17. Ein Resümee

20090126-024511-1Im TO Forum ist seit kurzem folgender Beitrag zu lesen:

Gedanken zum bevorstehenden Gutachten i.S. Drifter
Unser Verein und damit wir alle als Mitglieder des TO haben einen erheblichen finanziellen Schaden zu ungunsten unserer Vereinsfreunde Coby und Arnold angerichtet. Als Hauptverantwortlicher kommt Herrn Luetgebrune in Frage, aber dieser handelte bedauerlicherweise eben im Namen unseres Vereins und wir als Mitglieder haben ihn jahrelang gewählt und wer ihn nicht gewählt hat, hat ihn geduldet, gerade auch diejenigen unter uns, die davon ausgehen, das die Mitgliedschaft in einem Verein nicht mehr verlangt als eine regelmäßige Beitragszahlung.

Die Besonderheiten unseres Vereins, der jahrzehntelang in einem abgeschlossenen Zirkel, fernab demokratischen Empfindens geführt wurde, mögen jeden Einzelnen von uns entlasten, entbinden uns aber keineswegs von der Pflicht zur Wiedergutmachung.

Es geht aber noch um etwas Anderes: Das Ansehen des TO, seiner Mitglieder und der deutschen Seglergemeinschaft insgesamt.
In den persönlichen Begegnungen mit unseren Freunden aus den anderen europäischen Ländern spüren wir kaum noch nationalstaatliche Unterschiede, aber das täuscht. Nicht wenige unserer Nachbarn empfinden deutsche Politik wieder als imperialistisch und fühlen sich bevormundet, von einem Land das inzwischen begriffen hat, das es wirtschaftlich und politisch eine europäische Führungsmacht ist. Nicht nur darum gilt es, höchste Aufmerksamkeit auf unser Image zu legen. Das ist nicht nur Aufgabe unserer Politiker oder Vereinsfunktionäre sondern auf jeden Einzelnen kommt es ein klein wenig an.

Es ist fast schon so, das eine Vorbildfunktion von uns erwartet wird, in Anbetracht der Forderungen, die wir an andere Länder stellen und der Ratschläge, die wir erteilen. Europa schaut auf Deutschland und die deutschen Segler und unsere Freunde aus den Nachbarländern schauen auf uns und unsere Entscheidung i.S. Drifter (Nein, nicht Alle aber auch nicht Wenige). Wir haben alle unseren Anteil am Gesamtbild und an unserem Gemeinwohl. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das es viele uninteressierte und uninformierte Mitglieder gibt, die am Leben des TO nur als gelegentliche Konsumenten teilnehmen und in die Meinungsbildung nicht eingreifen.

Letztendlich werden die Mitglieder des TO auf der nächsten MV eine Entscheidung i.S. Drifter fällen. Das Gutachten wird eine Handlungsempfehlung sein, nicht mehr und nicht weniger. Die Wirkung auf die Meinungsbildung wird dennoch spürbar sein. Es ist nicht unüblich und durchaus nachvollziehbar, dass die Mitglieder eines Vereins den Vorschlägen ihres Vorstands folgen, in dem Glauben, dass es sich um Vorschläge handelt, die dem Wohl des Vereins dienen. Dieser Umstand legt einen hohen Anteil der Gesamtverantwortung in die Hände der Vereinsführung.
In Ermangelung einer vor langer Zeit angekündigten Meinungsumfrage über Vereinsthemen im TO Heft können wir über die Beurteilung der Sache Drifter durch die Mitglieder nichts Abschließendes feststellen, auch weil diese den Verein so bewegende Angelegenheit nie im TO Heft ausführlich dargestellt wurde. Bekannt ist aber, dass viele Mitglieder sich für eine volle Entschädigung ausgesprochen haben, wogegen es keine bekannte Stimme gibt, die dies explizit ablehnt.

Daher wird es darauf ankommen, dass die Handlungsempfehlung den rechtlichen Rahmen auch genau in dieser Richtung ausschöpft. Es steht einiges auf dem Spiel in dieser Sache und ich behaupte, das es im TO noch nie eine Entscheidung von dieser Reichweite zu treffen gab.
Um der Dramatik ein Ende zu bereiten behaupte ich weiter, dass es auch noch nie eine Entscheidung zu treffen gab, die so alternativlos jedem ins Auge sticht, der weiter den Stander fahren will.

Der Vorstand muss eine private Haftung nicht fürchten, die Mitglieder können frei über das Vermögen des Vereins entscheiden, keine der möglichen Konsequenzen kann sich negativ stärker auswirken, als Vereinskameraden die Hilfe zu versagen.

Ich lese hier nun, welche Szenarien auf der nächsten Mv möglich erscheinen, wenn, wie im vergangenen November, erneut nicht auf sicherem vereinsrechtlichen Boden abgestimmt und ausgezählt wird. Jedes Ergebnis der nächsten Mv wäre dann gerichtlich angreifbar, auch das Abstimmungsergebnis in der Sache Drifter. Dürfen wir das unseren Segelkameraden Coby und Arnold zumuten? Dürfen wir das unserem Verein zumuten? Wer will hier die Verantwortung übernehmen?

Das Schweigen des Vorstands ist auch nicht gerade ermutigend und so empfehle ich dringend die baldige Klärung im Vorweg der nächsten Mv. Noch ist Zeit, über den Hausanwalt hinaus Erkenntnisse zu gewinnen (ein absolutes Muss für jeden Verantwortungsträger angesichts der bekannten Argumente). Noch ist Zeit, eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen, allein um der Rechtssicherheit willen. Dahinter müssen alle anderen Ambitionen zurückstehen.

Niemand der Verantwortungsträger darf darauf hoffen, sich hinter der umstrittenen Ansicht des Hausanwalts zurückziehen zu können, das ist zu wenig im Amt.

Da ich mich darauf nicht verlassen will, frage ich, wer mir einen erfahrenen Anwalt im Vereinsrecht nennen mag, ich beabsichtige nach Kenntnis der Rechtslage eine eigene Initiative.
Beate Schmandt
SY Kira von Celle

Bequia - Admiralty bay - Fischerboote am Strand von Port EliabethRepräsentiert der TO noch den Willen seiner Mitglieder?
Diese Faktensammlung spricht für sich:
1.- Martin Birkhoff formuliert in einem Interview der YACHT: „Die Vergangenheit ist für den TO Irrelevant“ und zeigt seit seiner Wahl recht offenbar einen ausgeprägten Unwillen, sich mit einer zügigen Aufarbeitung der Altlasten zu befassen.
2.- Uwe Röttgering berichtete aus der Zeit seiner Vorstandsarbeit: „Eine Entschädigung für Drifter ist vom Vorstand nicht gewollt“
3.- Mit einer – wahrscheinlich – rechtswidrigen Auszählung bei der Abstimmung über die neue Satzung wurde der Wille einer kleinen Minderheit, zu der auch die Vorstände gehören, gegen den Willen einer großen Mehrheit durchgesetzt.
4.- Ein Versammlungsabbruch wurde rechtswidrig als Vertagung auf die nächste Mv in 12 Monaten ausgegeben.
5.- Der Beiratsvorsitzende wurde offenbar abseits eines gültigen Tagesordnungspunktes gewählt.
6.- Das Versammlungsprotokoll wurde unglaubliche sechs Wochen verspätet veröffentlicht.
7.- Im Newsflash #8 wurde engagierten Mitgliedern unkameradschaftliches Verhalten vorgeworfen, weil sie angeblich die Verhängung eines Zwangsgeldes gegen den ersten Vorsitzenden beim Registergericht erreichen wollten. Eine Unwahrheit die der Vorstand kurzfristig korrigieren mußte.

Dagegen ließt sich das Editorial von Martin Birkhoff im Heft #139 wie eine Botschaft aus einer anderen Welt:

Es wäre schön, wenn wir alle Trans-Ocean in Kameradschaft gestalten. Das Synonymlexikon übersetzt dieses Wort mit: freundlich, anständig, aufmerksam, bereitwillig, brüderlich, entgegenkommend, großzügig, gutgesinnt, hilfsbereit, höflich, konziliant. Besser kann man den Grundgedanken von Trans-Ocean doch kaum beschreiben.

Wer hätte nicht gerne gelesen oder für wahr befunden, wenn ein Vorstand mit Gelassenheit die eigene Vergangenheit – und Fehler der Vergangenheit – hinter sich gelassen hätte? Es wäre für jeden neuen Vorstand ein Leichtes gewesen. Er hat immerhin nach seiner Wahl mehr Transparenz und Mitbestimmung angekündigt. Heute wissen wir, dass er nicht mal den Mut besitzt, seine Mitglieder um ihre Meinung zu befragen – ganz zu schweigen auf ernste Fragen eine Antwort zu geben.

STILLE im TO-FORUM
Im TO Forum scheint das Interesse der breiten Mitgliederschaft am Vereinsgeschehen nicht mehr vorhanden. Wenn nur ca 40 Mitglieder an der Kernfrage nach Rechtssicherheit noch Interesse zeigen, könnte der Vorstand daraus den – falschen – Schluss ziehen, dass die Mitglieder müde geworden sind, sich kritisch in das Vereinsgeschehen einzumischen. Dieser Eindruck ist trügerisch: denn die Segler haben wahrscheinlich nur die Lust verloren, sich in einem Forum zu äussern, in dem Kritik stringent verhindert und unterbunden wird.

Die Erfahrung hat gezeigt, wie sehr eine Satzung mit Demokratie Defiziten die Entwicklung eines Grossvereins hemmen und negativ zu beinflussen vermag. Das Ungleichgewicht zwischen Vorstand und Mitgliedern hätte nicht grösser geraten können. Wer hätte im November 2012 geglaubt, dass der Vorstand derart ungewöhnliche Wege gehen könnte, einen Mehrheitsbeschluß zu unterlaufen?

SFO Seelöwen Kopie

DIE RECHTSSICHERHEIT
Kein Verein kann Rechtsunsicherheit verkraften! Es ist die wichtigste Pflicht eines Vorstands, Rechtssicherheit zügig herzustellen. Leider scheint man wenig gewillt, dieser Verpflichtung nachzukommen. Im Gegenteil: es hat den Anschein, dass man in Cuxhaven immer noch glaubt, durch weitere Verzögerungen die Kritiker zum Verstummen bringen zu können.

Es erscheint logisch, dass ein Vorstand gegen den erklärten Willen seiner Mitglieder nicht mehr lange im Amt zu bleiben vermag. Ebenso stringent, dass damit dem Verein Schaden entsteht. Um so erstaunlicher, dass der Vorstand – scheinbar losgelöst von einer Mehrheitsentscheidung der Mitglieder, seinem ganz eigenem Verständnis über die Ausrichtung des Vereins zu folgen scheint. Das Verhalten gleicht dem vergangener Vorstände in frappierender Weise.

Die Frage sei daher erlaubt: wo liegen die Gründe für ein derartiges Verhalten? Nach meiner Einschätzung wiederholt sich die TO-Geschichte bedauerlicherweise ein weiteres Mal: Der Trans Ocean wird von einem Vorstand geführt, dem der eigene Machterhalt am wichtigsten zu geraten scheint, denn er setzt sich – mit scheinbar leichter Hand – über die Grundregeln von Fairness und Kameradschaft unter Seglern dauerhaft hinweg.

SCHICKSALSFRAGE DRIFTER
DRIFTER ist zur Schicksalsfrage für den TO geraten und es gibt keine Rechtfertigung für nunmehr 5 lange Jahre des Zuwartens von Vorstandsseite. Ich halte es für unerhört, dass der Vorstand den ihm in Nov. 2012 gegebenen Auftrag zur Erstellung eines Rechtsgutachtens in der Drifter Sache weitere 6 Monate verzögert hat. Macht sich denn im Vorstand niemand Gedanken um die Aussenwirkung des Vereins? Kann sich in Cuxhaven keiner in die Lage der Familie Lelijveld versetzen?

Für mich gibt es nur einen einzigen Grund für dauernde Verweigerung / Unwilligkeit heutiger und vorheriger Vorstände, sich dem erklärten Wunsch und Votum vieler Segler und Mitglieder, zur Zahlung einer vollständigen Entschädigung an Familie Lelijveld zu beugen: Das Bestreben, den Schaden für die Vereinskasse gering zu halten. Man muss wohl annehmen, dass dem Vorstand das Renommee des Vereins weniger wichtig ist als eine volle Kasse? Diese häßliche Fratze drängt sich ins Bild, denn jede andere Annahme wäre durch sachliche Argumente recht schnell zu entkräften.

Auch der Versuch, mit DRIFTER ggf. zu dealen und nur eine teilweise Erstattung anzubieten, würde den schnöden Ruch verstärken, dass der Erhalt der Kasse über alles zu gehen scheint.

Warschkowo Hund 2

BRISANTE SITUATION
Erkennt man in Cuxhaven nicht die Brisanz der Situation? Meint man wirklich, dass kluge Segler dies Verhalten auf Dauer akzeptieren werden? Ich bezweifle dies ebenso, wie ich sicher bin, dass der Vorstand auf der nächsten Mv einer aufgebrachten Mitgliederschaft Rede und Antwort zu stehen haben wird. Dabei wird sich dann zeigen, ob es dem Vorstand gelingen wird, die Mitglieder von der Qualität seiner Arbeit zu überzeugen. Vor allem wird sich zeigen, wer – und mit welchen Argumenten – die Sichtweise des Vorstands heute noch unterstützt. Diese Leute werden der Mitgliederversammlung gegenüber erklären müssen, warum ihnen DIE EHRE DES VEREINS und KAMERADSCHAFT unter Seglern weniger wichtig ist, als ein Vermögen, das allen Mitgliedern gehört!

Die Vorgänge der vergangenen MV lassen vermuten, dass es auf der kommenden Versammlung „zur Sache“ gehen wird. Im Nov. 2012 hat der Vorstand die Mitglieder um den Wahlausgang gebracht – er hat sie allesamt düpert – so jedenfalls ist das Empfinden von ca 56 Mitgliedern, die für eine Neue Satzung gestimmt haben. Ein weiteres Mal wird sich dies sicher nicht wiederholen, denn es erscheint sicher, dass der Chor der Kritiker zwischenzeitlich noch lauter geworden ist.

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IDEALISMUS IST NOCH VORHANDEN
Es ist zu bewundern, dass es auch heute noch viele Segler gibt, deren Idealismus, ihrem Verein dereinst zu einer besseren Zukunft zu verhelfen, immer noch ungebrochen ist – die dafür weder Kosten für rechtsanwaltliche Aktionen, noch weite Reisen scheuen, um ihrem Verständnis eines idealistisch ausgerichteten Vereins, am Ende Nachdruck zu verleihen.

Es sollte den Damen und Herren in Cuxhaven zu denken geben, dass noch niemals in der Vereinsgeschichte derart viele Anwälte beschäftigt worden sind, um einer in sich schlüssigen Logik über ein faires Miteinander den Boden zu bereiten. Es sollte zudem nachdenklich stimmen, dass hier seitens des Vorstands das Geld der Mitglieder ausgegeben wird, um die eigene Interpretation einer unsäglichen Situation – GEGEN DIE MITGLIEDER – durchzusetzen.

Vermutlich ist man in Cuxhaven bis heute der Hoffnung, die Geschicke des TO weiter nur im kleinen Kreis bestimmen zu können – denn, warum hätte man ansonsten die neue Satzung blockieren sollen?

DubaiTurmDAS PARADOXON
Für mich ist es ein Paradoxon, dass ein Verein, der sich als Heimat der Blauwassersegler selbst bezeichnet, Segelkameraden aufgrund Vereinsverschulden fünf Jahre lang hängen läßt. Nicht nur für mich hat ein derartiger Verein seine Ehrenhaftigkeit verspielt, er wird nicht mehr gebraucht, denn er passt nicht in eine Zeit, in der die Kameradschaft unter Seglern das letzte verbleibende Bindeglied ist, das Segler veranlaßt, sich in einem Verein zusammen zu schließen.

Wer in dieser Frage nicht deutlich Farbe bekennt und sich vom Vorstand distanziert, läuft Gefahr, mit diesem verortet zu geraten als ein Mensch, dem finanzielle Aspekte und dauernde Ausflüchte näher stehen, als die Übernahme von Verantwortung für die eigenen Segelkameraden.

Solange die DRIFTER Blamage keine Wiedergutmachung erfahren hat, lastet die Verantwortung auf der gesamten Mitgliederschaft. Sie hat es in der Hand, dafür zu sorgen, dass in Cuxhaven die richtigen Schritte getan werden – denn der Vorstand hat fünf Jahre lang bewiesen, dass er dazu weder Willens noch in der Lage ist.

Ich vermute das Schicksal der Familie Lelijveld ist für viele Mitglieder heute der einzige noch verbleibende Grund, sich mit aller Kraft zu engagieren, weil sie nicht zulassen wollen und werden, dass der Vorstand sich im Namen aller Mitglieder vor der Übernahme der Verantwortung zur Seite stiehlt.

Wenn der Vorstand nicht bereit sein sollte, die von Beate Schmandt oben gestellte Frage zu beantworten, wird der Zustand der Rechtsunsicherheit ggf. bis zur Mv weiter dauern. Die Folgen vermag sich ein jeder selbst auszudenken.

Es bleibt zu hoffen, dass sich genügend Segler zusammenfinden, den Vorstand im November eines besseren zu belehren.

Peter Foerthmann

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