MARKETING – ENTSCHEIDUNGEN – FEHLER – KONSEQUENZEN
GGR zum Dritten, jedenfalls im Kopf eines australischen Impressarios, der den Plan geboren hat, segelnde Heroen zu fesseln, zu bündeln, um sie alle 4 Jahre als segelnde Flottille in Les Sables d´Olonne ihrem einsamen Schicksal auf See zu überlassen. Ein Roadtest der besonderen Art für eiserne Steuermänner, denn die Skipper sind zwar auch an Bord, aber an der Pinne haben sie nix zu suchen, allenfalls wenn Kameras in der Nähe sind, um die Heroen abzulichten. Aber es kam anders.
Das Pferd wurde von achtern aufgezäumt!
Marketing Entscheidungen eines Herstellers sind stets folgenschwer. Der vergleichende Blick auf die Wichtigkeit einer WSA bei Flottillen Veranstaltungen alternativ beim Golden Globe Race könnte nicht dramatischer geraten. Die optische Präsenz und Vielzahl einer Windsteueranlage nach dem Hilfsruder Prinzip z.B. in der ARC, besitzt keinerlei Aussagekraft über die tatsächliche Funktionalität des Systems ab einer gewissen Schiffsgröße / Gewicht.
Die physikalischen Grundsätze sind / bleiben stringent in Kraft, können auch durch beten nicht verändert werden. In Bezug auf die vorhandenen Kraft- und Hebelarm Gesetze kann man zwar die Gesetze individuell ein wenig dehnen, aber „vollwertige Steuerergebnisse“ sind bei Hilfsrudersystemen ( Windpilot hat 8.300 Atlantik II / III / IV Hilfsrudersysteme und Pacific Plus Doppelrudersysteme produziert ) nur bis zu einer Schiffsgröße im Bereich von 36 – 38 ft möglich. Für größere Schiffe und Gewichte wird / muss die Steuerqualität abnehmen, denn Hexen und Blaufärben kann ein System ohne Servokraft Verstärkung nicht leisten. Irgendwann ist Schluss und das Schiff schießt in die Sonne, der Segler fliegt aus der Koje.
Der Versuch eines Hersteller, diese Grenzen zu verschieben, kann die Physik nicht überlisten. Allerdings hilft die optische Präsenz in einer Flotillen Veranstaltung, diese Grenzen zu verwischen, zumal die mediale Berichterstattung hier als Hebel wirkt, um etliche Segler auf das Marketing Glatteis zu verlocken, um auf viel zu großen Schiffen die tatsächliche Performance dann auf See zu realisieren / relativieren. Manchmal hilft auch die schwache Selbsterkenntnis, dass man „wenigstens“ ein Notruder an Bord habe, um damit Zugang zur Veranstaltung zu erhalten, quasi als Eintrittsobolus. Das Argumentations Roulette hat viele Facetten und Selbsterkenntnis ist nicht in all zu vielen Hosen existent! Insbesondere wenn sodann Windsteuersysteme verkauft wurden, um das eine oder andere Argument zu bedienen. Dann wird vollkommen egal, wie und warum das System am Spiegel seinen Platz gefunden hat, Hauptsache: es wurde montiert, egal was der Eigner dereinst gedacht, es ziert den Spiegelrand. Denn das Geld ist ja schon weg!
John Curry hat ein Statement gesetzt und hat über diesen Interessenmix seine Verkäufe intensiviert. Gleichwohl ist er den immer gleichen Spielregeln des Marktes unterworfen, die in harter Währung zu bezahlen sind: Wie werden potentielle Kunden erreicht, welche Kostenfolgen hat Werbung, Messen, Inserate und Sponsoring für die Jahresbilanz, wie ist der ganze Apparat in der Lage, die Marke beständig am Markt als positiv verortet in den Segler Köpfen zu etablieren? Alles im Gegensatz zum Direktmarketing unter Nutzung von Word–of -Mouth? Es bedeutet ein Rennen, das im weltweiten Marktplatz kaum zu gewinnen ist, weil die Praxis stets dazwischenfährt.
Auch wenn die Wahl der für das GGR verwendeten / erlaubten Schiffsgröße hier – zum Glück für John Curry! – mit der Hydrovane korrespondiert, treten bei diesem ultimativen Road Test, also im Southern Ocean, gewichtige Konstruktionsmerkmale in den Vordergrund, die für eine Marke verhängnisvoll und / oder kontrapunktiv geraten können.
Konstruktion der Hydrovane, der Schiffe, der Solidität des Hecks, Material und Aussteifung im Heck
Glattes Eis? Nein Fakten, denen sich jeder Hersteller vor dem eigenen Spiegel zu stellen hat, denn er wird mit den Konsequenzen am Markt konfrontiert, weil die Segler auf See, diese Konsequenzen erfahren und darüber berichten. Stunde der Wahrheit für jeden Hersteller von Windsteuersystemen. Das Golden Globe Race wird zum Goldtest, was negative Resultate inludiert. Gefährliches Fahrwasser für Hersteller und Veranstalter!
Don hatte mir also LSO „verboten“.
Logisch bin ich extra hingefahren. Ich habe sogar gegen mich selbst gesündigt: ich habe meine Systeme nicht verkauft, ich habe sie sämtlich verschenkt, neudeutsch gesponsert, und Schmerzpillen dabei geschluckt.

Ich wollte es einfach wissen, weil ich mir selbst den Beweis erbringen wollte, ob all meine Überlegungen auch der Praxis standhalten würden!?
Und weil ich ein wenig Rest-Schiss hatte, haben alle Windpilot Segler in LSO eine Reserve Pacific in Plastiktüte frei Backskiste bekommen, wo sie dann eine Weltumsegelung ohne Tageslicht genossen haben. 7 Schiffe in 2 GGR Veranstaltungen haben ihre stummen Reserve Steuersklaven unter Deck rund um die Welt transportiert, keine wurde jemals im Schlaf gestört. Ich habe sie allesamt unversehrt zurückbekommen, salzverkrustet. Halt, nein: Abhilash´s Pacific liegt auf dem Grunde des Indian Ocean, bis heute.

DAS MEHRFACHE DURCHKENTERN DER THURIYA WAR DER ULTIMATIVE BEWEIS FÜR DIE RICHTIGKEIT MEINER KONSTRUKTION, DENN DIE PACIFIC HAT DIESE KATASTROPHE UNBESCHADET ÜBERLEBT
Don´s Fluch und Segen der Wahl der richtigen Windsteueranlage!
Don war sich seiner Sache sicher, heute ist er sogar dazu gezwungen, denn wer A sagt, muss den Rest des Alphabets deklinieren können. Don hat sich teuer kaufen lassen! Zu teuer? Er hat immerhin die Regeln umgeschrieben, damit John Curry seine Hydrovane Systeme mit „eingebauter Vorfahrt“ an die Segler verkaufen konnte. So einfach ist das! Der Hersteller zahlt an Don einen stattlichen Betrag, damit der dann die „Rules of Race“ verbiegt, d.h. modifiziert und sodann ein Notruder – honi soit qui mal y pense, vorzugsweise Hydrovane – quer im Fokus aller Segler liegt. Das Kaufen und Bezahlen nimmt den GGR Heroen leider keiner ab. Ein Prima Geschäftsmodell, Klein Erna würde sagen: Oh, wie praktisch! Den Seglern wurde von Don lautstark vermittelt, welche Anlage als Non-Plus-Ultra im GGR zu verwenden ist. Die GGR Segler haben auf Don´s Expertise vertraut, eine Alternative war „ausgeschlossen“.
Ich habe die Konsequenzen durchlebt, durchlitten und mich von dieser Veranstaltung abgewendet!

DAS PARADOXON
Die Forderung eines Notruders für Langkieler gerät paradox, weil diese Schiffe qua Konstruktion gegen Ruderschäden wunderbar gefeit sind. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Die Argumentation immerhin war schlüssig, insbesondere für die Medien, und sie wurde geschluckt. Denn, nicht wahr, wer würde denn wagen, etwas gegen Sicherheit zu sagen? Heute wissen wir, dass es im GGR bislang keinen Hauptruderschaden gegeben hat. Womit die ganze Wahrheit in der Sonne liegt und für die Segler schlimme Konsequenzen zu ertragen waren und werden.
Dafür um so mehr Schäden mit der Hilfsruderanlage Hydrovane. Ein Treppenwitz der Geschichte, aber davon später.
Das in Don investierte Sponsoren Geld wird durch Systemverkäufe recht umgehend wieder in die Kasse des Hersteller gespült, fulminante Werbung und Marketing Hebel im Beifang / Handgepäck. Hat ja bereits beim ARC und bei den Trans Pacific Baja Ha-Ha Flottillen Race geklappt! Wer als Systemlieferant bei den Veranstaltungen nicht spurt und zahlt, für den wird es ungemütlich, bei der ARC z.B. wird der Zugang zum Hafen versperrt. Ist mir in Las Palmas passiert! Wilhelm Greiff hat mir damals einen lustigen Vogel gezeigt als er mich fragte:
„wieso bezahlt Du nicht einfach die geforderten 5.000 Pound Sterling? an World Cruising?“
Ich war stolz und stur, habe lieber auf Word of Mouth vertraut. Habe ich nie bereut! Prinzipien sind sowieso prima zum Reiten.
Ich war jedenfalls gebafft, zudem erschrocken, dass ein Organisator eines so wichtigen Rennens sich hier hatte „kaufen“ lassen. Denn beim GGR liegt die Latte unendlich viel höher als bei den Flottillen Veranstaltungen der luftig leichten Freizeit Segler Welt.
Der Grundtenor komplett und gefährlich ernster anders!
Im GGR macht es nach meiner Meinung nur Sinn, Systeme einzusetzen, die konstruktiv nicht durch Overload Bauteile geschützt sind, nach deren Bruch der Segler in Seenot gerät, derweil er ohne Selbststeuerung sein Schiff manuell zu steuern hat, zeitgleich eine Reparatur „kopfüber“ am Heck aussenbords erledigen muss. Susie Goodall ist im GGR 2018 zweimal durch Bruch der Überlasthülse an ihrer Monitor, in Seenot geraten, hat sich am Ende von einem Tanker abholen lassen.
Bei Aries wurde der Beweis erbracht, dass das von Peter Mathiessen „erfundene“ BAD WEATHER PROBLEM nur bei exakt der Aries existierte, niemals jedoch bei Windpilot, dem einzigen Ziel dieser Marketing Lüge.
Die Erfahrungen des GGR 2018 haben mich das Buch WINDVANE REPORT schreiben lassen, es wurde in 6 Sprachen übersetzt.
Mein Credo: Systeme mit Overload Bauteilen sind im GGR weniger geeignet, als Systeme, die konstruktiv keinen Shear Pin benötigen, weil der enorm weite Schwenkbereich des Pendelruders im Bereich von 270 Grad niemals an seine Grenze kommt. Für mich der Schlüssel zu erfolgreicher Teilnahme an den GGR Schiffen, wo der konstruktive Beweis meiner Lebensüberlegungen an 7 Schiffen in 2 GGR bewiesen worden ist.
Leider hat weder John Curry noch Don McIntyre die konstruktive Schwachstelle an der Hydrovane Anlage ausreichend bedacht bzw. gewürdigt. Der Shearpin am Hilfsruder liegt ausserhalb der Reichweite des Skippers, weshalb z.B. Jean-Luc Van Den Heede auf seiner RundUmReise auf der Matmut ein kleines Schlauchboot unter Deck gefahren hat.
Die Folgen dieses Denkfehlers eines Veranstalters ziehen sich bis heute! Oder habe ich hier falsch gedacht: ist es der besondere Kick dieses medienwirksamen Nonstop-Hero-Spektakels, dass unschöne Katastrophen geschehen müssen und sollen, die dann die so wichtigen Schlagzeilen zur Folge haben? Fast will ich das nicht glauben!
So gesehen war ich bei Don in LSO nur noch halb überrascht. Hat sich die Wichtigkeit von Windsteuersystemen verschoben? Zählte nicht mehr die Qualität des Produktes? War nur die ganz persönliche Wertschöpfung interessant, der Nutzen für den Sponsor, dem man unschöne Ereignisse am liebsten vorenthalten möchte, z.B. indem man über Wettbewerber weniger positiv berichtet?
Ein wirkungsvoller Pressehebel, den Don kräftig und virtuos benutzt. Grund für mich, im GGR 2018 schon nach kurzer Zeit über die Veranstaltung zu bloggen, weil Don jede Gelegenheit begeistert genutzt hat, einen frechen Wettbewerber, der sich in sein Hydrovane Revier gewagt hat, abzustrafen.

Don, alias Napoleon, hat mich im GGR 2018 seinen eisigen Atem spüren lassen. Auf den Stegen von LSO wurde mir vor laufenden TV Kameras befohlen, meine TM von den Windpilot Windfahnen abzukratzen, zudem hatte ich unter Zeugen die Montage eines SOS Notruders zu dokumentieren, mit Video nachzuweisen.
Überall Nadelstiche „Windpilot Sailor Istvan Koper reported problems with his Windpilot“ ( Probleme, die er selbst verursacht hatte) wurden fleissig über den Presseverteiler weltweit verteilt, und endete mit den grossen Aktionen der medialen Presse Meute, denen die regelmäßigen dramatischen Presse News stetes Futter im anstrengenden Alltag willkommen sind, denen auch Flugreisen ermöglicht wurden, wo dann plötzlich die TM Windpilot in zwei Bauteile gerissen wurde, damit die Google Tante sich die Birne stößt und die Marke Wind Pilot natürlich nicht mehr finden kann. So ein Pressehebel kann schon fürchterlich geraten, Grund, warum ich mich beim GGR als Don Quichotte falsch am Platz empfand. Abhilash und Jeremy haben mich zum 2022 trotzdem überzeugt, sind beide unter Freuden im Ziel angekommen, auch wenn Abhilash seine Rustler dabei fast aus dem Wasser geprügelt hat, weil er zu viele Gardinen oben hatte … mit Folgen für das Ruderblatt seiner Heckverzierung, das er am Ende durch den Ankerschaft seines Fortress Ankers ersetzte. Angekommen, und die Windpilot Anlage hat´s ausgehalten – das alleine – zählt!
Fortsetzung folgt bald: Demolitian Race – Don, der Tatort Cleaner
Hamburg 28.09.2026
Peter Foerthmann








