Peer Kunz

02.01.2018

RÜM HART – KLAAR KIMMING – SALZBUCKELS STOLPERSTEINE

Der Spruch: „Rüm Hart – Klar Kiming“ kommt aus dem Friesischen und bedeutet so viel wie „weites Herz – klarer Horizont“. Die alten Kapitäne der friesischen Küste, wählten diese Formulierung, um ihre „Weltläufigkeit“ zu unterstreichen. Synonyme für „weltläufig“ wären beispielsweise: weltmännisch, erfahren, klug, gewandt und routiniert. Welcher kleine, ambitionierte Freizeitkapitän strebt nicht danach diese Eigenschaften zu erlangen? Ein hochgestecktes Ziel ist es allemal…
Eine schöne und verlockende Vorstellung- ich stehe am Ruder meines Bootes, der Wind treibt es beständig nach vorn, leicht und elegant schneidet der Bug durch die Wellen, der Himmel ist klar, vereinzelt ziehen weiße Wolken vorüber, die Sonne scheint auf mein wettergegerbtes Gesicht, mit klaren und wachen Augen schaue ich nach vorn, sicher im Stand, komme was da wolle, mein Herz ist offen für alle Dinge, die mich in der Ferne erwarten…

Ein Wunsch? Ein Traum? Sicherlich aber nicht die eigene Realität!
Unweigerlich entstehen vor meinem inneren Auge Bilder von alten, erfahrenen Seeleuten, die als Bronzestatue den einen oder anderen Hafenbereich zieren. Allerdings ist es so, dass keiner der abgebildeten Seefahrer nach oben in die Segel schaut, um deren korrekten Stand zu überprüfen. Nie schaut auch nur einer nach hinten, um sich zu vergewissern, dass kein Brecher das Schiff von achtern überrollt. Alles scheint sich nur vor dem Bug abzuspielen- also da, wo man noch gar nicht ist oder war…

Sollte ich ein Bild von mir in ähnlichen Situationen skizzieren, so wäre dieses doch deutlich anders. So gern ich auch sein wollte, wie die alten „Salzbuckel“, so sehr werden mir meine selbstkreierten „Stolpersteine“ bewusst. Auch ich stehe bei Zeiten am Ruder meines Schiffes und richte den Blick nach vorn- jedoch nur solange, bis Zweifel an meinem Handeln aufkommen. Ist der Kurs auch richtig? Habe ich vielleicht zu viel Segelfläche gesetzt? Wie wird das Wetter? Darf ich schlafen? Was, wenn ich über ein treibendes Hindernis fahre? Wer verfolgt meine Route? Bin ich zu langsam? Noch viele, weitere Fragen beschäftigen mich und halten mich vom Handeln ab. Die Gedanken kommen und ich halte sie fest.

Es ist fast so, als käme ein Riesenkrake aus der Tiefe des Meeres, wie ein Schatten- unangekündigt, beängstigend, stark und unbarmherzig. Seine riesigen und kräftigen Fangarme wollen nach mir greifen. Sie bahnen sich langsam über den Rumpf des Schiffes ihren Weg und kommen langsam und bedrohlich näher. Ich sehe sie kommen! Nicht mit einem Schlag, sondern umhersuchend und wie eine Schlange im Gras. Nahezu panisch nehme ich mir einen Gegenstand und schlage auf die Tentakel ein. Meine ganze Aufmerksamkeit hat nun dieses „Monster“- kein Blick verschwende ich mehr an den Kompass oder meine Navigationsinstrumente.

Es gibt nur noch den Riesenkalmar und mich. Sobald ich meine, einen Fangarm abgewehrt zu haben, kommt schon der nächste. Schier unendlich viele tauchen aus dem Wasser auf und bahnen sich ihren Weg zu mir…

Nach einer ganzen Weile ist der Kampf vorüber. Vollkommen erschöpft liege ich am Boden, unfähig meiner Arbeit nachzugehen- unfähig zu essen oder zu trinken- schlicht handlungsunfähig. Hilflos liege ich nur da.

Die Angriffe kommen aus dem Nichts. Manchmal vom Bug aus, wenn ich gerade meinen Blick nach vorn richte um zu sehen, was mich erwartet. Manchmal aber auch vom Heck des Bootes aus, wenn ich gerade schauen möchte, ob ich etwas auf der Fahrt verloren habe oder welche Strecke bereits hinter mir liegt. Nie jedoch, wenn ich gerade damit beschäftigt bin, ein gegenwärtiges Problem zu lösen. Ein Zufall? Es ist an der Zeit, die Angriffe und deren Verläufe zu analysieren.

Ein Monstrum dieser Größe- mit unzähligen Fangarmen, die länger sind als mein Schiff- einem unwirklichen, unförmigen Kopf mit leeren, nichtssagenden Augen- einem gelbbraunen, zerklüfteten, stinkenden Schnabel der vermuten lässt schon viele, verlorene Seelen zerrissen zu haben… Solch eine Kreatur kann man nicht töten… Dennoch hat sie es bislang noch nie geschafft, mich in die dunkle Tiefe zu ziehen… Woher kommt es? Was will es? Meine Aufmerksamkeit? Die hat es, und zwar meine gesamte!

Rüm Hart – Klar Kiming, gilt dieses Spruch für alle Bereiche des Lebens? Sollte ich auch einem lebensbedrohlichen Giganten der See mit weitem Herzen gegenübertreten?

Es ist Nacht- ich sitze im Cockpit meines Schiffes und schaue ins Kielwasser… Nachdenklich, ob mein Entschluss, liebe Menschen zurückgelassen zu haben, der richtige war… Es fängt erst leise an zu plätschern. Schatten zeichnen sich unter der Wasseroberfläche ab- oh nein, es kommt… Im faden Schein des, mit Wolken verhangenen, Mondes kann ich seine Tentakel erkennen. Mein Blick wendet sich ab- ich schaue auf meine Instrumente, den Kompass und kontrolliere die Stellung der Segel. Im Augenwinkel sehe ich die Fangarme, wie sie links und rechts von mir in Angriffsposition gehen. Mein Messer lasse ich aber in der Gürteltasche. Die Angst und Furcht in mir steigt schier in das unermessliche. Es ist kaum möglich, den Anblick auszuhalten. Meine Fäuste ballen sich in den tiefen Taschen meiner Jacke- bleiben aber dort. Wie wabernde Schleier im Wind umgeben mich die Arme des Monsters- sie packen aber nicht zu. Keinen Finger rühre ich, auch das Ungeheuer macht nichts- es ist einfach da. Nach einer unendlich erscheinenden Zeit, mein Blick fokussierte die Seekarte, glitt der Riesenkrake langsam und lautlos zurück ins Wasser. Die langen Arme bäumten sich noch kurz auf und taumelten herum, berührten mich aber nicht.

Einige Tage später, die Sonne verschwand- es wurde dunkel und kalt, sah ich, dass sich wieder Tentakel um Tentakel über das Vorschiff auf mich zu bewegten… Es war gespenstisch- ich machte aber keine Anstalten, mich nach allen Kräften zu verteidigen. Ich beobachte- machte aber nichts. Auch aus dieser Situation kam ich unbeschadet davon. Kein Arm griff nach mir und als es vorbei war, stand ich ebenso am Ruder, wie zuvor auch. Es greift mich nicht an, wenn ich es nicht angreife.
Die Wochen und Monate vergingen. Immer wieder bekam ich Besuch von dem Wesen aus der Tiefe. Fast freundschaftlich nahmen wir uns nun gegenseitig wahr und schauten uns für eine gewisse Zeit in die Augen. Sobald jedoch eine andere Situation meine sofortige Aufmerksamkeit erforderte, löste ich den Blick von der Kreatur und konzentrierte mich auf mein gegenwärtiges handeln.

Mein Herz ist offen – meine Wahrnehmung, für den in der Ferne liegenden Horizont, ungetrübt und klar. So möchte ich am Ruder meines Schiffes stehen.

Unvoreingenommen möchte ich mich mit mir und der Welt beschäftigen. Offen für neue Erlebnisse aber auch offen für die eigenen Gedanken, ob sie nun aus der Vergangenheit oder aus der Zukunft kommen mögen. Auch möchte ich „offen“ für mich selbst sein. Das eigene „ich“ erkennen und lernen es zu akzeptieren- mit allen Ecken und Kanten. Der alte Seemann der als Bronzestatue unbeeindruckt im Sturm und Regen sein Blick gerade aus und nach vorn richtet- der steht einfach da! Seien wir mal ehrlich- der ist von Innen aber auch hohl… Nein, hohl möchte ich nicht sein!
Die Reise wird sicherlich beschwerlich – viele Herausforderungen wollen bewältigt werden – Rückschläge werden kommen. Keiner kann das Meer bezwingen – der Wind wird sich nicht den eigenen Willen beugen. Die See bereichert uns mit Demut. Es geht nur mit ihr- nicht gegen sie.

Dennoch- ich bin bereit! Leinen los…

Peer Kunz SV Second Life

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DIE STUNDE NULL AUF SEE
Planung und Durchführung einer Seereise legt im Kopf viele Schalter um, weil ansonsten aus der Reise garnix werden kann. In Bezug auf die Abläufe eines Lebens an Land, das in allen Lebensbereichen ganze Kerle – und Kerlinnen! – erfordert, bedeutet die Planung einer Seereise Reduktion in vielen Bereichen, die plötzlich unwichtig geworden sind.

Ich habe tausende Lebensgeschichten begleitet, in Stichworten resümiert, wie Leben verlaufen können, gesehen, wie sich etliche dabei verlaufen, verhaspeln oder den falschen Idealen hinterher gesegelt sind, oder begeistert erfahren, wie sich Geschichten wenden und Menschen sich verändern, weil sie das Leben auf See lieben lernen und dadurch einen anderen Blick auf das Leben an Land erfahren. Meist sind dies jahrelange Prozesse, die es sich lohnt, einmal genauer zu betrachten.

Selten sind es Veränderungen, die abrupt eintreten, die Menschen veranlassen, hart auf die Lebensbremse zu treten, um dann ein gänzlich neues Leben zu beginnen. Wie zum Beispiel bei PEER KUNZ. Seine Metamorphose zu seinem SECOND LIFE möchte ich hier mit seinen eigenen Worten wiedergeben, weil nachzulesen ist, wie schonungslos ehrlich er sein Leben in neue Bahnen lenkt, indem er Ursache und Wirkung seines bisherigen Lebens Verständnisses … offen für jedermann … niederschreibt. Dies ist nur mit Grösse möglich. Peer und Christine sind im Mai 2017 aus dem Hamsterrad ausgestiegen, haben Deutschland auf ihrer Comfortina 32 verlassen und befinden sich zwischenzeitlich in Gibraltar.

Mein Name ist Peer und ich bin 43 Jahre alt (Stand 2017).
Es ist gar nicht so einfach, wenn als Überschrift „über mich“ steht, die passenden Worte zu finden – zumal ich diese Zeilen in einer Klinik verfasse, die sich eher auf psychische als auf physische Behandlungen spezialisiert hat. Aber genau das ist einer der Punkte, auf die ich im Laufe der Reise sensibilisieren möchte. Die Auseinandersetzung mit aufkommenden Fragen, die sich sicherlich ein Großteil von Euch auch schon einmal gestellt hat: „darf ich das?“, „darf es mir gut gehen“?

Aufgewachsen in einem sehr leistungsorientierten Umfeld, versuchte ich von Kindesbeinen an, meinen Weg zu finden. Eigentlich sehr mühsam, wenn ein kleiner Mensch um Anerkennung und Zuneigung kämpfen muss, indem ausschließlich nachweisliche Erfolge, beispielsweise im Sport, mit der erhofften Aufmerksamkeit belohnt wird. Das erforschen von eigenen Interessen wurde mir schon früh abgenommen. Auch die Entscheidung, ob Wehrpflicht oder nicht- nahm der Vater mir ab. Es war eigentlich nie die Frage „ob“ ich zur Bundeswehr gehen soll, sondern wie und wie lange. Der Auftrag meines Vaters war, dass ich ein „Offizier“ werden sollte. Dem bin ich diskussionslos gefolgt und verpflichtete mich für zwei Jahre als Reserveoffiziersanwärter. Dummerweise hatte ich die Frage der Soldaten in der freiwilligen Annahmestelle Nord (Heide Holstein) nach dem „wohin“ geografisch verstanden (die meinten wohl eher die Truppengattung) und so befürwortete ich den Einsatz in einer Großstadt – Hamburg. Die Würfel für die kommenden 24 Monaten waren gefallen- ich durfte zu den Panzergrenadieren. Der alte Herr war zufrieden.

Nach der Zeit in oliv (so war es damals noch), galt es neue Herausforderungen zu finden. Auch hier war die Suche nicht nach Beschäftigungen, die meinen Neigungen oder Talenten entsprachen gesteuert. Es ging eher darum, wie ich möglichst schnell möglichst viel Geld verdienen kann. Die Zeiten, während ich nach Anerkennung kämpfte, indem ich im Sport die vorderen Plätze belegt habe, war vorüber. Jetzt galt es durch Gehälter und daraus resultierende Statussymbole, wie große Autos oder teure Uhren, meinen vermeintlichen Persönlichkeitswert zu erhöhen. Einige Zufälle und später auch mein Entschluss, führten mich in den Bereich der Immobilien. Ein passender Schlüssel zum Erfolg war hier: „sicheres Auftreten bei absoluter Ahnungslosigkeit“! Diese Disziplin beherrschte ich recht gut und einige Unternehmen und Headhunter (was für ein blöder Begriff) wurden rasch auf mich aufmerksam. Vorausgegangen waren eine Ausbildung zum „Kaufmann der Immobilienwirtschaft“ und ein BWL-Studium. In relativ jungen Jahren bekam ich einen Arbeitsvertrag in einem amerikanischen Konzern. Eine bessere Plattform hätte ich mir damals nicht wünschen können.

Von Ehrgeiz und Fleiß besessen, arbeitete ich deutlich über meine persönlichen Grenzen hinaus. Mir war ansatzweise schon klar, dass ich keine überdurchschnittliche Begabungen hatte, auch verfügte ich nicht über herausragende Intelligenz – da gab es sicherlich andere Menschen, die solch einem Job besser gewachsen waren als ich. Anzeichen von Überforderung oder Erschöpfung ignorierte ich anfangs erfolgreich. Im Verlauf der weiteren Jahre versuchte ich durch die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten meine Leistungsgrenzen heraufzusetzen- zur Nacht hin musste dieser Leistungsschub wiederum mit Medikamenten gedrosselt werden. Einige kennen diesen Konsum sicherlich unter dem Begriff „Uppers“ und „Downers“. Während dieser Lebensphase habe ich mich von damaligen Freunden und sogar von der eigenen Familie mehr und mehr entfernt. Dieser Prozess verlief eher schleichend. Die eigene Positionierung in der Gesellschaft versuchte ich ausschließlich an materiellen Dingen festzumachen. Nach dem Motto: „mein Haus, mein Wagen, mein Boot“! Der Geltungszwang durchzog sich in alle Bereiche. Auf einer Party wusste jeder innerhalb kurzer Zeit, was ich alles hatte – so im Keller war das eigene Selbstwertgefühl. Auch habe ich im Laufe des damaligen Berufsleben bestimmt vielen Menschen vor den Kopf gestoßen, meine eigenen Vorteile zu Lasten anderer ausgebaut und Schwächen von Mitarbeitern ausgenutzt. Zusammengefasst würde ich heute sagen, dass folgende Beschreibung meiner Person wohl am ehesten gepasst hätte: ein arrogantes, narzisstisches Arschloch!

Dieser Lebenswandel funktionierte erstaunlicherweise (unglaublich was der Körper alles aushält) einige Jahre ohne größere Zwischenfälle – zumindest habe ich diese nicht bemerkt oder nicht bemerken wollen. Im Jahre 2012 war dann abrupt Schluss. Auf die genauen Geschehnisse möchte ich hier nicht näher eingehen, nicht umsonst aber trägt unser Schiff den Namen „Second Life“.

Nach dem ersten Klinikaufenthalt 2012 begann eine beschwerliche Zeit- wahrscheinlich die schwierigste Zeit in meinem bisherigen Leben. Verlustängste, Existenzängste, Schuldgefühle, Minderwertigkeitskomplexe das eigene „downgrading“ aber vor allem die unausweichliche Aufgabe sich mit sich selbst zu beschäftigen, bescherten mir viele Rückschläge. Die Selbstreflexion anzunehmen ohne Fluchtwege in die Arbeit, Karriereausbau oder Selbstbeweihräucherung einzuschlagen, entpuppte sich als Mammutaufgabe. Zugern wäre ich wieder in die alten Mustern geflüchtet- die waren zumindest bekannt und berechenbar.

Auch der jetzige Schritt, die Leinen loszuwerfen und einer unbekannten Zukunft entgegen zu segeln ist nicht einfach. Keiner kann sagen oder absehen, welche Herausforderungen oder Schwierigkeiten zu bewältigen sind. Bei aller Planung bleibt ein gewisses Risiko ist immer allgegenwärtig. Ausgetretene Pfade werden verlassen, ein Pannensstreifen ist nicht vorhanden. Das eigene, aktive Handeln entscheidet über den weiteren Verlauf der Reise. Wie oft habe ich mir eingeredet, ich sei unersetzlich – weit gefehlt… Die See „erdet“, die See erweckt das – für viele Menschen verlorene – Gefühl von Demut. Es geht nur mit ihr, nicht gegen sie.

Was mir nach einiger Zeit persönlich geholfen hat, ist der offene Umgang mit der eigenen Situation. Aus diesem Grund fällt es mir auch relativ leicht, diese offenen Zeilen zu verfassen. Der bevorstehende Törn soll mir die Möglichkeit geben, wieder „frei“ zu handeln, Verantwortlichkeit für mich selbst neu zu erlernen, mich unangenehmen Situationen zu stellen und für die kleinen Dinge des Lebens zu sensibilisieren.

Es würde mich wirklich freuen, wenn ich den einen oder anderen Leser dazu bewegen könnte, eigene Verhaltensweisen zu hinterfragen und ein mögliches „Hamsterrad“ auch mal nüchtern von außen oder aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Die Reise ist auch für uns ein Sprung ins Ungewisse und mit Sicherheit verläuft einiges anders als wir es geplant oder gedacht hätten.
Wir freuen uns, wenn Du Lust hast, ein kleiner Teil dieses Abenteuers zu werden und uns begleiten magst!

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