{"id":6021,"date":"2011-11-30T12:31:12","date_gmt":"2011-11-30T19:31:12","guid":{"rendered":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/?page_id=6021"},"modified":"2018-09-29T09:33:55","modified_gmt":"2018-09-29T16:33:55","slug":"deutsch-1966-1976","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/biography\/deutsch-1966-1976\/","title":{"rendered":"1966 &#8211; 1976"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-1967.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6023\" title=\"Peter Rudern 1967\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-1967-300x214.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-1967-300x214.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-1967-1024x732.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Sturm \u2013 Drang \u2013 Zwang \u2013 erstmal SCHULE und ABITUR<br \/>\nvon der Seefahrt mit eingekniffenem Schwanz wieder nach Haus zur\u00fcckgekommen, galt das Gebot der Stunde, sich vorerst ein wenig leiser zu verhalten bei der Alten. Bei aller Freude meiner schlauen Mutter \u00fcber die Heimkehr des verlorenen Sohnes, konnte sie sich hingegen nicht verkneifen, mir t\u00e4glich meine berufliche Fehlentscheidung unter die Nase mir zu reiben und mit weisen Gesten ihr m\u00fctterlich erhabenes Besserwissen zu vermitteln. \u201eIch wu\u00dfte, dass Dir die Seefahrt nicht gefallen w\u00fcrde!\u201c Das war der Standard Satz \u2013 und ich konnte nicht widersprechen, denn ich hatte die Steilvorlage selbst gegeben: ich war ja wieder nach Hause zur\u00fcck gekommen!<\/p>\n<p>Low profile hie\u00df also das Gebot der Stunde \u2013 duck dich \u2013 mach dich windschl\u00fcpfrig und servil \u2013 Widerstand war weder angebracht, noch half das viel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-19672.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-6024\" title=\"Peter Rudern 1967#2\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-19672-1024x738.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"461\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-19672-1024x738.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Rudern-19672-300x216.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Ich war also aaatig und versuchte nach bestem Wissen und Wollen, mich in meiner damaligen alten Schulklasse wieder hineinzupassen, die immerhin 18 Monate ohne meine Gegenwart hatte auskommen m\u00fcssen. Nun, es hagelte Widerst\u00e4nde! Entgegen dem Diktat meiner Schul Direktorin ERNA STAHL, die ein Herz f\u00fcr mich verloren hatte und die mich per Dienstanweisung wieder in meine fr\u00fchere Klasse hinein oktruierte, str\u00e4ubte sich die Klassenlehrerin nicht nur mit H\u00e4nden und F\u00fcssen. Ich war der Dame schlicht ein Dorn im Fleisch und Hirn, eine Provokation in des Wortes Sinne: braungebrannt, MeckiMesserSchnitt und Vollbart \u2013 ein Affront f\u00fcr eine \u00e4ltere Dame, die auf die Anrede \u201eFr\u00e4ulein\u201c nachdr\u00fccklich bestand. Der Bart verschwand, aber der Widerborst sa\u00df in Reichweite direkt vor Ihr unruhig auf der Bank.<\/p>\n<p>Trotz \u2013 nach meiner Auffassung \u2013 ausreichender Leistungen f\u00fcr eine Versetzung, brachte die Dame ihr Lebendgewicht in Stellung, mir zu einer Ehrenrunde zu verhelfen. Was nicht sein kann, das nicht sein darf! Der p\u00e4dagogische Hebel wurde genutzt \u2013 und ich war brav!<\/p>\n<p>Nun, ich machte meine Abitur dann in 2,5 statt der normalen 3 Lebensjahre. Geholfen hat mir dabei meine offenbar kolossale Fingerfertigkeit auf der Geige sowie die F\u00e4higkeit meinem Kunstlehrer mit Kritzeleien den Sinn zu rauben. Wie bei Waldorfschul Betrieben allgemein \u00fcblich, konnten besondere Begabungen der Ministranten gegen L\u00f6cher in F\u00e4chern schn\u00f6den Wissens, regelrecht verrechnet werden! F\u00fcr mich eine Win-Win Situation, die ich als 1.Geige im Schulorchester wahrhaft virtuos ergeigte.<\/p>\n<p>Die Schule hatte meine Mutter jedenfalls ziemlich schlau ausgesucht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Oude-Hoff.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-6025\" title=\"Peter Oude Hoff\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Oude-Hoff-1024x702.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Oude-Hoff-1024x702.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Oude-Hoff-300x205.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Peter-Oude-Hoff.jpg 1260w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Das Abitur lag also final auf dem Tisch, f\u00fcr mich war es eine bravour\u00f6se Zeit, hatte ich doch die Seefahrtszeit im Schiffsgef\u00e4ngnis stets bestens im Hinterkopf parat und geno\u00df das Leben an Land in all seinen duftenden Facetten, auch die netten, mit den schicken langen Beinen unten dran.<\/p>\n<p>Die Schulzeit habe ich nicht als besonders anstrengend empfunden, hatte vielmehr leichte Probleme, meine au\u00dferschulischen Aktivit\u00e4ten mit den Stundenpl\u00e4nen zu synchronisieren. Denn ich hatte Nachholbedarf von oben bis untern \u2013 und in der Mitte sowieso. Sp\u00e4tpubert\u00e4r, w\u00fcrde man das heute bezeichnen, denn die st\u00fcrmische Pickelzeit hatte ich ja auf See einsam und nachdenklich abgeritten.<\/p>\n<p>DER GERUCH VON FREIHEIT<br \/>\n<a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Fahrrad1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6049\" title=\"Fahrrad\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Fahrrad1-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Fahrrad1-300x204.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Fahrrad1.jpg 561w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/image.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6026\" title=\"image\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/image-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/image-300x224.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/image.jpg 459w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ungeheuer hilfreich, da\u00df ich mit 18 Jahren auf einem Sommerausflug mit Fahrrad und Phillips Kofferradio in den Satteltaschen, Richtung Rotenburg W\u00fcmme, meinen Draht Esel gegen einen LLOYD ALEXANDER TS habe eintauschen k\u00f6nnen. Das ist kein Schm\u00e4h\u00b4, neudeutsch keine erfundene Geschichte! Es gab dort n\u00e4mlich einen gewissen Onkel Seel, der eine Garage voller Altblech Gl\u00fcckseligkeiten sein eigen nannte und meine sehns\u00fcchtigen Blicke zielstrebig richtig, wenngleich ungew\u00f6hnlich, \u00fcbersetzte. Jedenfalls fuhr ich anschlie\u00dfend stolz wie Bolle knatternd aus den Ferien zur\u00fcck nach Hause, eine Kiste voller \u00c4pfel als Bes\u00e4nftigungs Versuch f\u00fcr meine stets temperamentvolle und deutliche laute Mutter. Ich Depp, ich hatte noch so viel zu lernen, habe ich sie doch glatt v\u00f6llig untersch\u00e4tzt!<\/p>\n<p>Immerhin war Ich wochenlang zu einem autofahrenden Sch\u00fcler mutiert, ein Privileg, wie ich dumm dachte! Parkpl\u00e4tze f\u00fcr Sch\u00fcler gab es damals nicht, also parkte ich auf dem Parkplatz f\u00fcr die erlauchte privilegierte Lehrerschaft, was den Vorteil hatte, dass die Lehrk\u00f6rper mich gelegentlich haben anschieben k\u00f6nnen, denn mein Lloyd litt unter Anspring Tuberkulose, vor allem bei feucht schwangerer Luft. Ein Choker wollte damals feinf\u00fchlig bedient werden, war man da zu grob, sagte der Motor Stopp!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterIlka.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6031\" title=\"PeterIlka\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterIlka-300x208.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterIlka-300x208.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterIlka-1024x711.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterIlka.jpg 1232w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Welch Schicksals Schlag, welch Irrtum, da\u00df ich angenommen hatte, der Dame meines jugendlich rasenden Herzens und auch meiner Hose, mit meinem rosaroten Vehikel w\u00fcrde imponieren k\u00f6nnen! F\u00fcr meine Angebetete, eine Tochter aus streng katholischem besseren Zuhause, bedeutete dies Prekariats Fahrzeug schlicht ein Stigma, in das sie sich niemals vor den Augen h\u00e4misch grinsender Mit-Sch\u00fcler-Stuten w\u00fcrde setzen wollen \u2013 wohingegen, nach unbeobachtetem Einsteigen abseits der versammelten Schul \u00d6ffentlichkeit \u2013 die Tour nach Hause nat\u00fcrlich f\u00fcr eine angehende und ihrer Reize kollossal bewu\u00dften jungen Dame recht komfortabel und somit gern hingenommen und erduldet wurde. Bei den Schwiegereltern in spe war ich jedenfalls gern gesehen, ich bekam Mittagessen und zahlte den Sprit nat\u00fcrlich aus meiner eigenen Tasche \u2013 stets in Hoffnung auf finale Erf\u00fcllung meiner m\u00e4nnlichen W\u00fcnsche! Ein harter Weg, verlief er doch keineswegs so rasant, wie ich erhofft.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend war das eine Lektion in Bezug auf vermeintlich katholisch harte Standhaftigkeit, insbesondere der Elternschaft, die erst Verhandlungen f\u00fchren wollten \u00fcber woher und wohin, bevor sie final die Ampel auf gr\u00fcn zu stellen bereit gewesen sind. Die Tochter hat den Eltern hingegen dann einen Strich gemacht durch die intellektuellen \u00dcberlegungen, und ihr Schicksal in Bezug auf meine Wenigkeit, in die eigenen H\u00e4nde genommen, bzw. sie sank nach hinten hin. Dies stellte sich allerdings dann als schwerer Fehler heraus, den sie anschlie\u00dfend mit Schulwechsel in ein, ich vermute katholisches M\u00e4dchenpensionat, abzub\u00fc\u00dfen hatte. Schlauer geworden sind wir dadurch beide nicht!<\/p>\n<p>Abgeschweift? Entschuldigung!<\/p>\n<p>Was in Bezug auf die Auto Frage zu sagen bleibt, war die rigide Erniedrigung, die Nichtbeachtung, die Ausgrenzung meines knatternden aber tapfer fahrbereiten Phallus Symbols, das damals mein ganzer Stolz und Spiegel Bild eines stolzen jungen Mannes gewesen ist! Sowas pr\u00e4gt ungemein, auch wenn man diese Autos damals Hintern-first zu besteigen oder r\u00fcckw\u00e4rts hineinzufallen hatte, denn die T\u00fcren waren noch achtern angeschlagen.<\/p>\n<p>Jedenfalls dumm gelaufen, dass ich den Stern der Tr\u00e4ume meiner heissen N\u00e4chte nur heimlich in Nebenstrassen habe zusteigen lassen k\u00f6nnen. Das gef\u00fchlte Erlebnis, so ganz ohne Zeugen, war damit damals nur halb so sch\u00f6n!<\/p>\n<p>DIE Z\u00c4SUR<br \/>\nDer n\u00e4chste Schlag kam dann unerwartet, er traf mich wie ein Baum: meine oberste Regierung Chefin weigerte sich stantepede, ihrem 18-j\u00e4hrigen Querkopf und Besserwisser das eigene Vehikel juristisch zu gestatten, die \u201eVerantwortung sei ihr zu hoch gewesen\u201c, so die offizielle Verlautbarung!<\/p>\n<p>Wir erinnern uns: damals galten Kids erst mit 21 Jahren als f\u00fcr das Erwachsenenleben reif und fertig produziert.<\/p>\n<p>Mit h\u00e4ngenden Ohren fand mich wenig sp\u00e4ter die B 75 mit laufendem Scheibenwischer auf dem R\u00fcckweg nach ROW, was wenig n\u00fctzte, weil die Scheibe von innen durch meine Tr\u00e4nen v\u00f6llig undurchsichtig geworden war. Den R\u00fcckweg nach Hamburg, nun wieder mit dem Fahrrad, empfand ich als eine grausame Z\u00e4sur!<\/p>\n<p>Es hie\u00df also, drei lange Jahre tapfer sein! Welch Drama! Es sind manchmal nur Kleinigkeiten, durch die man sich von seinem Muttertier innerlich entfernt, aber das sind die Entwicklungen, an denen man wachsen kann!<\/p>\n<p>Das Protzen vor der Schule hatte sich damit jedenfalls erledigt. Wir fuhren wieder Bahn und Fahrrad, umgarnten liebevoll schleimend das Muttertier, verrichteten devot und freiwillig auch Haushalts Arbeiten inkl. W\u00e4sche waschen und b\u00fcgeln, obwohl dies gar nicht von uns gefordert wurde \u2013 immer in der vagen Hoffnung, den Autoschl\u00fcssel auch einmal offiziell \u00fcberlassen zu bekommen, f\u00fcr eine Ausfahrt jenseits des bekannten Garage-Zuhause-Claims, in dem wir ja schon mit verbundenen Augen hatten fahren k\u00f6nnen. Es sind diese Situationen, die die Endlichkeit eigener Machtf\u00fclle deutlich machen, also harte Zeiten f\u00fcr junge Menschen, die im Spiegel schon endfertig erwachsen aussehen und sich stimmig genauso f\u00fchlen!<\/p>\n<p>Ich habe diese Z\u00e4sur meiner Mutter lange nachgetragen und im Stillen sofort begonnen, Knete zu sammeln, um Punkt Zw\u00f6lf, also am 21. Geburtstag, mir einen DKW Junior de Luxe, Zweitakter mit Frisch\u00f6l Automatik vor die T\u00fcr zu stellen. F\u00fcr dieses Ziel habe ich sogar meine Geige verh\u00f6kert, das geh\u00f6rte zu meinem Losl\u00f6sungs Prozess! Obwohl, ehrlich, die Geige habe ich Jahre sp\u00e4ter \u2013 und bis heute \u2013 arg bereut! Aber da war es bereits zu sp\u00e4t! Wer mit H\u00e4nden und Fingern handwerklich zu arbeiten beginnt, kann nicht mehr unbedingt gelenkig Geige spielen, Das war damals mein Credo und ich sehe das heute \u2013 u.U. eine Schutzbehauptung \u2013 ebenso.<\/p>\n<p>Der Wagen jedenfalls besa\u00df Sicherheitsgurte, Blaupunktradio und vor allem Liegesitze, ein enormer Vorteil, weil man nicht immer in Feld und Wald mit Krabbeltieren Freundschaft schlie\u00dfen mu\u00dfte, wenn die Testosterone verr\u00fcckt spielten und zu hause wg allgegenw\u00e4rtiger Personen \u00dcberwachung, sowieso nix ging.<\/p>\n<p>DIE TOTALE FREIHEIT<br \/>\nDanach gab es kein Halten mehr! Freiheit bekam eine neue Dimension, die einem erst genommen wird, wenn Rollator, Demenz oder ein zu hohes Punktekonto einen Strich durch die Rechnung machen wird. Ich hoffe inst\u00e4ndig zu meinem eigenen Vorteil, dass dieser Tag noch in weiter Ferne liegt!<\/p>\n<p>DER ZWEITE BERUF<br \/>\nAch ja: entgegen dem inbr\u00fcnstigem Wunsch meiner Mutter, dass ich Musik studierte oder einen k\u00fcnstlerischen Beruf ergriffe, habe ich mich pragmatisch diametral anders entschieden. Ich wollte Werte schaffen, hatte klare Ideen von finanzieller Unabh\u00e4ngigkeit und beschloss, eine Lehre zum Export Kaufmann zu belegen. Meine Wahl fiel auf dem ehrw\u00fcrdigen Betrieb Jos.Hansen&#038;S\u00f6hne in der Hamburger Innenstadt, Profis im Afrika Gesch\u00e4ft und in der M\u00f6nckebergstrasse situiert.<\/p>\n<p>Nun, was soll ich sagen, die Lehre hat mich zeitlich nicht v\u00f6llig ausgef\u00fcllt. Ich schob Nachtschichten bei Axel Springer an den Rotationsmaschinen, packte G\u00fcterwaggons voller Postpakete am H\u00fchnerposten und verteilte die WELT und das HAMBURGER ABENDBLATT in den fr\u00fchen Morgenstunden in den Gr\u00edndel Hochhaus Burgen. Geschlafen habe ich anschlie\u00dfend im Packraum meiner Lehrfirma, weil ich schnell herausgefunden hatte, dass ich meine Aufgaben durchaus auch an einem halben Tag habe erledigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>DIE NEBENBERUFE<br \/>\nIn den Sommermonaten kaufte ich M\u00e4rklin Eisenbahn Grossanlagen im ganzen Land, die ich parzellierte, in kleine Kartons verpackte und zu Weihnachten z\u00fcgig am Markt verkaufte. Klaviere, alte Kinderwagen und Fernseher waren auch dabei, kurz, alles, was sich im DKW mit H\u00e4nger so transportieren lie\u00df. Ach ja, am Grossmarkt flutschte ich fr\u00fchmorgens im Windschatten der Gem\u00fcselaster beim Pf\u00f6rtner durch und verteilte hernach Bananen und Apfelsinen gegen faires Entgelt in der weitl\u00e4ufigen Bekannten und Patientenschaft meiner hom\u00f6opathisch aktiven Mutter. Der Wagen wurde bald zu klein, weswegen dann auch das Auto Karussell zu rotieren begann. Ich hatte n\u00e4mlich entdeckt, dass Enten als Auto ideal kosteng\u00fcnstig, einfach zu reparieren waren und nach Herausnehmen der hinteren Gartenbank auch Platz hatten, f\u00fcr einen veritablen Fernseh Schrank!<\/p>\n<p>Mein sch\u00f6nster Job und Hochgenu\u00df waren Tagestouren mit dem Hamburger Original und legend\u00e4ren Antiquit\u00e4ts Aufk\u00e4ufer HANS JESSEN, mit dessen Ehegattin meine Regierung engstens befreundet war. Der Mann hatte in Nazizeiten lange in Amerika verbringen m\u00fcssen und dabei irgendwie ganz vergessen, eine Fahrlizenz zu machen, was eigentlich Peanuts gewesen w\u00e4re. Jedenfalls ben\u00f6tigte Herr Jessen f\u00fcr seine Streifz\u00fcge durchs deutsche Land, einen Fahrer, den er mit DM 5.\u2013 \/ Std f\u00fcrstlich entlohnte! Dieser Job war also ganz exakt ideal f\u00fcr mich! Einem jungen Mann f\u00fcr das Autofahren mit Geld zu bezahlen, das war vergleichbar mit einem Callboy, der seinen liebsten Job gegen Knete zu verrichten hatte!<\/p>\n<p>Wir kamen \u00fcberall durchs Land und mein Chef kaufte von der M\u00fcnze bis zur Schatulle die sch\u00f6nsten Teile, wobei er p\u00e4dagogisch und recht sozial im Sinne der Verk\u00e4ufer vorging, denen er meist mehr Geld bezahlte, als sie gefordert.<\/p>\n<p>In L\u00fcchow Dannenberg jedenfalls kamen wir dann zu einem Bauern Kauz, der einen gewaltigen Barock Schrank zu verkaufen hatte. Herrn Jessen stand der Schweiss auf der Stirn, denn er erkannte fiebrig den besonderen Deal \u2013 aber es n\u00fctzte ihm wenig, denn der Bauer war schlau: Du bekommst den Schrank nur unter Mitnahme des ollen Landauers in der Scheune! Tja, und da wurde ich dann von der Seite angesehen: \u201ewillst Du vielleicht die Kutsche haben?\u201c Ich nickte verdutzt und bekam sie geschenkt! Wir heuerten einen Sattelaufleger und wir fuhren bei Eis und Schnee die Strasse zur\u00fcck nach Dannenberg. Dort angekommen bauten wir eine Rampe aus K\u00fcchenst\u00fchlen, B\u00f6cken und breiten Bohlen, zogen und schoben mit vereinten Kr\u00e4ften des gesamten Bauern Personals, sowie der 6-fach \u00dcbersetzung zweier Schoten von meinem Schiff, die 3 Tonnen schwere Kutsche mit Intarsien, Elfenbein, geschliffenen Scheiben, sogar ledernem Knieschutz f\u00fcr den Kutscher und zwei Laternen, hinauf auf die Ladefl\u00e4che des kolossalen LKW. Hernach haben wir die Hinterachse angehoben und den barocke Kostbarkeit vorsichtig unter dieselbe geschoben. Alles famos angeb\u00e4ndselt, ging es dann nach Hamburg. Mein Boss hatte Hochgef\u00fchl \u2013 und ich eine Landauer mit Cabrio Verdeck, den ich anfangs nur widerstrebend liebte.<\/p>\n<p>Es ergab sich im Verlauf der dann folgenden Vorweihnachts Zeit, dass im Hamburger Abendblatt ein Aufruf von Professor H\u00e4vernick vom Museum f\u00fcr Hamburgische Geschichte erfolgte: \u201eWo sind die alten Kutschen geblieben?\u201c Hatte der Mann geahnt, dass ich nach ihm suchte? Er kam sofort und wollte nicht glauben, was er da zu sehen bekam: eine unverbastelte, unvergammelte, originale alte Kutsche, er tanzte Freudent\u00e4nze um das Teil herum. Er wollte mich k\u00f6dern, mir eine G\u00f6nner Plakette widmen, wenn ich meinen Schatz dem Museum und der Nachwelt stiftete. Aber er biss auf Granit, denn ich wollte schn\u00f6des Bares, das ich am Ende dann auch erhielt. Die Kutsche steht bis heute im Kutschenmuseum in Vierlanden \u2013 allerdings ohne jegliche Plakette oder Hinweis auf die sch\u00f6ne schr\u00e4ge Geschichte<br \/>\n.<br \/>\nDIE ERSTE HOCHZEIT<br \/>\n<a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/21.11.69-Hochzeit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6053\" title=\"21.11.69 Hochzeit\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/21.11.69-Hochzeit-300x184.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/21.11.69-Hochzeit-300x184.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/21.11.69-Hochzeit.jpg 802w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Zu meiner ersten Hochzeit Feier 1969 kam ich leider dummerweise ein wenig versp\u00e4tet, weil ich zuvor einen K\u00e4fer und einen Fernseher \u2013 wie ich es empfand unter Zwang \u2013 hatte kaufen m\u00fcssen. Den Standard K\u00e4fer mit Seilzugbremsen hatte ich unter einem Birnbaum In Wedel entdeckt und f\u00fcr DM 95.\u2013 nach harter Verhandlung dann erl\u00f6st. Er begleitete mich, und Jahre sp\u00e4ter meinen Bruder, bis nach Marokko, hat gesch\u00e4tzte 400.000 km abgespult.<\/p>\n<p>Ich wurde jedenfalls bei meinen frisch erworbenen damaligen Schwiegereltern den Hochzeits G\u00e4sten wie folgt vorgestellt: \u201e\u2026und das hier ist der Br\u00e4utigam\u201c! Ein Fauxpas, gewiss, aber das Leben schreibt eigene Regeln und die Zeit ist knapp, das war \u2013 und ist \u2013 meine lebenslange Peitsche. Mein Schwiegervater weissagte schon vor der Hochzeit: \u201edas geht nicht gut!\u201c Nun: er sollte Recht behalten, wenn auch zeitlich um 13 Jahre verz\u00f6gert!<\/p>\n<p>Aber, f\u00fcr ein Sieh\u00b4ste hat das dann immer noch gereicht!<\/p>\n<p>Was mir von der Lehrzeit geblieben ist? Eine ruhige Zeit in durchg\u00e4ngig verqualmten Gro\u00dfraum B\u00fcros, zwei Afrika Aufenthalte, die mich einigerma\u00dfen verwirrten, weil ich von Haus aus nicht zum Herrenmenschen taugte und einem fr\u00fchzeitig erfolgreichem Abschluss zum Export Kaufmann, weil man der Meinung gewesen ist, dass ich eine schnelle Auffassungs Gabe besa\u00df und dort nichts mehr h\u00e4tte lernen k\u00f6nnen \u2013 weshalb man mich dann ins weitere Leben entlie\u00df. Meine Lehrling Knete bekamen wir damals noch in der braunen T\u00fcte, ich bekam monatlich ungef\u00e4hr DM 100.\u2013 meine Nebent\u00e4tigkeiten bei SPRINGER, POST und anderen Verd\u00e4chtigen summierten sich auf ein Vielfaches davon. F\u00fcr Menschen, die nicht mit silbernem L\u00f6ffel gespickt oder in vererbtem Goldwasser geboren waren, empfand ich meine finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit als gro\u00dfen Wurf. Das Leben war aufregend und bunt, man mu\u00dfte nur fr\u00fch genug das Bett verlassen, die Chancen erkennen und seine Beine in die Hand nehmen verstehen, danach lief alles wie von selbst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opas-Laden-Messe1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-6039\" title=\"Opas Laden Messe\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opas-Laden-Messe1-1024x767.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opas-Laden-Messe1-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opas-Laden-Messe1-300x224.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opas-Laden-Messe1.jpg 1358w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><br \/>\nKoinzidenz, dass die grossv\u00e4terliche Firma B.Heinrich F\u00f6rthmann Schlachterberufskleidung Anfertigung und Vertrieb damals in Schwierigkeiten steckte. Ein Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer hatte den Betrieb nach dem Tode meines Opas dicht an den Ruin gebracht, oder bereits auf Legerwall geschoben. Ich bin also kurzentschlossen eingestiegen, um meine Mutter zu entlasten.<\/p>\n<p>Schlachter sind ein besonderes Volk, ich konnte mit ihnen umgehen, f\u00fcr Frauen hingegen herrschte am Schlachthof damals ein raues Klima, denn diese M\u00e4nner mit bluttriefenden H\u00e4nden griffen beherzt zur Dame, wenn sie zuf\u00e4llig in Griffweite gestanden hat oder das falsche sagte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opa-Familie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6033\" title=\"Opa Familie\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opa-Familie-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opa-Familie-300x226.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Opa-Familie.jpg 904w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Unvergessen die sch\u00f6n schaurige Geschichte, wenn ein Schlachter mit Gummisch\u00fcrzen voller Blut, seine Ledertasche voll blutigen Deputats, direkt auf den Glastresen abzustellen pflegte, um ein schneeweisses K\u00e4ppi zu erwerben, wie es die HygieneFuzzies immer wieder sinnlos verlangten. Nach Anpassen und finaler Entscheidung f\u00fcr die passende K\u00e4ppi Gr\u00f6\u00dfe, wurde dann DM 1,50 an der Kasse bezahlt und der Laden verlassen. Zur\u00fcck blieben 2 \u2013 3 nun blutig angegriffene, anprobierte Kappen und ein fetter Blutfleck auf der Glasplatte. Das war nix f\u00fcr schwache Nerven, z.B. meiner Mutter \u2013 aber mein Grossvater hat damit seine ganze Familie ern\u00e4hrt und meine Oma hatte Personal f\u00fcr Haushalt und K\u00fcche, die mit H\u00e4ubchen und weisser Sch\u00fcrze durch die Bude trippelten.<\/p>\n<p>Ein Herzleiden meines Opas und sein pl\u00f6ltzlicher Tod, brachte meine Mutter per Zwang an die Front, weil Oma nur Essen, Fernsehen und Kreuzwortr\u00e4tsel konnte. Jedenfalls steckte der Laden in Schwierigkeiten. Menschen zu trauen, die doch ein so freundliches Gesicht machen, bringt Millionen Menschen regelm\u00e4\u00dfig in die Bredouillie, weil sie schlicht zu wenig konsequent. Meine Mutter jedenfalls ist mit dem Personal immer wieder voll auf die Nase gefallen und ich bin mir bewu\u00dft, von wem ich die gleiche Gabe habe. Als Naturheilpraktikerin, oder wie mein Weib zu sagen pflegt, Abrakadabra Zauberin, war meine Mutter in kaufm\u00e4nnischen Gepflogenheiten keineswegs eine Idealbesetzung, ihr Terminus f\u00fcr Bank\u00fcberweisungen lautete bis kurz vor ihrem Tode: Abschreibungen! Ihr besondere Gabe und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr menschliche Imponderabilien hat ihr in einem Produktions Betrieb mit bis zu 26 selbstbewu\u00dften Mitarbeitern nicht geholfen, eine unternehmerische Linie f\u00fcr sich selbst zu finden und gar stringent zu fahren. Sie war froh, mir damals den Betrieb vor die F\u00fc\u00dfe legen zu k\u00f6nnen und zog sich wieder auf das zur\u00fcck, was ihr lebenslang am besten gelegen hat: Menschen an K\u00f6rper und Seele heilen \u2013 da war sie in ihrem Element!<\/p>\n<p>Ich fuhr damals bald mein erstes Porsche Cabrio, preiswert erworben und quittegelb, ein Typ 356A mit dem Knick in der Scheibe. Zu Ostern offen nach Amsterdam, so was machen nur HNO \u00c4rzte, die sich selbst zu helfen wissen. Bei mir kam das Erwachen in Form einer dummen Reifenpanne im Tulpenland, als ich versuchte, den Wagenheber an passender Stelle anzusetzen \u2013 und dabei \u00fcberall nur im Bodenteppich landete, weil darunter kein Blech mehr vorhanden gewesen ist. Wir haben das dann mit einer Palette behoben, die wir fl\u00e4chig unter den VW Motor geschoben haben. Der Wagen fand bald danach ein gn\u00e4diges Ende. Porsche war schon damals ein gefl\u00fcgeltes Wort, allerdings trugen Rost Engelein h\u00e4ufig schnell die verwegenen Tr\u00e4ume fort, denn der Wagen lebte nur volle 12 Jahre.<\/p>\n<p>Wir schrieben das Jahr 1971, als ich den gro\u00dfv\u00e4terlichen Betrieb verkaufte, weil Schlachterkleidung damals bereits als Konfektion erh\u00e4ltlich und nicht mehr m\u00fchsam als OneOff den stabilen B\u00e4uchen angepa\u00dft, teuer zusammen gen\u00e4ht werden mu\u00dfte. Die Zeit war weitergegangen, 20-26 Mitarbeiter zu ern\u00e4hren, war nicht mehr m\u00f6glich, das hatte ich recht schnell begriffen. Ich habe den Erl\u00f6s in Lebensversicherungen f\u00fcr meine Mutter eingetauscht. Sie verlieh mir damals meinen ersten Ritterschlag und meinte, dass sich die Ausbildung f\u00fcr mich nun final gelohnt habe.<\/p>\n<p>Ein paar Jahre als Exporthandelsvertreter f\u00fcr ein Bremer Haus habe ich in Hamburg dann Maschinen, Anlagen, Werkzeuge und DAM Angelger\u00e4te weltweit verkauft. Hingegen war es nicht die Erf\u00fcllung so vieler meiner Tr\u00e4ume, die zu aller erst mit v\u00f6lliger Unabh\u00e4ngigkeit zusammen hingen, ich arbeitete zwar allein, aber an langer Leine der Direktion in Bremen, ein st\u00e4ndig doofes Feeling, jedenfalls nix f\u00fcr mich, auch wenn ich offenbar zur vollen Zufriedenheit f\u00fcr den Cheffe meine Vorgaben stets erf\u00fcllte.<\/p>\n<p>DAS STUDIUM<br \/>\nEs ergab sich wie von selbst, dass ich in 1973 dann ein BWL Studium in Hamburg begann, Baf\u00f6g hie\u00df damals ein frisch erfundenes gefl\u00fcgeltes Wort. Aufgrund meiner Berufspraxis absolvierte ich ein Luxusstudium, denn ich erhielt F\u00f6rderung in solider 4-stelliger H\u00f6he, weil ich zuvor ein tolles Gehalt bezogen hatte, dass f\u00fcr die Berechnungen herangezogen worden ist. Unser damaliger BWL Prof. Pegelow liebte es, w\u00e4hrend der Vorlesungen von seinen Segelerlebnissen mit seiner Kormoran Jolle zu erz\u00e4hlen, bemerkte, dass ich auch ein SegelHeini war und fragte bei passender Gelegenheit angelegentlich und recht jovial, welches Boot ich den wohl segelte. Nun, ich hatte damals bereits eine stattliche Yawl und machte den Fehler, dies offen zu bekennen. Wie kommt es nur, dass ich danach nie mehr das Gef\u00fchl losgeworden bin, dass mein Schiff dem Mann einfach nicht in sein Selbstverst\u00e4ndnis passte \u2013 meine Zensuren haben sich bei ihm jedenfalls nie mehr vollst\u00e4ndig erholt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterMaxOlliBuffi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6034\" title=\"PeterMaxOlliBuffi\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterMaxOlliBuffi.jpg\" alt=\"\" width=\"772\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterMaxOlliBuffi.jpg 772w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterMaxOlliBuffi-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px\" \/><\/a>Das Studium war eine schicke Zeit, weil wir dieselbe in H\u00fclle und F\u00fclle zur Verf\u00fcgung hatten, mein Hund Max und ich. Max F\u00f6rthmann war eine Kanaillie und mein st\u00e4ndiger Begleiter. Er bewachte meinen Wagen, wenn sein Cheffe die Schulbank dr\u00fcckte. Im Winter sa\u00df er sogar mit im Geb\u00e4ude, hielt normalerweise die Klappe, aber daf\u00fcr gab es keine Garantie. Er war in der Uni jedenfalls \u2013 obwohl schwarz \u2013 wie ein bunter Hund, \u00fcberall bestens bekannt. Mein Hund hatte \u00c4hnlichkeiten mit seinem Herrn, beide waren wuschelig und ungek\u00e4mmt und in der Regel ziemlich ungehemmt, wenn es drum ging, Standpunkte mit Verve zu vertreten. Beim K\u00f6ter \u00e4usserte sich dies in ausgedehnten n\u00e4chtlichen Streifz\u00fcgen in Hamburg Berne, von denen er sichtbar ersch\u00f6pft am Ende wieder nach Hause kam um dann, mit letzter Kraft, v\u00f6llig erschlafft, tagelang das Sofa zu blockieren. Beim Herrchen war eher der zivilisierte Deckel drauf. Kurz, das Leben ging seinen ganz normalen turbulenten Lauf!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/1973-MaxFoerthmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6035\" title=\"1973 MaxFoerthmann\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/1973-MaxFoerthmann.jpg\" alt=\"\" width=\"624\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/1973-MaxFoerthmann.jpg 624w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/1973-MaxFoerthmann-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px\" \/><\/a>Der Hund wurde sp\u00e4ter zum Scheidungskind, der auch Zeiten bei meiner Ex zu verbringen hatte. Von meinem Nachfolger in eben jenem Zuhause, das wir unter meiner \u00c4gide damals besetzt. Der Arme wurde jedenfalls von meinem Nachfolger dann aus dem Schlafzimmer ins Treppenhaus versetzt. F\u00fcr einen Hund mit jahrelangen Privilegien war es schon ein herber Schlag, vom angestammten Platz im Schlafzimmer, nun auf den kalten Terrazzo Fussboden geworfen zu werden. Der Bursche hat das Problem auf seine ihm eigene besondere Art erledigt: verbannt hinter der K\u00fcchent\u00fcr, um seine n\u00e4chtlichen Proteste weniger laut zu h\u00f6ren, hat er dann einen gepflegten Haufen direkt hinter die T\u00fcr auf das kalte Tarrazzo plaziert. Als dann zur morgentlichen Begr\u00fcssung die T\u00fcr mit Schwung ge\u00f6ffnet wurde, war die Folge eine respektable Glitschmine, auf der die Cheffin und mein Nachfolger im ehemals ehelichen Etablissement, ausgerutscht sind \u2013 so die ungef\u00e4hre, dem Inhalt nach wahre Geschichte. Jedenfalls hat das an der Psyche so arg geschundene Wauwilein anschlie\u00dfend dann seinen angestammten Platz am Fussende wieder einnehmen k\u00f6nnen bzw. d\u00fcrfen \u2013 wie ich vermute, hat er sich dort sicherlich sp\u00e4ter arg gewundert!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterPeterSchweer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6036\" title=\"PeterPeterSchweer\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterPeterSchweer-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterPeterSchweer-202x300.jpg 202w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/PeterPeterSchweer.jpg 596w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>F\u00fcr das Segeln und andere Abenteuer hatte ich jedenfalls damals immer eine Menge Zeit.<br \/>\nEs ergab sich hingegen spielerisch, dass ich f\u00fcr Peter Deichgr\u00e4ber, dem damaligen FISHER YACHTEN IMPORTEUR, zur echten Hand avancieren sollte. Er bewunderte kolossal, als ich bei meiner SY LILOFEE beide Masten einhand stellte. Er bot mir einen fairen Deal an, den ich sofort und gern ergriff. Zudem segelte ich viel mit PETER SCHWEER auf Regatten und war beteiligt an etlichen YACHT TESTS, die wir gemeinsam in La Rochelle erledigt haben.<\/p>\n<p>Wahre Freiheit f\u00e4ngt stets bei der Zeiteinteilung an! Ein Gl\u00fcckspilz, wer sein Hobby zum Beruf machen kann. Mir ist das bereits fr\u00fch gelungen und ich habe die Schattenseiten der Selbstst\u00e4ndigkeit gern ertragen, mich bis heute nie beklagt!<br \/>\n<a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Jeanneau-Flirt-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-6037\" title=\"Jeanneau Flirt Kopie\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Jeanneau-Flirt-Kopie-1024x726.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Jeanneau-Flirt-Kopie-1024x726.jpg 1024w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Jeanneau-Flirt-Kopie-300x212.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/Jeanneau-Flirt-Kopie.jpg 1048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><br \/>\nEs kam, wie es kommen mu\u00dfte, man mag es Schicksal nennen, ich nenne es vielmehr jederzeitige Bereitschaft f\u00fcr neue Abenteuer, neue Herausforderungen, zu Entscheidungen, die man lernen kann \u2013 wenn man offen daf\u00fcr ist.<\/p>\n<p>Die Z\u00e4sur in meinem Leben erfolgte an jenem Tag, als ich meine Stahl Yawl zum Verkauf inserierte!<\/p>\n<p>Es war der Beginn einer neuen \u00c4ra, \u00fcber die ich bald berichten werde<br \/>\nverspricht<\/p>\n<p>Peter Foerthmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sturm \u2013 Drang \u2013 Zwang \u2013 erstmal SCHULE und ABITUR von der Seefahrt mit eingekniffenem Schwanz wieder nach Haus zur\u00fcckgekommen, galt das Gebot der Stunde, sich vorerst ein wenig leiser zu verhalten bei der Alten. 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