SV Gegenwind

HANSEAT IM GEGENSTROM VON OSTTIMOR
Asha und Helge sind im Sommer 2014 in Kiel losgefahren. Der usprüngliche Plan – eine Weltumsegelung in drei Jahren – hat oirgendwie nicht geklappt, zu viele Erlebniss, die am Wegesrand auf Entdeckung warteten, zu schnell ist die Zeit vorbeigerauscht … In diesem Blog hat es bislang 5 Berichte gegeben, die samt und sonders voller Lebensfreude sprühten … Daran hat sich nix geändert, denn nun sitzen sie in Osttimor fest. Gegenwind im Gegenstrom, das bezeichnet die Situation griffig, hier der aktuelle Bericht.

Moin moin, nun sind die ruhigsten Feiertage, die die meisten je erlebt haben vorbei. Trotz aller Ungewissheit, die das neue Jahr bringt, wünschen wir allen in Deutschland und der Welt ein FROHES NEUES JAHR! Oder wie es in Tetun, der hiesigen Sprache von Dili, Timor-Leste (Osttimor) heißt: Haksolok Tinan Foun!
Wie überall auf der Welt, sind auch wir nicht von den Auswirkungen der Corona Krise verschont, was ihr vielleicht schon daran gelesen habt, daß sich unser Standort seit unserem letzten Neujahrsgruß nicht verändert hat. Zu dem Zeitpunkt waren wir noch guter Hoffnung, viele Seemeilen in unser Kielwasser zu bekommen. So starteten wir Mitte Januar optimistisch Richtung Lombok (Indonesien). Vom Segelwind hätten wir, mit Motorunterstützung, innerhalb einer Woche unser Ziel erreicht, aber wir unterschätzten die starke aus Westen kommende Strömung, die uns immer wieder zurück trieb. So fiel zwar nach einer Woche der Anker, aber exakt an der Position, an der wir ihn vorher hochgezogen hatten. So wollten wir bis zum Ende der Monsunzeit (Mai/Juni) warten und dann erneut starten.
Aber vorher kam Corona und alle Grenzen um uns herum wurden geschlossen und bisher hat sich für uns keine Möglichkeit ergeben weiter zu segeln. Selbst der mehrfache Besuch, der hier ansässigen Botschaften unserer Wunschreiseländer (Indonesien, Malaysia, Thailand) brachte uns nicht weiter.
Mit unserem Ankerplatz haben wir leider, bedingt durch die sehr gerade Küste des gesamten Landes, egal ob Sommer- oder Winterzeit einen oft sehr schaukligen und windigen Ankerplatz. Dafür haben wir ein Land erwischt, daß es durch konsequente Grenzschließung geschafft hat, das Virus außerhalb der Grenzen zu halten. Alle bisher diagnostizierten Fälle waren bei Rückkehrern bzw. Personen mit Sondergenehmigungen aus systemrelevanten Gründen, die bei der Einreise in Quarantäne abgefangen wurden. Das alltägliche Leben läuft hier normal weiter, nur mit Hände waschen und zeitweise Maske tragen.
Aber es gibt keine Touristen mehr und an vielen Stellen realisieren wir, daß das Geld im Land und bei den Menschen knapper geworden ist.
Hier schafft Corona andere Herausforderungen, als die von denen wir immer wieder in Europa und Deutschland hören und lesen und das ist für uns doch oft schwer nachzuvollziehen (erinnert Euch daran, wie es bei Euch vor einem Jahr war). Trotz allem was dort in unserer Heimat passiert, möchten wir doch gerne wieder in eine uns bekannte “Mentalität”, auch wenn die Normalität inzwischen wohl eine neue sein wird. So überlegen wir während der langen Stunden an Bord hier immer wieder, an welchen Ufern mit interessanten beruflichen Herausforderungen wir uns in Zukunft wiederfinden werden und ob wir damit einen weißen Fleck auf unserer Karte ausfüllen.
Wie in Deutschland ist auch das Internet in Timor-Leste – selbst hier in der Hauptstadt – noch im Ausbau befindlich. Außerdem stellen wir für uns immer wieder fest, daß uns die Tropen und gerade der jetzige Sommer mit der Regenzeit extrem viel Schwung und Geschwindigkeit nimmt. Trotzdem oder gerade deshalb freuen wir uns auch weiterhin, wenn wir von Euch die eine oder andere Email, Einträge in unsere Plauderecke oder bei Facebook bekommen. Bedingt durch die gerade beschriebenen Gründe und hoffentlich später im Jahr der Nichterreichbarkeit, da wir auf See sind, können unsere Antworten etwas dauern, aber wir versuchen jede Nachricht zu beantworten. Übrigens gerade in der jetzigen Zeit merken wir, daß die Lebensrealitäten mit den dazugehörenden Problemen bei uns völlig von denen außerhalb unseres Corona- freien Gastlandes abweichen. Somit können wir inzwischen mit einem Spruch “Alles beim Alten!” wenig anfangen, denn die Normalität verändert sich gerade.
Für 2021 hoffen wir, daß wenn der Monsun in diesem Jahr umschlägt, wir eine Gelegenheit zur Weiterreise bekommen, auch wenn Quarantänezeiten dazugehören werden (trotz mehrwöchigen Segelstücken in völliger Isolation). Und die Frage stellt sich uns noch, welche Bedeutung die Verfügbarkeit eines Impfstoffes hier in Südostasien haben wird.
Wir hoffen, daß wir auf den Weltmeeren und an Land so unbeachtet von dem Corona Virus bleiben werden wie bisher.
Viele Grüße von der SY Gegenwind aus Dili, Timor-Leste, Südostasien und bleibt gesund!
Asha & Helge
Crew der SY Gegenwind

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.