Over and out

DEUTSCHLAND anno 2015 folgende
Das Recht auf demokratische Teilhabe an der politischen Willensbildung ist nur Bürgern vorbehalten, die Willens und in der Lage sind, zum Wahltermin persönlich nach Berlin zu reisen. Wer das nicht leisten kann, hat Pech gehabt, denn Briefwahl und Stimmrechtsübertragung sind unzulässig, weil Mutti ihren Bürgern zu wenig traut bzw prophylaktisch Fälschung unterstellt.

Der Bär in NZ

Ein Mikrozensus von 1,5 % beschleunigt den politischen Betrieb ungemein, zudem Mutti sowieso am besten weiss, was dem ganzen Lande dient. Was gestern als Autokratie bekannt, wird heute frech Demokratie benannt – Risiken und Nebenwirkungen eingeschlossen – fragen Sie bitte nicht Ihre Regierung oder ihren Anwalt, denn Rechtsverdreher sind in Berlin ungeliebt, weil man über die allerbeste Expertise bereits selbst verfügt – zudem gilt: wer meckert, wird rausgeschmissen, weil dies einem gewünschten Votum von 100% entgegensteht.

Freilauf für Hunde

MERKE: Die Regierung kennt ihre Schafe, weiss, wann die Wolle zwickt, kennt die Sorgen und Nöte der Herde, weil man selbst so lange das Schaf gewesen ist. Haben Sie also Vertrauen, es wird stets zugesichert, was Sie hören möchten, denn mehr Demokratie braucht sowieso kein Mensch, weil Mutti alles zu Ihrem Besten regelt! Satire erkannt? Dann dürfen Sie weiterlesen…

Diese Fiktion ist in Cuxhaven auch im 5.Jahrzehnt nach Vereins Gründung gelebte Realität. Zugleich erlaubt dies Einblicke, wie es wohl weitergeht: es ist ein Blick in einen Abgrund, den wir zumindest seit der Wende lange verlassen glaubten.

Bullen

MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2014
Ungefähr 83 stramme Vorstands Unterstützer haben am 22.11.2014 ihrem „Führer“ den Rücken gestärkt, wobei jeder Zu- und Toiletten Abgang penibel festgehalten wurde. Eine geplante Säuberungs Aktion gegenüber drei Kritikern mutierte zur Light Version gegenüber einer Rechtsanwältin, vielleicht um den fatalen Eindruck von Säuberung elegant zu umschiffen? Ob man durch Rausschmiss allerdings laufende Gerichtsverfahren ausgehebelt? Peanuts, das wird wohl ein Syndikus zu klären haben, der – oh wie praktisch – bereits im Vorstand integriert. Denkwürdig zudem, dass gegen den vormaligen Vorstand ein Vereinsausschluss niemals postuliert, pikanterweise gleichwohl das Prozessergebnis aus einer anstehenden Klage wg. Unterschlagung, offenbar bereits im Haushaltsplan 2015 als Einnahme tituliert.

Eine Satzung, die seit ca 14 Monaten weitgehend undiskutiert, zudem strittig, dennoch beschlossen wurde, entlarvt die Intentionen des Vorstands, die hier nachzulesen sind.

Die quälende Agonie geht nun in eine weitere Runde, weil der Vorstand nach drei Jahren des Stillstands, sowie andauernder Gerichtsprozesse, offenbar gewillt ist, den Gesamtverein weiterhin in toto in Haftung zu nehmen, um sein ihm ganz eigenes Herrschaftsverständnis, auch für die Zukunft zu retten bzw. zu manifestieren. Wahrscheinlich ist man in Cuxhaven felsenfest davon überzeugt, die ungute Aussenwirkung durch eigene Verlautbarungen sowie Gefälligkeitsadressen ergebener Journalisten auf Dauer kontrollieren zu können.

Der Exodus kluger Segler, die ihrem Verein im Stillen – oder offen – den Rücken gekehrt, wird nach aussen nicht kommuniziert, zudem zuviele unliebsame Details der Vergangenheit, den Mitgliedern weiterhin vorenthalten bleiben. Für uninformierte Neu-Mitglieder eine Erfahrung der besonderen Art, wenn sie dereinst zu entdecken haben, welchem besonderen Verein sie beigetreten sind.

Als Idealist ist mein Glaube an Gerechtigkeit unerschütterlich, denn mir fehlt das Verständnis für eine stille Mehrheit, die durch ihren Unwillen, sich in ihrem Verein zu engagieren, diesem System weiterhin den Rücken stärkt. Mir will nur schwer in den Kopf, dass jahrzehntelange Sünden und Verfehlungen ungesühnt bleiben sollen, denn der heutige Vorstand hat für mich bewiesen, dass er – anstatt einen versprochenen Neuanfang – in der geraden Furche der Verhaltensweisen seiner Amtsvorgänger verbleiben will.

Kuh am Mast

Über die Gründe vermag ein jeder selbst zu räsonieren. Eitle Selbstverliebtheit schiene mir zu wenig Grund, um derart massive Eingriffe in demokratische Selbstverständlichkeiten zu rechtfertigen. Was bleibt, wäre die Vermutung, dass hier mit Stringenz unheilvolle Vorfälle in der Vergangenheit für alle Zukunft vor der Mitgliederschaft verschleiert werden sollen, zumal zwei heutige Vorstände bereits Mitglieder im früheren Vorstand – respektive Kassenprüfer – gewesen sind, zudem ihr Wissen schon am RUNDEN TISCH im Januar 2012 vermutlich nicht offen preisgegeben haben. Beim Betrachter entsteht allzu leicht das ungute Gefühl, dass der Vorstand bis heute eine Menge zu verbergen hat, zudem kritische Menschen nicht mit dem Holzhammer oder Vereinsausschluss zu befrieden sind.

So schliesst sich der Kreis um ein Vereinsmodell, dass sich jeglicher Zukunft zu verweigern scheint. Irgendwann wird es vielleicht gelingen, rückhaltlos die Vergangenheit zu rekapitulieren, diese Hoffnung will ich mir nicht nehmen lassen. Ob allerdings der Verein diese dauerhaften Spannungen wird aushalten können, das wage ich zu bezweifeln, weil mit dem derzeitige Vorstand eine Zukunft nicht denkbar scheint.

Ob es dann einen neuen Verein, ob es Segler mit besseren Visionen geben wird, das liegt allein in der Hand der Menschen, die bereit sind, sich hier zu engagieren. Vielleicht werden am Ende auch einige Journalisten begreifen, dass sie ihren Lesern einen Bärendienst erwiesen, indem sie die verkrusteten Strukturen so viele Jahre unterstützt und der Aussendarstellung der Deutschen Seglerschaft in aller Welt einen verheerenden Schaden zugefügt. Der alte Sinnspruch hat seine Gültigkeit nicht verloren: die Wahrheit wird alles an den Tag bringen. Die Angst vor diesem Tag scheint in Cuxhaven ungeheuer, weil man ihn mit aller Kraft, List und Tücke zu verhindern sucht.

Vogel:Kopf

Für mich jedenfalls ist die Sonne im Westen untergegangen und ich habe festzustellen, dass ich mit der Denk- und Vorgehensweise dieser Menschen nicht kompatibel bin, weil sie erkennbar anderen Interessenlagen folgen, die mit meinen idealistischen Vorstellungen über Form und Funktion eines modernen Segelvereins nicht in Einklang zu bringen sind.

Ganz und gar nicht meine Welt,

das gesteht
Peter Foerthmann

5 Kommentare zu Over and out

  1. Siehe auch

    http://www.atlantis-sail.de/News-aktuell.htm

    Meldung $481-20142012

    „…wird eine Mitgliedschaft zur Peinlichkeit?…“

    Gruß
    Ernst

  2. wolfgang quix sagt:

    solltest du wirklich so weise geworden sein und deine nicht mehr nachvollziehbare
    kritik am to einstellen ?
    ich kanns nicht glauben wolfgang

  3. peter sagt:

    Moin Wolfgang, als Antwort darf ich aus unserem Mail Verkehr vom 24.10.2011 zitieren:

    „Ich hatte den Eindruck, dass auch Du mit der derzeitigen Situation und Führung des TO unzufrieden bist, Du offenbar sogar rechtliche Schritte in Erwägung gezogen hast. Habe ich mich getäuscht? Was ist los?

    Deutlich: ich erstrebe hier keine Lorbeeren oder gar Ämter, bin hingegen der Auffassung, dass man den TO Betrieb modernisieren, vor allem demokratisieren sollte, wenn er für seine Mitglieder auch in Zukunft attraktiv und beständig sein soll. Was nützt es, allseits mündlich Zustimmung zu erfahren, wenn dem aktiv dann keine Taten folgen?
    Gern würde ich hören, wie Du die Sache siehst!
    beste Gruesse aus Hamburg
    Peter“
    ————————-
    Ich habe von Dir übrigens niemals eine Antwort erhalten! Als alter Hase und intimer Kenner aller „Schweinereien“ im inneren TO Zirkel, hast Du Deine Kritik am Verein stets nur im Dialog artikuliert. Dein jahrelanges Schweigen im Walde … und nun Dein obiger Kommentar … lassen vermuten, dass Du mit dem „neuen alten Führungsstil“ weiterhin einverstanden bist.

    Wer derartige Strukturen stillschweigend oder gar lautstark pöbelnd unterstützt, zeigt mehr von sich, als ihm lieb sein kann, denn, nicht wahr: Die Fakten sprechen eine ganz feinsinnige Sprache.

    Zudem: auch Du hast am RUNDEN TISCH in 2012 teilgenommen, ohne Dich deutlich von der Vergangenheit zu distanzieren, die noch heute atmet, weil sich nix geändert hat.

    So gesehen, Wolfgang, gebe ich Dir Recht: es gehört wohl Weisheit dazu, seinen Rücken gerade zu machen, anstatt stillschweigend ein „Regime“ weiter zu unterstützen, das auf derart fadenscheinigen Stelzen steht, nur weil man vermutlich selbst finanziell davon profitierte.

    Danke für Deine nette Steilvorlage
    Peter

  4. wolfgang quix sagt:

    wir hatten keinen mail-verkehr, du hast mir geschrieben und ich bin nicht drauf eingegangen. warum, das kann jeder hier nachlesen. deine art ist eben nicht meine.
    statt polemisieren praktisch mitarbeiten, so halt ich es.

    over und out wolfgang

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