Alexander Worms

JUCKREIZ UND DIE FOLGEN
Rätselraten über Einnahmequellen eines Segelmagazins als Corona Zeitvertreib? Ein Juckreiz Thema, bei dem Synapsen selbst bei geschlossenen Fenstern zu fliegen beginnen! Mitlesen gerät zum Vergnügen, weil hier, ob zufällig oder nicht, Aufschlussreiches niedergeschrieben wird, zumindest wenn man Willens und in der Lage ist, zwischen den Zeilen zu lesen, weil dort einem Autor unbemerkt entwischt, was er zu schreiben nicht gedacht, das sich sodann selbstständig macht, mit Macht! Ein Flaschengeist, der dann seine Runde macht!

Copy And Paste Oder Recherche?
Guten Abend,
eine aufschlußreiche Diskussion aus dem Berufsalltag von Journalisten, deren Zielsetzung dem Balanceakt wirtschaftlichen Erfolges, die Würze verleiht… oder die Peitsche? Ein Bermudadreieck, in dem kluge Nasen darüber entscheiden, wer am Leben bleibt … altbekannt, verdaut und verinnerlicht! Alles in Bewegung! Segelmagazine verkaufen Träume, und hintendran alles, was den Leser ggf. interessiert bis hin zur Salzwasserseife, falls er unterwegs schmutzig werden sollte, neuerdings auch Hinweise auf Landmobile, um endlich mal Konny Reimann an der Kreuz zu überholen. Hauptsache Einnahmequellen!

Die Spitze vom Eisberg allerdings, messerscharf von DK präzisiert: Zitat: der anspruchsvolle Segler >40, … der besonderen Wert auf Qualität und Service legt, … der hofft und versucht, sein Leben zielsicher, auf den Tag der finalen Abreise zu fokussieren, was ihn am Leben hält … falls seine feminine Regierungszentrale überhaupt mitspielen sollte, was ja niemals ganz sicher ist. Der gewaltige unsichtbare Rest des Eisbergs befindet sich unter Wasser: der Generaltraum nahezu aller Segler – Leser, der ihr Hamsterrad am Laufen hält. Dies zu bedienen, ist der Job.

Stichwort Recherche, als Gegenteil von kostenfrei angelieferten Pressemitteilungen, die mit copy und paste die Maus beflügeln.
Zitat Alexander Worms:

Als Redakteur kann ich sagen: Wenn du gut und sauber recherchierst und belegen kannst, was du sagst, kannst du sagen was Sache ist.

Ich bekomme gerade Juckreiz, darum meine direkte Frage: ich frage mich bis heute, warum eine Redaktion voller Fachleute auf Pressemitteilungen eines völlig verzweifelten Herstellers von Windsteuersystemen, der im Verlauf eines ganzen Jahres versuchte, eine verquere mediale Darstellung der Ereignisse im Golden Globe Race 2018 in Bezug auf vermeintlich mangelnde Produktqualität seiner Marke im Rennverlauf richtig zu stellen – niemals eine Resonanz erhalten hat? Statt dessen wurden u.a. Presseberichte des Veranstalters per copy und paste repetiert, die einer deutschen Marke Schaden zugefügt haben, ganz ohne Juckreiz oder Recherchelust bei Journalisten. 

Abkürzung Einnahmequelle: wenn ein Veranstalter Sponsorengeld eines Hersteller von Windsteuersystemen erhält … um in der Folge über den Rennverlauf in seinen Presseerklärungen – natürlich nur vermutlich – einem anderen Hersteller Schaden zuzufügen, wäre es nicht die Pflicht – gar Leckerbissen – der einschlägigen Fachpresse gewesen, ihren Lesern gegenüber die Fakten zu recherchieren, zumal die in der Sonne blitzten? Einmal zu sagen was Sache ist? Fragt sich und Sie?
Ein Fauxpas der nachzulesen ist
Peter Foerthmann

Eine Frage gleichwohl, die die FOPO ( Forum-Polizei ), in Form eines Moderatoren Trios mit einer „gelben Karte“ mit Laufzeit von 12 Monaten geahndet hat, ein trefflicher Grund, der Frage zur Wiederauferstehung an dieser Stelle zu verhelfen!

Aber zunächst meine Antwort zum besseren Verständnis für eine FOPO, die Sinn und Zweck eines Forums recht offenbar vergessen zu haben scheint:

Zitat Peter:

Meinung bleibt Meinung
Werter Manfred / Rüm Hart 
gleichwohl, nicht wahr, ist eine Diskussion um exakt diese Zusammenhänge für einen Hersteller der Juckreiz, der mich angelockt: ein Beitrag = eine Meinung – eine Frage, die ich gewagt, ein Schuss ins Blaue, ganz ohne Zwang zum Antworten! Statt dessen also nun der blaue Brief! Aber ich sollte präzisieren, damit Sie erkennen, dass Herr Worms hier keineswegs dezidiert in meinem Fokus steht.

Der Veranstalter des Golden Globe Race hatte Barry Pickthall, ausgewiesenen Medienprofi ins Boot geholt, der weltweit hunderte Redaktionen vielsprachig für die GGR Mediendarstellung verpflichtet hat. Ein lecker gedeckter Tisch für Redaktionen, die hier rund um den Spielball haben die Mäuse tafeln lassen könnnen. Ich beeile mich natürlich sofort, klarzustellen, dass ich Barry kenne und schätze, auch er verwendet mein Bildmaterial. 

Meine besondere Erfahrung bestand darin, dass ich weltweit von nahezu identischen Presseverlautbarungen mich umzingelt gesehen habe. Grund für mich, eigene Berichte zu verfassen und zu versenden – übrigens auch an etliche deutsche Redaktionen. Um so deutlicher – und erfreulicher – zu erkennen, wenn in UK, AU und US tatsächlich Recherchen stattgefunden haben, die dann eben auch eine Gegenseite zum Inhalt hatten. 

Denn, nicht wahr, die ganze Veranstaltung wäre ohne Steuersklaven nicht möglich gewesen, weil sie letztlich ALLES entschieden haben: Verluste, Katastrophen – kurz all das, was Medienberichte so lecker macht. 

Vermutlich wird es Ihnen, sehr verehrter Manfred, besser gefallen, wenn ich hier nun offenbare, dass alle deutschen Redaktionen hier still geblieben sind … derweil sie gleichermaßen dauerhaft über die Ereignisse berichtet haben, Bemerkung wie „ Windpilot killed my GGR“ inklusive.

DAS ist die Botschaft … und ich erkenne hier ein gewisse Diskrepanz zwischen einer allgemeinen kostensparenden Faulheit zur Recherche bei zeitgleicher Akzentuierung auf eine Leserschaft, die man verbal hofíert, ihnen hingegen wichtige Hintergründe dauerhaft vorenthält. 

Mit freundlichem Verlaub, aber so sieht für mich Journalismus aus, der am Ast sägt, auf dem er sitzt.

EINE MEINUNG
Peter Foerthmann

Zufälliger Beifang, wenn der gleiche Redakteur an anderer Stelle folgendes vermerkt:

2.3.21
… Energieversorgung und elektrische Autopiloten werden zuverlässiger. Windsteueranlagen gehen so langsam den Weg der Schreibmaschine… Das Paradigma Langfahrt=Windfahne löst sich auf. Ich kenne eine ganze Reihe Langfahrer, die lieber den Autopiloten machen lassen. Und das funktioniert gut und wird sich mit besserer Energieversorgung aus Wind und Sonne und Li-Akkus auch noch weiter durchsetzen. Was nicht heißt, dass so ein Windeumel nicht gut funktioniert. Ist nur nicht mehr nötig, weil der Autopilot einfach mehr kann. Dafür aber eben Energie haben will. Das war bislang das Problem, das es nun nicht mehr gibt.
Groetjes
Alex

Eine Steilvorlage, die mich an die Tasten zwingt!

Von WINDEUMEL und SCHREIBMASCHINEN
Nun Herr Worms, 
vielleicht mag es Ihr Weltbild erschüttern, wenn Sie erfahren, dass „Windeumel“ den Kampf gegen „hungrige“ Autopiloten immer noch nicht verloren haben, oder wie würden Sie ansonsten erklären, warum 100% Prozent aller Segler, die eine Heckverzierung nachfragen, bereits Erfahrungen multipler Art mit der elektronischen Konkurrenz besitzen – um hernach mit zwei Systemen zur See zu fahren, zumal sie selbst als Skipper, fortan vollkommen ausgeruht, als Backup zur Verfügung stehen? Sie sprechen das Golden Globe Race an? … hier die passende Lektüre:

Windvane Report

Der Markt allerdings funktioniert heute ohne Messen oder Inserate, weil die cruising community durch Word of Mouth lautlos funktioniert. Vermutlich liegt hier der Grund, warum der Stand der Dinge bei Ihnen als professionellem Schreiber bislang noch nicht angekommen ist? Weshalb ich dies hier einmal adressiere … 

Reference links

Für mich klingt der Tenor Ihrer Ausführungen eher wie die Schalmei alter Grabreden, die sich seit Erfindung der Marke Autohelm vor einem halben Jahrhundert in einigen Köpfen kuschelig eingenistet haben und dort bei geschlossenem Fenster, um Gottes Willen, für alle Zeiten die Frischluftzufuhr zuverlässig unterbunden wurde. Für einen Mann, der seine Ohren in den Wind strecken sollte, eine erstaunliche Offenbarung, weil vermutlich die Professionalität unbemerkt über Bord gegangen ist? Denn, nicht wahr, eine Windsteueranlage mit einer Schreibmaschine zu vergleichen … darauf muss man erst mal kommen … immerhin erheiternd hier eine Meinung abzulesen, die tiefer blicken lässt, als Sie vermutlich denken … aber immerhin gut, dass hier nun eine Diskussion zustande kommt, die alte Vorurteile ggf. beiseite räumen kann. Denn, nicht wahr, die Hoffnung stirbt zuletzt…

Die Welt hat sich ein wenig weitergedreht, alte Zöpfe wurden erfolgreich abgeschnitten, eine steinalte Technologie modernen Erfordernissen angepasst und weiter entwickelt, nun müssen nur noch einige Software Updates durchgeführt werden, wobei ich Sie als einen Stellvertretermann einer ganzen Zunft in den Fokus nehmen möchte, weil berufliches Weiterkommen sowie Lernprozesse bei einem Mann Ihrer Konvenienz eigentlich zum Handwerkzeug gehören sollten … 

Vielleicht wird Sie die folgende Lektüre interessieren, Ihre Erkenntnissen ein wenig zu erweitern:

Roulette Francaise

Kopf hoch, Herr Worms, der nächsten Systemausfall ihrer elektronischen Zauberkiste kommt bestimmt, vermutlich werden Sie sich dann an einen Windeumel erinnern … den Sie bereits tot geschrieben glaubten …
Peter Foerthmann


Wenn im gleichen Hochglanzmagazin neuerdings einer sachverständigen Leserschaft die Segelerfahrungen chillender Amateur Segler in Flip-Flops zur Lektüre anempfohlen – oder zugemutet? – werden, sollte die Frage erlaubt sein, ob dieser Ausflug Bestandteil einer Entscheidung zu Gunsten preiswerten – oder gar gratis? – zur Verfügung gestellten Contents, ein Ausrutscher oder Bestandteil einer Richtlinie gewesen ist, bei denen Seemannschaft in Zukunft keine Rolle mehr zu spielen hat … vielleicht um neue Segler und Leser zu generieren oder anzusprechen? Immerhin weiss der geneigte Leser nun, dass man keinerlei Erfahrung benötigt, um dennoch bis Brasilien zu segeln!

Ein Thema offensichtlich, dass bei den Betroffenen nervöses Zucken der Maustaste zu verursachen scheint, denn bei der Dame und den Herren Amateurseglern wird bereits massiv gelöscht, derweil im Segeln-Forum nun die Gelbe Karte gezogen wird. Eine Meinung scheint in der deutschen Medienwasserlandschaft immer noch Angst zu machen, selbst um den Preis, dass man eigene Glaubwürdigkeit bei der Leserschaft … unter Vorsatz liquidierte? Alles reine Nervensache … die blank zu liegen scheinen.

Holzköpfe – Holzwege

SPASS ODER ERNST
So differenziere ich gerne Segel- oder Reise Pläne, fängt bei der Wahl eines geeigneten Untersatzes an und beinhaltet auch psychosoziale Voraussetzungen, ob eine Reise gelingen kann, oder aber eher nicht.

In Wiederholung obigen Zitats: Die Spitze vom Eisberg allerdings – die Zielgruppe des Contents, messerscharf von DK präzisiert: Zitat:

 der anspruchsvolle Segler >40, … der besonderen Wert auf Qualität und Service legt,

Kann es sein, dass alle derartigen Überlegungen einem Zwang zur Monetarisierung möglichst vieler Inhalte unterworfen worden sind? Dies nämlich, ist zu vermuten.

In diesen Kontext passt trefflich, was Wilfried Krusekopf kürzlich in einem Rundschreiben an französische Journalisten formulierte, ein Beitrag, der – ins Deutsche übersetzt – hier wiedergegeben werden soll. Es geht insbesondere um die Verantwortung von Fachmedien, in Art und Weise ihrer Berichterstattung dafür Sorge zu tragen, dass die Regeln von Seemannschaft lebendig bleiben, damit Wild-West-Seglern Einhalt geboten wird, die sich im Schadensfall allzu gern auf ihre Unerfahrenheit berufen … die sie zeitgleich als Erwerbsmodell verwenden, und damit die Solidargemeinschaft unverfroren in Haftung zu nehmen suchen … wenn der Blanke Hans einmal die Zähne zeigt!

Wilfried Krusekopf

Wilfried hat das Wort:
WOLLEN WIR FAHRTENSEGLER DIES EINFACH SO AKZEPTIEREN?
Seit mehr als 30 Jahren segele ich regelmäßig und in verschiedenen Jahreszeiten, meist als Skipper, seltener als Crew, zwischen Deutschland, den Britischen Inseln, Frankreich, Spanien, Portugal und der Karibik. Insbesondere im Laufe der letzten 20 Jahre, deutlich auffallend allerdings in den etwa letzten 10 Jahren sind in den Häfen, auf den Ankerplätzen und auf See Verhaltensweisen von Freizeitseglern zu beobachten, die nicht nur Grund zur Kritik sind, sondern zum Teil auch die Sicherheit unseres geliebten Sports gefährden. Aus der Perspektive der Redakteure der führenden Segelzeitschriften scheint dies ein Tabuthema zu sein, denn es finden sich dazu nur extrem selten Artikel, die diese fragwürdige Entwicklung ausführlicher beleuchten.
Wovon spreche ich konkret?
– Bei Ein- und Auslaufen in den Häfen überforderte Chartercrews, mit meist viel zu großer Yacht, gemessen an der Kompetenz der Crew und/oder des Skippers
– Schlecht vorbereitete, nicht selten katastrophale Hafenmanöver mit Folgeschäden an Nachbarbooten; zu kleine oder gar nicht vorhandene Fender, inkompetentes Leinenhandling
– Festmachen im Päckchen ohne Vor- und Achterspring, bei mehreren Booten oft ohne Landleinen
– Respektloses Verhalten gegenüber Crews auf Nachbarbooten: Gröhlpartys bis tief in die Nacht; im Päckchen liegend Rückkehr von der Landwanderung mit schmutzigen Wanderschuhen über das Deck des Nachbarn
– Missachtung der Kollisionsverhütungsregeln, teils mangels Kompetenz, teils mit Absicht.
– Wahl des Ankerplatzes so als ob es das Parken eines Autos wäre, ohne ausreichenden Abstand, ohne Berücksichtigung der Schwojbewegungen, ohne der Situation angepasste Kettenlänge, ohne Berücksichtigung des Tidenhubs…
– Falscher oder Nicht-Gebrauch der Navigationsbeleuchtung bei Nachtfahrt
– Ankern bei Nacht ohne Ankerlaterne
– Missachtung der Kommunikationsregeln bei Gebrauch des UKW-Seefunkgerätes
– Unangemessene Benutzung des DSC-Alarms, z.B. bei leergefahrenem Dieseltank auf einer Segelyacht
Die Liste ließe sich sicherlich um etliche Punkte erweitern.

Ohne Zweifel kann man dieses Fehlverhalten nicht in gleicher Weise in allen Gewässern beobachten. Zwischen Cuxhaven, Stornoway und Brest sind diese Verhaltensweisen deutlich seltener anzutreffen als in der Ostsee, an der französischen Altantikküste oder im Mittelmeer. Doch findet sich die überwiegende Mehrzahl der Freizeityachten in den letztgenannten Gewässern.
Speziell in französischen Küstengewässern kommt eine nationale Besonderheit zum Tragen, die einfach nur paradox ist: Zwar ist (vernünftigerweise) der Motorbootführerschein in Frankreich verpflichtend, um ein Motorboot mit mehr als 6 PS auf Binnen- oder Küstengewässern zu bewegen, aber für das Führen einer Segelyacht zu Freizeitzwecken – und mag sie noch so groß sein und mag der Motor mehrere hundert PS haben – ist keinerlei Führerschein verpflichtend, kein Segelschein und auch kein Motorbootführerschein! Kommentar überflüssig…
Das mag aus ökonomischer Sicht sinnvoll erscheinen. Ergibt sich daraus doch schließlich ein erheblicher Umsatzgewinn für die Bootsbauindustrie, für die Vercharterer, für die Versicherer, für die Werft- und Wartungsbetriebe, für die Wassersportverlage…

Möglicherweise lässt sich das seemännische Verhalten weniger erfahrener Skipper und Crews durch eine Führerscheinpflicht für Segelyachten, so wie es sie in Deutschland gibt, teilweise verbessern. Doch sollte dies einhergehen mit einer angemessenen Berichterstattung zu den o.g. Problemthemen in den führenden Segelzeitschriften. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern über eine sachliche Beschreibung der Vor- und Nachteile und der Notwendigkeit einer grundlegend erlernten und verantwortungsvoll angewandten Seemannschaft. Denkbar wären beispielsweise in Segelzeitschriften als Serie erscheinende Artikel unter der Überschrift „Die Horrorstory meines letzten Törns“.
In diesem Zusammenhang könnte sich auch ein neuer Arbeitsmarkt für junge Profiskipper entwickeln, die frischgebackenen, und darum meist unerfahrenen Yachteignern in einem etwa 14-tägigen Individual-Seminar die neu erworbene Yacht im Handling im Hafen und auf See näherbringen. Eine Marktlücke auch für die Bootsbauindustrie…
Die Charterbranche hat die Zeichen der Zeit bereits erkannt und bietet immer häufiger die großen Charteryachten gleich in Kombination mit einem Profiskipper an. Wenn dann Koch, Steward und Laufpersonal noch dazu kommen, ist ja der total relaxte Segelurlaub garantiert…

Nebenbei hier eine kurze aber wichtige Frage:

WARUM GEHEN WIR EIGENTLICH SEGELN?
Die Entwicklung des Segelsports geht in weiten Bereichen immer mehr in Richtung High-Tech-Lifestyle-Cruising. Damit verbunden ist leider auch eine wachsende Abhängigkeit von komplizierter Bordtechnik und fachlich gut geschultem Wartungspersonal im Hafen. Das Segel-Naturerlebnis rückt immer weiter in den Hintergrund. Brauchen wir wirklich Laminatsegel, Plotter am Doppel-Steuerstand, Bussysteme in der Bordelektronik, Kap-Hoorn-taugliches 3-Lagen-Ölzeug und andere Lifestyle-Attribute an Bord, um sicher, entspannt, verantwortungsvoll und vor Allem mit viel Vergnügen zu segeln? Warum gehen wir eigentlich segeln? Ist es nicht in erster Linie der Wunsch nach etwas mehr Unabhängigkeit, mehr Naturnähe? Abstand zum computergeprägten Arbeitsalltag? Aktiv gelebte Auseinandersetzung mit Wind, Wellen und Wetter? Lässt sich wahre Freude am Segeln nur mit einem High-Tech-Boot erreichen? Der Regattasegler wird diese Fragen anders beantworten als der Fahrtensegler, doch sucht Letzterer doch häufig beim Segeln eine möglichst weitgehende Befreiung vom Land-Alltag.

Vielleicht sollten wir versuchen, mit weniger moderner Technik, weniger Materialeinsatz und auch weniger finanzieller Belastung, dafür aber mit mehr Unabhängigkeit, mehr Naturnähe und mehr Nachhaltigkeit den Segelgenuss zu steigern. Ich will nicht das Leben des postmodernen Segelhippies verherrlichen, der an Deck Kräuter züchtet, Konsumverzicht predigt, Pi mal Daumen ohne GPS navigiert und sich auf seinem 8 m langen, alten Seelenverkäufer nur mit Mühe über Wasser halten kann.
Vielmehr sollten wir nicht zuletzt auch dem jüngeren, vielleicht weniger erfahrenen, aber umso intensiver von Segelreisen träumenden Segler konkret zeigen, dass es möglich ist, bei geschickter Planung, sinnvoller Wahl des Bootes und der Ausrüstung und einer auf Naturnähe und Nachhaltigkeit zielenden Grundhaltung mehr Unabhängigkeit, mehr Freude am Segeln zu erzielen, ohne dabei an Bord einen kultivierten Lebensstil aufgeben zu müssen.

Mit der Hoffnung, ein paar konstruktive Gedanken in die Diskussionsrunde geworfen zu haben…
Wilfried Krusekopf


INHALTE UND INTERESSENLAGEN
Wenn heute allgemein hingenommen werden muss, dass Inhalte und Interessenlagen stets einem Zwangs zum Monetarisierungs Mix unterworfen wird, was durch einen vergleichenden Blick auf die Liste von Bannern, Bildunterschriften, advertorial writing, Inserentenverzeichnissen, Unterstützern, Supportern oder gar Sponsoren unschwer erkennbar ist, wenn zudem Berichte ihrem Ursprung nach copy and paste oder Recherche zu unterscheiden sind, wird transparent, wo der Weg des Geldes ist. Ein gekonnter Mix entscheidet sodann, ob am Ende genügend Leser zu interessieren sind, wobei schlichte Zahlen einen Erfolg am ehrlichsten wiederzuspiegeln in der Lage sind. Wenn allerdings Meinungsvielfalt zunnehmend nicht mehr respektiert wird, gar Angst erzeugt, wenn eine konzertierte Vorgehensweise zum eigenen Machterhalt als Ausweg erachtet wird, sei darauf hingewiesen, dass dies angesichts einer anspruchsvollen Leserschaft vermutlich nicht funktionieren wird, weil diese Menschen über Beine verfügen, die sie unter die Arme zu nehmen in der Lage sind.

Mein Credo: eine Meinung bleibt eine Meinung – wer sie zu unterdrücken sucht – zeigt Schwäche und sein wahres Gesicht, was bei klugen Menschen wenig Eindruck hinterlässt.

mein Wort zum Sonntag 14.03.2021
Peter Foerthmann

2 Antworten zu Alexander Worms

  1. Thomas SV Carmina sagt:

    „…Energieversorgung und elektrische Autopiloten werden zuverlässiger. Windsteueranlagen gehen so langsam den Weg der Schreibmaschine… Das Paradigma Langfahrt=Windfahne löst sich auf. Ich kenne eine ganze Reihe Langfahrer, die lieber den Autopiloten machen lassen. Und das funktioniert gut und wird sich mit besserer Energieversorgung aus Wind und Sonne und Li-Akkus auch noch weiter durchsetzen“.

    Bei solchem Gelaffer eines „Wassersportjournalisten“ bleibt mir die Spucke im Hals stecken.
    Seit nun +20 Jahren hatte ich Elektr. Autopiloten an Bord. Keiner hatte jemals mehr als 5 Jahre Dauereinsatz störungsfrei überlebt. Ganz zu schweigen von den neuen elektronischen „Kombtatibilitätssorgen“. Ganz zu schweigen vom Mangel an Ersatzteilen und wenn schon dann zu exorbitante Preisen.
    Insgesamt haben mich Reparaturen, Ersatzteile und letztendlich Neuanschaffungen ein Mehrfaches einer WP Pazifik gekostet.
    Und von denen weiss man, dass selbst nach 20 Jahren, jederzeit Verschleissteile erhältlich sind, nebst professioneller Beratung für den Einbau, wenn dann das Manual sich schon längst im Salzwasserdunst irgendwo in einem Schapp in Zellulose aufgelöst hat. – Und mit wenig Aufwand lassen sich solche Steuerungen noch viele, viele Jahre weiter betreiben. Und, nebenbei ohne ständig den Batteriemonitor im Auge zu behalten. Und dann noch: Li-Io-Batterien oder gar H2-Brennstoffzellen zu installieren soll also des Rätsels Lösung sein? – Mann ohh Mann…

    PS: Ich hätte noch einen Steuercomputer, eine Fernbedienung und einen 12-V Antriebsmotor Lewmar Mamba für einen Simrad AC20 Autopiloten zu verkaufen! Preis? Eine gute Flasche Whisky plus Versandkosten!

  2. Alex Worms sagt:

    Oh man, was für eine Reise. In die YACHT bin ich gekommen, ins Internet, in der Welt stand ein Artikel von mir, auf Youtube sind Filme zu sehen, in denen ich vorkomme. Aber die absolute Kirsche auf der Torte ist der Auftritt im Blog von Peter Förthmann. Danke. Ich bin sehr stolz über diesen Ritterschlag.

    Für Herrn Krusekopf möchte ich anmerken, dass wir all die Themen, die Sie ansprechen beim YACHT-Skippertraining Wattensee, das ich seit 9 Jahren leite, adressieren. Eine Woche im Watt. Mit Nachfahrten, Hafen- und Schleusenmanövern und vielem mehr. Übrigens auch stests mit meiner Empfehlung ihres Buches zum Thema Segeln im Gezeitenrevier, das ich sehr schätze.

    Nun ja. Time will tell, gell?

    Groetjes

    Alex Worms

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