{"id":28990,"date":"2023-02-26T12:26:57","date_gmt":"2023-02-26T19:26:57","guid":{"rendered":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/?page_id=28990"},"modified":"2023-03-08T06:34:22","modified_gmt":"2023-03-08T13:34:22","slug":"susanne-huber-curphy","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/golden-globe-race\/golden-globe-race-2022\/susanne-huber-curphy\/","title":{"rendered":"Susanne Huber-Curphey"},"content":{"rendered":"<p><strong>NACHDENKLICHKEITEN FRAGEN UND ANALYSEN<\/strong><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Alt_2008_RodStephens_Galenaia-under-tow-in-the-Tasman-Sea-March-2008_Preview.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"461\" class=\"aligncenter size-full wp-image-29000\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Alt_2008_RodStephens_Galenaia-under-tow-in-the-Tasman-Sea-March-2008_Preview.jpg 660w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Alt_2008_RodStephens_Galenaia-under-tow-in-the-Tasman-Sea-March-2008_Preview-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/>Ich kenne Susanne seit Jahrzehnten, gleichwohl liegt unser letztes Treffen bereits 25 Jahre zur\u00fcck. Susanne war im <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/blog\/youtube\/susanne-huber-curphey-tony-curphey-married-solo-sailors-at-sea-living-together-in-port\/\">November 1997 gerade in Durban ZA <\/a>eingelaufen, mit dem vermutlich ungew\u00f6hnlichsten Schlepp ihres Lebens: sie hatte ihren Tony samt Folkeboot mit Ruderschaden \u00fcber den indischen Ocean geschleppt und feierte doppelt: Ankunft und den Beginn ihres Lebensb\u00fcndnis\u00b4, dem Zusammenschluss zweier eingefleischter Einhandsegler \u2026 die hernach weiterhin diesen Zustand nicht ver\u00e4nderten: zwei einander zugewandte Menschen auf zwei Schiffen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/geoff-sturm-start-scaled-1-1024x686.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"429\" class=\"aligncenter size-large wp-image-29002\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/geoff-sturm-start-scaled-1-1024x686.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/geoff-sturm-start-scaled-1-300x201.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/geoff-sturm-start-scaled-1-768x515.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/geoff-sturm-start-scaled-1-1536x1029.jpg 1536w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/geoff-sturm-start-scaled-1-2048x1372.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/>Ich hatte zum gleichen Zeitpunkt mein Lebenszelt f\u00fcr einige Wochen ebenfalls in Durban aufgeschlagen, weil ich meinem <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/press-tv\/wom-1990-2000\/\">blinden Freund Geoffrey Hilton Barber<\/a> zum Start seiner Einhandreise Richtung Freemantle geholfen habe.<\/p>\n<p><strong>Susanne hat k\u00fcrzlich aus Sint Maarten diesen Kommentar zum GGR geschrieben<\/strong>.<\/p>\n<blockquote><p>Hallo Peter,<br \/>\nAuch ich verfolge das GGR 2022 mit all dem Drama und Publicity.<br \/>\nDas lange Video der Bootsbau-Experten zum tragischen Verlust von Tapio\u2019s S+S blieb ohne Ergebnis, und das unglaublich schnelle Sinken \u00fcbers Heck wurde am Ende auf eine mysteri\u00f6se Kollision geschoben. Ich stimme Dir bei dass die Belastung der Hydrovane auf den elegant-grazilen Spiegel durchaus die wirkliche Ursache gewesen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nun schnitzt sich Abhil aus Klot\u00fcre, Kartentisch und Notruder immer wieder neue Pendulumruder f\u00fcr seine Windpilot. Er segelt extrem an oder auch weit \u00fcber den Grenzen, beide Windgeneratoren waren z.B. unter Wasser. Vielleicht erkl\u00e4rt das sein Problem der WSA, das nur eines von sehr vielen auf seiner Reise ist. Weisst Du wodurch sein WSA Problem verursacht ist, immerhin hat er angeblich zwei Anlagen an Bord.<\/p>\n<p>Du weisst, ich bin \u00fcberzeugt vom Jordan Drogue in Sturm, der lt. englischer Definiton erst ab 10 Bft. beginnt. Damit sind solch massive und zerst\u00f6rerische Knockdowns ausgeschlossen, die keine WSA mehr meistern kann. Siehe Kapitel 14 in der neuen Ausgabe von Heavy Weather Sailing, Edition 8.<\/p>\n<p>In nun knapp 300K Seemeilen habe ich nur einmal im Sturm von Hand gesteuert und w\u00e4re dabei s\u00fcdlich von Australien fast durchgekentert. Wenn die Aries es nicht mehr schafft, kann ich es eben auch nicht. Meiner Meinung gibt es keine Situation um mit einer guten WSA selbst steuern zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Schaden an der Aries von Patrick ist noch immer nicht erkl\u00e4rt. Angeblich rutschte der 25mm Hauptschaft heraus (ist doppelt gesichert), ohne dass Teile verloren gingen oder die Anlage selbst bssch\u00e4digt wurde. Freunde von mir die selbst eine Aries haben, sprachen k\u00fcrzlich mit Patrick in Lanzarote, Patrick hielt sich bedeckt.<br \/>\nWarum ich Dir schreibe? Vielleicht weil ich wie Du weiss wie kritisch eine gut funktionierende und gut montierte WSA f\u00fcr Solosegler gerade auf eine solch einer 8+ Monate langen Reise ist.<br \/>\nVielleicht auch weil es an der Zeit ist mal mit Dir Kontakt aufzunehmen?<br \/>\nMit Gr\u00fcssen,<br \/>\nNehaj-Susanne<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich nehme dies zum Anlass, meine <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/golden-globe-race\/golden-globe-race-2022\/don-mcintyre\/\">Beobachtungen der vergangenen Monate<\/a> zu teilen und zusammen zu fassen.<\/p>\n<p>Bei allem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Wunsch eines Veranstalters, einer vorzugsweise breiten \u00d6ffentlichkeit ein m\u00f6glichst spannungsreiches \u201eRennen\u201c zu unterbreiten und die Redaktionen der einschl\u00e4gigen Wasser Presse bei jedem Schadensereignis mit spannenden Fotos und Videos eine Berichterstattung zu erleichtern, bzw. sie zu animieren, wird das GGR zunehmend von den Webfehlern dieser Veranstaltung unsch\u00f6n \u00fcberschattet. <\/p>\n<p>Oberfl\u00e4chlich betrachtet, mag man mir Befangenheit unterstellen, gleichwohl sei versucht, diesen Eindruck durch sachliche Details zu entkr\u00e4ften, was ich durch regelm\u00e4ssige Berichte im Verlauf der GGR 2018 und auch der GGR 2022 versucht habe. <\/p>\n<p>Mein Buch <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/windpilot-books-2\/windvane-report\/\">WINDVANE REPORT<\/a> listet akribisch die technischen Details auf, die in Bezug auf den Einsatz von Windsteuersystemen zu beachten sind. Es muss an dieser Stelle nicht wiederholt werden, dass eine Windsteueranlage im GGR eminent wichtige Bedeutung besitzt. Umso unverst\u00e4ndlicher war das Verbot einer elektrischen Redundanz, die beim GGR 2018 zum Verlust der \u201eRennklasse\u201c sowie Herabstufung in Chichester Class gef\u00fchrt h\u00e4tte. Es ist purem Gl\u00fcck und solider Seemannschaft zu verdanken, dass Are Wiig und Susie Goodall dem Schicksal von der Schippe haben springen k\u00f6nnen, weil ihre WSA kollabierten. Vermutlich waren im GGR 2018 nur wenige AP in versiegelter Box unter Deck vorhanden. <\/p>\n<p>Die Erfahrung hat gezeigt, dass WSA ( Windsteuersysteme ) fast s\u00e4mtlicher Marken f\u00fcr Ausf\u00e4lle verantwortlich gewesen sind. In 2018 waren folgende Marken am Start: <strong>Aries, Beaufort, Hydrovane, Monitor und Windpilot<\/strong>. <\/p>\n<p>Der Webfehler der GGR gleicht eher einem \u201eKonstruktionsfehler\u201c, er ist einer besonderen finanziellen Verflechtung zwischen dem Veranstalter Don McIntyre und dem Hersteller der Hydrovane Systeme geschuldet, mit dem Ziel, m\u00f6glichst vielen \u2013 oder allen? &#8211; GGR Seglern den Erwerb und die Nutzung einer Hydrovane Hilfsruderanlage besonders ans Herz zu legen, was durch die Regelvorgabe zum Mitf\u00fchren eines Notruders beeinflusst, oder gar zwingend untermauert erscheint. <\/p>\n<p>Im GGR 2022 sind nur noch drei Marken vertreten:<br \/>\n&#8211;  2 Aries<br \/>\n&#8211; 12 Hydrovane<br \/>\n&#8211;  2 Windpilot <\/p>\n<p>Ob damit nun der Traum des Veranstalters und seines Sponsors in Erf\u00fcllung gegangen ist, das wage ich zu bezweifeln. Der Grund f\u00fcr diese Zeilen.<\/p>\n<p>Denn nunmehr scheint sich zu erweisen, dass systemische Schwachstellen in Montage und Nutzung eines Hilfsrudersystems an Hecks von Schiffen, die f\u00fcr die exponentiellen Lasten konstruktiv nicht ausgelegt sind, den Seglern Schwierigkeiten bereiten.<\/p>\n<p>Dieser <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/golden-globe-race\/golden-globe-race-2022\/deja-vu\/\"><strong>Aufsatz von November 2022<\/strong><\/a> benennt einige Schwachstellen:<br \/>\n&#8211; Solidit\u00e4t und Formstabilit\u00e4t des Hecks einer GFK Yacht<br \/>\n&#8211; Sch\u00e4den durch mangelnde Befestigung<br \/>\n&#8211; Vibrationen sowie deren Folgen durch mangelnde Aussteifung<\/p>\n<p>Was nicht sein darf, das gibt es nicht! Vermutlich steckt Don McIntyre in einem Interessenkonflikt mit seinem Sponsor. So ger\u00e4t interessant, wie der Veranstalter im Verlauf des GGR 2022 offenbar einen Spagat versucht, um eine Verantwortlichkeit an Schadensf\u00e4llen von seinem Sponsor abzuwehren bzw. abzuwenden, offenbar eine Herkules Aufgabe, bei der er versucht, seine Sicht- und Deutungsweise auch \u00fcber den Krafthebel von entsprechenden Pressemitteilungen, durchzusetzen, wobei offenbar auch FB L\u00f6schungen unbequemer Fragen von kritischer Seite, stattgefunden haben. <\/p>\n<p><strong>Damien Guillou<\/strong>: dreimaliger Bruch an der Hilfsruderachse wird dem Segler angelastet, weil er angeblich Modifikationen am System vorgenommen habe, ohne sie vom Hersteller \/ Veranstalter abnehmen \/ genehmigen zu lassen. Darunter eine Modifikation, die auch auf der Matmut von Jean Luc Van Den Heede realisiert worden war. <\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/M1T2FbFUsuA\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<strong>Tapio Lehtinen<\/strong> hat sein Schiff durch pl\u00f6tzlichen Untergang verloren. Die Vermutung liegt nahe, dass die <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/golden-globe-race\/golden-globe-race-2022\/sv-asteria-tapio-lehtinen\/\">Befestigung der Windsteueranlage f\u00fcr den Untergang<\/a> urs\u00e4chlich gewesen sein k\u00f6nnte, was \u00fcbrigens vom finnischen Sachverst\u00e4ndigen in einem ausf\u00fchrlichen Video als M\u00f6glichkeit ausdr\u00fccklich einger\u00e4umt worden ist, zumal die vermeintlich wasserdichten Schotten eben nicht wasserdicht gewesen scheinen, weil das Wasser in der Schott Mitte offenbar freien Durchfluss hatte.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/IMG_0241-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-28995\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/IMG_0241-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/IMG_0241-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/IMG_0241-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/IMG_0241.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><br \/>\n<strong>Simon Curwen<\/strong>: im Hobart Interview wird seitens des Veranstalters nicht hinterfragt, warum die obere Befestigung der Hydrovane durch beidseitige Leinenverst\u00e4rkung nachgebessert worden ist, womit die Vermutung naheliegen w\u00fcrde, dass eine Installation mit nur drei asymmetrischen Streben nicht gen\u00fcgend solide gewesen sein kann, was bereits auf der Matmut von JLVDH bewiesen wurde.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Ohne-Titel-5-1024x676.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"423\" class=\"aligncenter size-large wp-image-28996\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Ohne-Titel-5-1024x676.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Ohne-Titel-5-300x198.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Ohne-Titel-5-768x507.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Ohne-Titel-5-1536x1014.jpg 1536w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Ohne-Titel-5.jpg 1830w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><br \/>\nRecht offenbar hat sich bei Simon Curwen die obere Befestigung losgearbeitet, \u00fcbrigens ein identisches Bauteil, wie es auf der Asteria als untere Befestigung verwendet wurde.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/sgZnZJvh2CI\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/erdmann_huber-curphey_04-1024x672.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"420\" class=\"aligncenter size-large wp-image-29017\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/erdmann_huber-curphey_04-1024x672.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/erdmann_huber-curphey_04-300x197.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/erdmann_huber-curphey_04-768x504.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/erdmann_huber-curphey_04-1536x1008.jpg 1536w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/erdmann_huber-curphey_04.jpg 1548w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/>The SV Nehaj von Susanne wird <a href=\"http:\/\/www.wilfried-erdmann.de\/aktuell\/2020\/huber_curphey.htm\">hier<\/a> ausf\u00fchrlich vorgestellt.<\/p>\n<p>Susannes Hinweise zur Verwendung eines Droge Systems sind gehalten, die Grenzen seemannschaftlich sinnvollen Verhaltens gegen\u00fcber der Idee, Wind in Sturmst\u00e4rke als Vorteil zur Verbesserung der Performance zu nutzen, aufzuzeigen, was durchaus zum russischen Roulette geraten kann, wenn \u00fcberkommende Brecher zum  Desaster f\u00fcr Schiff und Mannschaft werden k\u00f6nnen. Vielleicht ist die Diskussion \u00fcber die jeweils von den einzelnen Seglern bevorzugte Verhaltensweise in extremen Situationen eher nur eine theoretische, weil seemannschaftlich sichere Vorgehensweisen eine klare Sprache sprechen, die sich in der Praxis bew\u00e4hrt, Schiffe und Besatzung vor dem Schlimmsten sehr oft bewahrt haben. Seemannschaft wird hier vermutlich vom Willen zum Sieg ruhig gestellt und allseits auf ein gutes Ende der Entscheidung gehofft.<\/p>\n<p>Nur eine Randbemerkung, dass Schiffsverluste in der <strong>La Longe Route <\/strong>nicht stattgefunden haben.<\/p>\n<p>Im Verlauf der GGR 2018 habe ich mit <a href=\"https:\/\/de.scribd.com\/author\/523480552\/Kim-Klaka\">Kim Klaka naval engineer<\/a> in Freemantle einen interessanten Dialog gef\u00fchrt. Seine Ausf\u00fchrungen zur Thematik Storm tactics sind lesenswert:<\/p>\n<p><strong>Kim Klaka \u2013 Storm tactics: some forgotten science<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Die Abbruchrate beim j\u00fcngsten Golden Globe Race rund um die Welt hat zu einer lebhaften Debatte \u00fcber die Sicherheit dieser alten Konstruktionen im Vergleich zu modernen Ozean-Racern gef\u00fchrt. Diejenigen, die den Einsatz traditioneller Langkiel-Yachten ablehnen, weisen auf zwei Unterschiede im Vergleich zu modernen Hochleistungsyachten hin. Erstens sind sie viel langsamer, so dass sie nur sehr begrenzt die M\u00f6glichkeit haben, herannahenden St\u00fcrmen auszuweichen. Dies scheint mir unwiderlegbar. Der zweite Punkt, den sie anf\u00fchren, ist nicht ganz so eindeutig &#8211; sie behaupten, dass die gr\u00f6\u00dfere Richtungsstabilit\u00e4t eines langen Kiels bedeutet, dass die Yacht, wenn sie auf dem R\u00fccken einer Welle surft, au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t, sobald sie aufh\u00f6rt zu surfen. Diese Bemerkung erinnerte mich an eine Arbeit, die ich vor vielen Jahren gemacht habe und in der ich versucht habe zu erkl\u00e4ren, warum Hochseesegler unterschiedliche Taktiken anwenden, wenn sie in einen Sturm laufen.<\/p>\n<p>Wie der Bericht von Robin Knox-Johnston in der Juli-Ausgabe 2019 von Sailing Today zeigt, tobt immer noch eine Debatte dar\u00fcber, ob man Schleppvorrichtungen wie Treibanker und Warps einsetzen sollte, um ein Boot zu verlangsamen, wenn man vor einem Sturm l\u00e4uft, oder ob man so schnell wie m\u00f6glich laufen sollte, um das Steuer zu behalten. Ein bisschen Wissenschaft zeigt, dass dies ein falsches Dilemma sein k\u00f6nnte, weil jede Technik in verschiedenen Phasen des Sturms effektiv sein kann.<\/p>\n<p><strong>Annahmen und Vereinfachungen<\/strong><br \/>\nDer Ozean ist ein Mischmasch aus Wellen, die in allen Formen und Gr\u00f6\u00dfen aus vielen Richtungen kommen. Das ist viel zu kompliziert, um es mathematisch zu untersuchen, also folge ich der \u00fcblichen Praxis der Ingenieure und reduziere es auf etwas, das einfach genug ist, um es zu verstehen, aber nicht so einfach, dass es bedeutungslos ist. Ich nehme an, dass wir es mit einer Yacht zu tun haben, die in einem regelm\u00e4\u00dfigen Muster von Wellen segelt, die alle aus der gleichen Richtung kommen und von denen keine \u00fcber das Boot bricht. Ich nehme auch an, dass wir uns im tiefen Ozean befinden, nicht in K\u00fcstengew\u00e4ssern (die Physik der K\u00fcstenwellen ist \u00e4hnlich, aber die endg\u00fcltigen Zahlen kommen anders heraus). Wir werden auch nur die Situation betrachten, in der sich die Yacht genau in die gleiche Richtung wie die Wellen bewegt &#8211; eine gr\u00f6\u00dfere Ausdehnung bringt zus\u00e4tzliche Komplikationen mit sich.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich f\u00fchren diese Vereinfachungen dazu, dass der Leser denkt: &#8222;Ja, aber was ist mit all den wichtigen anderen Faktoren, die nicht ber\u00fccksichtigt werden?&#8220;. Meine Antwort darauf lautet: &#8222;Ja, sie sind wichtig, aber irgendwo m\u00fcssen wir anfangen&#8220;.<\/p>\n<p>Ich werde nicht auf andere Sturmtaktiken eingehen, wie z. B. das Anluven, das Liegen am Rumpf oder das aktive Steuern; das sind Themen f\u00fcr einen anderen Artikel.<\/p>\n<p><strong>Etwas Ozeanographie<\/strong><br \/>\nWellen k\u00f6nnen durch ihre H\u00f6he, Steilheit, L\u00e4nge, Geschwindigkeit und Periode beschrieben werden. Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir diese Begriffe kl\u00e4ren &#8211; siehe Abbildung 1.<br \/>\n&#8211; Periode ist die Zeit, die zwischen aufeinanderfolgenden Scheitelpunkten vergeht.<br \/>\n&#8211; H\u00f6he ist der vertikale Abstand vom Scheitelpunkt zum Trog.<br \/>\n&#8211; L\u00e4nge ist der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Scheitelpunkten.<br \/>\n&#8211; Steilheit kann viele Dinge bedeuten, aber eine einfache Definition ist H\u00f6he geteilt durch L\u00e4nge.<br \/>\n&#8211; Geschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, mit der sich ein Wellenkamm \u00fcber die Oberfl\u00e4che bewegt. <\/p>\n<p>Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Wasserteilchen in einer Welle nicht mit dieser Geschwindigkeit bewegen. Es ist die Geschwindigkeit der Wellenform, \u00fcber die wir hier sprechen; mehr dazu in einem Moment.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise k\u00f6nnen wir diese Liste auf H\u00f6he und Geschwindigkeit reduzieren, da L\u00e4nge, Periode und Geschwindigkeit direkt miteinander verbunden sind, d.h. wenn die Wellenperiode bekannt ist, k\u00f6nnen Geschwindigkeit und L\u00e4nge berechnet werden. Eine typische Tiefseewelle hat vielleicht eine Periode von 10 Sekunden. Die ozeanographischen Gleichungen zeigen, dass eine solche Welle eine L\u00e4nge von 150 Metern hat und sich mit 30 Knoten bewegt. Die H\u00f6he ist nicht direkt mit der L\u00e4nge verkn\u00fcpft, obwohl es Grenzen f\u00fcr die H\u00f6he einer Welle mit einer bestimmten L\u00e4nge gibt. Eine 150 Meter lange Welle h\u00e4tte typischerweise eine H\u00f6he von bis zu etwa 7 Metern, k\u00f6nnte aber auch bis zu 14 m hoch sein. Wenn ihre H\u00f6he mehr als 20 m betr\u00e4gt, bricht sie aufgrund ihres eigenen Wassergewichts. (Nat\u00fcrlich wird er bei einer viel geringeren H\u00f6he brechen, wenn es einen Querschnitt gibt).<\/p>\n<p>Kommen wir zur\u00fcck zur Frage der Geschwindigkeit der Wasserteilchen, aus denen die Welle besteht. Die Wasserteilchen bewegen sich nicht mit der Welle, sie drehen sich im Kreis &#8211; siehe Abbildung 2. Sie bewegen sich mit der Welle am Scheitelpunkt, in die entgegengesetzte Richtung am Talpunkt und senkrecht in der Mitte dazwischen. Dies l\u00e4sst sich mathematisch nachweisen und \u00fcberpr\u00fcfen, indem man einen Korken in den Ozean steckt und dessen Bewegung verfolgt. Diese kreisf\u00f6rmige Bewegung der Wasserteilchen wird mit dem Begriff Bahngeschwindigkeit bezeichnet. Unsere Beispielwelle mit einer Periode von 10 Sekunden und einer H\u00f6he von 7 m hat eine Wellenteilchen-(Orbital-)geschwindigkeit von etwa 4 kn.<\/p>\n<p><strong>Und nun die Schiffsarchitektur<\/strong><br \/>\nBetrachten Sie die Auswirkung dieser Str\u00f6mungsgeschwindigkeiten auf die Wirksamkeit des Ruders. Je gr\u00f6\u00dfer die Geschwindigkeit des Wassers ist, das \u00fcber das Ruder flie\u00dft, desto mehr Steuerkraft kann es erzeugen. Wenn ein Boot mit dem Heck auf dem Kamm einer langen Welle sitzt und z.B. 7 Knoten macht, dann ist die Str\u00f6mungsgeschwindigkeit \u00fcber das Ruder nicht 7 Knoten, sondern 7 Knoten minus der Umlaufgeschwindigkeit der Wasserteilchen am Wellenkamm. Eine 10-Sekunden-Welle von 7 m H\u00f6he hat eine Umlaufgeschwindigkeit von ca. 4 kn. Wenn das Ruder der Yacht also auf dem Wellenkamm liegt, betr\u00e4gt die Str\u00f6mung \u00fcber das Ruder nur 3 kn (7 kn minus 4 kn). Das ist es, was dem Ruder dieses feuchte, hilflose Gef\u00fchl gibt, kurz bevor die Welle das Boot erfasst. Umgekehrt betragen die Umlaufgeschwindigkeiten im Trog 4 kn in der entgegengesetzten Richtung, was Ihnen eine gesunde Str\u00f6mungsgeschwindigkeit von 11 kn \u00fcber dem Ruder gibt, wenn Sie die Bootsgeschwindigkeit beibehalten k\u00f6nnen. Lassen wir dieses Wissen \u00fcber die Effektivit\u00e4t von Rudern f\u00fcr den Moment beiseite und gehen wir zu Brandung und Surfen \u00fcber&#8230;..<\/p>\n<p>Es gibt eine sehr alte und oft vergessene Forschungsarbeit (du Cane und Goodrich, 1962), in der sie gemessen haben, was mit Booten passiert, die in einem Testbecken im Modellma\u00dfstab Wellen hinunterfahren. Sie interessierten sich zuf\u00e4llig f\u00fcr Hochgeschwindigkeits-Motorboote, aber sp\u00e4tere Tests (Kan, 1987) an einer Reihe von Rumpfformen f\u00fchrten zu \u00e4hnlichen verallgemeinerten Schlussfolgerungen. Die Tests zeigten zwei wichtige Erkenntnisse. Erstens: Wenn eine Yacht bei ruhigem Wasser mit einer Geschwindigkeit von z.B. 8 kn f\u00e4hrt und man das Boot mit der gleichen Antriebskraft des Windes in eine Welle bringt, kann man eine Welle aufnehmen und surfen, die etwa 50% schneller ist als die Geschwindigkeit des Bootes bei ruhigem Wasser. Wenn Sie also genug Windkraft haben, um in ruhigem Wasser mit 8 kn zu fahren, k\u00f6nnen Sie auf einer Welle mit bis zu 12 kn surfen. (Das w\u00e4re eine 4 Sekunden lange, 25 m lange Welle). Die zweite wichtige Erkenntnis aus den Modellversuchen ist, dass je mehr das Boot surft (seine Geschwindigkeit beim Durchlaufen der Welle erh\u00f6ht und verringert), desto wahrscheinlicher ist es, dass es au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t (normalerweise ein Broach). Weniger Wellengang bedeutet also eine geringere Wahrscheinlichkeit des Ausbrechens.<br \/>\nDiese beiden Beobachtungen sind miteinander verkn\u00fcpft, wie in Abbildung 3 dargestellt. Sie zeigt, dass das Boot mit zunehmender Geschwindigkeit mehr anschwillt, und wenn die anschwellende Geschwindigkeit kurzzeitig die Wellengeschwindigkeit erreicht, wird das Boot auf der Welle surfen.<br \/>\nAlles zusammenfassen<\/p>\n<p>Wenn Sie alle obigen Beobachtungen zusammenfassen, stellen Sie fest, dass es zwei widerspr\u00fcchliche Anforderungen gibt &#8211; die Notwendigkeit einer guten Ruderkontrolle bedeutet, dass die Bootsgeschwindigkeit hoch sein soll, aber die Notwendigkeit, die Brandung zu reduzieren, bedeutet, dass das Boot langsamer werden soll. <\/p>\n<p><strong>Lassen Sie uns die beiden Kriterien f\u00fcr eine sichere Fahrt wie folgt festlegen:<\/strong><br \/>\n&#8211; Sie brauchen mindestens 2 kn Wasserdurchfluss \u00fcber das Ruder, um Kontrolle zu haben, und<br \/>\n&#8211; Sie m\u00fcssen mit weniger als 60 % der Wellengeschwindigkeit fahren, um Wellenreiten zu vermeiden.<\/p>\n<p>Nehmen wir einen Sturm von 50 kn als repr\u00e4sentativ f\u00fcr den Zeitpunkt, an dem die Dinge anfangen, haarig zu werden, dann erhalten Sie beim Rechnen die in der Tabelle unten gezeigten Antworten.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigen, dass zu Beginn des Sturms die Bootsgeschwindigkeit unter 10,2 kn gehalten werden muss, was das Schleppen von Warps oder eines Treibankers nahelegt, aber nicht so viel Widerstand erzeugt, dass die Geschwindigkeit unter 5,5 kn f\u00e4llt. Dann, wenn sich der Sturm entwickelt, sollten die Warps wieder eingeholt werden, um die Geschwindigkeit m\u00f6glichst \u00fcber 7,3 kn zu halten; in diesem sp\u00e4teren Teil des Sturms gibt es kaum eine Chance, in der Brandung zu fahren, weil dazu eine Bootsgeschwindigkeit von mehr als 18,6 kn erforderlich ist. Daher geht die seit Jahren tobende Debatte \u00fcber unterschiedliche Vorwind-Sturmtaktiken etwas am Thema vorbei; eine Fahrtenyacht muss f\u00fcr unterschiedliche Wellenbedingungen unterschiedliche Taktiken anwenden. Konkret bedeutet das, dass man zu Beginn eines Sturms, wenn die Wellen langsam und kurz sind, Schleppvorrichtungen einsetzt und sp\u00e4ter im Sturm, wenn sich die Wellen zu langen, schnellen Wellen entwickelt haben, mit Geschwindigkeit f\u00e4hrt &#8211; vorausgesetzt, die Bedingungen sind gleich, was sie selten sind!<\/p>\n<p><strong>Der Beweis f\u00fcr den Pudding<\/strong><br \/>\nIst das also alles nur theoretischer Unsinn oder gibt es auch reale Beweise, die diese Theorie unterst\u00fctzen? Wir k\u00f6nnen die Theorie testen, indem wir Erfahrungsberichte von erfolgreichen Hochseeseglern auf konventionellen Fahrtenyachten durchgehen. Unter Ber\u00fccksichtigung aller Annahmen, die in dieser Analyse gemacht werden &#8211; nicht brechende Wellen von achtern usw. &#8211; ist es schwierig, einen Bericht aus erster Hand zu finden, in dem die beiden Taktiken an verschiedenen Punkten eines Sturms angewendet wurden. Dennoch gibt es viele Berichte, die den allgemeinen Tenor der theoretischen Schlussfolgerungen unterst\u00fctzen.<br \/>\nUntersuchen Sie zun\u00e4chst drei Kompilationen von Berichten aus erster Hand.<\/p>\n<p><strong>Shane (1990) fasst 71 Berichte \u00fcber Yachten zusammen<\/strong>, die Treibanker verwenden, davon neun f\u00fcr Einrumpfboote, die Treibanker am Heck ausbringen. Zwei der bekanntesten (Moitessier, 1969 und Smeeton, 1959) werden sp\u00e4ter separat besprochen. Vier der verbleibenden sieben Berichte unterst\u00fctzen die Theorie, zwei widersprechen ihr und einer ist nicht detailliert genug, um Auskunft zu geben.<\/p>\n<p><strong>Bruce (1999)<\/strong> beschreibt mehr als 14 St\u00fcrme, an denen teilweise mehrere Yachten beteiligt waren. Die meisten Berichte betreffen das Liegen am Rumpf oder das Anluven, aber es gibt 6 Berichte, die f\u00fcr diesen Artikel direkt relevant sind. Zwei davon unterst\u00fctzen die Theorie, einer widerspricht, und drei sind unbestimmt.<\/p>\n<p><strong>Knox-Johnston<\/strong><br \/>\nDiese aktuelle Zusammenstellung in Sailing Today fasst 10 Vorf\u00e4lle in der j\u00fcngsten Golden Globe und weitere 3 separate Vorf\u00e4lle zusammen. Es gibt nur wenige Informationen dar\u00fcber, ob jeder Vorfall fr\u00fch oder sp\u00e4t im Sturm auftrat, so dass die Ergebnisse unbestimmt sind. Die von Knox-Johnston zusammengefasste Erfahrung in der urspr\u00fcnglichen Golden Globe-Regatta auf Suhaili war, dass das Schleppen von Warps in allen Phasen eines Sturms effektiv war. Der Gewinner des letzten Golden Globe, Jean Luc van Heede, schleppte jedoch mit seiner Rustler 36 Matmut w\u00e4hrend eines Sturms nichts.<br \/>\n1 Muss 2 kn \u00fcber der Bahngeschwindigkeit liegen, damit das Ruder effektiv arbeitet<br \/>\n2 Muss weniger als 60% der Wellengeschwindigkeit betragen, um Wellenreiten zu vermeiden<\/p>\n<p><strong>Lassen Sie uns nun zwei ber\u00fchmte Berichte im Detail betrachten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Moitessier<\/strong><br \/>\nDer wahrscheinlich st\u00e4rkste Beleg ist der von Moitessier (1969), der im Dezember 1965 mit seiner Yacht Joshua im S\u00fcdpolarmeer segelte. Er setzte w\u00e4hrend des ersten Teils des Sturms die Warps aus und steuerte anfangs leicht, aber mit zunehmender Schwierigkeit, als sich der Sturm entwickelte. Nach 20 Stunden des Sturms wurde ihm klar, dass er die Warps nicht schleppen sollte, also l\u00f6ste er sie. Die Yacht lie\u00df sich nun viel leichter steuern und \u00fcberstand den Sturm relativ unbeschadet. Dieser Bericht ist der einzige, den ich finden kann, in dem beide Techniken an der richtigen Stelle in einem Sturm eingesetzt werden. W\u00e4hrend Moitessiers Erfahrung als volle Rechtfertigung der Theorie angesehen werden k\u00f6nnte, sollte sie durch die Beobachtung abgemildert werden, dass Moitessier aktiv steuerte und auch die Wellen etwas von achtern abhielt.<\/p>\n<p><strong>Smeeton<\/strong><br \/>\nDie Pitch-Polung der Tzu Hang im S\u00fcdpolarmeer im Februar 1957 ist eine der ber\u00fchmtesten Sturmbeschreibungen der Segelgeschichte. Sie lie\u00dfen alle Segel fallen und str\u00f6mten ca. 8 Stunden in den Sturm hinein, wobei sie ziemlich leicht von Hand steuerten. Es gelang ihnen sogar, den Seegang zu filmen. Sie segelten unter gezogenen Warps weiter bis etwa 15 Stunden nach dem Sturm, als sie gepitched wurden. Wir k\u00f6nnen nie wissen, ob sie den Pitchpole vermieden h\u00e4tten, wenn sie die Warps freigeschnitten h\u00e4tten, aber es zeigt, dass die Warps zu Beginn funktionierten, aber sie verhinderten nicht die Katastrophe sp\u00e4ter im Sturm.<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerungen<\/strong><br \/>\nIn den obigen Beispielen ist mit Sicherheit ein Element unbewusster Rosinenpickerei enthalten, aber sie bieten eine gewisse Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Theorie. Was auff\u00e4llt, sind die zus\u00e4tzlichen Einfl\u00fcsse der aktiven Steuerung, der Rumpfform, des Wellenbrechens (Steilheit) und des Segelns in einem Winkel zu den Wellen. Es wird auch deutlich, dass eine Widerstandsvorrichtung, die in der Lage ist, den Widerstand entsprechend der Bootsgeschwindigkeit anzupassen, eine einzige L\u00f6sung f\u00fcr beide Arten von St\u00fcrmen bieten k\u00f6nnte. All diese Faktoren m\u00fcssen zu dieser vorl\u00e4ufigen Analyse hinzugef\u00fcgt werden, aber zumindest haben wir jetzt eine solide wissenschaftliche Basis, von der aus wir arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Referenzen<br \/>\nBruce P. (1999). Heavy Weather Sailing, 5. Auflage. Adlard Coles.<br \/>\ndu Cane P. &#038; Goodrich G.J. (1962). The following sea, broaching and surging. Transactions Royal<br \/>\nInstitution of Naval Architects vol 104 no 2.<br \/>\nKan M. (1987). Surf-Riding eines Schiffes in folgenden Wellen. Session on Manoeuvrability, 18. Internationale Schlepptankkonferenz, Kobe, Japan.<br \/>\nKnox-Johnston R. (2019). Rough stuff. Sailing Today, Juli 2019.<br \/>\nMoitessier B. (1969). Kap Hoorn: die logische Route. Adlard Coles Ltd.<br \/>\nShane V. (1990) Drag device data base. Para-Anchors International Ltd.<br \/>\nSmeeton M. (1959) Once is enough. Rupert Hart Davis.<br \/>\nTucker M.J. (1991) Waves in Ocean Engineering, Ellis Horwood. (Abschnitt 10.6 im Besonderen)<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nAuf das GGR angewendet, besteht die Gratwanderung der Matadore vornehmlich in der G\u00fcterabw\u00e4gung zwischen seemannschaftlichen Erfordernissen, die Sicherheit des eigenes Lebens sowie des schwimmenden Untersatzes betreffend, und dem erkl\u00e4rten Wunsch &#8211; auch dem des Sponsors! &#8211; m\u00f6glichst schnell im Ziel anzukommen. <\/p>\n<p>Eine besondere Interessenkollision f\u00fcr die Hersteller von Heckverzierungen, die hier, mehr oder weniger ungewollt &#8211; ich spreche hier nur f\u00fcr meine eigene Marke! &#8211; zum Verantwortlichen f\u00fcr Niederlage oder Erfolg gemacht, sich ihrer Haut zu erwehren haben. Meine einschl\u00e4gigen Erfahrungen im GGR 2018 mit dem Skipper der <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/golden-globe-race\/die-segler\/istvan-kopar\/istvan-kopar-alias-pinocchio\/\">Puffin, Istvan Kopar<\/a>hatten mich am Ende veranlasst, mich vom GGR <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/golden-globe-race\/ggr-2022-neues-aus-der-manege\/\">zur\u00fcckzuziehen<\/a>. Es ist dem besonderen gegenseitigem Umgang mit Jeremy und Abhilash zu verdanken, dass ich mir selbst gegen\u00fcber wortbr\u00fcchig geworden bin, was ich keinesfalls bereue.<\/p>\n<p>Wenn die Glaubensfrage \u00fcber die Wahl der Windsteuer Systeme nun allerdings von einem Veranstalter beeinflu\u00dft, preferiert und \/ oder beg\u00fcnstigt wird, der eigene finanzielle Interessen mit denen eines Systemanbieters \/ Sponsors seiner selbst verbindet \/ verkn\u00fcpft, werden die Segler ggf. am Ende zu Versuchskaninchen, die f\u00fcr ihre Wahl &#8211; oder auch Folge eigener Artigkeit, vielleicht um die &#8222;Green Card&#8220; zur Zulassung f\u00fcr die Rennveranstaltung zu erlangen? &#8211; in barer M\u00fcnze zu bezahlen haben, d.h. dem Sponsor den Systemkaufpreis zu entrichten, derweil sie hernach auf See ihre eigenen Erfahrungen zu machen und ertragen haben werden. Es sollte erlaubt sein, hier den Terminus eines russischen Roulettes zu verwenden. Nach meinem Daf\u00fcrhalten tr\u00e4gt ein Veranstalter hier Mitverantwortung, derweil er stets betont, dass die Segler letzlich f\u00fcr ihre Entscheidungen nur pers\u00f6nlich die Verantwortung zu tragen h\u00e4tten. Ein Widerspruch in sich.<\/p>\n<p>Ob dies in Sinne einer derartigen Veranstaltung sein kann, das wage ich zu bezweifeln. Ich empfinde diese Zusammenh\u00e4nge als Konstruktionsfehler der gesamten Unternehmung.<\/p>\n<p>Denn, nicht wahr, wenn die Stunde der Wahrheit zutage tritt &#8230; stehen die Verantwortlichen im Scheinwerferlicht &#8230; dann haben die Fakten das Wort, die n\u00fcchtern eine ganz eigene Sprache sprechen.<\/p>\n<p>27.02.2023<br \/>\nPeter Foerthmann<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Picnic-1-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignleft size-medium wp-image-29011\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Picnic-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Picnic-1-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Picnic-1-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Picnic-1.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NACHDENKLICHKEITEN FRAGEN UND ANALYSEN Ich kenne Susanne seit Jahrzehnten, gleichwohl liegt unser letztes Treffen bereits 25 Jahre zur\u00fcck. 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