{"id":19799,"date":"2019-05-21T10:49:26","date_gmt":"2019-05-21T17:49:26","guid":{"rendered":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/?p=19799"},"modified":"2019-05-21T10:54:15","modified_gmt":"2019-05-21T17:54:15","slug":"sv-maselle-gabrielle-heggli-thomas-guerra-ch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/blog\/blogs\/sv-maselle-gabrielle-heggli-thomas-guerra-ch\/","title":{"rendered":"SV Maselle Gabrielle Heggli + Thomas Guerra CH"},"content":{"rendered":"<p><strong>STRANDUNG IN DEN BAHAMAS &#8211; KEINEN HAT\u00b4S INTERESSIERT<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lucky-Strike-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"960\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19800\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lucky-Strike-2.jpeg 1280w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lucky-Strike-2-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lucky-Strike-2-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Lucky-Strike-2-1024x768.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n<p>Lieber Peter, Nachdem wir Kuba fast umrundet hatten, legten wir einen Stop in Fort Lauderdale ein, ein guter Ort um die Schapps und den K\u00fchlschrank mit Lebensmittel zu f\u00fcllen und Teile f\u00fcr Maselle zu kaufen. Gabrielles Schwester kam an Bord und wie segelten mit ihr zu den Abacos.<br \/>\nViviane brachte ausser Schweizer Schokolade und K\u00e4se auch Zeitungsartikel mit. So erfuhr ich, dass das GGR zu Ende ist, gewonnen von einem alten franz\u00f6sische Seeb\u00e4ren mit holl\u00e4ndischem Namen.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Kiel.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"960\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19801\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Kiel.jpeg 1280w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Kiel-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Kiel-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Kiel-1024x768.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n<p>Wir haben in der Nacht vom Montag auf den Dienstag (13.5\/14.5) ein seglerisches worst case szenario mit glimpflichem Ausgang erlebt und ich bitte dich, unseren Bericht auf deinem Blog zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Am Montag Nachmittag ankerten wir ca. 3 Seemeilen \u00f6stlich von Marsh Harbour in der N\u00e4he des Mermaid Reefs. Wir schnorchelten, assen unser Nachtessen im Cockpit und genossen den lauen Abend. Ein schwaches Windchen blies aus S\u00fcdwest, in der Ferne sahen wir Wetterleuchten.<br \/>\n\u00a0<br \/>\nWir sp\u00fcren einige Regentropfen und hoffen, obwohl das Gewitter so weit von uns entfernt ist, dass wir weder Blitze sehen, noch Donner h\u00f6ren, Regenwasser sammeln zu k\u00f6nnen. Wir versuchen eine Blache aufzuspannen und geben gleich wieder auf, da uns starke B\u00f6en das Teil fast aus den H\u00e4nden reissen. Der Wind erreicht Sturmst\u00e4rke und ist auflandig. Wir lassen den Motor an und versuchen, den Anker hochzuholen. Gabrielle ruft mir zu, dass die Ankerwinsch nicht gehe. Ich checke den Sch\u00fctz, alles ok. Zur\u00fcck an der Pinne gebe ich Vollschub, w\u00e4hrend sich meine Frau weiter mit Winsch und Anker abm\u00fcht.\u00a0<\/p>\n<p>Wir driften. Schon ber\u00fchren wir das erste Mal den Grund, dann ein zweites Mal, wir holpern weiter, Maselle legt sich auf die Seite, es rumpelt und sch\u00fcttelt und wir bleiben etwa 20 Meter quer vor dem Ufer liegen.\u00a0<\/p>\n<p>Der Wind ist so schnell wieder weg, wie er gekommen ist. Kein H\u00e4uchlein weht mehr, das Meer ist glatt, der Mond scheint. Das Ganze hat wenige Minuten gedauert, aber ein seglerischer Albtraum wird wahr, wir sind gestrandet. Neben uns liegt ein Katamaran auf den Steinen, wir haben Gl\u00fcck, denn hinter uns ist statt dessen Sandstrand. Zwei Teile, wir vermuten die ausgesch\u00e4umte Kiele des Kats, driften an uns vorbei. Es herrscht Ebbe.<\/p>\n<p>Was tun? Wir setzen ein Pan Pan ab. Keine Reaktion. Wir h\u00f6ren, wie der Katamaran mit einem anderen Boot in Funkkontakt steht.\u00a0Bestandesaufnahme: Niemand ist verletzt, kein Wasser dringt ins Schiff (Gabrielle hat schnell das Ventil der Sp\u00fcle geschlossen), das Rigg ist unbeschadet.<br \/>\nWir packen unsere Ausweise, Wertsachen und elektronische Ger\u00e4te in wasserdichte S\u00e4cke. Dann bringen wir einen Zweitanker mit dem Dinghy aus.\u00a0<br \/>\nWir versuchen weiter Funkkontakt herzustellen. Endlich meldet sich ein Segler, geankert in Marsh Harbour. Er fragt, ob wir und das Boot ok seien. Er k\u00f6nne aber leider nicht helfen, da er nur ein Segelschiff habe.<\/p>\n<p>Wir sind auf uns alleine gestellt, Hilfe ist nicht in Sicht. Es gelingt uns mit der Genuawinsch, die Ankerwinsch hat sich verabschiedet, den Bug zum Meer zu drehen.\u00a0<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Stunden verbringen wir mit funken, das Dinghy mit Wasser zu f\u00fcllen und mit dem Spifall zu heben, damit die Auflagefl\u00e4che des Kiels verringert wird, Anker ausbringen und winschen. Es gelingt uns nicht, trotz steigender Tide, Masellle auch nur einen weiteren Zentimeter zu bewegen.\u00a0<\/p>\n<p>Nach Mitternacht kommt der Kat frei. Wir funken ihn an und bitten ihn, uns zu helfen oder es zumindest zu versuchen. Er antwortet, dass er ein Leck habe und sich zuerst darum k\u00fcmmern m\u00fcsse. Wir sehen, wie er ankert. Nach einer Weile gehen seine Lichter aus. Gute Nacht!<\/p>\n<p>Um viertel vor vier in der Fr\u00fch, kurz vor Hochwasser, nach sechs Stunden Abm\u00fchen, meldet sich Lucky Strike auf unseren wiederholten Hilferuf. 35 Minuten sp\u00e4ter ist Truman mit seinem Sportfischerboot da. Zwei starke Dieselmotoren ziehen uns sanft zur\u00fcck ins tiefe Wasser. Die Bergung kostet uns 400$, die wir gerne bezahlen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Zur\u00fcck-in-der-Bock-Marine.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"960\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19803\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Zur\u00fcck-in-der-Bock-Marine.jpeg 1280w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Zur\u00fcck-in-der-Bock-Marine-300x225.jpeg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Zur\u00fcck-in-der-Bock-Marine-768x576.jpeg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Zur\u00fcck-in-der-Bock-Marine-1024x768.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n<p>Wir hatten Gl\u00fcck, wir sind auf Sand und nicht auf Felsen gelandet, die Nacht war warm und windlos. Maselles tiefgehender Kiel verhinderte, dass wir noch weiter ans Ufer geschoben wurden. Deshalb ber\u00fchrte der Rumpf nur kurz den Grund. Eine kleine Sch\u00fcrfung auf H\u00f6he der Wasserlinie ist leicht zu reparieren. Der Kiel ist auf den untersten 30cm backbordseits bis aufs Eisen abgeschmiergelt. Da wir den Kiel sowieso sanieren wollten, machen wir das nun in diesem Sommer und nicht erst in zwei Jahren. Die Entl\u00fcftung des Dieseltanks ist steuerbords, wir sind backbordseits aufgelegen, also blieb sie hoch \u00fcber dem Wasser. Ausser einer Yogamatte ging nichts verloren. Nichts ging zu Bruch.<\/p>\n<p>Wir, nur wir sind verantwortlich und haben einen Fehler gemacht, der nicht passieren darf und trotzdem geschah.<\/p>\n<p>Was uns aber noch vielmehr \u00e4rgert, ja gerade zu in Rage bringt, ist die ausgeblieben Hilfe der anderen Cruisers.\u00a0F\u00fcr uns ist Hilfe eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Zum Gl\u00fcck beschr\u00e4nkte sie sich bis jetzt aufs Abschleppen oder aufs Hochtauchen \u00fcber Bord gefallener Gegenst\u00e4nde. An unserem Ankerplatz lagen zwei Motorboote, etwa 45-50 ft. lang. Einer hat uns etwa anderthalb Stunden mit seinen zwei starken Suchscheinwerfern angestrahlt, dann wurde es ihm wohl zu langweilig und er l\u00f6schte die Lichter.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen kam der andere Motorbootfahrer mit seinem Beiboot vorbei und fragte, ob alles ok sei.\u00a0<\/p>\n<p>Meine Schw\u00e4gerin anterworte ihm, ja schon. Sie fragte ihn, ob er unsere Hilferufe nicht geh\u00f6rt h\u00e4tte. Darauf folgte Schweigen. Er habe uns wohl geh\u00f6rt, sagte er dann, aber uns sei doch geholfen worden. Sicher doch, nach \u00fcber sechs Stunden. Ich war im Schiff und wollte dieses Arschloch (das muss nun einfach gesagt werden) nicht sehen. W\u00e4re ich rausgegangen, h\u00e4tte ich ihn vielleicht verpr\u00fcgelt.\u00a0<\/p>\n<p>In Umkreis von 15 Seemeilen hatte es sicher 100 bis 200 amerikanische Schiffe. Jeden Morgen um acht wird \u00fcbers Cruisers Net geplaudert, wo man die besten Conch fritters isst und an welchem Strand Yoga unterrichtet wird. Wenn aber Not am Mann ist, meldet sich keine Sau. Wir wissen, dass viele Amis das Funker\u00e4t im Dauerbetrieb haben und haben zwischen durch einen Funkspruch mitbekommen, dass &#8222;there is a boat in trouble&#8220;. Aber niemand ist vorbei gekommen. Eine warme Suppe, Kaffee oder Tee, physische Pr\u00e4senz h\u00e4tte uns aufgemuntert.<\/p>\n<p>Es schockiert uns, dass niemand bereit war, sein warmes Bett, seine Komfortzone zu verlassen und uns zu helfen.<\/p>\n<p>Zum Schluss ein weiterer (vergeblicher?) Aufruf.<br \/>\nShit happens. Wer sich aufs Wasser begiebt, dem sollte klar sein, dass er vielleicht mal Hilfe braucht oder Hilfe leisten kann\/muss.\u00a0<br \/>\nVersicherungen decken viel ab, schlussendlich aber z\u00e4hlt der Mensch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Freihait.jpg\" alt=\"\" width=\"1468\" height=\"1106\" class=\"aligncenter size-full wp-image-19806\" srcset=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Freihait.jpg 1468w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Freihait-300x226.jpg 300w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Freihait-768x579.jpg 768w, https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Freihait-1024x771.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1468px) 100vw, 1468px\" \/><\/p>\n<p>Du siehst oder liest, Peter, dass es uns nicht langweilig wird.<br \/>\nF\u00fcr Gabrielle und mich war es klar, w\u00e4hrend wir uns mit der gestrandeten Maselle abm\u00fchten, dem Katamaran zu helfen, falls wir vor ihm frei gekommen w\u00e4ren.\u00a0<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten unser Erlebnis, diesen Bericht!, als Denkanstoss verstanden wissen. <\/p>\n<p>Wir sind nun im Norden von Eleuthera, werden zu den Berries, eventuell nach Bimini und sicher nach Beaufort NC weiter segeln, wo wir Maselle in der Bock Marine auswassern werden.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Mail wird hoffentlich wieder etwas erfreulicher.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fcsse\u00a0<br \/>\nThomas und Gabrielle<br \/>\nSV Maselle aus den Bahamas<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STRANDUNG IN DEN BAHAMAS &#8211; KEINEN HAT\u00b4S INTERESSIERT Lieber Peter, Nachdem wir Kuba fast umrundet hatten, legten wir einen Stop in Fort Lauderdale ein, ein guter Ort um die Schapps und den K\u00fchlschrank mit Lebensmittel zu f\u00fcllen und Teile f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/windpilot.com\/blog\/blog\/blogs\/sv-maselle-gabrielle-heggli-thomas-guerra-ch\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-19799","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blogs"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19799"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19807,"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19799\/revisions\/19807"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/windpilot.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}