SV Thula

KIEL – SÜDSEE – KIEL – ANDERS ALS GEDACHT
Denn Corona hat den Plan einer Weltumsegelung mit Wind vom achtern kaputtgemacht. Im Juli 2019 war die Thula von Kiel nach Westen aufgebrochen, hat eine wunderschöne Reise zu den Mädchen mit den Hula Röcken in Köpfen, Festplatten für die Nachwelt sowie Vlog Verfolger absolviert und aufgezeichnet. Bilder zum träumen und sattsehen, auch wenn deutsche Mausverfolger hie und dort die Sprache nicht haben verstehen können, weil die Protagonisten ihre Erlebnisse und Lehrstunden gelenkig in Englisch aufgezeichnet haben. Aber wir wissen, Bilder haben im Kopf einen bevorzugten Speicherplatz, derweil Sprache eher nur persönliche Stimmungslagen transportiert bzw. wiederzugeben pflegt. Ergo für manchen sogar doppelter Genuss, wenn er die Schnacks nicht ganz verstanden hat!
Jedenfalls bin ich erst Monate später zum treuen Klickvieh avanciert, bzw. hinzugestossen, denn ich hatte nicht sofort realisiert, die Beiden einem Mailverkehr aus dem Jahre 2019 zuzuordnen, weil nur Iljas Name in meiner Datenbank vermerkt.

Mir standen jedenfalls die Haare zu Berge, nachdem ich ein paar Videos von der Thula gesehen hatte: Das Pendelruder aus der ersten Serie der Pacific 1984 – 1988, war abenteuerlich falsch positioniert, zudem mit der Ruderblatt Achterkante nach vorne in die Rudergabel eingesteckt. Nahezu ausgeschlossen, dass die Pacific auf diese Weise würde vernünftig steuern können. Alarm in meinem Kopf! Anfang Februar 2021 endlich die Erlösung: Janna´s Vater hatte mich in meiner Werkstatt aufgesucht, womit kollateral deutlich geworden ist, wann und von wem die Tochter mit dem Segelvirus infiziert worden ist. Jedenfalls lösten sich Ruckzuck sämtliche Probleme auf dem ansonsten stillen Ocean … und auch in meinem Kopfe auf.

SV Thula – Janna Hars + Ilja Bode GER


Die Panama Passage vor- und rückwärts, hat nahezu 20% des gesamten Budgets in Luft aufgelöst, wobei auf der Rückreise nicht einmal Leinhänder zu bezahlen waren, weil Yachties von West nach Ost fast wie Aliens unbekannt, weshalb auf der Pacific Seite dieser Service vermutlich garnicht angeboten wurde. Ein schöner Grund, einmal das Botschaftspersonal zu einem Ausflug an Bord zu bitten, um sich sodann – Kaffee und Kuchen sowie das Panorama geniessend – angelegentlich an langen Leinen festzuhalten. Man muss sich nur zu helfen wissen!
Jedenfalls konnte ich fortan wieder ruhig schlafen, habe den weiteren Verlauf einer ungewöhnliche Rückreise interessiert verfolgt, einen langen Schlag von 5.000 sm von Panama bis in die Heimat, wo die Thula gestern vor der Schleuse von Holtenau von einer Schiffstraube empfangen und zum Liegeplatz geleitet wurde … gleich um die Ecke. Ein Zeitzeuge, der um die Ecke wohnt, hat die Ankunft akkurat verifiziert und dokumentiert, womit sich nun allseits die Spannung in Wohlgefallen auflösen kann, weil die Thula samt Personal wieder zuhause angekommen sind.
Vermutlich wird die endlos lange Rückreise aus dem Paradies gegen Flauten und Gegenströme gen Osten, nicht nur diesen beiden tapferen Seglern unvergessen bleiben, sie wird auch potentiellen Nachahmern als Menetekel eine Warnung sein, dass die Barfussroute keinesfalls rückwärts funktioniert.

Den beiden Seglern wünsche ich eine geruhsame Zeit an Land … und hoffe, dass sie ihre Heimatsprache noch nicht verlernt haben.

Sonntag 19.09.2021
Peter Foerthmann

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