2022 – Tacheles

VERSCHWIEGENHEITSKONFLIKTE – IRRTÜMER – ZIELGRUPPENSALAT
Mein Umgang mit Seglern ist gelebtes Leben, ein roter Faden von bald 50 Jahren Länge. Mein Engagement in der Causa Trans-Ocean gilt Menschen, denen ich meine Existenz verdanke, das Verfassen von 93 Blogs sowie Rechtsstreitigkeiten, habe ich ehrenamtlich erbracht. Wer dies unter Vorsatz missversteht, kann kein Segler sein! Dies scheint das Kernproblem, in dessen Folge eine schier unglaubliche Anzahl von Übergriffen seitens zweier Mitspieler im Wasserzirkus erfolgt, deren Nerven dauerhaft blank zu liegen scheinen! Denn man ist wenig zimperlich vorgegangen, hat einen freundlichen Dialog über Jahrzehnte, durch die Holzhammer Methode ersetzt: Zensieren, Löschen, Beleidigen, Verleugnen, Verlautbaren, Verklagen! Ein erstaunlicher Massnahme Katalog, der Unprofessionalität nahelegt. Wenn Menschen, die im Glashaus sitzen, sich als am langen Hebel medialer Macht begreifen, sich sodann in ihren Mitteln derart vergreifen, sublimiere ich unweigerlich die Dallas Soap, bei der ein JR mit breiter Krempe und noch breiterem Ego, bräsig grinsend seinen vermeintlichen Claim abreitet, er darüber nicht bemerkt, dass der Wind gedreht und das Wasser bereits in seinen Cowboystiefeln steht.

Der Drifter Skandal hat aufgedeckt, dass Solidarität und Moral in diesem sog. gemeinnützigem Verein recht offensichtlich nicht vorhanden ist, denn andernfalls hätten einige Herrschaften, denen der Kassenstand des Vereinsguthabens über alles geht, nicht den Souverän in den Schwitzkasten nehmen können, dem das Guthaben ja eigentlich gehört, der zudem später aus Gerichtsurteilen zu erfahren hatte, dass vermutlich sogar Untreue im Spiele gewesen ist. Randnotiz: zum Zeitpunkt des Drifter Skandals verfügte der Verein über ein Bankguthaben von ca TEU 300.
Seit 2011 gilt: Willkommen in der Wirklichkeit! Der Kleingartenverein Meine Liebe Scholle hat sein wahres Gesicht gezeigt, die Glaubwürdigkeitskonflikte dauern bis heute an, weil Augenmaß, Respekt und Balance unter einer Camouflage finanzieller Interessen auch mit Gewalt nicht unter einen Hut namens die See im Herzen zu passen scheinen.

Die unwürdige Show im kleinen Mikrokosmos deutscher Segler mit der Sehnsucht nach fremden Palmen, erscheint mir als peinliches Lehrstück über den Umgang mit Macht, vermutlich, weil hier ein Drehbuchschreiber mit der Axt auf dem Mond zu landen plante, anstatt sensible Zusammenhänge zu bedenken, die ihn vorsichtiger hätten handeln lassen sollen! Man scheint übermütig geworden, mit Folgen, die als Scherben in Cuxhaven offenbar den letzte Penny an Seriosität im Umgang mit dem eigenen Souverän haben schmelzen lassen. Dass es so lange gedauert hat, ist dem engen Schulterschluss einiger Verschwiegener zu danken, die vorzugsweise Fakten durch Verlautbarungen ersetzen, zudem Transparenz gegenüber dem Souverän, ganz wie in alten Zeiten, zu negieren und einen e.V. Segelverein dezidierten finanziellen Eigeninteressen unterzuordnen suchen. Als vermutete Folge haben tausende kluger Segler den TO still verlassen, wie eine Addition von Zahlen in Vereinszeitungen belegen, zudem die Amtsniederlegung zweier Vorsitzender als sichtbare Folge. Persönliche Stellungnahmen werden dem Souverän und der Öffentlichkeit vorenthalten. Peter Wiedekamm hat persönliche Gründe benannt, wer ihn allerdings ein wenig genauer kennt und seinen beruflichen Hintergrund beleuchtet, kommt zu besseren Erkenntnissen, die den Kern seines Zwiespalt und Grund für seinen Rücktritt, besser verständlich machen.

Am 14.01.2022 habe ich an den Vorstand geschrieben:

Sehr geehrte Frau Haack-Vörsmann,
seit nahezu 50 Jahren betreue ich die internationale cruising community in einer besonderen Weise, die auch unter Seglern Ihres Vereins Spuren hinterlassen hat.

Nach 25 Jahren der Mitgliedschaft ( # 738 ) haben mich die Tumulte im Kielwasser der Herrschaftszeiten von Luetgebrune und Birkhoff die Reissleine ziehen lassen. Ich hatte gewagt, Position für die Familie Lelijfeld zu beziehen … ein Konflikt, der ausser Kontrolle geraten ist, dessen Verlauf und Folgen den Verein in den Grundfesten erschüttert und etliche Vorstände die Flucht hat ergreifen lassen, was in toto einen Exodus des Souveräns zur Folge hatte.

Unzählige Segler, mich eingeschlossen, hätten eine kritische Aufarbeitung für selbstverständlich gehalten. Ihre Amtsvorgänger indes haben sich statt dessen vermutlich für einen „Austausch“ der Mitgliederschaft entschieden, was mit Hilfe einer servilen Presse im Schulterschluss gelungen scheint, wenn man die Zahlen von Neu Mitgliedern addierte. Die Kehrseite allerdings habe ich nahezu täglich „als Arbeit“ abzuleisten, wenn deutsche Segler auf der Suche nach Beratung in Sachen Steuerfreiheit, mich natürlich auch zu ihrem „neuen“ Segelverein befragen. Meine Erfahrungen sind niedergeschrieben, sie stehen im Konflikt mit Vereinsmitteilungen, ein Spagat, der mich seit 10 Jahren begleitet.

Exemplarisch für derartige Gesprächsverläufe mag der kürzlich erfolgte Austausch mit Herrn Zoeke sein, wie ich sie ähnlich seit 10 Jahren in immer gleicher Form erlebe. Wenig erfreulich, ich könnte meine Zeit besser verwenden!

Es erscheint mir logisch, dass hier Irritationen entstehen, die ggf. sogar eine Parteilichkeit zur Folge haben, die hier wie dort hinterfragt und aufgearbeitet werden sollten. Arbeit, egal ob ehrenamtlich oder von engagierter Seite, stets wenig zielführend!

Ich würde Sie gerne anregen, für ihren Verein einen Kurswechsel in der Aussendarstellung in Erwägung zu ziehen, denn die derzeitige Vorgehensweise hat einen Flurschaden zur Folge, der nicht mehr zu übersehen, zudem unnötig ist.

Ich hielte dies für Ihren Dienst an der deutschen Blauwasser Community, die von ihrem vermeintlichen Hausverein in unglaublicher Weise hintergangen wurde.

Mit freundlichem Gruss
Peter Foerthmann

Die Verlautbarung des Rücktritts ist am 08.02.2022 und im Editorial Heft #175 nachzulesen.

Ich bin für die Rechte von Coby und Arnold Lelijveld eingetreten, denen ihr Hausverein in Cuxhaven Unrecht zugefügt, dessen Folgen das Leben der holländischen Segel Senioren bis heute prägen, für mich eine nationale Schande, die ein mediales Echo und Konsequenzen verdiente, damit sich Derartiges nicht wiederholte.
Hier und heute allerdings steht die Gesamtanzahl jener Segler in meinem Fokus, die den Verein still verlassen haben, weil sie die Hoffnung auf Verbesserungen am Ende aufgegeben haben. Es handelt sich um eine Zielgruppe, die der Delius Klasing Verlag dezidiert hofiert und wie folgt definiert:

Der Verlag arbeitet zielgruppenorientiert, hat Entscheider mit sehr hohen gesellschaftlichem Status im Fokus, allen voran Opinion-Leader und Besserverdiener.

Ist es nicht auffällig, dass unter den langjährigen TO Mitgliedern eine enorm grosse Anzahl exakt dieser Zielgruppe zu finden gewesen sind?
In eleganterem Seglersprech ausgedrückt: die Zielgruppe zahlungskräftiger Blauwassersegler steht im Fadenkreuz weltweiter Blattmacher von Hochglanzmagazinen, weil in deren Kielwasser Umsatz jeder Art zu machen ist, vom einfachen Blattleser, über Buchformate bis hin zur kompletten Ausrüstung von vorn bis achtern, das Schiff eingeschlossen. Ich habe einen Eisberg sublimiert, dessen sichtbare Spitze die Segler sind, die es geschaftt, ihre Schiffe dereinst loszubinden, derweil der gewaltige Unterwasserteil des Eises von Seglern dargestellt, die noch im Hamsterrad feststecken, weil die Imponderabilien des Lebens, den Hintern noch fest im Griff haben.

Hier werden Träume fabuliert, Konsumenten heiss umworben und Influencer jeder Art bedient bzw. nach oben geschrieben. Tausenden dieser Segler wurde der Verbleib in ihrem Verein vermutlich verbrämt!

Hier würde deutlich, welch ungeheures Ausmass die Skandale tatsächlich nach sich gezogen haben! Zudem würde offenbar, dass die rabiate Monetarisierung eines sog. gemeinnützigen Vereins, vermutlich niemals die Zustimmung seines ( damaligen! ) Souveräns erfahren hätte!
Ebenso würde erkennbar, dass die hier Verantwortlichen offenbar eklatant gegen den eigenen Verlagskodex, ohne hier das Reizwort Compliance zu verwenden, verstossen haben, denn sie haben den Exodus der wichtigsten Ziel- Lesergruppe recht offenbar nicht verhindert! Oder wollten sie das nicht? Denn einen vergleichbaren Verlust von Mitgliedern hätte wohl kein anderer Verein überlebt, der nicht in einem virtuellem Luftraum medial gepanzert, wo dem Souverän Verlautbarungen anstelle von Wahrheiten übermittelt werden und zudem offenbar eine strenge Verschwiegenheit vereinbart gilt. Ein Verein, der neuerdings sogar Neumitglieder durch gelbe Pudelmützen als Erkennungsmerkmal zu stigmatisieren wagt. Eine fulminantere Fehleinschätzung einer Zielgruppe ist für mich kaum vorstellbar! Natürlich kann so eine gelbe Pudelmütze des Nachts auch schon mal Vorteile haben!

Die Kollateralschäden sind mannigfaltig. Mitarbeiter, Kollegen, Freelancer oder Segler, die durch eine gewünschte oder gefühlte Nähe zu medialer Aufmerksamkeit oder gar Berichterstattung, die sie ggf. gegen Entgelt abliefern, verständlicherweise zu artiger Nähe neigen, sie werden sich allesamt vorzugsweise parteilich und artig verhalten, ggf. sogar mit zusammengebissenen Zähnen! So entsteht unnötig Zwist oder gar Gift, das ein Arbeitsklima schon mal verschlechtern kann. Mannigfaltige Auswüchse oder Irritationen als Folge. Beispiele gefällig? Ist da wirklich keine Besserung in Sicht?

ES STAND IN DER YACHT
Wurde dieser eingängige Slogan früherer Zeiten stillschweigend durch einen anderen ersetzt?
WAS NICHT IN DER YACHT STEHT, DAS GIBT ES NICHT?

Der Schlüssel zum Herzen kluger Segler, ist nur über den Verstand zu erreichen. Ich halte die Liaison eines gemeinnützigen Vereins von schlechtem Karma mit einem seriösen Verlag für eine unglückselige Verbindung, weil die Skandale des einen, für immer in den Segler Köpfen weiterleben und dabei ein negatives Zerrbild hinterlassen. Eine Zäsur mit Langzeitwirkung, die unvergessen bleiben wird. Ob das Ziel die Mittel Wert gewesen ist, vermögen kluge Menschen für sich selbst zu entscheiden. Ich jedenfalls, glaube das nicht!

Die Drifter wurde kürzlich an einen deutschen Eigner verkauft, der seine Neuerwerbung nach Norddeutschland verholen und vermutlich auch Cuxhaven anlaufen wird. Ob ihn dort wohl eine TO Delegation oder ein JR der Hochglanzmagazine avanciert?

Der Erlös aus dem Verkauf der Drifter ist gering, das Schiff war 20 Jahre Heimat für Coby und Arnold. Beide sind nun mit einem geliehenem Wohnanhänger in den Süden aufgebrochen, um dort nach einem preiswerten Platz zum Leben zu suchen, da sie sich ein Leben in ihrer Heimat nicht mehr leisten können. Arnold vermerkte kürzlich:

Drifter is sold and we are happy about that. It is time for a new chapter in our lives. I will be 75 soon, so I am still young enough to embark and work on a new adventure.

Hamburg 01.04.2022
Peter Foerthmann

7 Antworten zu 2022 – Tacheles

  1. Thomas SV Carmina sagt:

    Korrekt, man darf derartige Wunden – vorsätzlich zugefügt – wie bei diesem niederländischen Paar nicht einfach von der Zeit überwachsen lassen. Eine Entschuldigung, eine Geste der Widergutmachung ist längst überfällig und wird solang auf diesem Verein lasten, wie es deren Vorstand unterlässt. Es gibt natürlich alte Mitglieder die diese Sache mal abgeschlossen sehen möchten, damit sie wieder ‚ruhig‘ schlafen mögen. Und neue Mitglieder haben von diesen Geschehnissen keine Ahnung. Darum man muss diese Geschichte genau deshalb warmhalten.

  2. Beat aus Genf sagt:

    Lieber Peter,
    Kann mich Deinen Worten und Thomas von der SV Carmina nur anschliessen.
    Es ist eine Sache, wenn es bei einem Verein „menschelt“, wie halt überall und der Vorstand auch Vorteile hat, letztlich ist ja auch damit sehr viel Voluntärarbeit verbunden. Es ist eine andere Sache, wenn Mitglieder aufs böseste geschädigt werden und anstelle der längst überfälligen Wiedergutmachung jede juristische Möglichkeit ausgeschöpft wird um die zu vermeiden. „Rechtlich“ möchte ich das nicht nennen, denn mit Recht hat solch eine Handlungsweise nichts zu tun. Mit einer Seemann (oder -frau)schaft hat das überhaupt nichts zu tun, denn auf einem Boot lässt man den Mitsegler auch nicht einfach absaufen, wie man es mit dem niederländischen Paar ganz unverschämt und gnadenlos gemacht hat.
    In diesem Sinne kann man sich von solch einem Verein, der mir als nicht reformierbar erscheint, nur distanzieren und die Mitgliedschaft kündigen. Denn für jede nicht-reformierbare Organisation gilt, die einzige Möglichkeit ist Konkurs, Auflösung, o. Ä.. In diesem Sinne ist zu hoffen, dass sich die Mitglieder, die anständig genug waren, den Verein zu verlassen, bald einen neuen gründen. Wenn es eine ethische Alternative gäbe, würden viele den anderen verlassen.
    Auch bin ich beeindruckt von Deinem Mut, die Interessenskonflikte beim „Yacht“ Magazin und beim Delius-Klasing Verlag aufzuzeigen. Genau aus diesem Grund habe ich die Yacht nie abonniert und vermeide Bücher von Delius Klasing soweit als nur möglich. Auch hier wird nur ein Boykott und Umsatzeinbruch zu einem Umdenken führen. Auch hier für unternehmerisch Denkende, es hat noch Platz für einen guten nautischen Verlag im deutschsprachigen Raum.

  3. Thomas SV Carmina sagt:

    Beat, es scheint offensichtlich so, dass nur wir zwei Schweizer dieses Votum von Peter – zur aktuellen Zeit – noch öffentlich und mit Namen unterstützen. Es gab aber früher auch Deutsche Mitglieder des TOC welche sich deutlich gemeldet hatten. Aber, meiner Meinung nach, zu wenig. Eine Mehrheit hat das einfach weggesteckt. Inklusive, der sich selbst ernannten, grössten Yachtszeitschrift des Kontinents. Beschämend, wenn Auflagen im Vordergrund stehen und die Zivilcourage dabei auf der Strecke bleibt. Aber das ist nun mal ‚unsere Welt‘.

  4. Martin Trockels sagt:

    Lieber Herr Foerthmann,

    wie so häufig, wenn Sie über die Entwicklung des TO und den Skandal um die Familie Lelijveld berichten, ist jede Kritik so vernichtend wie zutreffend. Nun ziehen Sie den Verbleich zu JR aus Dallas, was sich grundsätzlich auch aufdrängt. Leider führt jedoch der ebenfalls von Ihnen angemerkte und vollzogene „Generationenwechsel“ im Verein dazu, dass die neue Generation Dallas und JR kaum noch kennt… Betrachten wir also einfach mal das aktuelle Geschehen: Es mag ja nicht alles und jede Entwicklung im Verein schlecht sein. Allerdings fehlt einfach die Bereitschaft, die Vergangenheit aufzuarbeiten und sich den Fehlern zu stellen. Dabei scheint dies, seinerzeit von Frau Merkel noch ernst gemeint, mittlerweile zum gängigen Stilmittel der Politik zu mutieren. Zurück zum TO: Statt hier aufzuräumen, was nach dieser Zeit ja durchaus möglich wäre, wird der Beitrag erhöht, um einen Geschäftsführer einzustellen. Würde man diese Einnahmen doch nehmen, die Fehler der Vergangenheit zugeben, die Familie Lelijveld endlich und aus „Kulanz“ ein Stück weit finanziell entschädigen. Sicher wäre jede und jeder im Verein damit sofort einverstanden und das Thema so nach einem Beitragseinzug -zumindest finanziell- erledigt. Aber man müsste ja Fehler eingestehen…
    Welche Geschäftsführerin oder welcher Geschäftsführer ist denn so naiv, um sich unter diesen Rahmenbedingungen in der „normalen Welt“ in ein solches Anstellungsverhältnis zu begeben???Diese Strukturen im Vorstand erfordern eher einen Insolvenzverwalter statt eines Geschäftsführers. Wer es bisher nicht gemerkt hat, der oder dem sollte spätestens die Dauer der letzten Amtszeit von Frau Haack-Vörsmann die Augen geöffnet haben. Sicher eine kluge, erfahrene und weitsichtig handelnde Frau – und die haut nach einem Quartal von heute auf morgen in die Graupen? Ohne plausible Erklärung? Aber, es wird sich ein Geschäftsführer finden. Schließlich gibt es Lametta und auch ein paar Flöhe. Ein Geschäftsführer scheint dann auch die richtige Lösung für den Laden. Mit einem Verein, wo sich Interessierte treffen, unterstützen und austauschen, hat der TO nämlich allenfalls noch in den Gedanken seiner Mitglieder zu tun. Die freuen sich auch wenn man sich unterwegs trifft, hilft, redet und ein Wein miteinander trifft. Nur braucht es dafür eigentlich keinen Verein, der ist Selbstzweck geworden. Auch kenne ich Aussagen der Stützpunkte, welche nicht nur positiv berichten. Also, wie geht’s weiter… Auch ich bin noch Mitglied im TO und sicher ist nicht alles schlecht, bei den Mitgliedern und auch in Teilen des Vereins. Nur hat das mit einem Verein kaum noch etwas zu tun….

    Und, um noch kurz auf JR und seine Yacht einzugehen, wer die liest den kann man dann eben auch nur noch bemitleiden. Wenn er oder sie es dann doch eben nicht besser weiss und nichts merkt, dann können die doch auch nix dazu. Auf die Propaganda-Maschine reingefallen. Zumindest fallen nicht noch vierteljährlich staatlich verordnete Rundfunkgebühren an, um den Laden zu finanzieren. Diese ganze Zeitschrift besteht doch lediglich noch aus Anzeigen von Autoherstellern, Manufakturen für Uhren und, da die Auflage ja stimmt, wahlweise einer Anzeige von HR. Könnte ich mir alles kaufen, brauche ich aber nicht und ganz sicher benötige ich dazu keine Segelzeitschrift. Wenn dann mal was getestet wird ist natürlich die journalistische Unabhängigkeit gewährleistet! Wer diese Zeitschrift liest zeichnet sich wirklich aus. Natürlich habe ich Verständnis für den wirtschaftlichen Druck und die Nöte einer Redaktion, aber man darf die Sache doch nicht aus dem Auge verlieren. Doch solange der Traum mittels der Möglichkeiten der neuen Medien wächst, genug Menschen den SBF-See machen und dann Seeleute werden, solange funktioniert das Geschäftsmodell. Früher war eben anders….

    Bleibt der erhöhte TO-Beitrag, aber wen juckt’s….

    Wie sagte ein Beteiligter des Systems: „Vermutlich ist auch dies nur in den Wind gesprochen…“

  5. Beat aus Genf sagt:

    Sehr geehrter Herr Trockels,

    kann mich Ihren Zeilen nur anschliessen.

    Hier ist der Schlüssel zur ganzen Sache:

    „Mit einem Verein, wo sich Interessierte treffen, unterstützen und austauschen, hat der TO nämlich allenfalls noch in den Gedanken seiner Mitglieder zu tun. Die freuen sich auch wenn man sich unterwegs trifft, hilft, redet und ein Wein miteinander trifft. Nur braucht es dafür eigentlich keinen Verein, der ist Selbstzweck geworden. Auch kenne ich Aussagen der Stützpunkte, welche nicht nur positiv berichten. Also, wie geht’s weiter… Auch ich bin noch Mitglied im TO und sicher ist nicht alles schlecht, bei den Mitgliedern und auch in Teilen des Vereins. Nur hat das mit einem Verein kaum noch etwas zu tun….“

    Mit anderen Worten, es braucht ein Forum, mehr oder weniger informelle Treffen, und Stützpunkte. Es braucht keinen Verein als Selbstzweck und keinen Geschäftsführer.

    Das liesse sich virtuell relativ leicht machen, wenn sich genug Interessierte finden, die das auch möchten. Die Stützpunktleiter sind überwiegend auch für andere Vereine tätig; da kann man sicherlich ein Modell haben, wo man direkt einen kleinen Beitrag zahlt, wenn man ihre Leistung in Anspruch nimmt. Sobald man eine kritische Masse hat, werden sich die besten Facetten vom TO dort wiederfinden und den Rest kann man dann einfach den Bach runtergehen lassen. Das Gute ist des Besseren Feind.

    Trotz der mangelnden Unabhängigkeit der Yacht muss man fairerweise sagen, dass es da auch sehr schöne Artikel hat und hochwertig gedruckt noch dazu. Zahlen würde ich dafür nicht, auch aufgrund der unverschämten Preise in der Schweiz, aber wenn ich irgendwo ein altes Exemplar finde, dann ist ein Teil davon durchaus vergnüglich. Auch hier wäre es schon lange an der Zeit, sich mit einem neuen Magazin an den guten Teilen der Yacht zu orientieren. Der Rest wird dann gelegentlich untergehen.

  6. Jens Borner sagt:

    Sehr geehrter Herr Foerthmann,

    meinen Respekt für Sie, weiter für die gerechte Sache zu schreiben und zu kämpfen, obwohl nach eigener Auskunft fast 100 Blogartikel um das Thema sicher die Finger haben wund werden lassen.

    Auch nach meiner Ansicht gibt es einen Mangel an Transparenz, gerade um den kurzfristigen Rücktritt der zuletzt gewählten ersten Vorsitzenden.
    Wurden in der Vereinsmitteilung im Februar ‘22 noch durch Dritte die Gründe des sehr kurzfristigen Rücktritts von Frau Haack-Vörsmann erörtert, wird im neuesten Editorial der Vereinszeitung darum gebeten, nicht weiter nach den Gründen zu fragen, da diese persönlicher Natur seien. Hieraus ergibt sich für mich die Frage “Was denn nun?” Sind es die Gründe, die im Februar aufgezählt wurden – oder sind es andere, die nicht genannt werden sollen? Nicht ganz klar.

    Man könnte es so stehen lassen. Aber es macht nachdenklich, dass der Kapitän sich nicht einmal selbst an die Mannschaft gewendet und sich erklärt hat, und die notwendigen Statements lieber seinem 1O überlässt. Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn ein gewählter Bundeskanzler zurücktreten würde und die Verkündung des Rücktritts und die Begründung dazu, einem Vizekanzler überlassen würde. Eigentlich ein undenkbares Szenario. Ergo, ich vermisse das Statement der ehemaligen Vorsitzenden und komme durch Nachdenken nicht dahinter, warum dieses bis heute nicht persönlich erfolgt ist.

    Selbst wenn der Status ohne erste Vorsitzende nun so ist, warum wird dann nicht eine kurzfristige Neuwahl für die Position anberaumt?
    Hohe Kosten für eine außerordentliche Mitgliederversammlung werden angeführt sowie die Wichtigkeit einer ununterbrochenen operativen Arbeit an Projekten, die damit vor der erforderlichen Regelung einer sauber gewählten Vereinsleitung rangiert.
    Und es war der öffentlich bekannte Wille, einen neuen Vorstand mit den Erfahrungen des bisherigen Vorstands einzuarbeiten. Dies wird aber nicht funktionieren, wenn es jetzt keinen neuen Vorstand gibt.
    In den Kommentaren der Rücktrittssmitteilung vom Februar gab es meines Erachtens ein Quasi-Angebot eines Kandidaten, das zu greifen wichtig gewesen wäre. Diese Chance hat man ziehen lassen.
    So jedoch, wird diese Amtsperiode in den bisherigen Bahnen weitergeführt werden und eine gewollte Erneuerung hat das Risiko ins Stocken zu geraten.

    In der Satzung, die für einen Verein genauso wie die Besetzung der Position des Vorsitzendern gesetzlich vorgeschrieben ist, ist zu lesen, dass eine außerordentliche Mitgliederversammlung vom Vorstand einberufen werden kann, alternativ auch durch Willenserklärung von 5% der Mitglieder.
    Für ein normales Mitglied ist die Aktivierung von 5% namentlicher Mitgliedschaften recht schwierig. Stehen doch die Daten und der Zugang zu 5% der Mitglieder für das Begehren nicht so einfach zur Verfügung.
    Dagegen müssten lediglich zwei Vorstände für eine außerordentliche Mitgliederversammlung plädieren, um diese einzuberufen. Jedoch wird der dazugehörende Aufwand als zu hoch erachtet.
    Was aber ist der Plan?
    Warten bis zum zu Spätherbst, auf die reguläre Mitgliederversammlung?
    Das ist für mein Empfinden für einen integren Umgang mit der jetzigen Situation nicht angemessen.
    Und: im Aufruf September 2021 zur Suche nach einem Kandidaten hieß es: „Wenn wir es bis zur nächsten Jahreshauptversammlung nicht schaffen, einen geeigneten ersten Vorsitzenden zu finden, laufen wir Gefahr, dass ein glänzend funktionierender und hervorragend aufgestellter Verein in eine ernste Krise gerät, da wir ohne einen rechtlichen Vertreter einen Notvorstand beim zuständigen Amtsgericht bestellen lassen müssten.“ Diese Gefahr scheint nach dem letzten Rücktritt nicht mehr zu existieren.
    Es wäre an der Zeit sich zu erklären, damit die Nachdenklichkeit der Erkenntnis weichen kann.

    Jetzt aber einmal neugierig geworden, lese ich in der Vereinsatzung weiter
    https://www.trans-ocean.org/Portals/0/Media/download/Satzung%20-%20Eintragung%202019%2004%2010.pdf?ver=2021-09-23-112414-880
    und muss eigenartige Regelungen zur Kenntnis nehmen, die den Fokus dieser Diskussion hier scheinbar verändert,. Möglicherweise aber doch eher ergänzt? Wird hierdurch ein Bild gezeichnet, das nicht schön, aber schlüssig wäre?

    Die Mitgliederversammlung ist bereits dann beschlußfähig, wenn sie lediglich ordnungsgemäß einberufen ist (§7d1). Daraus folgt: Eine Mindestanzahl an stimmberechtigten Mitgliedern ist nicht erforderlich! Für alle Abstimmungen, die für die Mitgliederversammlung vorgesehen sind. Im Extremfall wäre es durch die gültige Satzung legitimiert, dass drei Mitglieder den gesetzlich vorgeschriebenen Vorstand für mehrere tausend Mitglieder wählen könnten. Nach BGB möglich, aber entspricht das den Erwartungen der Mitglieder an ihren Verein?
    Bisher wurde es so gehandhabt, dass nur Mitglieder, denen die Heimkehr nach Cuxhaven gelingt, ihre Stimme einsetzen können. Der Zwang zur persönlichen Anwesenheit der Stimmberechtigten geht aus der Satzung nicht eindeutig hervor. Theoretisch wäre eine Stimmabgabe durch „Fernteilnahme“ schon heute möglich und gültig. Praktisch wird diese Möglichkeit nicht eröffnet.

    Anträge von Mitgliedern, die zur Abstimmung eingereicht werden, müssen mindestens 8 Wochen vor der Versammlung eingereicht werden. (§7c2)
    Für die Einberufung der Mitgliederversammlung durch den Vorstand genügt aber eine Frist von nur 2 Wochen (§7a4), wobei eine Tagesordnung mit allen(!) zur Abstimmung stehenden Anträgen erstellt sein muss.
    Also per se keine Chance für Anträge von Mitgliedern? Zumindest könnte der Vorstand noch über eine späte Zulassung von Anträgen entscheiden. Verpflichtet dazu ist er nicht.

    Zwei Beispiele, andere Stellen hab ich nicht weiter geprüft. Ich bin von berufswegen auch kein Jurist.
    Ich bin Novize in dem Verein und fange an mich zu wundern.
    Insbesondere wundere ich mich, wenn ich im TO-Internet-Forum das Wort “Satzung“ suche und dann threads aus Januar 2014 angezeigt bekomme, in denen genau o.g. Problematiken kontrovers und heftig diskutiert werden. Schlagworte wie „anonyme Moderatoren“, „Löschung von Forumsbeiträgen“, „Mitgliederrechte“, „Stimmrechte für Weltumsegler“ bis zu “Verklagen”erzeugen eine Stimmung, die mich arg befremdet.
    Da diese Satzung an den benannten Stellen immer noch unverändert gilt, scheint es seit 2014 (oder länger?) noch nicht gelungen zu sein etwas zu verändern. Warum?

    Gute Erfahrungen aus Onlineseminaren, denen wegen der hohen Teilnehmerzahl aus aller Welt (>600) eigentlich die Bezeichnung „Makroseminar“ zustehen würde, zeigen doch, dass wir in der Lage sind, Versammlungen abzuhalten, die es auch segelnden Fernreisenden ermöglichen würde an Mitgliederversammlungen und ihren Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen.
    Wäre das nicht ein Ansatz, den man im digitalen Zeitalter verfolgen müßte? Sicher ist der Gedanke hierzu nicht ganz frisch, aber für eine moderne Erneuerung bestimmt unumgänglich.

    Andere Mitglieder auf diese Umstände angesprochen erzeugt es eher Achselzucken und „ … ich hab mit der Vereinsmeierei nicht viel am Hut“. Wenn aber aus dem Hut eine gelbe Mütze wird, sollte man sich schon überlegen, ob man hier nicht zu einem treuen Schäfchen wird, das zu steigenden Mitgliederzahlen beiträgt und eine Erfolgsgeschichte unterstützt, die zu hinterfragen sich lohnt.

    Mein Fazit?
    Mit einer offen geführten Diskussion, mit der Möglichkeit der Beteiligung von allen Mitgliedern, einem offiziellem Bekenntnis zu Fehlern, und der Korrektur von Fehlern aus der Vergangenheit durch den Vorstand und einer interessierten, aktiven Haltung der Mitglieder, könnte neben den vielen gutem Inhalten des Vereins auch ein integres Bild geschaffen werden, das den Begriff Compliance nicht fürchten muß. Offenheit ist dazu Voraussetzung.

    Freundliche Grüße
    J. Borner

  7. Rainer sagt:

    Danke lieber Peter. Es ist wichtig dass diese Sachen nicht in Vergessenheit geraden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.