Offener Brief an Verleger Lars Joachim Rose
Die Altlasten von Delius Klasing und die Zukunft der Medienethik

Sehr geehrter Herr Verleger Rose,
mit großem Interesse verfolgt die deutsche Publizistik Ihren beeindruckenden Kurs. Als Kopf der Mediengruppe KLAMBT haben Sie nicht nur ein traditionsreiches Medienhaus in die Zukunft geführt, sondern stehen als prägende Figur im Präsidium des Medienverbandes der freien Presse (MVFP) für die höchsten Güter unseres Berufsstandes: Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit und die unbändige Freiheit des Wortes.
Als Sie im September 2022 den Bielefelder Delius Klasing Verlag übernahmen, haben Sie ein stolzes maritimes Erbe erworben. Ihr Flaggschiff YACHT war bis zur Jahrtausendwende ein Prachtschiff, „es stand in der Yacht“ wurde zum allseits respektierten Synonym erfolgreicher Blattmacher.
Doch zu diesem Erbe gehören auch strukturelle Altlasten, die mit dem offiziellen Credo Ihres Hauses – „Frei in der Meinung, unabhängig von Dritten“ – im diametralen Widerspruch stehen.
Seit Amtsübernahme durch Jochen Rieker erlebt die deutsche Blauwasser Segelszene ein Phänomen, das ich als das „Blauwasser Kartell“ dokumentiert habe. Es wurde ein System etabliert, das die Grenzen zwischen unabhängiger Berichterstattung und den Interessen von Inserenten der maritimen Industrie systematisch verwischen ließ.
Innovationen und weltweite Marktführer, die sich diesem werbefinanzierten System verweigerten und auf direktes Kundenmarketing setzten – wie mein eigenes Unternehmen Windpilot –, wurden im redaktionellen Teil mit einer eisernen „Mauer des Schweigens“ belegt oder durch gezielte journalistische Framings („Windige Branche“) diskreditiert. Schlimmer noch: Kritische Stimmen in den eigenen Foren wurden systematisch zensiert, und investigative Recherchen zu handfesten Skandalen im eng verbundenen Hochseeverband Trans-Ocean e.V. (wie die Affäre um den Hochstapler Bernt Lüchtenborg und insbesondere den Krankenversicherungsskandal der holländischen Familie Coby + Arnold Lelijveld, SY Drifter ) bis heute ausgesessen, niemals aufgearbeitet. Das Fundament der Glaubwürdigkeit in der Segel-Community wurde irreparabel beschädigt, tausende Segler Ihrer Zielgruppe ( ich habe sie Tafelsilber benannt ) sind als Vereinsmitglieder und Leser verloren gegangen. Wollen Sie sich das fortan leisten?
Herr Rose, Sie persönlich tragen keine Verantwortung für die Verfehlungen, den Klüngel und die Eitelkeiten der vergangenen Delius-Klasing-Ära. Sie haben eine weiße Weste. Aber als neuer Eigentümer und als einer der obersten medienpolitischen Repräsentanten dieses Landes tragen Sie nun die Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft der YACHT.
Im digitalen Zeitalter lässt sich eine Gegenöffentlichkeit nicht mehr durch das Löschen von Foren-Threads oder das Totschweigen im Heft unterdrücken. Die Wahrheit und die detaillierten Protokolle dieser jahrzehntelangen Praxis liegen auf meinem Blog für jeden Leser transparent offen.
Die ungesunde Symbiose zwischen DK und dem TO entwertet das Werbeumfeld der YACHT und treibt die engagiertesten, kaufkräftigsten Langfahrtsegler in die Arme unabhängiger Online-Medien.
Ich lade Sie daher heute ganz offen dazu ein, ein Zeichen für einen echten, medienethischen Neuanfang zu setzen. Nutzen Sie Ihre Rolle als zukunftsorientierter Verleger, um den „Bielefelder Sumpf“ der Vergangenheit trockenzulegen.
Lassen Sie uns die Samthandschuhe und die juristischen Auseinandersetzungen der Vergangenheit beiseitelegen. Ich lade Sie zu einem offenen, öffentlich dokumentierten Zwiegespräch oder einem Interview über die Zukunft und die Unabhängigkeit des maritimen Journalismus ein – gerne auch moderiert durch einen unabhängigen Medienombudsmann Ihres Vertrauens.
Die Segel-Community und die Medienwelt schauen genau hin, wie die neuen Brücken Ihres Verlages gebaut werden. ES STAND IN DER YACHT, wäre ein würdiger Titel, um zu alten Tugenden dieses Blattes zurückzukehren!
Mit freundlichen Grüßen,
Peter Förthmann / Windpilot
Hamburg den 19.07.2026

weiterführende links:








Moin Herr Lars Joachim Rose,
herzlichen Glückwunsch zur Wahl als Präsidenten des MVFP.
Werden wir (Leser, Ex-Leser, mögliche Leser) davon etwas bemerken?
Wird es Veränderungen geben?
Wenn ja, für wen?
Werden wir wieder objektiven, sachlichen und fundierten Journalismus erleben?
Wird es wieder eine freie Presse geben?
Oder werden weiterhin die Unternehmen hofiert, die Anzeigen hoch und teuer bezahlen?
Werden weiterhin Seilschaften „gepflegt“ und dadurch Wahrheiten unter den Tisch gekehrt, Tatsachen verdreht und weiteres?
Dazu ist u.a. doch auch die „Yacht“ verkommen.
Redakteure, wenn man sie so noch nennen kann, haben eine Verantwortung gegenüber der Leserschaft!
Es gibt auch heute viele, die dem Geschreibsel der Medien glauben schenken.
Dadurch z.B. viel Geld ausgeben, um dann feststellen zu müssen, dass sie für dumm verkauft wurden.
Ich wünsche mir Journalisten,
die sauber recherchieren,
z.B. Tests objektiv abhandeln,
die nicht käuflich sind,
die Rückgrat haben,
die die Wahrheit schreiben!
DANN haben Sie meine Achtung, meine Anerkennung und ich „konsumiere“ soche Medien. Und ich bin sicher, es gibt viele wie mich.
Es ist noch nicht zu spät, Coby und Arnold die Unterstützung zukommen zu lassen, die der TO verweigert hat!
Diese Vorkommnisse sind NIE in den Medien erschienen, wurden nie aufgearbeitet!
Ihnen gehört seit 4 Jahren u.a. die Yacht – sie wissen durch Peter um die Vorkommnisse! Wenn Sie nicht aktiv werden, dann machen sie sich im Grunde mitschuldig, wenn Geld und Vetternwirtschaft über Menschenleben gesetzt werden!
Ich habe Drifter von Coby und Arnold gekauft.
Ich und auch meine Familie werden IMMER dafür sorgen, dass der Trans Ocean Coby -bildlich gesprochen – hat ertrinken lassen.
Und wir werden auch immer daran erinnern, dass die Yacht KEINE einzige Zeile dazu geschrieben hat.
Herr Rose, wir würden uns wirklich sehr freuen, wenn sie das Ruder rumreißen und zeigen, dass es auch anders geht.
Noch ist es nicht zu spät!
In Hoffnung
Sönke Haupthoff
Eigner der Sy Drifter
Hallo,
ich war über Jahrzehnte Leser der Yacht, viele Jahre TO Stützpunkt in Finnland, lese die Yacht seit ca. 10 Jahre nicht mehr.
Als Segler, möchte ich in Medien für die ich bezahle eine neutrale Berichterstattung ohne irgendwelchen Lobbyismus.
So ein Geklüngel hält einen von den betroffenen Medien und Vereinen fern. Das geht sehr vielen so.
Das ist wirklich schade. Daher hoffe ich, dass nun ein Neubeginn ohne Altlasten möglich ist.
Gruß Holger
S/Y Oristal
Liebe Seglerkollegen, geehrter Herr Rose,
allein meine Anrede deutet auf den Spalt, welcher mit der Zeit fast unmerkbar zwischen den Seglern untereinander auf der einen Seite und den lobbygesteuerten Medien auf der anderen, entstanden ist. Zu der zweiten Kategorie gehört leider auch „Die Yacht“ – für uns früher eine Institution, ein würdiger Vertreter des Geistes, der Seglerkommune, ist die Zeitschrift in den letzten Jahren zu einem unwillkommenen Gast auf unserem Lesetisch geworden. Die Gründe wurden weit und breit durchdiskutiert, leider fast durchgekaut, ohne Stellungnahme, ohne Aufklärung und Hilfestellung seitens der Yacht. Wir, aus der robusten Ehrlichkeit vieler Tausenden von Seemeilen im Kielwasser, fragen uns, ob es den Seglermedien klar ist, dass wir Segler auch ohne diese auskommen können – der schlichte Beweis dafür sind die Hunderte verlorenen Leser. Es ist an Ihnen, lieber Herr Rose, sowie auch an Ihren hochgestellten Kollegen-Leiter die Frage zu beantworten, ob Sie der Meinung sind, dass diese Medien auch ohne uns auskommen werden?
Hochachtungsvoll vor dem Traum, welcher uns alle zum Segler gemacht hat,
beste Grüße,
Inga und Vassil
S/Y OLGALOU
Frage an Herrn Rose,
mit Verlaub, aber haben Trans Ocean und Yacht nicht genug Schaden angerichtet? Warum eine Vendetta gegen Herrn Förthmann, nur weil er gewagt hat, Meinung und Haltung zu zeigen? Der Drifter Skandal ist ungesühnt, auch wenn man das verdrängen möchte. Ich appelliere an Sie, hier einzuschreiten.
mit freundlichem Gruß
Segler Jonas Dallmann
Werter Herr Rose!
Nach Fritz J. Raddatz, von 1960 bis 1969 Cheflektor und stellvertretender Chef des Rowohlt Verlags, muss „der wahre Verleger (…) Vater und Mutter sein, Amme und Zuchtmeister, Gläubiger und Fordernder, Duellant und Sekundant, Beichtvater und Ministrant, Heiliger und Hurenbold sein. Er muss das Gehirn eines Philosophen, den Blick eines Radiologen, die Sanftmut einer Krankenschwester haben. (Quelle Wikipedia)
Oder – zusammengefasst – die übergeordnete Gesamtverantwortung tragen.
Als zweifacher Gastautor in der „Yacht,“ kam ich auch in den zweifelhaften „Genuss,“ das Magazin einige Male wieder in Händen zu halten und es auch von vorne bis hinten zu lesen… Schade, denn mein vor anderthalb Jahrzehnten gefasster Entschluss, das „Ding“ nicht mehr zu kaufen, weil es zu einem Anzeigenblättchen für zahlungskräftige Anbieter marinen Mumpitz geworden war, fand sich zuletzt – noch verschlimmert – bestätigt.
Wozu also einen Verlag kaufen, wenn inhaltlich die Luft raus ist und statt dessen unter den Bürotüren der Filz hervorquillt? „Europas größtes Yachtmagazin.“ Zugleich auch das Belangloseste? Wäre es nicht an der Zeit, das Ruder herumzureißen und einen neuen Kurs anzuliegen?
Vielleicht ja naiv von mir. Vielleicht geht es ja wirklich nurmehr um verkaufte Anzeigenseiten und Co.
Immerhin haben Sie uns die Bühne bereitet für einen ehrlichen Segelpodcast. Danke dafür. Denn unsere Hörerschaft liest die „Yacht“ nicht (mehr). Denn der Mehr-Wert für die Leser:innen ist abhanden gekommen…
Ärmel hochgekrempelt, Anker kappen, Segel hoch und auf zu neuen Ufern. Das wünschen sich – denke ich – viele von Ihnen.
Herzliche Grüße
Andreas SY BOE und Podcast DIE SEGELKNEIPE