SV Selene – Kjell Litwin SE

HOTSPOT HOBART – ANDERS ALS GEDACHT 

Es herrscht Hochsaison in Tasmanien, weil zu X-Mas der Sommer am Start jeden Segler dort ans Wasser lockt, zumal Hobart als Ziel legendärer Regatten im Kalender steht, und auch als Stop Over Hafen für Weltumsegler seine Reize hat. Bislang sind dort 6 GGR Segler vorbeigekommen, weil der Veranstalter ihnen auferlegt, ein paar Stunden Minuten weise endlose Runden um eine Boje zu drehen, damit die Welt hautnah und Bilder trächtig erfahren möge, was die Einsamkeit auf See hier angerichtet hat: Erstaunliches! Weil man sehen konnte, wie sehr 5 der 6 Matadore ihre innere Ruhe gefunden haben, bevor sie zur zweiten Hälfte ihrer langen Reise aufgebrochen sind.

Ein Drama, das sie alle vereint, hat einen glitschigen Namen. Barnacles haben der Welt gezeigt, wer der Chef vom Ring ist, wenn man lange unterwegs. Es ist tragisch, wenn man in Hobart einem der GGR Segler verweigert hat, sein Schiff zu säubern, und er mit seiner segelnden Muschelfarm, im Schneckentempo, zum Weitersegeln gezwungen, noch viele einsame Monate vor sich hat, obwohl er eigentlich eines der schnellsten Schiffe hat. Das Hobart Interview von Tapio Lehtinen ist eindrucksvoll.

Kjell Litwin, ein schwedischer Weltumsegler, ist vor wenigen Tagen ebenfalls nach Hobart eingekehrt, auch er ein Opfer seiner glitschigen Begleiter, die ihn im Indischen Ocean derart abgebremst haben, dass im unterwegs das Wasser ausgegangen war, und er um Hilfe bitten musste. Istvan Kopar hatte ihm mit einem Kanister geholfen. Die SV Selene, eine schwedische Vagabond 31 – ähnlich einer OE 32 – ist im Mai in der Heimat aufgebrochen, um sich abseits aller Veranstaltungen seinen Traum einer Weltumsegelung zu erfüllen. Kjell ist 71 und hat sich entschlossen, seinen selbstgebauten Steuerautomaten gegen eine Windpilot auszutauschen, die am 4.Januar Hobart erreichen wird.

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Ein Kommentar zu SV Selene – Kjell Litwin SE

  1. Thomas jetzt SV Rodspaetten sagt:

    Die gesamte „Anlage“ dieser Rally ist ein einziger Missgriff. In der heutigen Zeit, mit Schiffen die ein W. Erdmann oder Moitessier niemals für ausreichend seetüchtig bewertet hätten, ohne die Möglichkeiten der aktuellen Wetternachrichten zu nutzen usw. usf. ist einfach nur dumm. – Man würde auch niemals einem Bergsteiger, mit der Ausrüstung von damals, eine Besteigung der Eiger-Nordwand als „Jubiläumsveranstaltung“, zumuten, geschweige denn erlauben.
    Man kann nur hoffen, dass für die geplante Ausgabe 2022 die Vernunft einkehrt und sich keiner meldet.

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