{"id":27725,"date":"2022-11-03T06:09:36","date_gmt":"2022-11-03T13:09:36","guid":{"rendered":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/?page_id=27725"},"modified":"2022-11-03T06:10:23","modified_gmt":"2022-11-03T13:10:23","slug":"sv-eleonore","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/morphy-blitz\/sv-eleonore\/","title":{"rendered":"SV Eleonore"},"content":{"rendered":"<p><strong>EINHAND ATLANTIK MIT EINEM BUNTEN STRAUSS AN \u00dcBERERASCHUNGEN<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Calima-Lanzarotte-Gross-1024x436.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"273\" class=\"aligncenter size-large wp-image-27726\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Calima-Lanzarotte-Gross-1024x436.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Calima-Lanzarotte-Gross-300x128.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Calima-Lanzarotte-Gross-768x327.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Calima-Lanzarotte-Gross.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/>Mitte Februar 2022 im Hafen von Arrecife auf Lanzarotte: Bei Sonnenschein und optimalen Windvorhersagen legte ich ab mit Ziel Franz\u00f6sisch-Guyana. Es sollte meine dritte Atlantik\u00fcberquerung werden, wovon zum zweiten Mal einhand. ELEONORE, meine 36 Fuss Sweden Yacht hatte ich \u2013 so war ich davon \u00fcberzeugt \u2013 bestens vorbereitet. Ich war kribbelig vor Freude, Anspannung und Nervosit\u00e4t \u2013 wie es einem so ergeht beim Start zu einem l\u00e4ngeren T\u00f6rn.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Vulkanlandschaft-im-Sueden-Lanzarotte-Gross-1024x423.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"264\" class=\"aligncenter size-large wp-image-27727\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Vulkanlandschaft-im-Sueden-Lanzarotte-Gross-1024x423.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Vulkanlandschaft-im-Sueden-Lanzarotte-Gross-300x124.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Vulkanlandschaft-im-Sueden-Lanzarotte-Gross-768x317.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Vulkanlandschaft-im-Sueden-Lanzarotte-Gross.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><strong>\u00dcberraschung \u00abServicebatterie\u00bb<\/strong><br \/>\nStunden sp\u00e4ter lag die Meerenge zwischen Lanzarote und Fuerteventura hinter mir und ELEONORE glitt leise pl\u00e4tschern durch eine wundersch\u00f6ner Abendstimmung in die Nacht. Genuss pur. Doch ein Blick auf den Batteriemonitor \u00e4nderte meine wohlige Entspanntheit schlagartig: Die Spannung der Servicebatterie lag nur noch bei 11.7 Volt. \u00abF***, was soll denn das?\u00bb Ich startete den Motor und umgehend sprang die Voltanzeige nach oben. Nach ein paar Minuten stellte ich den Motor wieder ab und kurz danach sank die Voltanzeige wieder unter 12 Volt. Klarer Fall: Die AGM-Servicebatterie war futsch. Unverst\u00e4ndlich nach gerade mal drei Jahren Nutzungsdauer. Ich stellte alle Verbraucher ab, die Windsteueranlage ben\u00f6tigt ja keinen Strom und zum Gl\u00fcck stand mir eine helle Mondnacht bevor, die ich nun ohne AIS und ohne Beleuchtung durchsegeln w\u00fcrde, und nahm Kurs auf die grosse Marina im Norden von Cran Canaria. Dort w\u00fcrde ich am ehesten innert K\u00fcrze eine neue, passende Servicebatterie erhalten. <\/p>\n<p>Am folgenden Nachmittag im Hafenb\u00fcro von Las Palmas wurde mir mitgeteilt, dass die Marina voll sei. Ich m\u00fcsse in die grosse Bucht ausserhalb der Marina vor Ankern gehen. Sie w\u00fcrden sich dann per SMS melden, sobald ein Platz frei werde. Ich meinte mich treffe der Schlag und erkl\u00e4rte ihnen meine Situation. Ich musste unbedingt ihre Unterst\u00fctzung gewinnen, sonst w\u00fcrde ich unter Umst\u00e4nden tagelang hier h\u00e4ngenbleiben und mir somit Franz\u00f6sisch-Guyana abschminken k\u00f6nnen. Mein Anliegen stiess auf offene Ohren und ich hatte Gl\u00fcck: Es gab eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein, vielleicht zwei N\u00e4chte. Obendrauf erhielt ich die Telefonnummer eines Elektrikers. \u00abMuchos gracias!\u00bb Und siehe da, bereits 24 Stunden sp\u00e4ter war ELEONORE mit einer neuen Servicebatterie ausgestattet. Zur Feier ging ich nochmals richtig gut Abendessen und verliess am darauffolgenden Morgen bester Laune den Hafen. \u00abFranz\u00f6sisch-Guyana, j\u2019arrive!\u00bb<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Weihnachtsstimmung-in-Arrecife-Gross-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-27728\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Weihnachtsstimmung-in-Arrecife-Gross-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Weihnachtsstimmung-in-Arrecife-Gross-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Weihnachtsstimmung-in-Arrecife-Gross-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Weihnachtsstimmung-in-Arrecife-Gross.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><strong>\u00dcberraschung \u00abWindsteueranlage\u00bb<\/strong>In der Windd\u00fcse zwischen Cran Canaria und Teneriffa machte die Windsteueranlage Schwierigkeiten: Der Radadapter schleifte durch. War es der starke Wind, gepaart mit den achterlich anrollenden Wellenbergen, oder vielleicht die Str\u00f6mung? Letztendlich unverst\u00e4ndlich, dachte ich, denn bisher waren solche Bedingungen noch nie ein Problem und ich nahm vor\u00fcbergehend den elektrischen Autopilot in Betrieb. <\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter lag El Hierro hinter mir. Der achterliche Nordostwind bliess konstant um die 25 Knoten, als der Radadapter der Windpilot immer \u00f6fters durchrutschte. Nachdem ich den Radadapter in den letzten zwei Tagen nun schon mehrmals auseinandergenommen hatte, wurde mir klar, dass ich die Windsteueranlage nicht weiter nutzen konnte. Da konnte ich mir noch lange Mantra artig einreden \u00abgeht nicht gibt\u2019s nicht\u00bb. Es blieb mir z\u00e4hneknirschend nichts anderes \u00fcbrig, als unter Autopilot meine Reise fortzusetzen. <\/p>\n<p><strong>\u00dcberraschung \u00abrutschender Steuerflansch\u00bb<\/strong><br \/>\nStunden sp\u00e4ter: Es war Nacht und ich lag im steten Auf und Ab der Wellen bei leichter Kr\u00e4ngung gen\u00fcsslich im Salon. Pl\u00f6tzlich bemerkte ich, dass ELEONORE markant den Kurs wechselte! Ich sprang ins Cockpit, deaktivierte den Autopilot um das Boot wieder auf Kurs zu bringen und aktivierte den Autopilot aufs Neue \u2013 doch das Steuer drehte sich sogleich wieder und das Boot lief sofort aus dem Ruder. Panik durchflutete mich. Ohne erst den Autopilot zu deaktivieren brachte ich ELEONORE wieder auf Kurs und begann zu erahnen, woran es liegen k\u00f6nnte. Ich \u00f6ffnete die Backskiste und entfernte die Abdeckung \u00fcber dem Ruderquadrant und siehe da \u2013 genau: Der das Ruderrohr umfassende Flansch, \u00fcber den der Autopilot das Ruder bewegt, war nach Steuerbord verrutscht. Er hatte sich offensichtlich gel\u00f6st. Also alles halb so wild, dachte ich: Flansch wieder in die richtige Position bringen, Schrauben anziehen und das Problem ist gel\u00f6st. Blieb nur die Frage, wie ich den Flansch anziehen konnte. Denn dazu musste ich unter Deck in die Achterkabine, w\u00e4hrenddem ich gleichzeitig im Cockpit das Steuer bedienen sollte. Eine klassische Problemstellung des Einhandseglers: Etwas ausf\u00fchren, wozu man zu zweit sein sollte. Wind und Wellen waren konstant, was mir den Eindruck vermittelte, dass dauernde Steuerbewegungen nicht erforderlich waren, und fixierte das Ruder in seiner optimalen Position. Doch es dauert nicht lange, bis das Boot wieder begann aus dem Ruder zu laufen. Bei 25 Knoten Wind und einer Wellenh\u00f6he von mindestens zwei Metern w\u00fcrde es ab einem bestimmten Punkt nicht lange dauern, bis ELEONORE querschlagen w\u00fcrde. Das war nicht ungef\u00e4hrlich und galt es zu vermeiden. Ich musste also schnell sein und die Arbeit in eventuell in kurzen Etappen ausf\u00fchren. Nach mehrmaligem stressigen hin und her zwischen Cockpit und Achterkabine sass ich schliesslich schweiss\u00fcberstr\u00f6mt \u2013 aber gl\u00fccklich ob der erfolgreichen Aktion \u2013 wieder im Cockpit. Der Flansch war wieder mittig fixiert und der Autopilot steuerte ELEONORE. Phuuu! Nochmals gut gegangen. Sicher? Nein! Es dauerte nicht lange, und das Theater ging von vorne los. \u00abDas darf doch nicht wahr sein\u00bb, fluchte ich. Ich war nun bereits etwas ge\u00fcbt, und so dauerte es nicht lange, bis der Flansch erneut fixiert war. Diesmal angezogen mit aller mir zur Verf\u00fcgung stehenden Muskelkraft. Doch auch dieser Erfolg war nur von kurzfristiger Dauer. Verdammt! Ich war am Ende meines Lateins. Was sollte ich tun? Es musste irgendein Defekt vorliegen, den ich nicht verstand und somit nicht beheben konnte. Die Perspektive, nun ohne Windsteuerung und ohne Autopilot von Hand \u00fcber den Atlantik zu steuern, kam einer Horrorvorstellung sehr nahe. <\/p>\n<p><strong>\u00dcberraschung \u00abUmkehr\u00bb<\/strong><br \/>\nIch befand mich knapp 200 sm s\u00fcdlich von El Hierro und gem\u00e4ss der Vorhersage von PredictWind sollten die aktuellen Bedingungen \u2013 Ost-Nordostwind von 20-25 Knoten mit moderater Welle \u2013 noch zwei bis drei Tage anhalten. Ich hatte somit verh\u00e4ltnism\u00e4ssig gute Bedingungen, um umzukehren und hart am Wind nach El Hierro hochzukreuzen. Ich entschied mich mit einem mulmigen Gef\u00fchl f\u00fcr diese Variante und stellte mich darauf ein, die n\u00e4chsten drei Tage mehrheitlich von Hand steuern zu m\u00fcssen \u2013 irgendwie w\u00fcrde das schon gehen.<\/p>\n<p>Ich wendete und brachte ELEONORE auf Nordkurs. Hart am Wind bolzte ich mit starker, aber stabiler Kr\u00e4ngung, mit 5-6 Knoten gegen die Wellen an. Es machte richtig Spass! Wind und Wellen waren konstant. Ich fixierte das Steuer und nach einer l\u00e4ngeren Beobachtungsphase traute ich mich, mich unter Deck zum Schlafen hinzulegen. Den Wecker stellte ich anf\u00e4nglich auf 15 Minuten, nach ein paar \u00abRunden\u00bb verl\u00e4ngerte ich die Schlafphasen bis auf 30 Minuten. Nach der zweiten Nacht liess der Wind nach, nicht aber die Wellen. Es wurde ungem\u00fctlich an Bord und ich startete den Motor. Nun war jedoch Handsteuerung angesagt. Phuuu, ganz sch\u00f6n erm\u00fcdend! Ich fixierte den Flansch aufs Neue und siehe da, das Boot blieb jeweils f\u00fcr ein paar Stunden auf Kurs, bis ich den Flansch wieder neu justieren musste. Irgendwann tauchte El Hierro am Horizont auf und Wind und Wellen nahmen stetig ab. Stunden sp\u00e4ter lief ich in sch\u00f6nster Abendstimmung an der S\u00fcdspitze von El Hierro in die Puerto de la Restinga ein. Ich hatte mir ein gutes Abendessen mit mehr als nur einem Bier mehr als verdient.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Erstarrte-Lava-im-Sueden-von-El-Hierro-Gross-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-27729\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Erstarrte-Lava-im-Sueden-von-El-Hierro-Gross-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Erstarrte-Lava-im-Sueden-von-El-Hierro-Gross-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Erstarrte-Lava-im-Sueden-von-El-Hierro-Gross-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Erstarrte-Lava-im-Sueden-von-El-Hierro-Gross.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><strong>Vermeintliche Probleml\u00f6sung<\/strong><br \/>\nMein Bootsnachbar brachte mich am n\u00e4chsten Tag auf die Idee, zwischen Flansch und Ruderrohr eine d\u00fcnne Gummimanschette zu klemmen. Gute Idee. Beim Rumwerkeln am Flansch entdeckte ich eine dritte Fixierschraube auf seiner R\u00fcckseite. Ja jetzt war alles klar. \u00abIdiot! Musst nat\u00fcrlich schon alle Schrauben anziehen\u00bb, schimpfte ich mit mir. Wie bl\u00f6d kann man denn sein?! Nun ja, eben sehr bl\u00f6d! musste ich mir selbst eingestehen. Aber ich war erleichtert, die Ursache gefunden und beseitigt zu haben. Wenn ich gewusst h\u00e4tte, dass ich den Boden meiner Bl\u00f6dheit noch lange nicht erreicht hatte, w\u00e4re ich weniger erleichtert gewesen! Doch sch\u00f6n der Reihe nach.<\/p>\n<p><strong>Dann eben direkt nach Guadeloupe<\/strong><br \/>\nDas Wetter kippte und es wurde st\u00fcrmisch f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage. Mein urspr\u00fcngliches Ziel war, nach einem Besuch im Amazonas von Franz\u00f6sisch-Guyana gem\u00fctlich den kleinen Antillen entlang nach Sin Maarten zu segeln, um von dort Ende April die R\u00fcckreise nach Europa in Angriff zu nehmen. Zeitlich wurde es nun aber langsam eng, wenn ich wirklich ohne Zeitdruck nach Sin Maarten hochwollte. Als ich am 23. Februar in La Restinga endlich aufbrechen konnte, hatte ich mich daher schweren Herzens entschieden, an Stelle von Franz\u00f6sisch-Guyana direkt Guadeloupe anzusteuern. Aber halb so schlimm, Hauptsache ich konnte endlich die Atlantik\u00fcberquerung starten. Der erste Tag war schwachwindig. Ideal um mich wieder an das Bordleben anzugew\u00f6hnen. Dann frischte der Wind aber deutlich auf und es bliess konstant mit 5-6 Bf aus Nordosten, mit B\u00f6en bis 30 Knoten und eindr\u00fccklichen Wellen, die von hinten anrollten. Das wird sich dann wohl schon noch etwas beruhigen, redete ich mir zuversichtlich zu. Doch von Beruhigung keine Spur.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-1Gross-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-27730\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-1Gross-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-1Gross-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-1Gross-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-1Gross.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><strong>Und wieder lockert sich der Steuerflansch<\/strong><br \/>\nDie Windst\u00e4rke blieb konstant hoch. Der Vorteil war, dass ich mit 6-7 Knoten Fahrt flott vorankam und der Autopilot seine Arbeit perfekt verrichtete \u2013 bis ELEONORE wieder aus dem Ruder lief. Der Steuerflansch war wieder durchgerutscht. Eine Umkehr war diesmal ausgeschlossen, da ich mich bereits viel zu weit im Westen befand. Es blieb mir nichts anders \u00fcbrig, als mich mit einem immer wieder durchrutschenden Steuerflansch \u00fcber den Atlantik zu mogeln. Ich entwickelte Routine in der stressigen Nachjustierung des Steuerflansches. Jedes Mal hielt er wieder f\u00fcr 1-3 Stunden und ich begann, bereits im Voraus die Schrauben wieder nachzuziehen, bevor sich der Flansch wieder zu verschieben begann. So gelang es mir, die Anzahl der stressigen Aktionen deutlich zu reduzieren.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-2Gross-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-27731\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-2Gross-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-2Gross-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-2Gross-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Starkwind-2Gross.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><strong>N\u00e4chtliche Erleuchtung<\/strong><br \/>\nDer Wind blieb weiterhin bei 5-7 Bf mit heftigen B\u00f6en. Nachts rauschte ich manchmal nur unter gereffter Fock, teilweise auch nur vor Top und Takel, mit 5 &#8211; 6 Knoten Fahrt durch die Dunkelheit. Als ich eines Nachts ganz entspannt im Salon lag und mir zum x-ten Mal den Kopf dar\u00fcber zerbrach, was ich noch probieren k\u00f6nnte, um diesen verdammten Flansch endlich zum dauerhaften Halten zu bringen, viel es mir buchst\u00e4blich wie Schuppen von den Augen: Ich muss doch nur das richtige Werkzeug nehmen! Wie von einer Tarantel gestochen schoss ich hoch, riss die Werkzeugkiste mit der grossen Umschaltknarre unter einem der Salonb\u00e4nke hervor, setzte die richtige Nuss ein und st\u00fcrzte damit in die Achterkabine, um die Flanschschrauben, die ich doch tats\u00e4chlich bis anhin nur mit einem hundsgew\u00f6hnlichen, kurzen Gabelschl\u00fcssel angezogen hatte, nun endlich richtig stramm anziehen konnte. Im selben Moment wusste ich, dass ich mein Problem soeben gel\u00f6st hatte. Fassungslos setzte ich mich anschliessend in den Salon und fragte mich, \u00abwie kann ein Mensch \u2013 also ich \u2013 nur dermassen doof sein, sich \u00fcber Tage hinweg so offensichtlich saudumm zu verhalten, indem er nicht das richtige Werkzeug zur Hand nimmt?\u00bb Ich fand keine Antwort. Es machte sich aber eine wohltuende Entspannung in mir breit. \u00abDamit hast du dir nun aber ein Bier verdient\u00bb, ging es mir durch den Kopf und f\u00fcr einen Moment war ich fest entschlossen, mir ein k\u00fchles Helles aus dem K\u00fchlschrank zu genehmigen. Aber ich liess es bleiben und blieb meinem Grundsatz treu, w\u00e4hrend Einhandt\u00f6rns keinen Alkohol zu trinken. Belohnung hatte ich jetzt weiss Gott genug!<\/p>\n<p>Fast manisch kontrollierte ich die n\u00e4chsten Stunden und Tage immer wieder die Stellung des Flansches. Manchmal bildete ich mir ein, dass er sich etwas verschoben habe. Aber dem war nicht so: Er blieb fixiert, wo er hingeh\u00f6rte. Wie fixiert war auch der Wind. Bis Guadeloupe blies er nahezu durchgehend mit 5-6 Bf, in den B\u00f6en 7. In einem heftigen, l\u00e4nger dauernden Squall legte er gar auf mehr als 40 Knoten zu. So blieb diese \u00dcberfahrt weiterhin abenteuerlich, bis ich in den fr\u00fchen Morgenstunden vom 17. M\u00e4rz den Anker vor Marie Galante fallen liess.<\/p>\n<p><strong>Peter sei Dank<\/strong><br \/>\nPeter F\u00f6rthmann hatte mir bereits per Email zugesichert, mir einen neuen Radadapter zu meinen Freunden in Guadeloupe zu senden. Und so freute ich mich umso mehr auf den schon bald bevorstehenden T\u00f6rn zur\u00fcck nach Europa, den ich wieder wie gewohnt unter Windsteuerung w\u00fcrde machen k\u00f6nnen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Flaute-mit-Nebel-unterwegs-zu-den-Azoren-Gross-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-27732\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Flaute-mit-Nebel-unterwegs-zu-den-Azoren-Gross-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Flaute-mit-Nebel-unterwegs-zu-den-Azoren-Gross-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Flaute-mit-Nebel-unterwegs-zu-den-Azoren-Gross-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Flaute-mit-Nebel-unterwegs-zu-den-Azoren-Gross.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><strong>Fazit der Geschichte<\/strong><br \/>\nDie (selbstherrliche) Meinung, unglaublich dumme Fehler begehen alle anderen Segler, nur ich doch nicht, stimmt genaue so lange, bis man selbst einer dieser anderen ist. Ein Grund mehr, auf T\u00f6rns stets wachsam zu sein. <\/p>\n<p>J\u00fcrg Roffler  <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/blog\/blogs\/sv-eleonore-juerg-roffler-ch\/\">WEITERLESEN<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EINHAND ATLANTIK MIT EINEM BUNTEN STRAUSS AN \u00dcBERERASCHUNGEN Mitte Februar 2022 im Hafen von Arrecife auf Lanzarotte: Bei Sonnenschein und optimalen Windvorhersagen legte ich ab mit Ziel Franz\u00f6sisch-Guyana. Es sollte meine dritte Atlantik\u00fcberquerung werden, wovon zum zweiten Mal einhand. 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