{"id":16039,"date":"2017-10-11T06:21:52","date_gmt":"2017-10-11T13:21:52","guid":{"rendered":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/?page_id=16039"},"modified":"2018-03-12T11:56:22","modified_gmt":"2018-03-12T18:56:22","slug":"oyster-daemmerung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/schiffe\/oyster-daemmerung\/oyster-daemmerung\/","title":{"rendered":"Oyster D\u00e4mmerung"},"content":{"rendered":"<p><strong>EIN DONNERHALL GEHT UM DEN BALL<\/strong><\/p>\n<p>Der spektakul\u00e4ren Untergang einer OYSTER 825 im Mittelmeer im Juli 2015 hat viele Fragen aufgeworfen. Das erst im Jahre 2014 einem russischen Eigner \u00fcbergebene Schiff wurde k\u00fcrzlich gehoben. Seitdem f\u00fcllen <a href=\"http:\/\/www.yacht.de\/panorama\/news\/oyster-raeumt-fertigungsfehler-ein\/a103583.html\" target=\"_blank\">die verheerenden Fotos<\/a> struktureller Sch\u00e4den internationale  Tageszeitungen, sowie Fachzeitungen und englische Foren. <\/p>\n<p>Die Sprache der Fotos ist ersch\u00fctternd. Dagegen erscheinen Berichte, Kommentare oder laue Erkl\u00e4rungsversuche wie \u00d6l ins Feuer einer Diskussion, die uns seit Jahrzehnten begleitet, besch\u00e4ftigt und manchmal sogar ver\u00e4ngstigt: Quo Vadis Bootsbau. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/ARC-start-1024x676.jpg\" alt=\"ARC start\" width=\"640\" height=\"423\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11711\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/ARC-start-1024x676.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/ARC-start-300x198.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/ARC-start-768x507.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Ein Donnerhall wie der Kiel Abfall vom Premium Boot wirft einen langen Schatten auf Sitten und Gebr\u00e4uche im Marine Business, unter dessen Mitspielern die Journaille eine Schl\u00fcsselrolle spielt, weil sie bei der Vermarktung das Gaspedal unterm Schreibtisch innehat: Presseberichterstattung \u2013 Fahrberichte \u2013 Lifestyle &#8211; Augenschmaus \u2013 kein Segler erwartete den ultimativen Test, vergleichbar wie in anderen Lebensbereichen, weil die weder bezahlbar, noch weniger erw\u00fcnscht, h\u00f6chstens die Rechtsabteilungen zum Gl\u00fchen bringt. Solange nix passiert, herrscht Friede Freude Eierkuchen,  k\u00f6nnen Verbindungen und \u00dcberschneidungen von Interessen verdeckt gehalten und stets zum Vorteil weniger Beteiligter \u2013 hingegen leider immer mal wieder zum Nachteil der Verbraucher \u2013 weiter gesponnen werden, obwohl der am Ende s\u00e4mtliche Rechnungen der Vermarktungskette zu bezahlen hat. Verbraucher Anspr\u00fcche sind heute zunehmend schwerer durchzusetzen, weil die Rechtssprechung dies geschickt erschwert, und Anw\u00e4lte mit ihren Stundenverrechnungss\u00e4tzen, die Anspr\u00fcche auch mal stranden lassen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Wenn dann einmal eine Bombe platzt \u2013 hier: abf\u00e4llt \u2013 ist Schadensbegrenzung und diplomatisches Feingef\u00fchl erforderlich, weil der Eiertanz kritischer Berichterstattung kontra Werftinteressen allzu schnell Wahrheiten an den Tag sp\u00fclen w\u00fcrde, die f\u00fcr die schreibende Zunft zum Walhalla werden k\u00f6nnte \u2013  H\u00f6chststrafe Anzeigenstorno ! &#8211; oder gar Leser verprellte. Bloss nicht den Teufel an die Wand gemalt \u2013 die heilige Kuh namens Auflage, darf beim Grasen nicht verst\u00f6rt werden, weil ein sensibles Ungleichgewicht allzu schnell ausser Kontrolle geriete \u2013 ganz wie bei VW \u2013 und dies dann flugs zur systemischen St\u00f6rung umgedeutet, eine Schadensbegrenzung notwendig machte. Darum h\u00e4lt die schreibenden Zunft lieber den Atem an \u2013 die Augen zu und hoffentlich durch \u2013 um am Ende dann angelegentlich auf eigene, wenngleich wenig kritische Berichterstattung, verweisen zu k\u00f6nnen, damit der Grundsatz: \u201ees stand in der _ACHT\u201c wieder mal eingehalten wird.<\/p>\n<p>Hier geht es um\u00b4s Eingemachte, darum ein paar Einw\u00fcrfe und Gedanken.<\/p>\n<p><strong>ENDLOSSCHLEIFE SINN DES WIRTSCHAFTENS<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Dagobert-1024x768.jpg\" alt=\"Dagobert\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11712\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Dagobert-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Dagobert-300x225.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Dagobert-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Die Jagt eint uns alle: die Gier nach Knete. Oder seri\u00f6ser: Verbesserung von Wertsch\u00f6pfung, deren Handwerkzeuge unser Leben bestimmen. Eine MARKE ist aller Laster Anfang. Wenn es gelingt, gen\u00fcgend K\u00e4ufer zu b\u00fcndeln und zu begeistern, entsteht ein Sog in Form von Kaufkraft \u2013 in dessen Leeseite Synergien erwachen und sich r\u00e4keln, die dann in die Herstellung von ausgefeilten Produkten flie\u00dfen. Der Kreislauf Tanz beginnt, die Folgen sind erheblich, wir erleben und leiden t\u00e4glich. Mit zunehmender Strahlkraft einer Marke steigt die Wertsch\u00f6pfung ins Unerme\u00dfliche \u2013 ganz oben trohnt Apple mit Gewinnen in den Wolken.  <\/p>\n<p><strong>HANSE<\/strong> und <strong>BAVARIA<\/strong> sind schlaue Marken, weil sie DEUTSCHE TUGENDEN bereits in ihrem Namen bergen, ein kostenloses Starterpack samt Kollateraleffekt in \u00dcbersee, weil diese Namen  Herzen erw\u00e4rmen und Symbiosen erzeugen, ohne dass ein einziges Schiff vom Stapel gelaufen w\u00e4re. Ein Amerikaner, auch wenn er seine Scholle nie zu verlassen plant, kennt, sch\u00e4tzt und giert nach deutschen Produkten, weil er \u2013 ausser dem Imago \u2013 dem Produkt innewohnende Eigenschaften erwartet und daf\u00fcr an der Kasse blecht: GERMAN ENGINEERING \u2013 auch wenn sein \u201eBald Mein Wagen\u201c bei ihm um die Ecke in Spartanburg gebaut.<\/p>\n<p><strong>BAVARIA<\/strong> = OKTOUBERFESCHT, l\u00e4uft dr\u00fcben auf allen Kan\u00e4len, teils grotesk \u00fcbersteigert, eine Marke, wie sie deutscher \u2013 und plietscher \u2013 ausserhalb unserer Grenzen nicht h\u00e4tte gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/P1020288-1024x768.jpg\" alt=\"P1020288\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11713\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/P1020288-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/P1020288-300x225.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/P1020288-768x576.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/P1020288.jpg 1138w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p><strong>HANSE<\/strong> steht f\u00fcr solide Kaufmannschaft in grauer Vergangenheit. Psssst &#8211; kein Wort davon, dass dabei in Lee schwindelerregende Verm\u00f6gen in den Hansest\u00e4dten angeh\u00e4uft werden konnten, weil die F\u00fcchse in Frack und Zylinder verkleidet, ihre Ehrbarkeit so enorm schlau geschauspielert haben. <\/p>\n<p>Abgeschweift? Macht nix \u2013 hier geht\u00b4s wieder auf die Strasse: Serienfertigung im Bootsbau hat die Kosten reduziert \u2013 vorneweg die Arbeitsstunden f\u00fcr das fertige Produkt eklatant verk\u00fcrzt. Was fr\u00fcher in Monaten hergestellt, l\u00e4sst sich nun in wenigen Tagen erledigen. Hier sind abenteuerliche Optimierungsprozesse m\u00f6glich geworden, weil Handwerksarbeit elegant durch industrielle Fertigung ersetzt, einer soliden Wertsch\u00f6pfung die Scheunentore ge\u00f6ffnet hat. Das Ergebnis dieser Prozesse wurde durch eine willige Presse, die \u00fcber Anzeigenauftr\u00e4ge bezahlt, dem Konsumenten als Quantensprung verkauft, obgleich die Grenzen der Solidit\u00e4t vermutlich immer mal wieder unterschritten wurden. Jede Gewichtsminimierung = Kosten Ersparnis, hat ihre Sonnenseite, wobei der Schatten im Beipack enthalten ist \u2013 z.B. der Wegfall konstruktiver Aussteifung, schlau durch Innenschalen ersetzt, zudem multifunktional den Dampfer stabilisiert und zeitgleich r\u00e4umlich unterteilen kann \u2013 alles eine Frage der Sichtweise. Und: Neu ist sowieso immer besser, wenn man der Journaille glaubt, die die Vermarktungsmaschine \u00f6lt.<\/p>\n<p>So konnten Marken wachsen und gedeihen, dabei attraktiver werden und in der Folge dann in den Fokus vagabundierender, stets gieriger Kapitalanleger &#8211; Renditej\u00e4ger &#8211; Hedgefonds geraten. The Kreislauf goes on: Firmengr\u00fcnder, Familienclans sind zur Kasse gelaufen, weil dies die Gelegenheit der Gelegenheiten gewesen ist. <\/p>\n<p>Herrmann \/ <strong>BAVARIA<\/strong> hat den besten Deal weltweit gemacht, nie wurde eine Werft zu vergleichbarem Preis gehandelt. <\/p>\n<p>Schmiddel \/ <strong>HANSE<\/strong> hat gerade noch die respektable Kurve gekriegt. <\/p>\n<p><strong>HINCKLEY<\/strong> ist von hungrigen Advokaten gefressen worden, die erst die schicken Schiffe und danach den ganzen Laden kauften. <\/p>\n<p>Richard Matthews \/ <strong>OYSTER<\/strong> hat seinen Laden schlank gehalten, ihn am Ende superschlau verkauft \u2013 um wenig sp\u00e4ter sein Fachwissen und Kapital in einen neuen Laden GUNFLEET einzubringen, in dem nun eine Menge \u201eoptimaler\u201c l\u00e4uft. Auch Schmiddel ist in Sachen Grossspielzeuge wieder on the road, weil er, wie kein Zweiter, weiss, dass \u201eoben\u201c eben am besten zu verdienen ist. <\/p>\n<p>Unternehmerische Lernprozesse werden von Schlauk\u00f6pfen immer am schnellsten umgesetzt, sie sind Finanzhaien dabei immer mal wieder \u00fcberlegen, weil diese Spezies h\u00e4ufig einen zu engen Fokus auf Zahlen hat, und dabei leicht verkennt, wie sehr die Praxis von der Theorie differiert. Beispiele zeigt der Markt in Serie, in der Presse wird man allerdings selten f\u00fcndig, weil das Rad der Zeit nat\u00fcrlich weiterdreht und man einen Anzeigenkunden ja in Zukunft pampern muss, um den Etat nicht zu verlieren, der das Grundeinkommen sichern hilft.<\/p>\n<p><strong>DER VOLUMENMARKT<\/strong><br \/>\nIm Gegensatz zu den \u2013 nennen wir sie hier mal widerspr\u00fcchlich Massenherstellern \u2013 HANSE und BAVARIA &#8211; bei denen die Erwerber vermutlich bis heute mit ihrem Investment nicht unbedingt gl\u00fccklich geworden sind, weil die Strahlkraft der Marke keine exorbitanten Wertsch\u00f6pfungen erm\u00f6glicht, zudem der Preiskampf sowie Marktschwankungen, die Gewinnerwartungen zunichte machen &#8211; sieht es im Premium Segment ganz anders aus. <\/p>\n<p><strong>DAS PREMIUM SEGMENT<\/strong><br \/>\nDie Marken HINCKLEY und OYSTER spiegeln eine ganz besondere Marktsituation, weil die Wertsch\u00f6pfung im Segment ausserordentlich kaufkr\u00e4ftiger Klientel eben auch exorbitant gewaltig ist. Beide Marken pflegen ihre Strahlkraft seit Jahrzehnten, wobei WORD OF MOUTH und ein ausgekl\u00fcgelter After Sales Service enormen Anteil haben. Hier wie dort geh\u00f6ren gesellschaftliche Veranstaltungen, Regatten, sowie Rund-Um-Sorgenlos Service f\u00fcr die verw\u00f6hnte Klientel zum Werftpaket. In der Folge entsteht dann idealerweise eine lebenslange Markenbindung, dem Peak of the hill, nach dem jeder Werber giert. Wer einmal im Kreis von HINCKLEY oder OYSTER owner association angekommen ist, genie\u00dft und zahlt willig und gerne. Networking auf hohem Niveau, funktioniert nahtlos \u2013 solange die Ware die Anspr\u00fcche ger\u00e4uschlos erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC00125-1024x683.jpg\" alt=\"DSC00125\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11714\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC00125-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC00125-300x200.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC00125-768x512.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/DSC00125.jpg 1666w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p><strong>HINCKLEY<\/strong> hat durch die Hinwendung zum Bau exquisiter Motorboote, die Klientel gutverdienender B\u00f6rsen- Finanzmakler und Advokaten wie die Motten zum Licht gezogen, weil f\u00fcr diese Leute die Zeit immer knapp und Masten und Gardinen da eher st\u00f6rend sind. Sogar Timeshare Eigner Modelle sind erfunden worden, damit der Markenstern multipliziert auch in die Breite strahlt und mehr stolze Eigner pro Schiff ihre Selfie\u00b4s posten k\u00f6nnen. Neidkultur l\u00e4sst schon abenteuerliche Bl\u00fcten spriessen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Oyster-53-No-58-1024x696.jpg\" alt=\"Oyster 53  No 58\" width=\"640\" height=\"435\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11715\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Oyster-53-No-58-1024x696.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Oyster-53-No-58-300x204.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Oyster-53-No-58-768x522.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Oyster-53-No-58.jpg 1878w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Richard Matthews, Erfinder, langj\u00e4hriger Eigner der Marke <strong>OYSTER<\/strong>, Machtmensch und unb\u00e4ndige Marketing Lokomotive, hat den Erfolg seiner Marke \u00e4hnlich konsequent begr\u00fcndet und voran getrieben. Es wurden in 40 Jahren nur ca 800 OYSTER gebaut, vergleichbar mit der Jahresproduktion eines Volumenherstellers. Weniger bekannt ist wahrscheinlich, dass OYSTER damals im wesentlichen nur eine Marke gewesen ist, deren Produkte von unterschiedlichen Werftbetrieben im Einzelauftrag produziert worden sind. Die Stimmung auf der <a href=\"http:\/\/www.foxsmarina.com\/\" target=\"_blank\">FOX\u00b4s MARINA in Ipswich<\/a>, die viele Jahre lang als Vertragspartner solideste Oyster Qualit\u00e4t gebaut und abgeliefert hat, war nicht immer unbedingt harmonisch, insbesondere, weil man mit der enormen Diskrepanz der Preise f\u00fcr die eigene Arbeit zum finalen Verkaufspreis haderte. Ich habe die Stimmung in Ipswich selbst erlebt, wenn die Wagenkolonne der Markeninhaber auf dem Werfthof vorgefahren ist, um Detailfragen und Preise zu verhandeln. Die Faust in der Tasche beschreibt die Situation im Ort vielleicht an besten. Das ist die grausamen Kehrseite der Marktwirtschaft; fressen und gefressen werden. <\/p>\n<p>Vergleichbar war die Situation bei <strong>HINCKLEY<\/strong> vollkommen anders, weil die corporate identity von der Werft eigenen Mitarbeiterschaar gelebt und getragen worden ist. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/GoofyHeck-1024x677.jpg\" alt=\"GoofyHeck\" width=\"640\" height=\"423\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11717\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/GoofyHeck-1024x677.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/GoofyHeck-300x198.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/GoofyHeck-768x508.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Vermutlich ist bisher wohl jeder Erwerb einer Yachtproduktion durch einen Finanz Investor in die Hose gegangen, weil Neuerwerber einer Marke einen diametral anderen Ansatz besitzen: Gegen\u00fcber den  vielfach charismatischen Vorg\u00e4ngern, die \u00fcber Jahrzehnte ihre Betriebe aufgebaut haben, herrscht fortan ein strenges Finanzdiktat, weil ja der ROI ( return on investment ) zuallererst erwirtschaftet werden muss, der Apparat kostet, Mieten und zu guter letzt ja auch noch Materialien f\u00fcr den Bau von Schiffen zu bezahlen sind. Ich habe manchmal das Gef\u00fchl, dass all diese Erwerbungen lediglich Umverteilungsmaschinen sind, bei denen fremdes Kapital vernichtet, Immobilien abgespalten und privatisiert, eigene Geh\u00e4lter und Tantiemen zeitweise gesichert, am Ende stets irgendein Dummer f\u00fcr s\u00e4mtliche Rechnungen zu bezahlen hat: Eigner, K\u00e4ufer, Lieferanten, Mitarbeiter Aktion\u00e4re und Gl\u00e4ubiger, die manchmal zu lange \u201eglauben\u201c, weil es f\u00fcr einen Ausstieg schnell zu sp\u00e4t und die Hoffnung bekanntlich stets als Letztes stirbt. Der Kurs f\u00fcr die Hanse Yacht Aktie pendelt \u00fcbrigens derzeit zwischen \u20ac 1,50 und 2,70.<\/p>\n<p>Wenn das Diktat zur Wirtschaftlichkeit alle anderen Unternehmensziele in den Schatten stellt, geschehen Fehler, die sich r\u00e4chen, weil die wichtigste W\u00e4hrung einer Marke \u2013 das Kundenvertrauen \u2013  \u00fcber Nacht verloren gehen kann. Was bei OYSTER auf offener B\u00fchne geschieht, bezeichne ich als ein worst-case-scenario, f\u00fcr das es wenige Parallelen im Marine Business gibt, weil hier d\u00fcrre, abwiegelnde Verlautbarungen von Werftseite, sowie vorsichtige Berichterstattung seitens einer gewogenen Presse, durch die schiere Wucht von Fotos der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben werden \u2013 wobei man nat\u00fcrlich einzur\u00e4umen hat, dass hier beteiligte Rechtsberater die Feder f\u00fchren m\u00fcssen, weil ansonsten federleichte Worte Wucht entfalten mit fatalen \u2013 und teuren &#8211; Folgen.<\/p>\n<p>Die Resonanz dieses fatalen Vorgangs in den Segelforen spricht eine ganz eigene Sprache:<br \/>\nYacht Forum  = 1.700 hits<br \/>\nSegeln Forum = 5.500 hits<br \/>\nCruiser Forum = 44.621 hits<\/p>\n<p>Eine Berichterstattung der Ereignisse im Print ist in Deutschland kaum vorhanden, dagegen ist sie ausserhalb des deutschen Mikrokosmos aussergew\u00f6hnlich gross, sogar Tageszeitungen berichten dar\u00fcber. Zudem ein Gespr\u00e4chsthema der besonderen Art in den Kreisen der Eigner und zuk\u00fcnftigen Erwerber, deren Vertrauen durch brutale Fotos abrupt irritiert. Jede beschwichtigende Erkl\u00e4rung vermag r\u00fcckw\u00e4rts Wucht aufzunehmen, weil jahrzehntelanges Vertrauen nicht durch Verlautbarungen wieder herzustellen ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/H\u00e4ngendeM\u00e4nner-768x1024.jpg\" alt=\"H\u00e4ngendeM\u00e4nner\" width=\"640\" height=\"853\" class=\"aligncenter size-large wp-image-11716\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/H\u00e4ngendeM\u00e4nner-768x1024.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/H\u00e4ngendeM\u00e4nner-225x300.jpg 225w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/H\u00e4ngendeM\u00e4nner.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Die wahre Dimension dieser Vorg\u00e4nge erschliesst sich erst zeitversetzt, wenn Anteilseigner, Fondsinhaber ihres Kapitals ggf. verlustig gehen, weil hier offenkundig Management Fehler gemacht wurden und am Ende Arbeitpl\u00e4tze verloren gehen, weil Bau und Durchf\u00fchrung derartiger Projekte viele tausende qualifizierter Arbeitsstunden gesichert hat. In der Szenerie der gutbetuchten Klientel gleichen diese ersch\u00fctternden Fotos offenbarer Pfuscharbeit einer Bombe, die die Strahlkraft der Marke enorm l\u00e4diert. Die dahinter sich verbergende Katastrophe wird noch lange wirken, vermutlich wird man viele Fakten niemals erfahren, weil das Kapital schnell fl\u00fcchtig, wenn der Ruhm einer Marke einmal besch\u00e4digt ist.<\/p>\n<p>meint<br \/>\nPeter Foerthmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EIN DONNERHALL GEHT UM DEN BALL Der spektakul\u00e4ren Untergang einer OYSTER 825 im Mittelmeer im Juli 2015 hat viele Fragen aufgeworfen. Das erst im Jahre 2014 einem russischen Eigner \u00fcbergebene Schiff wurde k\u00fcrzlich gehoben. 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