{"id":5746,"date":"2011-11-01T01:59:11","date_gmt":"2011-11-01T08:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/?page_id=5746"},"modified":"2017-09-29T00:11:24","modified_gmt":"2017-09-29T07:11:24","slug":"deutsch-hanseboot-in-schwerer-see","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/columns\/seminare\/deutsch-hanseboot-in-schwerer-see\/","title":{"rendered":"Hanseboot im Sturm"},"content":{"rendered":"<p><strong>HINTER DEM ZENIT WIRD\u00b4S DUNKEL<\/strong><\/p>\n<p>Pressever\u00f6ffentlichungen von Messe Organisatoren weltweit lesen sich alle gleich, es geht stets immer nur bergauf, auch wenn das Wasser schon von achtern in den Keller l\u00e4uft. Journalisten unterliegen nahezu s\u00e4mtlich den Interessen ihrer Auftraggeber und werden daf\u00fcr bezahlt, dies in fl\u00fcssige Worte zu verkleiden. Die Nahrungskette der hier miteinander am Markt verbundenen Parteien folgt einer Hierarchie, die in Art und Qualit\u00e4t der Aussagen sich in Abh\u00e4ngigkeiten widerspiegeln, die leicht zu erkennen sind. Grundregel ist stets eine positive Berichterstattung &#8211; der die Entschuldigung, da\u00df negative Botschaften ringsum nur sch\u00e4dlich sind, bereits \u00fcber die Schulter grinst.<\/p>\n<p>Journalismus ist das &#8211; eigentlich &#8211; nicht!<\/p>\n<p>Propaganda w\u00e4re der passendere Begriff.<\/p>\n<p>Denn es handelt sich um ein Joint Venture mit klarem Ziel: Optimismus zu verbreiten, um Besucher, Kunden, Abonnenten und Interessenten zu verleiten, Ihrem Bauchgef\u00fchl zu widersprechen, hinzugehen, ein Ticket zu erwerben, um hinter dem Vorhang der Versprechungen dann selbst zu pr\u00fcfen, wie es um die Tatsachen bestellt. Die Halbwertzeit reicht also stets nur bis zum Kassengang, danach ist man reingefallen, der Zweck erf\u00fcllt und das Geld im Panzerschrank!<\/p>\n<p>Ein ungleiches Duell: Propaganda versus Bauchgef\u00fchl, gleichwohl letzteres sich zunehmend mehr Geh\u00f6r verschafft, weil die Dissonanz zwischen lauten Botschaften und Gef\u00fchl stets krasser geworden ist. Wie in der Politik!<\/p>\n<p>Produktwerbung funktioniert dagegen anders, weil Gef\u00fchle sublimiert, oder Tr\u00e4ume erzeugt, die sich der realen Welt vorzugsweise gern entziehen, weil Verkn\u00fcpfungen nur in der Phantasie stattfinden, statt in der realen Welt. Oder warum gen\u00fcgt ein Autoschl\u00fcssel mit dem richtigem Emblem so h\u00e4ufig, um Menschen zu codieren oder Damen zu erweichen?<\/p>\n<p>Werbung f\u00fcr eine Bootsmesse ist dagegen undankbar, weil wenige Schritte durch die Hallen gen\u00fcgen, um Fakten zu erfassen, die Versprechungen erblassen lassen oder widerlegen.<\/p>\n<p>Eine Stunde hat gen\u00fcgt, um sich am Ersten Messe Nachmittag um 16:00 Uhr ein Bild zu verschaffen, wie es um die Hanseboot 2011 nun wirklich steht. Klar war das Wetter wieder Schuld, aber das ist ein alter Hut, aus dem wohlfeile Erkl\u00e4rungen stets gezaubert werden!<\/p>\n<p>Mit ein wenig Fingerspitzengef\u00fchl h\u00e4tte ein Panzer durch die Hallen fahren k\u00f6nnen, die G\u00e4nge waren \u00fcberwiegend breit und leer!<\/p>\n<p>Weitl\u00e4ufig geparkte Boote, Folkeboote sogar in Rotten aufgestellt, ein Volvo Parkplatz gegen Knete zwischen Schiffen eingef\u00fcgt, ansonsten Spa\u00dfprogramm fuer Kids, die man als Konsumenten von morgen ja nicht vergessen darf. Jeweils 1,5 Hallen waren fuer Schiffe der Segel- und Motorboot Fraktion reserviert, ansonsten Ruhezonen und Wassert\u00fcmpel auf weitl\u00e4ufig unverkauften Messe Fl\u00e4chen. <\/p>\n<p>Hochseilartistik f\u00fcr eine Werbeagentur, derart triste Tatsachen dem virtuellen Publikum in Rosa zu verkaufen.<\/p>\n<p>Der Skandal hingegen wird offenbar, wenn Werbe Profis sich Programme ausdenken, die vom Bodenpersonal der Messe Organisatoren nicht ad\u00e4quat umgesetzt! Welchen Sinn macht eine HANSEBOOT AKADEMIE, die als Bauwerk in eine Halle hinein gepflanzt, anstatt in separatem Raum den Beteiligten geb\u00fchrend Ruhe und Respekt einander zu verschaffen? Sollten hier Zuschauer nur als Deko f\u00fcr ein Event dienen, dass den Namen Akademie wirklich nicht verdient? Und bitte, welches Sinn macht es, einen international ber\u00fchmten Autoren wie Jimmy Cornell als Referenten und High Light teuer einzufliegen, wenn man dies nicht geb\u00fchrend in der \u00d6ffentlichkeit verk\u00fcndet, besser: heraus posaunt, statt dessen dies nur wenige Tage vor Messestart online kleingedruckt erw\u00e4hnt? <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/P1020823.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/P1020823-1024x768.jpg\" alt=\"\" title=\"P1020823\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"aligncenter size-large wp-image-5760\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/P1020823-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/P1020823-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Da hat die Presseabteilung der Messe einen Purzelbaum geschlagen &#8211; ich halte es f\u00fcr eine Blamage und Geldverschwendung erster G\u00fcte, wenn eine Kapazit\u00e4t dieser Provenienz, einen Vortrag vor einem Publikum zu halten hat, dessen Zahl man an sechs H\u00e4nden z\u00e4hlen konnte, weil\u00b4s offenbar niemandem bekannt! Wozu bekommt eine Presse Abteilung wohl ihr Gehalt, wenn ihr derartige Fehler unterlaufen? Warum eine Lautsprecher Anlage, wenn man sie nicht dazu benutzt, Vers\u00e4umtes nachzuholen?<\/p>\n<p>Interessant, kurz vor Messebeginn von Bernd Aufderheide, H\u00e4uptling des gesamten Messe Territoriums  aus Zeitungen zu erfahren, dass die Hamburg Messe trotz enormen Besucherschwund\u00b4s, dennoch Gewinn ausgewiesen hat &#8211; und dies angesichts der Tatsache, dass die Messehallen nur wenige Wochen im Jahr \u00fcberhaupt genutzt! Wenn wirtschaftliche Interessen wichtiger werden, als eine Strategie, die das \u00dcberleben von Messen auch in Zukunft sichert, dann: Gute Nacht! Der Steuerzahler wird\u00b4s am Ende auch hier dann richten, bzw. zu bezahlen haben, weil die Profis nicht weit genug gedacht und tun, wof\u00fcr sie eigentlich bezahlt!<\/p>\n<p>Wie es scheint, fehlt der Hamburg Messe ein schl\u00fcssiges Konzept, wie man der Erosion von Besuchern und Fachaussteller einen Riegel vorschieben kann! Denn die Verringerung der Besucherzahlen erfolgt ja zeitversetzt im Gleichschritt mit dem R\u00fcckgang von Fachausstellern, weil beider Bauchgef\u00fchl die Signale perfekt verstehen: <strong>eine Bootsmesse zahlt sich nicht mehr aus!<\/strong>  <\/p>\n<p>Durch Investition in Werbung, bekommt man keinen Turn Around!<\/p>\n<p>Nach 230 Bootsmessen international habe ich einen gesch\u00e4rften Blick f\u00fcr Veranstaltungen dieser Art. Zuerst bleiben die Fachaussteller weg &#8211; und dann die Fachbesucher. Wenn im Interesse der eigenen Kassenlage, dies durch Fremd Aussteller stillschweigend aufgef\u00fcllt, oder Ausstellungsfl\u00e4chen ohne Entgelt genehmen Firmen und Verb\u00e4nden gegeben werden, nehmen Entwicklungen einen stringenten Lauf. Dann werden wir auf einer Fachausstellung f\u00fcr maritimes Freizeitvergn\u00fcgen, bald auch K\u00e4se aus Holland, Wein aus Frankreich und Flugreisen buchen k\u00f6nnen, weil den Messe Organisatoren jeder Aussteller Recht geworden ist, solange er nur einen Platz bucht und hoffentlich bezahlt. Beispiele f\u00fcr diese Entwicklung gibt es bereits genug. <\/p>\n<p>Oder wollen wir hier Ursachenforschung betreiben und dabei dann das b\u00f6se Internet als schuldig benennen, gegen das man ja so wehrlos ist und darum nach der Mama schreit?<\/p>\n<p>Denken ist erlaubt, daf\u00fcr bekommen Profis ihr Gehalt &#8211; notfalls mit fremd in Auftrag teuer bezahlten Expertisen, wenn man selbst nicht denken mag, oder dies verlernt hat, auf Steuerzahler Kosten!<\/p>\n<p>F\u00fcr Presse Abteilungen wird es sicher bald zunehmend schwer, Aussteller f\u00fcr Gef\u00e4lligkeits Interviews zu gewinnen, die sich namentlich zitieren lassen, um einen gew\u00fcnscht positiven Trend in den Medien multiplizierend zu verbreiten. Obwohl es menschlich verst\u00e4ndlich ist, wenn ein Aussteller, nach seiner Meinung befragt, dazu neigt, sich aus Eitelkeit gern selbst ein wenig zu bel\u00fcgen, statt sich zu stigmatisieren und als Looser selbst zu outen, weil er sein Investment f\u00fcr die Show zum Fenster rausfliegen sieht.<\/p>\n<p>Turnaround? Wenn man wirklich glaubte, Beh\u00f6rden zum Umdenken bewegen zu k\u00f6nnen, dann w\u00e4re dies ein Vorschlag:<\/p>\n<p>Statt einer halbherzigen Hanseboot Akademy Ma\u00dfnahme, w\u00e4re ein wirklich attraktives Seminar Programm, vielf\u00e4ltig und kostenlos als zentrale Messe Attraktion ein Weg, den Besucher Schwund vielleicht zu bremsen. Kostenbewehrte Spezial Seminare sind nicht gehalten, breite Besucherkreise zu verlocken. Aber derartige Vorschl\u00e4ge sind f\u00fcr eine Beh\u00f6rde sicher nicht attraktiv, weil sie vor allem Eins bedeuten: Initiative, Arbeit, Weitsicht und Investition.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/de\/columns\/deutsch-blauwasser-seminare-interessen-konflikte\/\">Ein Blick \u00fcber den Tellerrand hilft manchmal kolossal: in den USA umfassen 5 t\u00e4gige Bootsmessen bis zu 200 Seminar Vortr\u00e4ge! <\/a>Auf diesen Messen besteht ein Gedr\u00e4nge, wie auf unseren Messen vor 20 Jahren! Trotz Internet &#8211; und das wurde ja bekanntlich in den USA erfunden!<\/p>\n<p>Aber vielleicht ist Umdenken von Angestellten des \u00f6ffentlichen Dienstes nicht zu verlangen, solange sie ihren Laden immer noch profitabel f\u00fchren k\u00f6nnen &#8211; zumal am Ende ggf. von uns allen dann ein weiterer Rettungsschirm ge\u00f6ffnet wird, weil man kraft staatlicher Versorgungslage, wirklich radikale Gedanken nicht zu denken wagt!<\/p>\n<p>r\u00e4soniert<\/p>\n<p>Peter F\u00f6rthmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HINTER DEM ZENIT WIRD\u00b4S DUNKEL Pressever\u00f6ffentlichungen von Messe Organisatoren weltweit lesen sich alle gleich, es geht stets immer nur bergauf, auch wenn das Wasser schon von achtern in den Keller l\u00e4uft. 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