{"id":15141,"date":"2017-08-13T01:14:56","date_gmt":"2017-08-13T08:14:56","guid":{"rendered":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/?page_id=15141"},"modified":"2018-02-15T11:02:32","modified_gmt":"2018-02-15T18:02:32","slug":"fiji-2017-hidden-paradise","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/blogs\/deutsch-cruising-area\/pacific\/fiji-2017-hidden-paradise\/","title":{"rendered":"Fiji 2017 &#8211; paradise"},"content":{"rendered":"<p><strong>NEUES AUS DEM ZIELGEBIET ALLER SEENOMADEN<\/strong><br \/>\nWir lieben Fiji und ganz speziell Savusavu. Seit fast 10 Jahren sind wir jeden Winter Dauergast in diesem kleinen Ort. Die Locals nennen es \u201eThe hidden Paradise\u201c. Wenn man ein wenig schielt und das darf man Anbetracht dieser zauberhaften Natur und Menschen, kann man das so durchgehen lassen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image002.png\" alt=\"\" width=\"785\" height=\"595\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15142\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image002.png 785w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image002-300x227.png 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image002-768x582.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 785px) 100vw, 785px\" \/><\/p>\n<p>Savusavu liegt seit dem Beginn der Fahrtensegelei fest im Zielgebiet der Segelnomaden. Wie schon die ersten Entdecker und Handelsreisende, versuchen sie  aus nichts Vorteile zu ziehen. Es werden zwar keine Sklaven, bzw. Beute  und Inseln f\u00fcr Glasperlen und Tand eingetauscht, aber daf\u00fcr werden die \u00e4ltesten Klamotten aus dem Putzlappensack geholt und gegen Bananen- Stauden, Fisch, und Gem\u00fcse eingetauscht.<\/p>\n<p>Das hat viele Jahre gut funktioniert doch mittlerweile ist das \u201eNeuland\u201c (wie Madame Merkel sagte) entdeckt worden und es gibt das Internet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image003.png\" alt=\"\" width=\"685\" height=\"491\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15143\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image003.png 685w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image003-300x215.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/p>\n<p>Vodafone ist allgegenw\u00e4rtig und selbst der \u00e4rmste Zuckerbauer hat ein Handy und einen hervorragenden Internetzugang. Das ist gut so, denn nun drehen sie den Spie\u00df um und verkaufen billigste Pressperlen zu teuersten Preisen. Die Rache der Verarschten. Gut so und weitermachen! Der Palangi hat sich dies redlich verdient!<\/p>\n<p>Fiji ist in vielen Dingen hochmodern. Jede Marktfrau oder jeder Gesch\u00e4ftsmann hat mittlerweile eine automatische Gesichtserkennung in der Kasse. Sie erkennt sofort ob es ein Fijianer oder Tourist ist, der zu zahlen hat und die Kasse erh\u00f6ht, zum Schutz der W\u00e4hrung, sofort den Preis um 50-100%. Davon k\u00f6nnen wir Europ\u00e4er noch lernen. Die Geldautomaten werden noch h\u00e4ufiger genutzt und die Banken sind auch gl\u00fccklich. Wir Langfahrtsegler haben ohnehin zu viel Geld, da muss doch geholfen werden.<\/p>\n<p>Auch im Gesundheitswesen tut sich vieles. Jedes Schiff aus z.B. Tonga kommt in den Genuss der Fliegenspray-Dose und wird f\u00fcr l\u00e4cherliche FJ$ 60 mit einem Triple &#8211;  hochwirksam behandelt. Versuchen sie daf\u00fcr mal einen deutschen Arzttermin zu bekommen. Das Einklarieren au\u00dferhalb der Dienstzeit kostet mittlerweile fast F$ 500, also am besten in der Woche ankommen.<\/p>\n<p>Mosquitos &#038; Co: Hier wird der Synergieeffekt auf die Spitze getrieben und wahre Wunder erreicht. Fr\u00fcher kippte man den M\u00fcll einfach in die Landschaft oder ins Wasser doch heute wird er effektiv verbrannt. Mit h\u00f6chster Pr\u00e4zision wird so gez\u00fcndelt das alle Yachten im Operationsgebiet effizient mit einem stetigen Qualm und Aschestrom \u00fcberzogen werden. Das vertreibt die Mosquitos und treibt das faule Seglervolk an, mal wieder Deckwasch zu machen. Also Sport an Deck vom Feinsten. Am wirkungsvollsten sind Warm-Abbr\u00fcche und Zuckerrohrfelder aber auch die Verpackungshalden der lokalen Superm\u00e4rkte geben gute \u201eSchutz\u201c-Wolken ab.<\/p>\n<p>Die Versorgung ist in den letzten beiden Jahren bemerkenswert simplifiziert worden. Als vor drei Jahren New-World aufmachte gab es entsetzliche Irritationen wegen der unangenehm gro\u00dfen Auswahlm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image006.jpg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"365\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15144\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image006.jpg 680w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image006-300x161.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/p>\n<p>Sich zwischen mehreren Sorten K\u00e4se entscheiden zu m\u00fcssen l\u00f6ste Gewissenqualen aus. Heute ist es wieder besser. Eintopf, Zweitopf oder  Keintopf und damit basta. Weg mit dem f\u00fcrchterlichen Durcheinander im Angebot. Wer Einkaufs-Masochismus braucht geht ins Feinkostgesch\u00e4ft und kauft sich den Camembert f\u00fcr 12-14 Dollar oder die Flasche Wein f\u00fcr FJ$ 60. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image007.png\" alt=\"\" width=\"705\" height=\"457\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15145\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image007.png 705w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image007-300x194.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px\" \/><\/p>\n<p>Wer isst schon Camembert wenn Reis und \u00d6l subventioniert ist? Segel-Orthoptera sind ohnehin knapp bei Kasse.<\/p>\n<p>Knapp bei Kasse wird hinterher auch der sein, der sich mal einen Sundowner leisten will. Zum Schutz der Nation ist die Steuer auf alkoholische Getr\u00e4nke gl\u00fccklicherweise stark erh\u00f6ht worden. Das h\u00e4lt die Locals n\u00fcchtern und die Segler fit. Die Flasche Fiji-Rum kostete vor einigen Jahren so um die FJ$ 35 jetzt aber endlich FJ$ 108. Das ist doch was. Das T\u00f6pfchen Margarine FJ$ 10 und das Bier an der Club Bar FJ$ 7. Der Karton 0,33 Dosenbier so um die F$ 80. Die \u201eFinanzprohibition\u201c zeigt Erfolge, kein n\u00e4chtliches Gegr\u00f6le mehr am Strand, keine lauten Partys auf den Yachten. Daf\u00fcr geh\u00f6rt der Strand jetzt den herrenlosen Hunden. Sie musizieren jede Nacht, vor allem in den Vollmondn\u00e4chten. Zauberhaft!<\/p>\n<p>Einen besonders wirkungsvollen Schutz vor Einbruch wird in bei Superm\u00e4rkten betrieben. Man h\u00e4uft einfach allen M\u00fcll vor die Hintert\u00fcr und schon ekelt sich der eventuelle Einbrecher und zieht von dannen. Praktisch gelle? Die Kakerlaken lieben es und werden riesig.<\/p>\n<p>Man ist auch ernsthaft bem\u00fcht die Segler in Fahrt und fit zu halten. Mal eben wochenlang faul an der Mooring zu liegen und Bewuchs anzusetzen ist nur noch etwas f\u00fcr Geldverschwender. Also 40% Mooring-Fees drauf und die Flotte sticht schneller wieder in See als sie gekommen ist. Das ist auch besser f\u00fcr das Gem\u00fct der Einheimischen und sie schielen nicht mehr so viel auf diese \u201eReichen\u201c sondern gehen wieder brav in die Kirche.<\/p>\n<p>Von Samstagmittag bis Montagmorgen liegt Fiji im Kirchenkoma. Wie sagt Radio-Chief Curly immer so sch\u00f6n: \u201eChurch, Church, Church and more Church\u201c. Curly betreibt das nette lokale Segler Net und moderiert von Montag bis Samstag 08:00 auf VHF 68. Einfach h\u00f6renswert.<\/p>\n<p>Die Kirche hat den Sonntag allokiert und zwar in voller L\u00e4nge. Am Morgen geht man beschwingt und frohen Mutes Richtung Kirche und am Abend sieht man sie mit h\u00e4ngenden K\u00f6pfen wieder heimw\u00e4rts gehen. Es scheint keine besonders erbauliche Angelegenheit zu sein. Irgendwie wie   Wer\u2019s mag. Ein jedem Tierchen sein Pl\u00e4sierchen wie man so sch\u00f6n sagt oder wie der  preu\u00dfischen K\u00f6nig Friedrich II sagte: \u201eJeder soll nach seiner Fa\u00e7on selig werden\u201c.<\/p>\n<p><strong>Fiji ist multikulti<\/strong><br \/>\nEin wahres Paradies f\u00fcr Schwarz-Rot-Gr\u00fcne Multikulti-Fans und Neu-Europ\u00e4er. Das Warenangebot ist dementsprechend korrekt. Das inkorrekte Schweinefleisch findet man nur noch in Hinterhof-Fleischgesch\u00e4ften und das allgemeine Angebot ist voll und ganz auf die Bart- und Schleier-tragenden Zukunftstr\u00e4ger ausgerichtet. Das zum Angebot stehende Fleisch wird den Regeln des Islams entsprechend \u201eproduziert\u201c, mit Zertifikat.<\/p>\n<p><strong>Sicherheit<\/strong><br \/>\nWie in den meisten, stark religi\u00f6s ausgerichteten, L\u00e4ndern verh\u00e4lt sich die Kriminalit\u00e4t proportional zur Anzahl der Kirchen. Man braucht sich nur mal in Google-Street-View die Stra\u00dfen n\u00f6rdlicher L\u00e4nder oder die z.B. Latein-Amerikanischer L\u00e4nder anschauen und am Zustand der jeweiligen Befestigung der Gesch\u00e4fte seine eigenen Schl\u00fcsse zu ziehen. Fiji\u2018s Gesch\u00e4fte sind voll verriegelt und verrammelt sobald das Gesch\u00e4ftsleben Feierabend macht. Das sch\u00fctzt den Warenbestand und die Familien, der M\u00e4nner, die vielleicht schwach werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Langschwein<\/strong><br \/>\nDas Langschwein wird schon lange nicht mehr mit der Keule geschlachtet das macht man heute mit der Visa-Karte. Wer ein bisschen clever ist benutzt die Master EC Card und hebt beim Automaten der BSP ab. Dort sind die Geb\u00fchren am niedrigsten. Wenn allerdings die Cruiser-Ships einfallen wird der Modus anscheinend etwas ge\u00e4ndert und die Auszahlungsquoten gehen in den Keller. Aber dann geht alles in den Keller bzw. alle Preise steigen exorbitant. An diesen Tagen bleibt man am besten an Bord und genie\u00dft Fiji wie es von der Wasserseite aus zu sehen ist.<\/p>\n<p><strong>Termintreue<\/strong><br \/>\nEin wirklich witziges Wort, zum Totlachen, ungef\u00e4hr so wie Abmachung, Absprache oder Verfallsdatum. Es funktioniert alles, irgendwann, irgendwo, irgendwie, nur nicht wann und wie man will. Wenn das dringend ben\u00f6tigte Ventil nicht am Montag kommt dann kommt es eben einen Monat sp\u00e4ter am Montag. Wenn der Tankwagen zu Hochwasser kommen soll, kommt er zu Niedrigwasser. Wenn der Bus um 08:00 fahren soll f\u00e4hrt er um 09:00. Wenn man eine Volvo Dichtung gebraucht bekommt man vielleicht eine von Ford. Wenn ein Impeller bei Ebay 5 Dollar kosten soll kostet er hier FJ$ 270.  Nun seid doch nicht so kleinlich, passt doch, oder? Besser als gar nichts. Wenn das Teil nicht passt hat man halt die falsche Maschine, ist doch logisch.<\/p>\n<p><strong>Shipping<\/strong><br \/>\nMan kann auch bei DHL oder UPS bestellen. Wenn die beiden sich nicht gerade, vor Ort, bekriegen, braucht ein Teil von Nadi bis Savusavu h\u00f6chsten 7-8 Wochen (88,4 km). Vielleicht bekommt man ja auch einen Tipp und man findet die Sachen in einem alten Regal im Postamt.<\/p>\n<p><strong>Europa<\/strong><br \/>\nAber das kann ein deutscher Versandhandel aus Bremen noch besser. Er sendete Kartenchips  mit einem Gewicht von gesch\u00e4tzten 1,2 Gramm f\u00fcr 87,00 \u20ac (in Worten siebenundachtzig)  nach Savusavu, nur das die Chips leer waren und man sich die Karten f\u00fcr teures Geld downloaden muss. So wird richtig Geld gemacht. Hier kann sogar unser Fiji noch etwas lernen.<\/p>\n<p>Interessant ist auch das Gehirntraining das dem Kunden jeden Tag auferlegt wird. Kostet heute die Butter FJ$ 10 ist es morgen die das T\u00fctchen Minisahne. Hat der eine Laden etwas billig ist es im anderen teuer. Selbst bei L\u00e4den gleicher Kette steigt Preisdifferenz mit der N\u00e4he zur Touristen- und Segler-Welt. Die Bew\u00e4ltigung dieses \u201ewo kauf ich denn heute\u201c-Parcours h\u00e4lt die Denkmurmel in Arbeit und den K\u00f6rper fit.<\/p>\n<p>Das Garn lie\u00dfe sich noch endlos weiter spinnen, doch was solls!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image012.png\" alt=\"\" width=\"803\" height=\"545\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15146\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image012.png 803w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image012-300x204.png 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/image012-768x521.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 803px) 100vw, 803px\" \/><\/p>\n<p><strong>Fiji, du bist ein Traum<\/strong><br \/>\nDeine Schw\u00e4chen zu eliminieren hie\u00dfe deinen Charakter ver\u00e4ndern. Das zu tun w\u00fcrde auch das unglaublich Nette und Liebenswerte in und an dir zerst\u00f6ren. Bleibe wie und was du bist. Wir kommen damit schon zurecht. <\/p>\n<p>Ingrid + Ernst Barrels<br \/>\nSY Atlantis <a href=\"http:\/\/www.atlantis-sail.de\/\" target=\"_blank\">WEITERLESEN<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NEUES AUS DEM ZIELGEBIET ALLER SEENOMADEN Wir lieben Fiji und ganz speziell Savusavu. Seit fast 10 Jahren sind wir jeden Winter Dauergast in diesem kleinen Ort. Die Locals nennen es \u201eThe hidden Paradise\u201c. 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