Tom Cunliffe

TOM CUNLIFFE – A SAILOR TO THE CORE
Manchmal bin ich von meinem eigenen Blog erstaunt! Heute zum Beispiel habe ich das neueste Video von Tom im Netz entdeckt, in dem er wundervoll eingängig – und in dänischen Gewässern segelnd! – erklärt, wie schön ein horizontal gerefftes Grosssegel funktioniert, wenn man nur das „richtige“ System montiert und damit „sensibel“ umzugehen bereit und in der Lage ist.

Und da fallen mir, ganz wie die Perlen einer Kette, die alten Geschichten ein: Sind wir damals nicht alle mit einem sog. Volksreffer umgegangen, bei dem, mit Schneckentrieb oder in der 1:1 Übersetzung das Grosssegel um den Baum aufgewickelt, wo es mehr oder weniger voller Falten, sodann mit leicht verschlechtertem Segelstand seinen Dienst nur unvollkommen hat leisten können? Immerhin: Reffen ging flott, der schlechte Segeltrimm wurde „hingenommen“ … still oder weniger still akzeptiert. Dies System wurde vor ca 40 Jahren in Frankreich optimiert. Ich erinnere Vater und Sohn Lei, deren „Leisysteme“ Vor- und Grosssegel aufgerollt, wobei letzteren in eine keilförmig hinter dem Mast geführten zweite Göhl eingeführt werden musste. Dies System wurde in den USA unter der Marke Forespar als Leisure furl optmiert und seither auf ca 4.000 Schiffen jeder Grösse eingesetzt. Johnh Kretschmer erklärt das System auf folgendem Video:

Der Kreis schliesst sich, wenn man erfaehrt, dass Tom Cunliffe´s Constance,
eine Mason 44 in Florida erworben, mit exakt diesem Leisure furl System ausgerüstet ist.

Tom Cunliffe – a sailor to the core

3 Antworten zu Tom Cunliffe

  1. Thomas SV Carmina sagt:

    Dieses System erinnert mich stark an meinen Amiguet „Vaurien“, ein altes Sperrholzbötchen, mit dem ich knapp 14 jährig das Segeln lernt. Auch da war eine kleine Krubel am Baum, mit dem sich das ausgelutschte Schnupftüchlein, sprich Grosssegel, einrollen lies. Hat mich öfters vorm absaufen gerettet, das sicher, trotz den stinkingen Styroporblöcken unter den Sitzbänklein, gedroht hätte.
    Ton Cunliff beschreibt hier natürlich die Weiterentwicklung. Sicher für Senioren geeigneter als die beiden FACNOR Grossroll Systeme, die ich bisher gebraucht habe und etliche Male, in brenzligen Situationen, verflucht habe. Stimmt bei denen der Winkel vom Grossbaum zur Spindel nicht optimal, klemmt das ein- oder ausrollen bestimmt immer wieder. Gut, die Puristen werden anhand des Videos meckern, dass die Falten gegen das Achterliek nicht optimal seinen. Aber die Sicherheit für Single Hand Sailors ist bestimmt viel höher. Auf jeden Fall eine Option, werde ich das alte System mal erneuern. Danke für den Tipp und die Erinnerung an alter Techniken.

  2. Ivan aus St. Petersburg sagt:

    Egal, was Tom Cunliffe sagt, das ist auch so eine Erfindung, die die Menschheit nicht wirklich gebraucht hat. Fuer Mittelmeer oder See o.k., fuer Blauwasser nicht.

    Wenn man beim Bergen das Schiff nicht ganz genau in den Wind haelt, dann wird das Segel ungleichmaessig aufgerollt und es steckt etwas am Ende. Ausserdem braucht man Kraft mit der Furling Leine. Ein normales Gross kann man notfalls einfach in die Lazy Jacks rauschen lassen und sich spaeter drum kuemmern. Warum das fuer Senioren einen Unterschied machen soll, ist mir auch nicht klar.

  3. Thomas SV Carmina sagt:

    Bester Yvan, diese Meinung teile ich nicht.
    Es geht ja nicht ums Bergen von Segeln, sondern ums Reffen unter schweren Bedingungen.
    Ich hatte auf meinem frühern Schiff ein Lattengross, Rudgerson Rutschern und von 36 m2 mit Einleinenreffvorrichtung, Lazy Jacks, zwei Elektro-Winschen achtern. Auch bei starkem Wellengang, und Wind plus 6 Bf musste ich extrem aufpassen, dass sich nichts in den Salings usw. verfing. Das hin und herschlagen des Grossbaums beachten, was für das Rigg auch eine Belastung und Risiko darstellt. – Oftmals den Motor und Autopilot zur Hilfe nehmen um den Bug genau in den Wind zu kriegen. Dann konnte ich reffen.
    Unter starkem Winddruck liess sich das Gross auch nicht einfach in die Segelpersenning am Bau „reinfallen lassen“ (das funktioniert im Hafen oder bei wenig Wind und Wellen).

    Wir sprechen also nicht vom gleichen Vorgang. Und da ist ein Grossbaum-Reffsystem eindeutig handlicher, sicherer, weniger Material belastend und für Single-Hand Sailors die richtige Lösung.

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