Herausforderungen

WO EIN WILLE IST, GIBT ES WEGE – ERFAHRUNG MACHT MEISTER
Geht nicht, gibt es nicht, zumindest wenn man Grenzen respektiert und sich nicht geniert, diese zu benennen, zu definieren und gemeinsam mit den Seglern nach Wegen zu suchen, wie man den Gegebenheiten auf schwierigen Schiffen, ein Schnippchen schlagen kann, denn mit dem Standard Marketing Schnack kein Problem von Landmenschen, gerät man auf See schnell an seine Grenzen, wenn am hinteren Ende eines Schiffes irgendwann nix mehr geht und manch einer mit seinem Latein dann am Ende ist, und sich selbst am Ruder wieder findet, was das Ende jeder Reise ist.
Mein Credo folgt einem diametral anderem Kurs, denn ich liebe Herausforderungen der besonderen Art, bei denen ich Erfolg nicht frech verspreche, hingegen lediglich zart eine Hoffnung im Kopf meines Gegenübers pflanze, dass wir dereinst gemeinsam Erfolg haben könnten. Ein Hoffnungsschimmer für manchen Segler, der bereits realisiert, dass er mit seinem elektrischen Steuermann die Steuersorgen und Nöte eben doch nicht im Kielwasser zu lassen imstande ist. Denn wir wissen natürlich, dass es einen anderen – besseren! – Blick auf die Thematik von Steuerfreiheit auf See gibt, weil es eben nicht immer ausreicht, stetig grössere und leistungsfähigere Batterien an Bord zu implantieren, zusätzlich Stromquellen durch Solar, Wind und Wasser zu installieren, um auch unter Deck genügend Gadgets zum Kampf gegen Langeweile auf See, unter Strom, und am Leben zu halten sind, und an Ende dennoch atemlos festzustellen, dass der Autopilot trotzdem das schwächste Glied in der Kette geblieben ist, weil er eben nicht Hexen und Blaufärben kann, alternativ – falls er also leistungsfähiger ausgelegt! – die Bordsysteme sämtlich auf eine harte Probe stellt, zumal kein Bauteil im Mikrokosmos aller Bordsysteme eine Auszeit nehmen darf, weil ansonsten die gesamte Bequemlichkeit auf See verloren geht, und das Humankapital höchstselbst am Ruder gegen Müdigkeit zu kämpfen hat. Kurz, mein Mantra bleibt quietsch lebendig: irgendwann ist jeder Segler reif, die eigenen Grundsätze über Bord zu werfen, wenn und oder weil er genügend Erfahrungen der besonderen Art erlebt … und per Mausklick dann final auf meinem Mac landet … alternativ meinem Wettbewerb auf die Nerven geht – ein versehentlicher Joke!

Autopilot – Windpilot


Es ist kein Geheimnis, dass nahezu 100% der Segler, die in meinem Beratungstreibnetz hängen bleiben – Erfahrungen mit den elektrischen Zauberkisten besitzen – manchmal bis zur Erschöpfung. Denn Zauberkisten gehören zum Standard auf jeder Yacht, gleich hinter dem Klo. Auch kein Geheimnis, dass ich weder für Anzeigen Inserate, Boat Shows, Newsletter noch Cold Email investiere, um meinen Lebensunterhalt – und den meiner Frau! – zu bestreiten! Warum sollte ich mich auf Cookiejagd begeben, sodann mühselig den Beifang sortierend kategorisieren und sodann hinterrücks bei Seglern in den Spam Folder retournieren, weil ich, wie Rumpelstilzchen ja mehr von ihnen weiss, als sie selbst vermuten? Segler sind eine besondere Menschensorte, vergleichsweise wenig in Social Media unterwegs, weil bereits der Sport ihre Freizeit frisst und sie kaum unter zeitlicher Unterforderung zu leiden haben. Kurz: Segler leben aktiv und beschaffen sich ihre Informationen aus eigener Initiative … weniger, weil sie durch Werbung oder Inserate sowie Druckerzeugnisse beeinflusst worden sind … nein wirklich? Ich revidiere dies vorsichtig, denn genau an dieser Stelle, setzt Marketing der besonderen Art und Weise ihren Hebel an, um die Entscheidungszentrale zu manipulieren, sie vorsichtig zu optimieren oder gar zu frisieren.
In meiner Marktnische läuft alles von alleine, die weltweite Cruising Community erledigt die Weitergabe von Informationen, selbst wenn ich in der Koje liege. Typische Erstkontakte aus Übersee sind kurz:

Hi Peter, can you supply a Windpilot with in a week?

Aufträge ohne Diskussionen sind in den US fast schon die Regel. Für mich ein schöner Beweis, dass es ein Leben abseits ausgetretener Marketing Pfade gibt und mein Kompass wunderbar kallibriert.
Im Verlauf vieler Dekaden hat sich mein Einschätzungsvermögen zur Montage und Verwendung einer Heckverzierung enorm optimiert. Mein Standard Schnack auf komplizierte Anwendungen vor Jahrzehnten stets: versuchen wir die Sache – geht’s schlecht, nehme ich das System zurück – geht es gut, haben wir beide etwas davon. So wurde ich schlauer und zielgenauer, weshalb mich heute kaum noch eine Frage wirklich erschüttert, und ich meine Diagnose sowie Therapie subito aus dem Ärmel schüttele. Langweiliger ist es darum nicht geworden, hingegen ungemein zeitlich effektiver, also ganz in meinem Sinne, denn Zeit ist mein Lebensproblem, wenn ich in meinen Spiegel blicke.

Ein paar schicke kleine Geschichten gefällig? Bitte sehr, die Geschichte vom Werdegang meines Marktnischenunternehmens ist bereits eine Stand-lone-Geschichte, die ich aufgeschrieben habe:

The roots

Die Produktentwicklungen folgten stets einem Startschuss, den ich gehört und in Folgen verwandelt habe:

Der erste Härtetest

Bei der Pacific Light kam Burghard Pieske um die Ecke:

Der Startschuss

An der Neuentwicklung der heutigen modularen Produktreihe ist die deutsche Bundesregierung schuld, weil die Emissionsschutzgesetze „erfunden“ und damit den Sandgiessereien die Lebens Luft abgeschnitten hat. Ist schon praktisch, wenn man stets einen Schuldigen zur Hand hat, dem man dann alles in die Schuhe schieben kann! Jedenfalls habe ich vor ca 24 Jahren den gewaltigen Tritt in den Achtersteven erhalten, der notwendig gewesen ist, mich in die industrielle Produktion zu katapultieren. Ein Segen, wie ich es heute empfinde, weil ich die gewaltigen Investitionen, die damals mit Zinsen im Bereich von 7% vergoldet gewesen sind … weitestgehend verdaut habe, im wahrsten Sinne! In einem Marktbereich, in dem ein Grossteil des internationalen Wettbewerbs noch als Manufakturbetrieb seine Produkte zusammenschraubt, kann man ein besseres Produktions Tempo vorlegen, ohne an den Kostenfolgen menschlicher Ameisenarbeiterkolonnen zugrunde zu gehen… zumindest wenn man bereit ist, morgens die Koje zu verlassen und den Tag nicht auf dem Sofa zu verbringen. Ein Sinnspruch, der mich seit ca 60 Jahren an die Arbeit bringt.

Factory insight

Der Erfolg stellt sich dann von alleine ein, was nachzulesen ist:

Reference links

Womit ein Grossteil der Herausforderungen meiner täglichen Arbeit umfasst wäre, denn meine Datenbank mit den Details nahezu sämtlicher weltweit je in Serie gebauten Schiffen umfasst heute sogar Exoten, die in Japan gebaut wurden. Ich habe im Verlauf eines halben Jahrhunderts eine Systemcode Datenbank aufgebaut, die die wichtigsten Daten von nahezu 4.000 Schiffen umfasst, womit es im täglichen Umgang mit den Seglern kaum noch Überraschungen gibt. Was ja Nerven schont und Mistverständnisse zu umschiffen in der Lage ist, weil eine Heckverzierung ja auch am jeweiligen Schiff passen soll, ohne dass Ärger entstehen kann.

Dieser Blog beschäftigt sich mit einigen Extremen, die mir den Blutdruck nach oben gebracht haben, um eine Lösung zu finden, insbesondere für die Gegenseite. So habe ich im Verlauf der Jahre etliche Pocket Cruiser ausgestattet, die mir stets besonders am Herzen liegen, weil kleine Schiffe auf grosser Reise meine Sympathie besitzen und ich immer wieder gerne versuche, nach Lösungen zu suchen, weil der Platz am Heck kleiner Schiffe endlich ist, weil er eigentlich gar nicht vorhanden ist, wenn dort z.B. auch ein Motor thront, denn man ja nicht mit Tipp-Ex wegmachen kann. Mit ein wenig Denkschmalz bekommt man das Problem geregelt, hier ein paar Beispiele als Augenfutter:
Am anderen Ende der Grössenskala gibt es andere Probleme, die nicht weniger anspruchsvoll zu lösen sind. Hier das Beispiel der SV Resplandor von Chuck Force einem Eigendesign Centreborder von 65 ft und enormen Gewicht, gebaut von einem Mann der über dezidierte Materialkenntnisse im Bau von Aluminium und Materialpaarungen besitzt, die er frei im Netz mit anderen Seglern teilt.
Die Resplandor wurde mit einer Pacific ausgerüstet deren Sockel für die Flansch lose Aufnahme im Heck ausgearbeitet wurde.

Die Ausrüstung eines besonderen Ruderbootes, mit dem Chris Bertish im Jahr 2022 den Pacific „unter Flügeln“ im Stehen bezwingen will, verursacht leichte Kopfschmerzen, weil bei diesem Boot der Segler beide Hände zum Halten des Segels benötigt und keine dritte Hand zur Koordination der Steuerung mit der Kursrichtung vorhanden ist.

Chris Bertish

Die Ausrüstung der SV La Luz, einer Frances 26 mit einer Pacific Light wurde zum Vergnügen ohne Sorgen, das Schiff befindet sich derzeit jenseits des Pacific.

Die SV Cotinga, eine Morgan 46 von Michael Block hat mit einer Pacific in den Zeiten der Pandemie einen Roundtrip in die Karibik verbracht und ist kürzlich wieder in ihrem Heimathafen in Maine angekommen.

Der japanische Windpilot Enthusiast und mehrfache Weltumsegler Kenichi Horie, zwischenzeitlich 80 Jahre alt, hat kürzlich für sein neues Schiff, ein 19ft One Design eine Pacific Light in Ashiya Hyogo. Japan, erhalten.

Kürzlich wurde mir ein ganz besonderes Projekt angetragen: ob ich wohl bereit und in der Lage sei, für einen Leichtbau Katamaran, der von 3 Schwimmern (!) der Länge nach durch den Titicacasee gezogen werden sollte, mit ein bis zwei Pacific Light auszurüsten, für jeden Rumpf eine? Ich war ratlos, weil ich keine Antwort gefunden habe, wie man ein „Schiff“ bei dem „drei menschliche Pferde vorne die Richtung angeben, achtern würde steuern sollen. Ein Projekt, bei dem mich der Mut verlassen hat, zumal ich nur einen einzigen Sinn entdecken konnte, warum Menschen im eiskalten Wasser 110 km zu schwimmen bereit und in der Lage sind: das alte Lied von Aufmerksamkeit, mit der man hätte die Presse kitzeln können … um ein wenig Geld einzusammeln.

Soweit ein paar schnelle kleine Geschichten als Wort zum Sonntag, der regnerisch und herbstlich geraten ist, weshalb ich meine Gedanken ein wenig haben fliegen lassen.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen, da muss man tapfer sein!

17.10.2021
Peter Foerthmann

1 Antwort zu Herausforderungen

  1. Thomas SV Carmina sagt:

    Tatsächlich sind DATEN das neue Gold. Und wer kann schon behaupten diese von über 4000 Schiffen sein eigen zu nennen. Du hast es früh begriffen und deshalb ist Dein Kundenservice ausnahmslos vom Feinsten. Auch meine Contest 38s hattest Du besser gekannt als ich selbst. Hut ab.

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