in Hollywood gerade an) noch rund ein Jahr dauern wird, und Ihr sicher neugierig seid, hier schon einmal als Vorgeschmack die Skizze einer kleinen Szene:

Bei der Bürgerversammlung erklärt B., der Tourismusverantwortliche der Stadtverwaltung den Erschienenen: Kinderspielplätze sind pädagogisch und sozial völlig sinnlos. Daraus zieht die Stadtverwaltung nun aber nicht den Schluss, ihren Kinderspielplatz zu schließen. Im Gegenteil. Sie betreibt ihn weiter, nun aber als Sandkastentheater! Einige erkennen diesen genialen Trick und machen um den Spielplatz zukünftig einen weiten Bogen. Andere erkennen das nicht und gehen nach wie vor auf den Spielplatz. Darin steckt nun die besondere Spannung: Sie denken, sie sind dort sie selbst,
tatsächlich aber besetzen sie dort eine der Rollen, die Regisseur B. (der Tourismusverantwortliche) für sie vorgesehen hat. Als Rollen gibt es die Blonden (die Guten) wie M. oder W. und die Brünetten (die Bösen) wie A. oder B. Die spielen munter vor sich hin mit ihren Schippen und Sandförmchen. Wenn es auf der Sandkastenbühne etwas zu langweilig wird, oder wenn ein blondes Kind meint, ein brünettes hätte ihm Sand in die Augen geworfen, dann schickt der Regisseur eines seiner zwei Asse auf die Bühne.

Das eine As des Regisseurs ist der komödiantisch-clowneske B. Der bringt Verwirrung in die Szene, da alle denken, er sei Regieassistent, sich auf der Bühne dann aber irgendwo zwischen die Blonden und Brünetten setzt, mitspielt und dabei Faxen macht.

Das dramatische As ist G. der schwarze, maskierte Sheriff. Der ist als Rolle ganz neu und ersetzt H., den gemütlichen, manchmal etwas tapsigen, nun in Ruhestand gehenden Teilzeitmitarbeiter des Ordnungsamtes. Der Sheriff kontrolliert erst einmal, ob die brünetten Kinder auch ordentlich ihren Namen mit einem Stöckchen neben sich in den Sand geritzt haben. Das will die Spielplatzordnung so.

Die blonden Kinder kontrolliert er nicht, denn die sind ja die Guten. Je nach Anweisung des Regisseurs verbannt der Sheriff dann einzelne Brünette für einen Tag oder für immer vom Spielplatz oder nimmt seine Harke und macht die Sandburgen der Brünetten platt. Die sind daraufhin wütend, fangen an zu plärren und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass einer der Brünetten aus Frust mit Sand um sich wirft.
Daraufhin zetern die Blonden und rufen nach dem Sheriff. Will der Regisseur eine dramatische Verdichtung, schickt er ihn auch gleich, will er das Geschehen auf der Bühne retardieren, wartet er damit noch etwas.

Die wichtigste Funktion des Sheriffs ist nämlich, die Kinder im Sandkasten so zu beschäftigen, dass sie nicht merken, dass sie nicht selbstbestimmt im Sandkasten spielen, sondern nur eine Rolle im Sandkastentheater besetzen. Würde das den Spielplatzprotagonisten klar werden, den Brünetten
wie den Blonden, dann könnte es passieren, dass sie keine Lust mehr haben, nur nach den Regievorgaben mit Schippe und Sandförmchen zu spielen, sondern gemeinsam im Sprechchor skandieren: Wir wollen eine Schaukel und eine Rutsche! Das wäre für die Stadtverwaltung äußerst fatal. Denn oben von der Rutsche hätte man einen hervorragenden Blick aufs Rathaus und könnte sehen, was in der Stadtverwaltung so passiert.

Das soll als ausführlichere Szenenskizze erst einmal genügen. Eine weitere Szene wäre im Gerichtssaal, wo sich L., der ehemalige Bürgermeister von C., wegen dubioser Finanzgeschäfte im Zusammenhang mit seinem Amt verantworten muss. Und eine Szene auf einer Landstraße ganz weit im Süden, wo es zu einem verhängnisvollen Unfall mit einer Schwerverletzten kommt, weil ein zum Klüngel des ehemaligen Bürgermeister gehörender Autohändler dem Ehepaar L. statt eines Neuwagens ein längst nicht mehr verkehrssicheres, schrottreifes Gefährt untergejubelt hat.

Mehr will ich aber jetzt nicht verraten. Nur soviel: Da Kultregisseur Quentin Tarantino kürzlich die Arbeiten an seinem aktuellen Film abgebrochen hat und nun kurzfristig Kapazitäten frei hat, wird er –
begeistert von meinem Drehbuch – sofort damit beginnen, dieses zu verfilmen.

Euch allen nochmals herzlichen Dank für die Inspirationen dazu! Mein Drehbuch ist selbstverständlich reine Fiktion. Bezüge zu lebenden Personen können nicht hergestellt werden. Daher sind die Rollen auch nur mit einem Großbuchstaben bezeichnet, denn, wie wir alle wissen, bedarf es zur Identifizierung von Personen immer eines ausgeschriebenen Vor- und Zunamens.

Felix Graf von Luckner
(Als Drehbuchautor unterzeichne ich immer mit meinem Künstlernamen)

3 Kommentare zu Hohlspiegel

  1. Das hatte ich Dir vor ein paar Tagen schon mal rueber geschickt.
    Gruss
    Ernst

  2. Witzbold sagt:

    Trans Ocean im Jahr 2020:
    Mit Hilfe der Stadt Cuxhaven hat Trans Ocean auf Neuwerk ein Internierungslager für TO Kritiker eingerichtet. Der Lagerälteste Peter F. wacht dort über rund 100 Mitgefangene. Psychopharmaka haben ihn gefügig gemacht. Die Patente an seinen Selbststeueranlagen hat er dem Verein abgetreten. Die Anlagen werden im Lager produziert und auf Rechnung des Vereins verkauft. Lagerkommandant Bert F. führt ein strenges Regime auf der Insel. Wer sich nicht vor der Büste des Vereinsvorsitzenden Martin B. verbeugt, bekommt Haftverschärfung. Diese besteht darin, dass dem Betreffenden die Labskausration um die Hälfte gekürzt wird. Wiederholungstäter bekommen im Keller des Neuwerker Turms die Instrumente gezeigt. Dort verrichtet der ehemalige Vorsitzende Bernd L., genannt „Hansen Präsident“, sein grausames Handwerk. Bernd L. ist ein gebrochener Mann, nachdem er durch eine Schutzkampagne von Vereinskritikern in Cuxhaven zur unerwünschten Person wurde. Entsprechend erbarmungslos geht er mit seinen Opfern um. So hat er Wolfgang R. solange dem gefürchteten Labskausboarding unterzogen, bis dieser erstickte. Allerdings ist sein größter Wunsch, seinen ehemaligen Stellvertreter Andreas H. in die Finger zu kriegen, bislang noch nicht erfüllt worden. Ohne den Verräter H., da ist sich Bernd L. sicher, wäre er jetzt noch in Amt und Würden. Der Vereinsvorsitzende Martin B. lässt sich nur selten auf Neuwerk blicken. Sein sanftes Wesen kann das Elend dort nicht ertragen. Ohnehin versteht er nicht, was all die Menschen auf Neuwerk gegen ihn haben. Er hat es doch nur gut gemeint. Außerdem ist er sich keiner Fehler bewusst. Das hat er sogar schwarz auf weiß von einem Anwalt für 20000 Euro bestätigt bekommen.

  3. GauleiterWest sagt:

    Angeregt durch die voranstehenden Beiträge ein satirisches Spiel mit Möglichkeiten und Ideen wie man aus der Entfernung solche Vorgänge bewerten könnte:

    Aus den Nachrichten für Seelenwühler, Ausgabe 14 im Jahr 2032: Wie der Grabungsleiter des NordWestGAU Cux2 heute berichtete, wurden in letzter Zeit vermehrt Hinweise auf die Rituale des frühen 21. Jahrhundert entdeckt. Es konnten einige Steintafeln mit juristischen Schriftsätzen eines gewissen L. rekonstruiert werden, in denen Zeugnisse aus der Zeit vor der Transoceanitischen Zeitenwende dokumentiert sind. Offenbar haben vor dem Aussterben der Spezies Seglerus Augenzumachii die gemeinen Raubjuristi Corrupticus gewisse Fabelmärchen und betörende Duftwässerchen in Form von Preisen und Pokalen verteilt. Einige Verbindungen zu flächendeckenden Verflechtungen mit einer ominösen CuxEnterprisiensis Sekte und deren weitgehendem Einfluss auf Bauvorhaben und andere Projekte konnten allerdings nur unzureichend rekonstruiert werden. Ebenso konnte die genaue Rolle des Kardinal Berkchilieu nicht aufgedeckt werden. Gab es diese Person wirklich historisch, oder wurden hier Elemente des Hofnarren H. mit einer fiktiven Geisterscheinung verquickt? Da bei der Errichtung des vierten Cuxhavener Lokalreiches und der nachfolgenden Kleinkriege viele Dokumente und historische Darstellungen verloren gegangen waren, ist dies ein erster Schritt zum Verständnis der späten Frühzeit geistiger Umnachtung. Wir dürfen auf weitere Veröffentlichungen der historischen Gesellschaft gespannt sein.

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